Marcus Ermler / 31.12.2019 / 06:01 / Foto: rawpic@protonmail.com / 48 / Seite ausdrucken

Der grüne Messias im Heiligen Land

Von Marcus Ermler.

Mit politischen Heilsverkündigern ist das so eine Sache. Hannah Arendt und Eric Voegelin sehen sie als Auguren einer „selbsterfundenen Scheinordnung“, die der realen Welt nur derlei unprüfbare Versatzstücke entnehmen, so dass sie letztlich nicht als Erlöser einer Ordnung „über das Sein, sondern eine[r] Phantasiebefriedigung“ wirken. Solch „Glaubenssysteme“ halten, mit Horkheimers und Adornos „Elemente des Antisemitismus“ konstatiert, „etwas von jener Kollektivität fest, welche die Individuen vor der Erkrankung bewahrt“. Denn die Glaubensjünger „haben Angst davor, ihren Wahnsinn alleine zu glauben.“

Den Jüngern erscheint so „im Angesicht der Verzweiflung“, um mit Adornos „Minima Moralia“ zu schließen, die Welt in diesem „Messianischen Lichte“ nunmehr „versetzt, verfremdet, ihre Risse und Schründe offenbart“. Oder anders gesagt: Die Wirkung der messianischen Phantasiebefriedigung ist proportional zur Antizipation des Unheil auflösenden Erlösungswerks durch seine Anhänger. Wer sich das vergegenwärtigen will, denke an die Thunbergsche Erlösungsreligion von der klimaapokalyptischen Endzeit, die sich nur so lange entfalten kann, wie Fridays, Parents und Scientists for Future dieser scheinordnenden Eschatologie Glauben schenken und somit Wirkmächtigkeit verleihen.

Robert Habeck ist solch ein zur messianischen Heilgestalt erkorener „Phantasiebefriediger“, insbesondere für die linksgrüne Wohlstandsklientel, die zwar Flugmeile um Flugmeile anhäuft, sich aber Rettung wie Sündenvergebung durch die Wahl der grünen Klimakirche erbittet. So soll Habeck im Gespann mit seiner Co-Vorsitzenden Baerbock „Klimaschutz betreiben […], damit es uns allen weiterhin gut geht und wir uns wohlfühlen können“ und sich so „um Wohlstand und Freiheit“ kümmern. Aktuell teilt Habeck angesichts der menschlichen Tragödien auf griechischen Inseln als hypermoralinsaurer Inquisitor die Gesellschaft – und das als leibhaftige Reminiszenz an den Flüchtlingssommer 2015 – in gläubige Jünger und ungläubiges Pack.

Die lange Tradition des grünen Antizionismus

Zur Fortschreibung dieser grünen Heilsgeschichte muss es da nur folgerichtig erscheinen, dass ein zur messianischen Lichtgestalt verklärter Parteivorsitzender dem Heiligen Land einen Besuch abstattet. So reiste Habeck in der dritten Dezemberwoche zu einem „Kanzler-Schnupperkurs“ in den Nahen Osten, wie es der grünbürgerliche Spiegel huldvoll plakatierte. Dabei wollte und sollte der Chef einer „Quasi-Regierungspartei im Wartestand“ nunmehr außenpolitisch „sprechfähig“ werden, damit Habeck „sich in einem Sachverhalt hinreichend auskennt, sodass er dazu ein paar Sätzchen sagen kann“.

Damit das „Messianische Lichte“ des promovierten Philosophen auch im Heiligen Land alles überstrahle, mag nun mancher ihm Wohlgeneigter denken. Und was böte sich zur Ausbildung solch einer „außenpolitischen“ Sprechfähigkeit eben besser an als eine Reise in das „wunderbare kleine Land, [welches] eine ganze Menge an eher hässlichem Debattenstoff bietet“ (O-Ton des Spiegels)? Die Reise des grünen Messias ins gelobte Land. Was konnte da überhaupt noch schiefgehen? 

Blickt man zurück in die Geschichte der Grünen, muss man unweigerlich feststellen: eine Menge. Wie es Henryk M. Broder 2013 über „die lange Tradition des grünen Antizionismus“ schilderte. Broder erinnerte an den Besuch grüner Bundestagsabgeordneter in Israel im Jahr 1984, die in ihrer Abschlusserklärung postulierten, dass die israelische Regierung die „volle Verantwortung für das sich abzeichnende Blutbad im Nahen Osten [trage], wenn sie ihre Politik nicht entscheidend ändert“. 

