Rainer Grell / 24.06.2018 / 16:00 / Foto: Tim Maxeiner / 12 / Seite ausdrucken

Intellektuelle im Kreisverkehr

Es ist schon eine Weile her, dass ich Roland Baaders 2002 erschienenes Buch „Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören“ gelesen habe (Baader verstarb 2012). Jetzt, im Rummel um den 200. Geburtstag von Karl Marx, erscheint es durchaus angebracht, an dieses Werk zu erinnern. Achse-Leser Dr. Gerd Jung regte an, nach Ayn Rand irgendwann auch Roland Baader vorzustellen. Diese Anregung greife ich gerne auf. Baader stellt seiner Fundamentalkritik an den „Wölfen im Schafspelz“ ein Zitat des britischen Journalisten Malcolm Muggeridge voran:

„Zivilisationen früherer Zeitalter wurden von außen durch den Einfall von barbarischen Horden zerstört. Unsere Zivilisation hat sich ihren Zerfall im Hirn der eigenen Intellektuellen herbeigeträumt.“ (The Very Best of Malcolm Muggeridge). Und er landet bei Friedrich August von Hayek und dessen Essay „Die Intellektuellen und der Sozialismus“.

„Der typische Intellektuelle braucht kein spezielles Wissen auf irgendeinem Gebiet, er braucht nicht einmal besondere geistige Fähigkeiten zu besitzen, um seine Rolle als Vermittler in der Verbreitung von Ideen zu spielen. Was ihn zu seiner Rolle befähigt, ist der weite Bereich von Gegenständen, über die er gewandt schreibt und spricht, und eine Stellung oder Lebensgewohnheiten, die ihn früher mit neuen Ideen bekannt machen als jene, an die er sich wendet.“

Hayek fährt fort: 

„Bevor man sich nicht die ganze Liste der Berufe und Funktionen vergegenwärtigt, die hierher gehören, erfaßt man kaum, wie ausgedehnt diese Klasse ist, wie sich in neuerer Zeit ihr Tätigkeitsfeld ständig erweitert hat und wir immer abhängiger von ihm geworden sind. Diese Klasse besteht nicht nur aus den Journalisten und Lehrern, Geistlichen und Volksbildnern, Schriftstellern und Radiosprechern, Künstlern und Schauspielern – alles Berufe, die hauptsächlich auf die Fähigkeit der Vermittlung von Ideen begründet sind, aber keineswegs immer auch Kenntnis der Materie voraussetzen, die sie vermitteln.

Die Klasse schließt auch viele Angehörige der freien Berufe ein, insbesondere auch viele Wissenschafter und Ärzte, die dadurch, daß ihnen der ständige Verkehr mit dem gedruckten Wort Gewohnheit ist, außerhalb ihres eigentlichen Fachgebietes zum Träger von neuen Ideen werden, und die mit Respekt angehört werden, auch wenn sie über ganz andere Gegenstände sprechen oder schreiben als ihr eigentliches Fachgebiet.“

Warum sind Intellektuelle eigentlich immer „links“?

Dieses weitgefasste Hayek’sche Verständnis des Begriffs „Intellektuelle“ legt Baader seiner Publikation zugrunde. Außerdem teilt er natürlich Hayeks Kritik an Sozialismus und Kommunismus (Die verhängnisvolle Anmaßung. Die Irrtümer des Sozialismus, 1988). 

Die erste Frage, über die ich bei der Lektüre gestolpert bin, lautet: Warum sind Intellektuelle eigentlich immer „links“? Warum gibt es keine rechten Intellektuellen? Und: War das eigentlich immer so? Der letzte rechte (konservative) Intellektuelle, der mir in Erinnerung ist, war Gerhard Löwenthal, der von 1969 bis 1987 das ZDF-Magazin leitete (William S. Schlamm war bereits 1978 gestorben). Natürlich könnte man Broder, Sarrazin und Tellkamp ebenfalls als rechte oder konservative Intellektuelle bezeichnen. Doch würde das vermutlich zu einem fruchtlosen Streit mit dem SPD-Mitglied Sarrazin und Henryk M. Broder führen, der von sich gesagt hat: „Ich bin noch immer links, nur die Linke hat sich katastrophal gewandelt.“

Und Tellkamp nur deshalb als rechten Intellektuellen zu bezeichnen, weil er zu den Erstunterzeichnern der „Charta 2017“ und der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ gehörte, würde zwar unserem vorherrschenden Talkshow-Niveau (Baader spricht von „Mattscheiben-Prominenz“) entsprechen, hätte aber genauso wenig Gehalt wie das BlaBla, das uns täglich aus allen Kanälen der „Qualitätsmedien“ entgegen schallt. Außerdem gilt schon seit Jahren: „Von links gesehen gibt's Rechte schon in der Mitte“ (Schlagzeile in Welt Online vom 20. Juni 2008 zu einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung).

