Wer wissen möchte, aus welchem Zwirn die Tagträume der Politiker gesponnen werden, sollte sich das Interview mit Manfred Weber im heute-journal unbedingt antun. Es dauert nur fünf Minuten, hat aber die gleiche Wirkung wie eine Achterbahnfahrt mit vollem Magen.
Beinahe wäre der Europa-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CSU, Manfred Weber, Präsident der Europäischen Kommission geworden. Aber eben nur beinahe. Bei der „Europawahl“ 2019 trat er als „Spitzenkandidat“ der Europäischen Volkspartei an, einer losen Vereinigung christlich-demokratischer und bürgerlich-konservativer Parteien in den Ländern der Europäischen Union. Nach den Wahlen wurde er gegen Ursula von der Leyen ausgetauscht, die als Verteidigungsministerin der Bundesrepublik kraftvoll gescheitert war und einen neuen standesgemäßen Job brauchte.
Die Charade soll, so hieß es damals aus gut informierten Kreisen, auf Betreiben der deutschen Bundeskanzlerin erfolgt sein, die Weber nicht mochte und mit von der Leyen befreundet war. Pikantes Detail: Es gibt Regeln, wer an der Wahl zum Europäischen Parlament teilnehmen kann, von einem „Spitzenkandidaten“ ist an keiner Stelle die Rede. Die Position wurde in irgendeinem Brüsseler Hinterzimmer ausgehandelt, um angesichts der lauen Wahlbeteiligung das Interesse der Wähler zu stimulieren.
Für Manfred Weber, 1972 in Niederhatzkofen, einem Ortsteil von Rottenburg an der Laaber im Kreis Landshut geboren, wäre die Wahl zum Präsidenten der EU-Kommission der Höhepunkt seiner Politiker-Karriere gewesen, die 2002 im Kreistag des Landkreises Kelheim begann. Die Wahl zum Partei- und Fraktionsvorsitzenden der EVP im Europäischen Parlament war ihm vermutlich kein großer Trost, aber er ließ sich die Enttäuschung über die Niederlage nicht anmerken und machte Dienst nach Vorschrift aus der zweiten Reihe.
Wie eine Achterbahnfahrt mit vollem Magen
Für Interviews stand MdEP Weber immer zur Verfügung, wobei ihm zugutekam, dass er – anders als die meisten seiner Kollegen – mehrere Sätze zusammenhängend aussprechen konnte, ohne sich dabei zu verhaspeln. Nicht immer, aber meistens.
Am 6. August stand Manfred Weber im heute journal Christian Sievers Rede und Antwort über die Frage, wie die „demokratischen Parteien“ mit der AfD umgehen sollten. „Die Europäische Union ist das beste Europa, das wir je hatten, und wir werden alles tun, um die AfD kleinzuhalten“, versprach Weber gleich zu Anfang des Interviews, als wäre es ihm entgangen, dass der Abstand zwischen der Union und der AfD auf vier Prozentpunkte geschrumpft war. Wer wissen möchte, aus welchem Zwirn die Tagträume der Politiker gesponnen werden, sollte sich das Interview unbedingt antun. Es dauert nur fünf Minuten, hat aber die gleiche Wirkung wie eine Achterbahnfahrt mit vollem Magen.
Die AfD, sagt Weber, habe „eine Kriegserklärung an Europa“ abgegeben, gegen all das, wofür „Vorgängergenerationen“ gekämpft haben, „von Adenauer, Kohl und Theo Waigel beim Euro bis hin zu Angela Merkel“, dieses Erbe werde man „verteidigen“. Die EU müsse „reformiert werden“, aber nicht so, wie die AfD es sich vorstellt. Sie wolle den Euro abschaffen und aus dem gemeinsamen Währungssystem aussteigen, hin zu einem „Europa der Vaterländer“, einem „nationalistisch geprägten Europa, das unsere Stimme da draußen in der Welt nicht hören lassen wird“. Deswegen wird bei der nächsten Wahl „die Grundsatzfrage zu klären sein, ob wir zu diesem Europa stehen, und wir als CDU/CSU stehen“.
Machen wir es Kohl nach
Ähnlich verdruckst klang Webers Erklärung dafür, warum seine Partei gelegentlich mit der AfD abstimmt. Dass die AfD bestimmte Positionen vertritt, sei „in der Analyse leider Gottes der Fall“, aber sie vertrete in vielen Bereichen auch Positionen, „die nicht die unseren sind“. Jetzt brauche man einen „programmatischen Aufbruch“, eine „Zukunftsperspektive“, wie damals in den 90er Jahren, als „Helmut Kohl im Kampf gegen die Republikaner den Euro vorgeschlagen hat“. Kohl habe gestaltet, „und diese Gestaltungskraft müssen wir wieder aufbringen“.