Oder die Reise Hans-Christian Ströbeles, des damaligen Vorstandssprechers der Grünen, im Jahr 1991 in den Nahen Osten, der hierbei den Beschuss Israels mit irakischen Scud-Rakenten als „die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber“ deklarierte. Die „logische, fast zwingende Konsequenz“ für Ströbele war seinerzeit übrigens, dass er nunmehr längste Zeit Vorstandssprecher der Grünen gewesen war.

Die Banalisierung der deutschen Staatsräson

Nun mag der messianische Grüne darauf hoffen, Habeck hätte seine Lektion aus den Irrungen und Wirrungen der bundesdeutschen Grünen im Verhältnis zu Israel wie auch dem Judentum gezogen. Äußert er in seinem Reisebericht „Israel und die palästinensischen Gebiete: Die andere Seite“ doch, dass „die Erfahrung der Shoah und die Verteidigung des Staates Israel eines ist – und nicht getrennt werden kann“. Und ergänzt nach Bericht des Spiegels, dass Deutschland diesbezüglich „immer eine besondere Verantwortung [trage], Israel darf dies zu recht erwarten“.

Bleibt in der Ausführung dieser wohlerkannten semantischen Konvergenzen zwischen historischem Holocaust und modernem Antizionismus wie der Verantwortung Deutschlands für ein „Nie wieder Auschwitz“ im Folgenden jedoch zunächst so vage, dass man ein Gefühl dafür bekommt, was Alexander Gauland einst mit seiner vielfach kritisierten Aussage meinte, dass es zur deutschen Staatsräson gehören müsste, „dass wir auch wirklich bereit sind, unser Leben für den Staat Israel einzusetzen“. Einem Bekenntnis, dem sich die deutsche Politik jedoch entziehe.

Dieser Banalisierung folgt auch Habeck, wenn er im Geiste einer vermeintlichen  Israelsolidarität des postmodernen Gratismuts, die weder ihn, seine Partei noch seine Jünger etwas kosten wird, im Hinblick auf Shoa und die realexistierende Gefahr des israelhassenden iranischen Mullah-Regimes artikuliert:

Antisemitismus hat einmal fast zur Auslöschung der Jüdinnen und Juden geführt – Auslöschung, ein Wort, das einem im Zusammenhang mit Menschen nie über die Lippen kommen dürfte, und das es doch tut, weil genau dieses Ziel des nationalsozialistischen Deutschlands, unserer Vorfahren war. Das Bedrückende, Beängstigende ist: Es kann wieder passieren. Die Geschichte Israels zeigt, dass die Bedrohung jüdischen Lebens, die Bedrohung der Existenz Israels, immer da ist; der Sechs-Tage-Krieg, der Yom-Kippur-Krieg. Deshalb müssen wir die iranischen Drohungen ernst nehmen. Bei der Frage der nuklearen Bewaffnung, bei der Aufrüstung der Hisbollah im Libanon.“

Beschwichtigender Diplomatie den Vorrang geben

Irgendein Bekenntnis zum aktiven Handeln Deutschlands für das Existenzrecht Israels, in der Gaulandschen Erkenntnis einer „Staatsräson Deutschlands“, für welche wir auch bereit sein müssten „deutsche Soldaten zur Verteidigung des jüdischen Staates einzusetzen“, wird man hier nicht finden. Was Habeck auch unumwunden unter anderem anhand seiner eigenen Vita exemplifiziert. So habe er schließlich keinen „Militärdienst geleistet“, sondern „ihn verweigert und mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet“. Militärdienst nicht zu leisten, muss kein Makel sein. Aber als Exkulpation für eine generelle militärische Inaktivität sinnentleert dies „Nie wieder Auschwitz“ friedensbewegt vollends. Da waren selbst die Grünen unter Joschka Fischer weiter.