Also lassen wir diese Spielchen und stellen fest: Intellektuelle sind – jedenfalls heutzutage – durchweg „Linksintellektuelle“. Dem steht das Urteil von Jacques Juillard entgegen, einem französischen Historiker, Kolumnisten und Essayisten (dem Wikipedia nur eine Erwähnung in französischer und englischer Sprache widmet): „Das Wort Linksintellektueller war lange Zeit ein Pleonasmus, heute wird es zu einem Oxymoron.“ Mit anderen Worten: Linksintellektueller ist ein Widerspruch in sich (eine contradictio in adjecto wie ein schwarzer Schimmel oder „deutscher Geist“, wie Friedrich Nietzsche meinte). Damit deutet sich bereits die Antwort auf die Titelfrage des Baaderschen Buches an.

"Durch keine noch so massive Tatsachenfülle widerlegbar“

Kennzeichen dieser Intellektuellen ist ihre Faktenresistenz (lesenswert hierzu der „Welt“-Artikel „Warum auch schlaue Menschen groben Unfug glauben“). Baader zitiert als Beleg den Schriftsteller Günter Kunert: „Der deutsche Intellektuelle nebst seinen Visionen vom Guten, Schönen und Humanen ist durch keine noch so massive Tatsachenfülle widerlegbar“. Vermutlich deshalb mahnte der erste Nachkriegsvorsitzende der SPD, Kurt Schumacher, seine Genossen: „Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit“ (von Schumacher stammt übrigens auch die treffende Beobachtung „Kommunisten sind rotlackierte Faschisten“). Umsonst. Die Talfahrt dieser traditionsreichen Partei dürfte kaum aufzuhalten sein. 

Konnte man Bertolt Brecht vielleicht noch nachsehen, wenn er das „Lob des Kommunismus“ so beschrieb:

"Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.
Aber wir wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
Das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Chaos
Sondern die Ordnung.
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist."

So darf der hoch angesehene Egon Bahr nicht mit der gleichen Nachsicht rechnen. Baader zitiert ihn (Seite 64f.) mit folgender Aussage (vom 13. Dezember 1988 in der Frankfurter Rundschau): „Ein wiedervereinigtes Deutschland wäre für unsere Nachbarn ... nicht akzeptabel. Das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetz wäre in seiner Konsequenz ein Unglück für das deutsche Volk. Ich kann mir nicht vorstellen, welchen Vorteil die Deutschen aus einer Wiedervereinigung hätten.“

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, ruft Baader den Nobelpreisträger Paul Samuelsen in den Zeugenstand (Seite 134f.), dessen „Volkswirtschaftslehre“ zu Beginn meines Studiums in Berlin im Sommersemester 1961 zur Pflichtlektüre auch für Juristen gehörte und in dessen 1989er Auflage es noch heißt: „Die Sowjet-Ökonomie ist ein Beweis dafür, daß – entgegen dem früheren Glauben vieler Skeptiker – eine sozialistische Kommandowirtschaft funktionieren und sogar blühen kann.“

Und damit sind wir mittendrin im Thema. Denn dass die Intellektuellen unsere Welt zerstören oder es unverdrossen versuchen, wissen wir jetzt. Aber warum tun sie es? Oder mit den Rumpelwichten aus Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter gefragt: „Wieso denn bloß?“ Dieser Frage geht Baader in seinen zehn „WARUM-Kapiteln“ nach und macht dabei „neun der Beweggründe und Triebfedern des seltsamen Phänomens“ aus (Seite 117).

Vorweg ist als Hauptgegner aller Linksintellektuellen der Kapitalismus festzuhalten, seit Marx Urquell alles Bösen.  

Geist gegen Materie, Idealismus gegen Materialismus

Diese Haltung ist tief verwurzelt und reicht weit in die antike Welt zurück (Stichwort: Platons Dreiständegesellschaft mit Lehrstand, Wehrstand und Nährstand). „Die Intellektuellen, die sich vorwiegend mit dem Kulturellen, Künstlerischen, Philosophischen, Bildenden, Erziehenden und Belehrenden – eben mit dem Geistigen befassen und sich auch für große Geister halten, können sich einfach nicht vorstellen, dass das Wirtschaftliche, das angeblich ‚rein Materielle‘, das sie für banal, ungeistig, materialistisch, bildungsfremd, unedel und unmoralisch halten, etwas mit ihrer eigenen hohen Sphäre zu tun haben könnte.“ (Seite 124f.) 

