Marcus Ermler / 05.10.2018 / 12:00 / Foto: Pixabay / 11 / Seite ausdrucken

Zwischen Marx und Marxloh (2)

Die vierte Welle: Diktatur des Weltbürgertums

Der Fourth-Wave-Sozialismus ist nun die neuzeitliche Ausprägung eines totalitären Kollektivsozialismus, durch den eine Kaste elitärer Weltverbesserer und Globetrotter, die sich in Europa als linksgrünes und in den USA als liberales Establishment charakterisieren lassen, in einer global-planwirtschaftlichen Politik der offenen Grenzen die Welt kosmopolitisch durch das islamofaschistische Lumpenproletariat revolutionieren will und im Zuge dessen den Islamofaschismus weltweit schranken- wie grenzenlos operieren lässt.

Jedoch operiert dieser Kollektivsozialismus entgegen jeder marxistischen Rezeption. Denn, erstens, begreift er das (nationale) Proletariat weder als marxistisches Subjekt noch als leninistisches bzw. trotzkistisches Objekt einer revolutionären Transformation, sondern vielmehr als schutzlose Staffage einer steinzeit-islamistischen al-Maghāzī des umma-sozialistischen Weltlumpenproletariats. Zweitens, ist er demnach in jeder Hinsicht vom Ideal Marx' einer klassenlosen Gesellschaft, in der „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“, Scharia-konform befreit. Und schließlich, drittens, treibt er die Unterwerfung des nationalen Proletariats als kuffār unter die herrenmenschliche Umma aus dem Elfenbeinturm eines polyglott-kosmopolitischen Vulgärmarxismus offensiv voran.

Leo Trotzki beschreibt diesen weltbürgerlichen Mechanismus des Einsatzes des (Islamo-) Faschismus zur Unterwerfung jeder proletarischen Emanzipation recht eindrücklich in seiner Schrift „Gespräch mit einem sozialdemokratischen Arbeiter“ von 1933. Was einen fragen lässt, welchen „Trotzki“ die Berufsrevolutionäre wie kosmopolitische Avantgarde eigentlich konsumieren. So schreibt Trotzki, wobei sein Verständnis vom „Kapital“ heute mit unserem der „Weltbürger“ korrespondiert: 

„Die Aufgabe des Kapitals […] ist klar: Die Arbeiterorganisationen zertrümmern, die Arbeiter politisch entwaffnen, ihnen nicht nur die Angriffs-, sondern auch die Abwehrmöglichkeiten nehmen […] aber sie [die Ausbeuterklasse] befürchtet, und dies mit vollem Recht, dass ‚legale Mittel‘ allein nicht ausreichen werden, um die Arbeiter in den Zustand völliger Rechtlosigkeit zurückzuwerfen. Dazu braucht man als ergänzende Hilfskraft den Faschismus.“

Und dass dieses Weltbürgertum die Faschisierung des Lumpenproletariats als Mittel zur Unterdrückung der Arbeiterbewegung bzw. zur Etablierung ihrer eigenen Diktatur einsetzt, begründet Trotzki in seinem Werk „Was nun? Schicksalsfragen des deutschen Proletariats“ von 1932:

„Durch die faschistische Agentur setzt das Kapital [bzw. die Weltbürger] die Massen des verdummten Kleinbürgertums in Bewegung, die Banden deklassierter, demoralisierter Lumpenproletarier und all die zahllosen Menschenexistenzen […] Vom Faschismus fordert die Bourgeoisie ganze Arbeit: hat sie einmal die Methoden des Bürgerkriegs zugelassen, will sie für lange Jahre Ruhe haben […] Der Sieg des Faschismus führt dazu, daß das Finanzkapital [bzw. die Weltbürger] sich direkt und unmittelbar aller Organe und Einrichtungen der Herrschaft, Verwaltung und Erziehung bemächtigt: Staatsapparat und Armee, Gemeindeverwaltungen, Universitäten, Schulen, Presse, Gewerkschaften, Genossenschaften.“