Warum Habeck diese grün-pazifistische Redundanz paraphrasiert? Eben um genau das zu verdeutlichen: Dass es einen (militärischen) Kampf auf Seiten des Staates Israels niemals unter seiner grünen Regentschaft geben kann und wird. Sondern er sich mehr noch in der Tonalität eines „Peace for our time!“ der Appeasement-Politik Neville Chamberlains verpflichtet sieht, um der beschwichtigenden Diplomatie den Vorrang zu geben, die faktisch den Iran bis heute nicht von seinem Streben nach der Atombombe abgehalten hat:

Ein hochrangiger [israelischer] Regierungsvertreter sagte, wenn etwas getan werden müsse, wenn ein Angriff den Frieden sichere, dann müsse er getan werden. Für Deutschland ist diese Haltung unmöglich. Nach zwei fürchterlichen, verheerenden Kriegen, die Deutschland begonnen hat, ist es ein zivilisatorischer Fortschritt, dass es nun immer und zuallererst diplomatische, multilaterale Lösungen sucht.“ (Robert Habeck)

Israelfeindliche Grundzüge grüner Politik

Historisch kontaminierte Passivität und Unterwürfigkeit vor einem faschistischen Regime, verkleistert als „zivilisatorischer Fortschritt“. Mehr noch: Untätigkeit gegenüber Judenhassern, ausgerechnet begründet durch den Holocaust! Ein rhetorisches, politisches und letztlich Israels Existenzrecht berührendes Vabanquespiel sondergleichen.

Verwunderlich ist diese grüne Ambiguität in Bezug auf Israel und das Judentum jedoch weder geschichtlich noch politisch. Nicht nur die Lektüre von Henryk M. Broders oben referenziertem, sechs Jahre altem Artikel intendiert dies. Erst unlängst hat Benjamin Weinthal, der Europakorrespondent der Jerusalem Post, in seinem Artikel „How the German Green party made Iranian antisemitism politically correct“ die antisemitischen und israelfeindlichen Grundzüge grüner Politik anhand deren praktischen Ausführung in Bezug auf das iranische Mullah-Regime analysiert.

Von Claudia Roths Treffen mit Ali Larijani, einer den Holocaust leugnenden und Israel hassenden Führungsperson des iranischen Regimes, wie Roths berühmt-berüchtigtem High-Five mit dem iranischen Botschafter, der als Gouverneur direkt in das Abschlachten von Kurden involviert war, über Renate Künasts fragwürdige Äußerungen gegenüber der israelsolidarischen Organisation „Stop the Bomb“, die laut Künast eine „Mossad-Organisation sei“, bis hin zum hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der iranischen Banken wie Unternehmen den roten Teppich ausrollt und damit direkt mit „deutschem“ Geld iranischen Staatsterrorismus finanziert.

Weinthal subsumierte abschließend insbesondere Claudia Roths historisch wie realpolitisch fatales, israelfeindliches und den Antisemitismus förderndes Wirken wie folgt (Zitat ins Deutsche übersetzt):

Roth ist die Rattenfängerin der Antisemiten und Holocaustleugner des iranischen Regimes; diese fühlen sich zu den Grünen hingezogen aufgrund von Roths Gegenwart“

Israelis Schuld am eigenen Unglück

Doch es verbleibt nicht nur historisch bei der grünen Volksverführerin für chronische Judenhasser und des israelfeindlichen Narrensaums Ströbeles, mehr noch perpetuiert Habeck die von Henryk M. Broder dokumentierten antizionistischen wie auch antisemitisch konnotierten Narrative der Grünen der 1980er und 1990er Jahre von der „volle[n] Verantwortung für das sich abzeichnende Blutbad im Nahen Osten“ als „der logische[n], fast zwingende[n] Konsequenz der israelischen Politik“ in die Gegenwart fort, wenn er davon spricht, dass:

Das Jordan-Tal zu annektieren, heizt die Konflikte nur an. Es gefährdet Zukunft, die Perspektive auf einen gerechten Frieden und nimmt Hoffnung. Durch den massiven Siedlungsbau wird der Raum für die Nachbarn Israels immer enger. Das Beduiendorf Khan al-Amar ist ein konkretes Beispiel: Die Menschen dort leben in großer Armut. Wenn internationale Hilfe ihnen Solarpanelen zur Stromerzeugung bereitstellt, werden diese von der Armee demontiert. Wenn sie Toiletten bekommen, werden diese von der Armee konfisziert. Die Frustration ist groß. Und nie ist etwas Gutes aus Frustration entstanden. Wir alle haben ein Verlangen nach Würde und Respekt.“