Dabei spielt die Kritik am „Konsumterror“ eine besondere Rolle, der an den „wahren Bedürfnissen“ der Menschen vorbeigeht, die den Betroffenen selbst nicht bewusst sind, wohl aber den „Intellektuellen“. So beginnt Albert Einstein seinen berühmten (oder besser berüchtigten?) Aufsatz von 1949 „Why Socialism?“ mit der Frage:

”Is it advisable for one who is not an expert on economic and social issues to express views on the subject of socialism? I believe for a number of reasons that it is.” – Ist es ratsam für jemanden, der kein Experte auf dem Gebiet ökonomischer und sozialer Fragen ist, sich zum Wesen des Sozialismus zu äußern? Ich denke aus einer Reihe von Gründen, dass dies der Fall ist.

Und dann folgt irgendwann die Erkenntnis oder das Bekenntnis des großen Physikers:

 Die ökonomische Anarchie der kapitalistischen Gesellschaft heute ist meiner Meinung nach die eigentliche Ursache des Übels. ... Ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert. In solch einer Wirtschaft gehören die Produktionsmittel der Gesellschaft selbst und ihr Gebrauch wird geplant. Eine Planwirtschaft, die die Produktion auf den Bedarf der Gemeinschaft einstellt, würde die durchzuführende Arbeit unter all denjenigen verteilen, die in der Lage sind zu arbeiten und sie würde jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind einen Lebensunterhalt garantieren".

Leider ist nicht erkennbar, warum Baader darauf verzichtet hat, diesen Aufsatz zu erwähnen. Sicher wusste er doch, dass auch große Menschen kleine Macken haben. 

Unkenntnis und Fremdwissen

Baader erkennt schon 2002, was selbst heute vielen noch nicht bewusst wird, nämlich die Problematik der Einwanderungs- und Asylpolitik: „Die ganze Thematik würde sich ... weitgehend in Nichts auflösen, wenn es den Sozialstaat nicht gäbe, denn dann würden Ausländer nur in die Produktions- und Dienstleistungsmärkte einwandern (was wiederum bestimmte Sprachkenntnisse und Integrationswilligkeit voraussetzt) und nicht in die Sozialsysteme“ (Seite 133). Er kritisiert das Fehlen ökonomischen Sachverstands in der Politik (von Ausnahmen wie Ludwig Erhardt und Karl Schiller abgesehen, aber das ist lange her) und unter den Intellektuellen. Nur deshalb konnte nichts „die politische Kaste hierzulande ... von dem aberwitzigen Vorhaben einer europäischen Währungsunion abhalten, deren Konsequenzen eines nicht allzu fernen Tages alles in den Schatten stellen werden, was die politischen Eliten bislang an finanziellen Desastern und gesellschaftlichen und menschlichen Tragödien angerichtet haben“ (Seite 137).

Und ein Ende ist nicht abzusehen, wie die aktuelle Lage in Italien ahnen lässt. Denn schon Schiller (diesmal der große Friedrich aus dem kleinen schwäbischen Marbach) wusste: „Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären“ (Wallenstein, Die Piccolomini, Octavio zu seinem Sohn Max).

Offenbar vertrauen Merkel und Co. sowie ihr intellektuelles Unterstützer-Umfeld auf das alberne Mantra der ehemaligen Studienrätin für Deutsch und Biologie, Nina Ruge, mit dem diese ihre Moderation des täglichen Boulevardmagazins des ZDF „Leute heute“ beendete: „Alles wird gut“. „Nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 verzichtete Ruge aus Pietät auf diese Verabschiedung“, wie Wikipedia weiß. So viel Pietät dürfte von der „politischen Klasse“ nicht zu erwarten sein. Sie handelt vielmehr nach dem Slogan der Madame de Pompadour: „Nach uns die Sintflut!“ („Après nous le déluge !”)

Karriereparadies Bürokratie

Hier hat Baader nicht die Bürokratie im Auge, die ich als „der Krake, der ohne Wasser leben kann“ beschrieben habe, und die so alt ist wie die menschliche Zivilisation. Vielmehr nimmt er die „Sozialbürokratie“ ins Visier, freilich ohne dieses Wort explizit zu benutzen: „Auf jeden Bedürftigen in Deutschland“, so Baader ohne Quellenangabe, „kommen nämlich heute zehn Personen, die damit beschäftigt sind, die Sozialtransfers zu verwalten, zu manipulieren, zu verplanen und hin- und herzuschieben“ (Seite 143). Da er dabei nicht nur die Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes im Auge hat, sondern auch das Personal von Verbänden und Organisationen, wie etwa der fünf großen Wohlfahrtsverbände, erscheint diese Aussage keineswegs  unplausibel. Allerdings bleibt die Frage, was das mit den Zerstörungsmotiven der Intellektuellen zu tun hat.