Nicht nur aus sozialer Perspektive ist dieser Pseudorevolutionarismus eine Karikatur marxistischer Gesellschaftsanalyse, mehr noch ist die sozialdarwinistische Marktradikalität dieses, in orwellschem Neusprech zu Humanismus und Menschenfreundlichkeit umdeklinierten, absoluten Kollektivsozialismus ein dialektisches Husarenstück. Offene Grenzen befördern durch die maximale Variabilität und Verfügbarkeit des „Menschenmaterials“ einen Radikalkapitalismus, den Marx in seinem „Kapital“ selbst in der „industriellen Reservearmee“ subsumiert, der als „stets bereite[s] exploitable[s] Menschenmaterial“ die Aufgabe zukommt, „auf die aktive Arbeiterarmee“ zu drücken und „ihre Ansprüche […] im Zaum“ zu halten. 

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Wellen hat diese welt- wie staatszersetzende Bewegung keinen herausragenden Spiritus Rector vom Format eines Marx, Lenin oder Trotzki, vielmehr spiegelt diese Diktatur den Weltbürger in einzelnen Facetten realpolitischer bzw. publizistischer Natur wider. Der eingangs erwähnte UN-Migrationspakt ist einer dieser von der utopischen Vision zum (in seiner Konsequenz dystopischen) Realismus umdefinierten politischen Ausdrücke dieses Kosmopolitismus. Die Migrations- und Flüchtlingspolitik der deutschen Bundesregierung der letzten drei Jahre zeitigt ebenso diesen diktatorischen Geist, weswegen sie auch – beklatscht von grünen und linken Weltbürgern im deutschen Bundestag – vorbehaltlos wie widerstandsbefreit an der deutschen Bevölkerung vorbeiregiert werden konnte.

Publizistisch werden offene Grenzen an europäischen wie amerikanischen Universitäten entgegen jeder wissenschaftlichen Ethik massiv propagiert, ihre Konsequenz nicht untersucht, sondern mehr noch absolut verschleiert und verbogen. Ein Beispiel hierfür mag das Papier „Why No Borders?“ sein, auf welches ich unlängst gestoßen bin. Hierin schildern die Autoren die von mir oben genannten Implikationen einer westlichen Welt der offenen Grenzen recht ungeniert als „notwendigen Teil eines weltweiten Systems von gemeinsamen Rechten und den derzeitigen Kampf darum“ (ich erlaube mir den Text hier ins Deutsche übersetzt wiederzugeben), in den eine „antikapitalistische No-Borders-Politik“ als „Bestandteil eines breiten und wiedererstarkten Kampfes für diese Rechte gesehen werden kann“, um so die „Zentralität der Migranten“ als „befreiendes Projekt“ darzustellen.

So ist die vollkommene Negation nationalen proletarischen Aufbegehrens in westlichen Industriestaaten nur eine notwendige Folge, denn, so erklären die Autoren weiter, „das Gemeinsame für das eine No-Border-Politik kämpft, ist eine globale Sache“, in der „eine antikapitalistische No-Borders-Politik“ sich von „einem arbeit[er]zentrierten Instrumentalismus wegbewegt“. Die Gründe für diese Dezentralisierung des Proletariats kann man im Papier „White Nationalism, Illegality and Imperialism: Border Controls as Ideology“ in Erfahrung bringen. So verbleibt die „globalisierte Identität des Weißseins […] wesentlich für die nationale Identität“, eben auch des nationalen Proletariats westlicher Staaten. Im Gegensatz dazu sind die Menschen der Dritten-Welt „nicht-weiße Menschen“, die auch „als Muslime wahrgenommen werden“, einer westlichen „Verankerung einer globalen Apartheid [ausgesetzt], in der jemandes Nationalität als legitimes Instrument der Diskriminierung gesehen wird“. 