Ein Framing der Schuld der Israelis am eigenen Unglück, mit einem Wording des grünen Messias, das en detail sich so herausschält: Die Israelis „annektieren“, „demontieren“, „konfiszieren“ und „nehmen Palästinensern das Land“ weg, womit sie „Konflikte anheizen“, den „Palästinensern die Hoffnung“ so schließlich „die Würde und den Respekt“ nehmen und in der Konsequenz „die Zukunft und den Frieden gefährden“. Dies von Habeck gezeichnete Bild des Unrechts versinnbildlicht sich schlussendlich auch in der Geschichte über die palästinensischen Kinder, deren Armut sie auf von Israel im Westjordanland hinterlassene Müllkippen treibe:

Zwischen dem Dorf Yata und Ad-Dirat im Westjordanland ist eine Müllkippe. Kinder wie Erwachsene durchsuchen dort den Abfall Israels, der hierhin gekippt wird, weil es billiger ist, als ihn in Israel zu entsorgen. Dass die Armut in den palästinensischen Gebieten Kinder auf die Müllkippe zwingt, ist schlimm.“

Habecks Einflüsterer der Israel-Entsolidarisierung

Nebenbei bemerkt ist die obige Mär rund um das „Beduinendorf Khan al-Amar“ ein alter antizionistischer Hut, die hauptsächlich dann aus selbigem gezogen wird, wenn das legale Handeln des Staates Israel zu einem Menschenrechtsverbrechen umdeklariert werden soll. So klärt Dore Gold, der ehemalige Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen, in seinem Artikel „Khan al-Ahmar und die Missachtung unterzeichneter Vereinbarungen durch die EU“ bei Audiatur-Online unmissverständlich auf:

Die Ansammlung von Unterkünften ist zu klein, als dass sie tatsächlich als Dorf bezeichnet werden könnte, daher wird sie von einigen Ortschaft genannt oder man weist ihr noch ganz andere Bezeichnungen zu. Die Behausungen in Khan al-Ahmar wurden ohne Baugenehmigung errichtet, welches allerdings von der israelischen Zivilverwaltung im Westjordanland verlangt wird. Dementsprechend wurden bereits im Jahr 2009 Abrissverfügungen erlassen. Obwohl sich die Bewohner des Areals an den Obersten Gerichtshof Israels wandten, hiess es in der Entscheidung des Gerichts: ‚Es ist unbestritten, dass der gesamte Komplex unter Missachtung des gesetzlichen Bebauungsplans errichtet wurde.‘“

So sehr Habeck mit seinem eigenen Reisebericht selbst auch Verantwortung für diesen in Worte gegossenen Irrwitz zeichnet, lohnt ein Blick auf seine Einflüsterer, die ihm die gängigen Erzählungen vor und während seiner Nahost-Reise wohlklingend gemacht haben werden. Der Spiegel berichtet darüber, dass Habeck „flankiert wurde […] vom kundigen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und dem Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky“. Beide Abgeordneten sind keine unbeschriebenen Blätter, wie wiederum Henryk M. Broder und Benjamin Weinthal zu berichten wissen. 

Die Stichwortgeber von Habecks Wording

Über Nouripour klärte Broder unlängst auf, dass dieser „seit kurzem Mitglied im Beirat der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V.“ (kurz DPG) sei. Einem Verein, der gerne die „Kauf nicht beim Juden“-Bewegung unterstützt. Mit solch den Ohren schmeichelnden Worten wie, dass „die unterdrückte palästinensische Zivilbevölkerung mit ihrer gewaltfreien BDS-Aktion vorrangig die Beendigung der Besatzung und nicht die Zerstörung des Staates Israel anstreb[e]“. Deren Elaborate Habecks Wording als Stichwortgeber gedient haben müssen, wie es folgender Auszug verifiziert:

Die menschenverachtende Politik der israelischen Regierung und ihrer Militärverwaltung: völkerrechtswidrige Besatzung und Annektierung, Beschlagnahme von Grund und Boden, Bau von völkerrechtswidrigen jüdischen Kolonien, Zerstörung von Häusern, Vertreibung von Einwohnern, nächtliche Razzien, Verhaftungen und Inhaftierung von Kindern.“

Auch die Informationen Weinthals über Nouripours DPG-Partner lassen hinterfragen, in welchem Dunstkreis sich Habecks Reisebegleiter bewegt. So sei Christine Buchholz, eine Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, ebenso Mitglied im Beirat der DPG. Buchholz ist eine deutsche Parlamentarierin, die die „Hisbollah“ und den „Hamas-Terror als gerechtfertigten ‚Widerstand‘ gegen Israel“ verteidige. Ein anderer „DPG-Dialogpartner“ aus dem Beirat ist Udo Steinbach, der ehemalige Leiter des „Deutschen Orient-Instituts“. Steinbach habe den „palästinensischen ‚Widerstand‘ gegen Israel mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto von 1943“ verglichen und behaupte ferner, dass „die Israelis die Palästinenser massakrieren“.