Von Hans Herbert von Arnim übernimmt Baader die Charakterisierung des leitenden Personals der staatlichen Ämter sowie der Führungsstäbe zahlloser Institutionen als die „offiziellen Intellektuellen“. Diese verfahren nicht nur nach dem bekannten Motto „Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing“, sondern tragen dazu bei, die Denkkategorien der politischen Klasse im öffentlichen Gebrauch durchzusetzen. 

Auf diese Weise kommt es zu der paradoxen Situation, dass das Heer der Sozialbürokraten eben jenen Kapitalismus verteufelt, der ihnen überhaupt erst die Existenzgrundlage sichert: „Die ‚Reichtumsmaschine Kapitalismus ermöglicht erst die Verschwendungskaskaden des Wohlfahrtsstaates“ (Seite 151). Hier manifestiert sich die erwähnte Faktenresistenz in eben jener Weise, wie sie Christian Morgenstern (gest. 1914) in seinem Gedicht „Die unmögliche Tatsache“ über seinen verunfallten Protagonisten Palmström so persifliert hat.Und er kommt zu dem Ergebnis:

"Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil", so schließt er messerscharf,
"nicht sein kann, was nicht sein darf."

Spencers Gesetz

Bisher kannte ich nur Parkinsons Gesetz, Peter’s Principle, Murphy‘s Law und das Dilbert-Prinzip. Durch Baader habe ich auch Spencer‘s Law kennen gelernt (das Grab von Herbert Spencer, 1820-1903, befindet sich übrigens in der Nähe desjenigen von Karl Marx auf dem Londoner Highgate Cemetery). Es besagt:

„Das Ausmaß der öffentlichen Aufmerksamkeit und Besorgnis hinsichtlich eines gesellschaftlichen Problems verhält sich invers zu seiner tatsächlichen oder aktuellen Dringlichkeit“ (Seite 152).

Dies wird etwa am Beispiel Armut deutlich: Selbst ein Hartz-IV-Empfänger genießt heute (2017, Seite 12) mit Fernsehen (97,8 Prozent), PC (90 Prozent) plus Internet (91,1 Prozent), Kühlschrank (99,9 Prozent), Waschmaschine (96,4 Prozent), Telefon (100 Prozent) und zahlreichen anderen Annehmlichkeiten, einen Luxus, über den „in der guten alten Zeit“ nicht einmal der Adel verfügte, bei dem selbst die köstlichsten Speisen in der Regel kalt auf den Tisch kamen. Dabei werden Zentralheizung, WC sowie fließendes kaltes und warmes Wasser einschließlich Bad oder Dusche in der Statistik über die „Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“ nicht einmal für erwähnenswert gehalten.

Gleichwohl lesen wir Artikel wie diesen:

„Grüne, Linke und der linke Flügel der SPD prangern die steigende Armut in Deutschland an und führen sie auf den angeblich herrschenden Geist des „Neoliberalismus“ zurück. Sie lamentieren über die ‚Schere zwischen Arm und Reich‘ und zeichnen ein Bild der Verelendung in unserem Land, die angeblich mit Schröders ‚neoliberaler Agenda-Politik‘ begonnen habe. Die Tatsache, dass sich die Arbeitslosenquote seit Schröders Verkündung der Agenda 2010 halbiert hat, wird dabei ignoriert.

Die gleichen Leute, die all das beklagen, sind jedoch die größten Anhänger von Willkommenskultur und offenen Grenzen für alle. Die Partei, die am lautesten über Armut & Agenda 2010 in Deutschland klagt, ist DIE LINKE, in deren Programm es heißt: ‚DIE LINKE steht für offene Grenzen für alle Menschen in einem solidarischen Europa, das sich nicht abschottet.‘“

Überflüssig zu erwähnen, dass die Bundesregierung in unregelmäßigen Abständen dem Bundestag einen „Armuts- und Reichtumsbericht“ vorlegt, wonach die Armut in Deutschland trotz der enormen Transferleistungen von Mal zu Mal ansteigt, während die Reichen mit ihrem Geld geradezu nicht wissen, wohin: „45 Superreiche besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung“ (SPON-Schlagzeile). 