Und um dieses Weißsein und diese globale Apartheid zu bekämpfen, braucht es eine Politik der offenen Grenzen, die den „Mythos nationaler Gesellschaften“ sowie die „Erzählung [angeht], dass es in jedem Nationalstaat eine entscheidende Verbindung zwischen Identität, Territorium und Autorität“ gibt. Damit können dann „ideologische Darstellungen des [territorialen] Raums, in dem es nur Mitglieder der 'Nation' möglich ist, Rechte über das zu beanspruchen, was bei ihnen passiert“ transformiert und so das „kapitalistische Modell der Nationalstaaten“ schließlich verworfen werden.

Federführend sind dabei „die am meisten kreativen, radikalen und rekonstruktiven sozialen Bewegungen der Welt, das heißt, die wachsenden und vielfältigen No-Border-Bewegungen mit ihrer revolutionären, anti-nationalen Erklärung, dass niemand illegal ist“. Diese „Forderung von No-Borders basiert auf einer Reorganisierung menschlicher Beziehungen, so dass der Staat nicht länger der Hauptvermittler des Lebens auf dem Planenten ist“. Damit kann es dann „soziale Gesellschaften [geben], die eine wirkliche Alternative zum aktuellen Weg entwerfen und durchführen, in dem soziale Beziehungen zwischen uns aktuell arrangiert sind“. Solche Gesellschaften „würden nicht auf aufgezwungenen Identitäten, organisiert durch Zweiheiten von Nation, Rasse, Gender und Sexualität beruhen, sondern auf radikal vielfältigen Wegen organisierten Lebens über den Planeten“.

Diese weltbürgerliche vierte Welle macht in ihrem totalitären Duktus also nicht nur Halt bei der Substitution des nationalen haram-Proletariats durch das islamofaschistische halal-Lumpenpack, sondern zerstört in ihrer antiproletarischen Dekonstruktion ungehemmt und ungeniert jeden gesellschaftlichen Verdienst der vorangegangenen Wellen. Sei es der Sozialstaat, der als die soziale Errungenschaft der Arbeiterbewegung im Kapitalismus nun als Widerpart des No-Border-Staates zwangsläufig massiv geschliffen und final abgeschafft werden muss. Sei es die parlamentarische Demokratie, die als realpolitischer Ausdruck des nationalistisch wie rassistisch konnotierten Volksempfindens zum Vehikel einer migrationsaffinen Epistokratie der Grünesoteriker transformiert werden soll. 

Sei es die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die in einer wahnhaft-sektiererischen Melange aus kosmopolitischer Kopftuchversteherei und patriarchal-islamistischer Steinzeitgläubigkeit hinter jedes mühevoll erstrittene Ergebnis der Arbeiterbewegung sowie später des Feminismus zurückgeworfen wird. Sei es somit schließlich und endgültig der Nationalstaat selbst, in dem der eben genannten Grad an Zivilisation von Bürgertum sowie Proletariat erst erkämpft wurde und nun durch die vierte Welle in einer Globalrevolution mitsamt jeder verbliebenen Erinnerung an westliche Kultur von einer massenmigrantischen Sintflut biblischen Ausmasses begraben werden wird.

Was wir also erleben, ist eine weltweite Bewegung von antinationalen, antikapitalistischen und islamophilen Weltbürgern, die den Ausgangspunkt ihrer Revolution nicht im Nationalstaat sehen, wie es Marx und Lenin taten, sondern – die Exegese Trotzkis noch weiter auf die Spitze treibend – die Revolution vollständig internationalisieren und das umma-sozialistische Weltlumpenproletariat zum Objekt dieser Transformation hin zum Paradies der 72 Jungfrauen erklären. Und als ebenso brachiale Fortschreibung trotzkistischer Verblendung ihren Kosmopolitismus selbst zum Initiator dieser revolutionären Umgestaltung konstatieren. So ist die aktuelle und vierte Welle als „Diktatur des Weltbürgertums“ ein frontaler Angriff auf alle sozialen wie sozialistischen Errungenschaften der vorangegangenen Wellen, indem sie Sozialismus halal und die Arbeiterbewegung haram macht.