Broders schlimmste Befürchtungen

Über Sergey Lagodinsky berichtet Weinthal, dass er Claudia Roths antisemitische Skandale verteidige. Broder kritisierte Lagodinsky im Jahr 2009 dafür, dass er für eine Teilnahme Deutschlands an der Durban-2-Konferenz warb. Diese vermeintliche „Weltkonferenz gegen Rassismus“ war im Vorfeld aufgrund der israelfeindlichen Vorgängerkonferenz unter anderem von Israel, den USA und weiteren westlichen Staaten boykottiert worden. Broder richtete so damals direkt seine Worte an Lagodinsky, der seinerzeit übrigens noch SPD-Politiker war:

Letzte Woche setzte er sich noch vehement für die Teilnahme an der Durban-2-Konferenz ein (‚Entgiften statt torpedieren!‘), entsprechend der sozialdemokratischen Faustregel, dass man Schlimmes machen muss, um Schlimmeres zu verhüten. Auch der Antisemitismus und der Antizionismus sind viel zu ernste Sachen, als dass man sie den Antisemiten, den Antizionisten, den verzweifelten Hausfrauen, den durchgeknallten Rentnern und den visionären Raumplanern überlassen könnte. Sozialdemokrat Sergey, übernehmen Sie!“

Die Konferenz bewahrheitete Broders schlimmste Befürchtungen: Sie ging nämlich auch deswegen in die Geschichte ein, weil der Hardcore-Israelhasser und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad in seiner Rede Israel als das „grausamste und rassistischste Regime“ und den Zionismus als „personifizierten Rassismus“ bezeichnete.

Israelfeinde trotzdem unzufrieden mit Habeck

Bemerkenswert ist die Steigerung der Habeckschen Israel-Entsolidarisierung: Beginnend mit der Banalisierung der deutschen Staatsräson zur extensiven Nichtaktivität im Angesicht der realpolitischen Vernichtungsprogrammatik des iranischen Mullah-Regimes über dessen konsequente Fortschreibung zu einer historisch kontaminierten Beschwichtigungspolitik im grün-pazifistischen Gewand, die Neville Chamberlain zur Ehre gereichen würde, bis schließlich hin zum Kulminationspunkt eines Narrativs der Schuld der Israelis nicht nur am eigenen Unglück, sondern insbesondere an jenem der „Palästinenser“. Umrandet wird dies von einer Israel-entsolidarischen Phalanx, die als Einflüsterer und Stichwortgeber für Habecks Äußerungen gedient haben muss.

Obwohl Habeck sich hier in den dunkelsten Schattierungen aller berüchtigten Stile grüner Politik gegenüber Israel übt, ist er nicht frei von Kritik von deutschen Israelhassern. Der aus meinem Achgut-Artikel „Bremen: Mal wieder der Hass auf Israel“ bekannte Bremer Antizionist Arn Strohmeyer, der unter Anderem die „Kauf nicht beim Juden“-Bewegung zu Kämpfern für Menschenrechte macht, die protofaschistische Hamas als „keine politische Organisation […], sondern nur religiös und sozial orientiert“ darzustellen versucht, und sogar den Staat Israel mit Nazi-Deutschland vergleicht, nennt Habecks Reise die eines deutschen Opportunisten und stellt fest:

Der Mann, der einer Partei vorsteht, die einmal von sich behauptete, ‚links‘ zu sein, was ja wohl heißen muss, einer universalistischen, humanistischen Weltsicht verpflichtet zu sein, hat das monströse Unrecht, das Israel den Palästinensern seit Jahrzehnten antut, offenbar überhaupt nicht wahrgenommen. Oder er wollte es nicht sehen: den täglichen Landraub, die tägliche Unterdrückung – die Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit eines ganzen, von den Zionisten entwurzelten Volkes.“

„Aus Opfern sind längst Täter geworden“

Obwohl Habeck genau das akzentuiert hat und sogar dem Framing der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft folgt (siehe oben), reicht das dem zyklischen Antisemiten nicht. Denn, so Strohmeyer weiter, man müsse die Juden schon von „Opfern“ zu „Tätern“ qualifizieren, die das „moralische Vermächtnis des Holocaust verraten“ haben:

Robert Habeck hat nicht den Mut, mit dieser unwürdigen Unterwerfungspolitik zu brechen. Er ist im Büßerhemd nach Israel gefahren, was zu einer Überidentifikation mit diesem Staat führt, und diese Überidentifikation macht politisch blind für die Realitäten dort. Nicht alle Israelis waren Holocaust-Opfer, und es gibt nicht wenige Israelis, die der Meinung sind, dass Israel mit seiner Expansions- und Unterdrückungspolitik eines ganzen Volkes längst das moralische Vermächtnis des Holocaust verraten hat. Aus Opfern sind längst Täter geworden.“

Der einfache Israelfeind muss also zum vollständigen Antisemiten werden, bevor ihn der Narrensaum der Ströbeles und Strohmeyers in seinen Reihen willkommen heißt. Vielleicht bleibt Habeck das als Lehre für künftige Reisen und Verlautbarungen im Gedächtnis.

Zumindest, und das würde dann den Kreis zu Horkheimer und Adorno schließen, die den Antisemitismus bekanntlich als „ein eingeschliffenes Schema, ja ein Ritual der Zivilisation“ determinierten, marschierte Habeck so im rituellen Gleichschritt mit der judenhassenden Konstante des von ihm so verehrten „zivilisatorischen Fortschritts“.

Und letztlich fragt man sich so unwillkürlich: Jubeln Habecks Jünger eigentlich immer noch?

Foto: rawpic@protonmail.com CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Hans-Peter Dollhopf / 31.12.2019

Verbrämt formuliert: Bei einer Passkontrolle an den Grenzen des Dritten Reiches wäre der Robert mit seiner Physiognomie wohl weniger von Racial Profiling betroffen gewesen als, sagen wir mal, Bert Brecht oder Albert Einstein. Physiognomie ist bekanntlich dicker als Wasser. Bei Roberts Schädelbau hätte dazu schon explizit “Halten Sie besonders nach einem norddeutsch aussehenden Dorftrottel Ausschau” auf der Fahndung gestanden haben müssen. Für diese Inkarnation eines schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministers. Aber mal anders rum. Die Iraner sind ja ebenfalls Arier. Der Omid Nouripour etwa. Also auf keinen Fall semitisch wie die palästinensische Sawsan Chebli. Was mag die wohl im Robert sehen? Auch diesen Traumtyp jeder Schwiegermutter? Oder die nackte Kartoffel, wenn auch Bio! Und wenn der Robert selbst dann aufblickt, dieser Schwiegersohn vorm Kanzlerinnenthron, dann sieht er: Alle so schön bunt hier. Wie die Claudia. Aber nie einer israelisch.

sybille eden / 31.12.2019

Ich finde es traurig das die israelischen Behörden nicht die “Cuzpe” haben ,diesem Märchenonkel einfach die Einreise zu verweigern. Manchmal denke und befürchte ich, Israel wird an seinem Liberalismus zugrunde gehen. Tuvia Tenenbom hat ähnliche Ängste, und er kennt seine “Pappenheimer” ! Trotzdem wünsche ich der Achse und allen die sich auf ihr tummeln, ein gesundes “Neues Jahr”!

Karl-Heinz Vonderstein / 31.12.2019

Zwei Parteien im Bundestag (Linke, Grüne), die, wie soll man es nennen, israelfeindlich oder antisemitsch oder beides sind?Der deutsche Diplomat bei der UNO stimmt bei Abstimmungen praktisch ständig gegen Israel und die AfD macht man mitverantwortlich für das Erstarken des heutigen Antisemitismus in Deutschland.

Sabine Schönfelder / 31.12.2019

Liebe Karla@ Kuhn, Sie suchen Männer mit Eiern? Eier gibt es heute vorwiegend nur noch in BODENHALTUNG, weil ihre Besitzer zu Kreuze kriechen. Merkel geht wöchentlich einmal zum Einsammeln in ihrer Fraktion bzw. Partei umher und brät sich davon ein paar leckere Omelettes für sich und ihre Mädels. Unsere Suche im neuen Jahr wird anstrengend und unterhaltsam zugleich werden, verehrteste Schwester, denn Bio-Eier vertrage ich persönlich nicht, reagiere geradezu allergisch auf sie. Wenn sich nicht bald ein paar zünftige Mannsbilder aus der Altparteienlandschaft herausschälen, gibt es nur noch die AFD. Ich bin zuversichtlich. Wir beide sind schon vier Argusaugen, und vielleicht werden wir noch mehr! Notfalls bitten wir Trump um eine feindliche Übernahme, machen die doch ständig in der Industrie…...alles Gute und nächstes Jahr heizen wir hier wieder tüchtig ein, damit sich alle Blöden warm anziehen müssen, unsere Art von KLIMAERWÄRMUNG!