Angst vor dem Markt 

Baader führt hier das schon vom Titel her entlarvende Buch von (Achse-Autor) Günter Ederer an: „Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt. Unsere Angst vor Freiheit, Markt und Eigenverantwortung“ und dem weiteren Untertitel „Über Gutmenschen  und andere Scheinheilige“. Laut Klappentext „Ein Massengrab für heilige Kühe“ (FAZ). Leseprobe, aus dem 2000 erschienen Werk: „Wenn wir uns aller Menschen annähmen, die auf dieser Welt tatsächlich politisch verfolgt werden oder die um Asyl bitten, weil ihre Regierung ihnen kein menschenwürdiges Leben ermöglicht, dann hätten auch bei eng ausgelegter Rechtsprechung mindestens eine Milliarde in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Asyl“ (Seite 142). Knapper und treffender kann man die verschiedenen Titelbegriffe nicht belegen. 

Wenn man sich die Verhältnisse 18 Jahre später in Deutschland anschaut, spürt man förmlich den Atem des Vaters aller Linken im Nacken. Auf den Hinweis eines Studenten, dass seine Theorie (egal welche) nicht mit der Wirklichkeit übereinstimme, soll Prof. Dr. Georg Friedrich Wilhelm Hegel geantwortet haben: „Umso schlimmer für die Wirklichkeit“. 

„Der Markt“, schreibt Baader, „ist ein gnadenloser Enthüller persönlicher Stärken und Schwächen der Menschen“ (Seite 160). Daher die Angst der Intellektuellen, denen Begriffe wie Wettbewerb oder Risiko glatt am A... vorbeigehen, können sie sich doch jederzeit auf staatliche Alimentierung und Subventionierung verlassen. 

Wille zur Macht

Nun könnten einem diese armen Würstchen eher leid tun, würde uns Baader nicht auf eine fatale Eigenschaft aufmerksam machen: „Was Intellektuelle aber prinzipiell gefährlich macht, ist die Tatsache, daß sie (bewußt oder unbewußt) danach streben, die Menschheit nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen“. „Kaum ein Intellektueller ist ‚jemals auf die Idee gekommen‘, daß es das Beste und einzig Richtige sein könnte, die Menschheit in Ruhe zu lassen statt sie zu beherrschen und mit Zwang und Gewalt zu irgendwelchen idealen Zielen führen zu wollen“ (Seite 167). Seien es nun der „Fünf-Mark-Beschluss“ für den Liter Benzin, der Veggieday, der gesetzliche Mindestlohn oder das bedingungslose Grundeinkommen.

Dabei verschweigen die intellektuellen Strategen die Binsenweisheit, die außer ihnen jeder kennt: „There is no such thing as a free lunch“ (Milton Friedman). Das heißt, einer muss immer die Zeche bezahlen. Und das ist am Ende – trotz aller Verschleierungsversuche – der Steuerzahler oder der Sparer, was auf’s Gleiche hinausläuft.

Dabei ist es dank unermüdlicher Gehirnwäsche gelungen, den Unmut des Bürgers auf die demokratisch nicht legitimierte „Macht der Konzerne“ zu lenken, vor der sie nur ein starker Staat schützen kann. Da verhallt der Satz des Juristen und Mitbegründers der Freiburger Schule der Nationalökonomie (Ordoliberalismus), Franz Böhm, ungehört: „Der Wettbewerb ist das genialste Entmachtungsinstrument der Weltgeschichte“ (Baader, Seite 172).

Anmaßung von Wissen

Die Ausführungen zu diesem Beweggrund sind „in der geistig-seelischen Konstitution gebildeter Menschen wesentlich tiefer angesiedelt ... als die bisher genannten Beweggründe“ (Seite 176). Es geht, kurz gesagt, um die Rolle der Vernunft in der menschlichen Entwicklung. Baader folgt hier seinem Hochschullehrer Hayek, der nachgewiesen habe, „daß die menschliche Kultur und die wichtigsten gesellschaftlichen Einrichtungen schon deshalb nicht vernunftgeboren sein können, weil die Vernunft nicht vor der Kultur da war, sondern mit der Kultur gewachsen ist“ (Seite 179). Für mein schlichtes Gemüt stellt sich die Frage, wie etwas wachsen kann, was noch gar nicht da war.

Hayek hat seine kritische Sicht der menschlichen Vernunft in seinem Werk „Die verhängnisvolle Anmaßung – Die Irrtümer des Sozialismus“ dargelegt (1988). Sein Argument gegen eine funktionsfähige Planwirtschaft, „daß die Gesamtmenge der Mittel, die in solch einem Plan zum Einsatz kommen könnten, einfach von niemandem gewusst werden kann und deshalb schwerlich zentral zu kontrollieren ist“ (Irrtümer, Seite 91), kann man zwar als durch das Scheitern des Sowjetkommunismus bestätigt ansehen. Jedoch rechtfertigt dieses Ergebnis nicht die radikale Skepsis gegenüber der menschlichen Vernunft. Denn sowohl Hayek als auch Baader bleiben die Antwort schuldig, was denn an ihre Stelle treten soll.