Die Diktatur der Weltbürger ist ein Totalitarismus

Wie kann und sollte man diese weltbürgerliche Ausprägung einer Diktatur weiter qualifizieren? Hier hilft uns das Werk des italienischen Politikwissenschaftlers und Philosophen Giovanni Sartori (1924 - 2017), der u.a. als Professor an der Stanford University wirkte. In seinem Papier „Totalitarismus, Modellmanie und Lernen aus Irrtümern“ schlägt er eine allgemeine Typologie von Diktaturen vor, die neben der einfachen und autoritären Variante eben auch den Totalitarismus als Untertyp auszeichnet. Ausgehend von einer Tabelle von Merkmale der drei genannten Typen von Diktaturen entwickelt er eine Prüfliste von Variablen, die diese Merkmale zu bestimmten Zeitpunkten in sehr starker Präsenz über schwache Intensität bis hin zur Umkehrung des Trends klassifizieren.

Im Einzelnen sind diese Merkmale die Ideologie der Diktatur, ihre gesellschaftliche Allgegenwärtigkeit, ihr Zwang und Mobilisierungsgrad, die Unabhängigkeit ihrer Untergruppen, die Politik gegenüber Randgruppen, ihre Willkür und schließlich die zentrale Rolle der Partei. Alle sieben Punkte sind im Totalitarismus totalistisch bis zerstörerisch ausgeprägt, in der autoritären Diktatur in Grenzen kalkulierbar und in der einfachen Diktatur schließlich schwach diversifiziert und einzig auf den Machterhalt ausgerichtet, was demnach beispielsweise auch Untergruppen in Medien oder Kirchen ein gewissen Maß an Unabhängigkeit ermöglicht.

Die Variablenliste entfaltet sich aus diesen sieben Punkten. Die Ideologie wird dabei weiter unterteilt in religionsähnliche Glaubenssysteme, in Systeme, die eigenständige Interpretation der Welt kundtun und in Systeme, deren Geisteshaltung beispielsweise doktrinär ist. Der Zwang artikuliert sich einerseits durch seinen Grad an Terror und andererseits durch seine Fähigkeit, Angst zu verbreiten. Die Unabhängigkeit der Untergruppen aus Bildung, Medien, Kirche und Justiz erschließt sich im Ausmaß ihrer Kontrolle und Abhängigkeit. In Bezug auf Randgruppen wird weiter nach der Realität von Zerschlagung und Ausschluss eben dieser gefragt. Schließlich ergänzt ein Punkt acht – Kontrolle der Wirtschaft – diese Merkmalsvariablen.

Betrachten wir also im ersten Schritt die Ideologie der Diktatur des Weltbürgertums. Sie äußert sich im oben beschriebenen Narrativ der offenen Grenzen. Der quasi-religiöse Charakter dieses Utopismus schimmert bereits in jedem Satz der referenzierten Papiere durch, mit weißen Menschen als Dämonen und muslimischen Migranten als engelsgleichen Wesen zur Befreiung von einem weltweiten System der Apartheid. Ihre Paradiesmystik eines „neuen Menschen“ findet hier ebenso ihren Ausdruck, wenn von „einer Reorganisierung menschlicher Beziehungen“ paraphrasiert wird. Die eigenständige wie schablonenhafte Interpretation der Welt, die jedem -ismus zugrunde liegt, äußert sich in diesem schwarz/weiß-Schema von bösen Weißen und guten Migranten bzw. Muslimen gleichermaßen.