Deswegen müsse eine „Brandmauer“ gegenüber Parteien „klar definiert sein“, die ein anderes Europa wollen. Wie „die PIS in Polen, Le Pen in Frankreich und die deutsche AfD“, diese Parteien kämen als „demokratische Partner und Mitbewerber im politischen Wettbewerb“ nicht infrage. „Die sind für uns Gegner und werden von uns bekämpft.“
War das eine Drohung oder ein Versprechen? Hatte Weber einen Aussetzer? Dachte er an ein deutsches Hilfswerk, das Polen und Franzosen Demokratie lehren würde? So ein Projekt gibt es schon, es heißt „Demokratie leben!“, wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betrieben, richtet sich aber an die einheimische Population. Es könnte freilich auch die Blaupause für ein europäisches Programm gewesen sein, natürlich unter deutscher Führung.
Und dann bekäme Manfred Weber vielleicht eine zweite Chance, an die Spitze einer wichtigen Institution berufen zu werden.

Diese Lusche von Weber hat sogar glaube mal Physik studiert, aber sich nichts von alledem bewahrt. Allein sein Bart zeigt schon, was mit ihm los ist: Pseudo-Lebemann mit verklemmter Psyche.
Da gibts doch das schöne Zitat „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“
Schade um die Lesezeit. Was sollen die vielen Worten zu solch einem albernen Hansel? Ich sollte mich hier weniger rumtreiben. Draußen ist es viel schöner.
@ Gerd Maar – „Bei aller Kritik an der EU“ – Wer mit dem aktuellen Überwachungsapparat der EUrokratur zufrieden ist, gerne. Abger ich möchte die alte „EWG“ zurück und den derzeit unter der Ägide von unfähigen Selbstdarstellern agierende EUrokratur mit ihrem überbordenden Beamtenapparat als „Relikt der Geschichte“ sehen, besser gestern als heute.
„Wer wissen möchte, aus welchem Zwirn die Tagträume der Politiker gesponnen werden,“ Werter Herr Broder, das wußte ich schon, wurde zuletzt seit 2015 durchgehend und immer drakonischer belegt. Und daß „der Weber“ eine „Kirsche“ auf der Sahnehaube darstellt, ist spätestens seit dem letzten Urnengang belegt, der „uns“ als „EU-Wahl“ verkauft wurde. Wenn sich diese Klientel in den Öffis anschict, irgendwo die Mattscheibe zu besetzen, kommt meine Fernbedienung ans Arbeiten, um irgendwo etwas zwischen „Hubert und Staller“ und
„Tom und Jerry“ zu suchen.
@ Gerd Maar: Eben gerade mit DIESER EU kommen wir am schnellsten in die Zustände, die weder Sie noch ich haben wollen. Ich zitiere beispielhaft mal den ‚Achse’-Herausgeber, Herrn Broder: „Die EU löst keine Probleme, sie ist ein Problem. Seit dem Ende des real existierenden Sozialismus, zu dem es nach Meinung seiner Repräsentanten ebenfalls keine Alternative gab, ist die EU der massivste Versuch, die Bürger zu entmündigen und die Gesellschaft zu entdemokratisieren“. Und sogar der bis in die Fingerspitzen linke Autor Enzensberger wählte schon 2011 den Buchtitel: „Sanftes Monster Brüssel oder die Entmündigung Europas“!
@ Ralf Pöhling: „Man hält den Feind nicht mit Geldzahlungen davon ab, einen zu erobern. Das geht nur mit Waffen, Mauern und Zäunen.“ Das steht ziemlich genau so im Artikel von Thilo Schneider „Jahrestag: Otto schlägt die Ungarn“: ==> weil Heinrich den Ungarn Tribut zahlte, wovon diese dann wieder touristische Unternehmungen in den weniger ausgelaugten und ausgeplünderten Süden Europas finanzierten. Die Schutzgelderpressung der „Ungarn-Mafia“ funktionierte damals ganz gut. Resultat: ==> „Er will die Ungarn nicht nur besiegen. Er will sie vernichten.“ Nur so geht das, nicht anders. Nur sind die Deutschen heute Hosenscheißer, nicht mehr Manns genug, ihr eigenes Land zu verteidigen, und so hirngef…kt, daß sie das auch nicht mehr wollen, sondern höflich beiseite treten, um den Invasoren ihre Töchter anzubieten. O tempora, o mores!