Im Bereich der Wirtschaft kann Planung durch den „Markt“ ersetzt und der „Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“ (Hayek 1968) genutzt werden. Doch in anderen Bereichen? Die Sorge von Hayek und, ihm folgend, Baader vor der menschlichen Hybris ist nachvollziehbar. Doch davor könnte uns die intellektuelle Bescheidenheit (Hayek spricht von Demut) eines Sokrates („Ich weiß, dass ich nichts weiß“), eines Newton („Was wir wissen gleicht einem Tropfen, was wir nicht wissen einem Ozean!“) und eines Popper („Gegen die großen Worte“) schützen. Und gegen die anmaßende Haltung ideologisierter Intellektueller ist ohnehin kein Kraut gewachsen.

Soweit sich Baader allerdings gegen die Kritische Theorie der Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno, Marcuse, Habermas) wendet, „einen Marxismus für Intellektuelle“, hat er voll ins Schwarze getroffen. „Es ist einfach nicht zu fassen, mit welcher stoischen Unbekümmertheit, ja sogar breiten Zustimmung, Millionen von Bürgern es hinnehmen, daß mit ihren Steuergeldern ein Heer von Professoren und Lehrern bezahlt wird, deren Hauptbeschäftigung vielfach darin besteht, die Köpfe und Herzen der ihnen zwangsweise ausgelieferten Jugend buchstäblich zu vergiften, indem sie dem Denken und Fühlen der jungen Menschen Nihilismus und Zynismus, Zerstörungswut und Zersetzungswillen, Verweigerungs- und Destruktionslust einpflanzen“ (Seite 195). Der Karlsruher Informationstheoretiker Karl Steinbuch urteilte 1973 über Horkheimer und Co.: „Ich wünsche diesem Kartell der Unverantwortlichen etwas Höllisches: Sie sollten einmal in einem Staat leben müssen, der ganz und gar nach ihren eigenen Ideen organisiert ist und in dem kein Experte und kein Establishment einen Rest von Vernunft erhält“ (Kurskorrektur, Seite 104).

Der lange Marsch der 68er durch die Institutionen hat eine „geistig-kulturelle Wüstenei“ angerichtet. Ob eine Re-Christianisierung, wie Baader meint, „Das wohl einzige wirksame Gegenmittel“ bilden würde, möchte ich allerdings bezweifeln. Dadurch würde nur der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben und eine Tyrannei durch eine andere ersetzt.

Kollektivmoral und Hypermoral

Die Marxsche These von der entfremdeten Arbeit im Kapitalismus geistert bis heute durch die Köpfe von Linksintellektuellen. Man fragt sich allerdings, wie ernst man in unseren Tagen einen Menschen nehmen muss, der solches geschrieben hat:

„Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will – während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ (Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, 1845/46, ein Werk, das es nach dem „Welt“-Journalisten und Historiker Sven Felix Kellerhoff unter diesem Titel gar nicht gibt.)

Sobald DIE LINKE ihre Vision vom bedingungslosen Grundeinkommen umgesetzt hat, wird jeder diesen paradiesischen Zustand verwirklichen können. Fragt sich nur, wer dann das erforderliche Jagdgerät oder das notwendige Angelzeug herstellt.

Eine Wirtschaftsordnung, die nur die „Profitinteressen“ des Kapitals im Auge hat, oder, wie Einstein es formuliert hat „Production is carried on for profit, not for use“ (Die Produktion ist für den Profit da – nicht für den Bedarf), eine solche Ordnung ist für linke Geister per se unmoralisch. „Die Intellektuellen sehen es folglich als ihre Pflicht an, sich dieser Unmoral oder diesem Moralzerfall entgegenzustemmen, die ‚falschen Werte‘ anzuprangern und die ‚wahren Werte‘ einer Gemeinschaft hochzuhalten und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen oder neu zu installieren“ (Seite 204).

Eine herausragende Stellung nimmt dabei die vielfach beschworene „Solidarität“ ein, die Baader allerdings als „Spaltpilz“ entlarvt. Er zitiert Erich Hoppmann, den Nachfolger Hayeks, auf dessen Freiburger Lehrstuhl: „Die moralische Grundlage der offenen Gesellschaft [Karl Popper] ist ... nicht die Solidarität, und sie kann es auch nicht sein. Moralische Grundlage der offenen Gesellschaft ist Toleranz. Der Versuch, Solidarität durchzusetzen, muß die offene Gesellschaft zerstören“ (Seite 209). Wobei allerdings Poppers „Paradox der Toleranz“ zu beachten ist: „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz“ (Die offene Gesellschaft und ihre Feinde 1977, Band 1 Seite 359). Solidarität ist ein Konzept für Kleingruppen, nicht aber für eine Gesellschaft als Ganzes.