Die Durchdringung der Gesellschaft mit dieser Ideologie und damit ihre omnipräsente Allgegenwärtigkeit wird offenbar, wenn man sich die antipluralistischen Attitüden des „Wir schaffen das“ oder „Nun sind sie halt da“ von Merkels offenen Grenzen vor Augen führt, die sich in ihrem antidemokratischen Reflex zu einem absolutistischen Staatsverständnis des „Der Staat bin ich“ ausweiten. Begleitet von einer erschreckenden Einstimmigkeit in Medien, Politik, Kirchen und sonstigen Trägern gesellschaftlicher Verantwortung. Jede Opposition und Kritik an diesem „alternativlosen“ Kurs – sei sie nun geäußert von der zum Protofaschismus umgedeuteten AfD oder den Restbeständen linker Opposition – wird durch Merkels Antifa-Sturmtruppen in Medien, auf der Straße und sogar bis in die Privatsphäre der „Systemschädlinge“ durch die pure Angst vor der Zerstörung beruflicher wie privater Existenz terrorisiert und so in diesem permanenten Zustand allgegenwärtiger Angst der Terror gleichsam konserviert.

Die Unabhängigkeit ihrer Untergruppen in Medien, Bildung, Kirche und Justiz ist im Wesentlichen nicht gewährleistet. Wer zum System der offenen Grenzen gehören will, heult in Leitartikeln der neuen Zentralorgane merkelsüchtig mit, entfernt jeden Restbestand christlicher Ethik aus einem Scharia-konformen Glaubenskatechismus, lässt in Schulen und Universitäten das Loblied auf Diversität, Multikulti und Segregation erklingen und bildet im Rechtssystem eine Zweiklassenjustiz aus, in der Migranten selbst bei Mord und Vergewaltigung als immerwährende Opfer identifiziert werden. Der Widerstand randständiger Gruppierungen wird – wie bereits angedeutet – durch Sturmtruppen in Kunst, Kultur, Medien, linksextremem Aktivismus und grünesoterischen Kirchenbünden diffamiert und mit allen Mitteln attackiert. Die Zerschlagung unbotmäßiger Häretiker äußert sich in aktuellen Verbots- und Beobachtungsrufen.

Die Willkür dieses Systems artikuliert sich nicht nur in einer am Staatsvolk vorbei dirigierten Politik der offenen Grenzen, sondern auch durch eine grenzenlose Negation geltenden Rechts, wie sich insbesondere durch die Aushebelung der Drittstaaten-Regelung oder der Perversion europäischen Rechts durch einen historisch einmaligen Bevölkerungsaustausch manifestiert. Diese Willkür ist so in Deutschland jedoch nur durch eine zeitlich dauerhaft etablierte wie zentrale Rolle der Merkel-Partei ergründbar. Einer Partei, die nicht nur ausschließlich Christdemokraten umfasst, sondern das gesamte Linkskartell, bestehend aus SPD, Grünen und Linkspartei, die federführend bei der Aushebelung geltenden Rechts in den von ihnen regierten Bundesländern vorangehen und im deutschen Bundestag bzw. der Regierung selbst als willfährige Blockflötenmafia ihre Patin unterstützt. Dieses System greift mittlerweile auch auf Unternehmen über, die sich – dem Geiste von Diversität und Multkulti verpflichtet sehend – als systemkonforme Handlanger verdingen.

Machen wir uns nicht vor. Natürlich ist Merkels System der offenen Grenzen weder mit dem absolut totalitären wie mörderischen Nationalsozialismus noch seinen linken Gegenstücken des Stalinismus oder Maoismus vergleichbar. Nazis und rotlackierte Faschisten, um es einmal mit Kurt Schumacher zu sagen, eint eine massenmörderische Politik, die Stalin in vollkommener Menschenverachtung zynisch auf den Punkt brachte: „Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik“. Wobei, und das sei ferner ergänzt, die Nazis diesen staatlich sanktionierten Massenmord in einer industrialisierten Höllenmaschinerie deutscher Ingenieurskunst in Auschwitz als historische Singularität determinierten.