Anders Dairie / 31.12.2019

Herr HABECK will sich über den Umweg, Jerusalem, in Washington als Kanzlerkandidat empfehlen.  Das ist so eine Art von Geadeltwerden, falls dort ein Em-pfang gelingen sollte. Entgegen stehen bei allen Linkslastigen die pol.  Grundhaltungen in beiden Ländern.  Auch GRÜN rutscht da auf der kommunistischen Schleimspur aus.  Alte rhetorische Dummheiten wirken zurück.  Siehe Gen. STRÖBELE.  Wer den Islam hofiert, wird nie Kanzler, jedenfalls nicht vor 2040, wie die Statistiker zur Bevölkerungszusammensetzung meinen.  Auch in den USA entscheiden inzwischen die 20 %  Südamerikaner, nicht die Schwarzen,  wer President wird. Obama wird dort als Betriebsunfall gesehen.

Giovanni Brunner / 31.12.2019

Antizionisten und so genannte “Israelkritiker” sind prinzipiell Antisemiten übelster Sorte. Das gilt auch für linke Ökofaschisten a la Roth, Habeck und Konsorten. Da wird einem nur noch übel, wenn man sich die Pseudorelativierungen dieses Herrn anhört.

Andreas Rochow / 31.12.2019

Linksgrüne müssen sich nicht für ihre Lippenbekenntnisse für Israel und gegen Antisemitismus entschuldigen, die diametral zu ihrem politischen Aktionismus stehen. Sie befinden sich in der etablierten Parteienlandschaft in bester Gesellschaft, ohne dass das deren Wählerklientel im geringsten stört. Habeck konnte nur mit dem Segen der in der UNO vereinten linken Antizionisten zum “Hoffnungsträger” aufsteigen, und das hat schließlich nichts mit Antisemitismus zu tun. Grünlinke Aktivisten kämpfen täglich für Niewiederauschwitz und Antifaschismus. Sogar der Zentralrat der Juden in Deutschland folgt der Propaganda-Oarole der linken Kulturrevolutionäre, wonach Opposition im Allgemeinen und die AfD im Speziellen mit Antidemokratie und Antisemitismus gleichgesetzt werden. Und das nicht als Generalverdacht, sondern ein Framing der Staatspropaganda. Zum Beweis singen sie Derschoßistfruchtbarnoch und Fickdiecopssiesindbullenschweine. Dr. Habeck kann ich mir als Chef der linken Anarchisten-Anstalt gut vorstellen. Die Antifa wird diesen Schaumschläger schnell entmachten und die Geschäfte selbst übernehmen. Und dann ist NICHT alles gut!

elke popken / 31.12.2019

Wer als “Mann” bei den pastoralen, infantilen, gruen-restrampe- Weibern im Nest Unterschlupf sucht, sozusagen als “hahn” im korb, fällt m.e. geschlechtlich eher unter divers oder schwul. Kein normaler mann würde das sonst aushalten! Das zickige, selbstverliebte, empfindsame habek-juengelchen passt also hervorragend Zu seinen tetschelmuttis! Wenn zudem die Medien sie nicht so hochhalten würden, wären sie, wo sie hin gehören!

Daniel Oehler / 31.12.2019

Das letzte, worauf Israel und unsere Nachbarn in Israel Bock haben, sind Besuche der grünen Oberlehrer. Sobald die radikalen Moslems unter den Palästinensern begreifen, welches Modell von Ehe und Familie die Grünen haben, wird es für Herrn Habeck lebensgefährlich. Die Gender-Ideologie der Grünen begründet für Islamisten ein Todesurteil.

HaJo Wolf / 31.12.2019

Das ganze linksgrüne **** (Selbstzensur) ist die tatsächliche Nachfolge der national-SOZIALISTISCHEN Partei. Mehr schlecht als recht rotgrün übertünchte Braune, die Farbe bröckelt langsam ab, die wahre Fratze kommt zum Vorschein. Wer jetzt immer noch nicht kapiert, dem ist nicht mehr zu helfen.

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