Von hier aus ist es dann nicht mehr weit zu „meinem Unwort des Jahrhunderts (dieses und der zweiten Hälfte des vorigen)“ der „sozialen Gerechtigkeit“, an dem Baader merkwürdigerweise achtlos vorübergeht, obwohl Hayek es als „Wieselwort“ brandmarkt und nicht nur in seiner Trilogie „Recht, Gesetzgebung und Freiheit II. Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit“ ausgiebig behandelt, sondern ihm auch in den von Baader mehrfach zitierten „Irrtümern des Sozialismus“ ein paar Seiten widmet: „Seine bei weitem schlimmste Verwendung findet das Wort ‚sozial‘, das ohnehin jedem Wort, dem es vorangestellt wird, ganz und gar seinen Sinn nimmt, in der fast weltweit gebrauchten ‚sozialen Gerechtigkeit‘“ (Irrtümer, Seite 127).

Die Krönung der linken Hypermoral bildet die Political Correctness (PC), die Baader zu Recht als „die moderne nachmarxistische Form des Gleichheitskults“ bezeichnet (Seite 219). Das völlig entwertete Verständnis von „Diskriminierung“ gibt dem gesunden Menschenverstand dann den Todesstoß. Da ich mich zur PC auf der Achse mehrfach geäußert habe (hier und hier), erlaube ich mir, in diesem Zusammenhang auf weitere Ausführungen zu verzichten.

Ersatzreligion und Priesterherrschaft

Vor gut zehn Jahren titelte die „Welt“ „Ökologie ist die neue Religion“. Bald darauf erschien das lesenswerte Buch von Michail Kusmitsch Ryklin „Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution“ (das er dem französischen Philosophen Jacques Derrida gewidmet hat). Es beginnt mit dem Satz „Die Partei, die in Russland mit dem Oktoberumsturz an die Macht kam, war eine Partei von Atheisten.“ Wenn Ryklin gleichwohl Kommunismus als Religion sieht, erinnert das unweigerlich an George Bernard Shaws Bonmot: “I'm an atheist and I thank God for it“ (Ich bin Atheist, Gott sei Dank). 

Religion schafft zweierlei: Für die Gläubigen Orientierung, für die Herrschenden Macht. Für den heute etwas in Vergessenheit geratenen konservativen Soziologen Helmut Schelsky stand deshalb „auf dem Tummelplatz der Intellektuellen der Herrschaftsanspruch als Aktionsmotiv ganz obenan“ (Baader Seite 246 unter Anführung von Schelskys Buch „Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen“, 1975). „Im Grunde genommen handelt es sich bei der diesseitigen Gesellschaftsreligion“, laut Baader (Seite 247f.), „um eine herrschaftsstrategische Instrumentalisierung der seelischen und metaphysischen Verzweiflung der Menschen, die durch den Verlust der echten Religion eingetreten ist.“ 

Dieses letzte „WARUM-Kapitel“ endet mit folgender starker Passage:

„Eine der tiefsten Wurzeln der Markt- und Freiheitsfeindschaft der Intellektuellen erweist sich also bei genauerer Betrachtung zugleich als ziemlich praktische Patentlösung für Herrschaftsgelüste. Was kann der belehrenden und sinnvermittelnden Kaste besseres passieren, als daß sich der eigene Weg von der Sinnleere zur Ersatzreligion zugleich als mächtiges Instrument zur Führung und Verführung der Massen erweist. Was kann einer Priesterkaste besseres geschehen, als auf sinnverhungerte Menschen zu treffen, denen sie die eigenen klerikalen Pathologien spielend leicht als neuen Kult anbieten kann. Solange die Menschen vom wirklichen Wesen einer freien Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu wenig verstehen – und von den christlichen Quellen ihrer Herkunft nichts mehr wissen wollen, werden sie in den Händen der sozialreligiösen Diesseitspriester eine ideale Knetmasse darstellen, aus der sich im Namen irdischer Paradiese neue Höllen formen lassen.“

Zum Schluss eine kleine Auswahl von Zitaten zum Thema, die Baader verwendet, und auf die ich im Text nicht näher eingehen konnte:

„Einige Ideen sind so abstrus, daß nur Intellektuelle an sie glauben konnten.“ – George Orwell, englischer Schriftsteller (1903-1950)

„Wir alle ziehen einen geistreichen Irrtum einer trivialen Wahrheit vor.“ – Joseph A. Schumpeter, österreichischer Volkswirtschaftler (1883-1950)

Und besonders aktuell: „Wer den einen schadet, um sich gegen andere freigebig zu erweisen, macht sich desselben Unrechts schuldig, wie wenn er fremdes Eigentum für sich verwendet.“ Marcus Tullius Cicero, römischer Philosoph und Politiker (106-43 v. Chr.)

„Ein Idiot, der sich bewegt, ist wichtiger als zehn Intellektuelle, die dasitzen und reden.“ – Jean Cocteau, französischer Schriftsteller (1889-1963)

„Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen.“ – Friedrich Hölderlin, deutscher/schwäbischer Dichter (1770-1843)

Wie tief „linkes Denken“ bei uns verwurzelt ist, zeigt dieser Text auf trier.de:

„Ein großes Geschenk für den großen Sohn der Stadt: Die Karl-Marx-Statue, die China der Stadt Trier als Geburtsstadt des Philosophen zum Jubiläumsjahr 2018 schenkt. Der bekannte chinesische Bildhauer Wu Weishan hat die Bronzeskulptur in einem zweijährigen Schaffensprozess angefertigt.“ Ryklin teilt demgegenüber mit, wie die Adepten von Marx mit Denkmälern verfuhren: „Im Dekret der neuen Staatsmacht Über die Denkmäler der Sowjetrepublik vom 14. April 1918 ist vorgesehen, die Denkmäler für die Zaren und ihre Diener zu stürzen und Städte und Straßen umzubenennen, die zu Ehren von Unterdrückern benannt waren.“ Nun könnte man in diesem Unterschied die geistige Überlegenheit unseres demokratischen System sehen, wenn es sich bei Marx nicht gerade um jemanden handelte, der den Massenmördern Stalin und Mao den Weg bereitet hat, der – getreu der Aussage Hölderlins – Millionen Menschen in die Hölle geführt hat.

Da kann man mit einem anderen Schwaben, dem „meistgelesene Dialektautor der Gegenwart“ (DVA), dem Degerlocher Mundart-Schriftsteller und Historiker Dr. Gerhard Raff nur für alle Intellektuellen bitten: „Herr, schmeiß Hirn ra!“ – eine Fürbitte des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel für den Autor, die dieser flugs als Buchtitel verwendete (ohne in der für ihn typischen Bescheidenheit dessen Urheber zu verschweigen).

Foto: Tim Maxeiner

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Leserpost (12)
Gottfried Meier / 24.06.2018

Selbiges gilt auch für Kabarettisten. Wer hat schon einmal einen rechten oder besser gesagt nicht linken Kabarettisten gesehen? Sie müssen den kabarettistischen Mainstream einhalten, sonst werden sie von ihren Kollegen geächtet. Was die oft für einen Scheiß verzapfen, da bleibt einem das Lachen im Halse stecken, aber nicht weil die dem Publikum irgendwelche Wahrheiten satirisch um die Ohren hauen, sondern weil das so ein hanebücherner Schwachsinn ist.

Wolfgang Richter / 24.06.2018

Nach der vorliegenden Definition zu Intellektuellen können wir im Land der Dichter und Denker uns beruhigt zurück lehnen, denn wir werden offenbar von der Zentrale des Intellktuellen an sich regiert. Blöd wäre allerdings, wenn es sich um Dunkle Materie handeln würde, die in einem Schwarzen Loch endet. Dazu müßte mal jemand die uns regierende Physikerin befragen, die aber vermutlich auch dazu keine verständliche Antwort zum besten zu geben hätte. Irgendwie bin ich scheinbar vom Pfad des Sinnvollen abgekommen, habe mich im Zeitgeist verirrt, bin damit wieder bei den Guten.

Helge Grimme / 24.06.2018

Eine gute Ergänzung zu Baaders Werk bietet Andrzej Lobaczewskis Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke. Das Werk lässt sich zwar viel schwerer lesen als Totgedacht, doch die Mühe lohnt sich.

Rudolf George / 24.06.2018

Schon im Religionsunterricht lernte ich, dass der Marxismus nichts anderes als eine pseudotheologische Heilslehre ist.

Dr. Roland Mock / 24.06.2018

Darf ich die Im Artikel genannten Zitate zur geistigen Kapazität (Links-) „Intellektueller“ wie folgt ergänzen? „Ich kenne viele Linke, meist sogenannte Intellektuelle, und daher habe ich nie das Wort ‚Der Geist steht links’ nachvollziehen können“. Franz-Josef Strauß. Auch der Zusammenbruch des Kommunismus hat nicht bewirken können, daß die Heerschar der „Linksintellektuellen“ und „Linksliberalen“ irgendwie klüger geworden sind.

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