Jedoch muss ein Totalitarismus nicht in die Abgründe von Faschismus und Stalinismus blicken, um als solcher klassifiziert zu werden. Wenn man die von Sartori vorgeschlagene Typologie als Grundlage nimmt, die Variablenliste sorgfältig nach obigem Muster pflegt und über einen längeren Zeitraum nach ihren realpolitischen Präsenzen ausprägt, zeigt sich für den geschulten Beobachter ein System, welches nicht nur am Rande einer Diktatur kratzt (eine „einfache“ Diktatur kann demokratische Element enthalten, um eine Demokratur zu simulieren), sondern in vielen Teilen eine sektiererische Totalität aufweist, die sich insbesondere im pseudowissenschaftlichen Fundus der Open-Border-Bewegung und allgemeiner auch im UN-Migrationspakt exemplifiziert.

Was bleibt also das Ergebnis? Die vierte Welle des Sozialismus, getragen von einer polyglott-kosmopolitischen Vulgärmarxistenkaste, ist in ihrer Utopie nicht nur Hohn auf jede proletarische Selbstbefreiung, wie sie Marx beschrieb, sondern mehr noch Ausgangspunkt einer Revolution des umma-sozialistischen Weltlumpenproletariats. Westliche Zivilisation, Kultur, Demokratie und schließlich Nation werden so zum Opfer dieses Totalitarismus des 21. Jahrhunderts. Der UN-Migrationspakt kann und wird diesbezüglich nur als Brandbeschleuniger einer politisch völlig enthemmten weltbürgerlichen Avantgarde dienen, die die Sicherheit von heute dem Utopia von morgen opfert. Die dabei jedoch völlig außer Acht lässt, eines Tages in einem dystopischen Höllenschlund des Islamofaschismus zu erwachen oder schlimmer noch: diesen nazistischen Steinzeitkult als notwendiges Mittel zur Erreichung ihrer Diktatur instrumentalisiert. 

Wir können demnach konstatieren: Die erste Welle brachte uns das klassenbewusste Proletariat, das sich mittels der Arbeiterbewegung seine politischen wie sozialen Rechte erkämpfte; die zweite Welle brachte uns das kommunistische Gegenstück zum Kapitalismus, den Wettlauf der Systeme, allerdings auch die stalinschen Säuberungen und den Gulag; die dritte Welle brachte uns die 68er Bewegung in westlichen Industriestaaten, der Dritten Welt jedoch Kulturrevolution und die Killing Fields; die vierte Welle schließlich bringt uns den grenzenlosen, globalen Islamofaschismus und damit das Ende jeder proletarischen Emanzipation wie westlichen Zivilisation.

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Leserpost (11)
Werner Arning / 05.10.2018

Die Linke, wenn man sie denn so bezeichnen will, hat sich vom Proletariat verabschiedet. Sie hat sich der Gleichheit der Erdenbewohner verschrieben. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, vermeintlich unterdrückten Erdenbewohnern zu ihrem Recht zu verhelfen. Sie geht davon aus, dass diesen „Unterdrückten“ etwas zusteht, was diesen bisher vorenthalten wurde. Und sie hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Vorenthaltene den Unterdrückten zukommen zu lassen. Darin sieht die „Linke“ ihre Aufgabe. Diese wird neben Genderfragen und Klimaschutz zu ihrer alles andere in den Hintergrund drängenden Daseinsberechtigung. Sie geht von der unbedingten Gleichheit aller Menschen aus. Aus dieser Gleichheit entsteht, ihrer Ansicht nach, ein Anspruch. Der Anspruch an der Teilhabe an jeglichem Reichtum, Besitz, Erwirtschaftetem. Da das Erwirtschaftete „auf dem Rücken“ der „Ausgebeuteten“ erwirtschaftet wurde, entsteht ein Anspruch auf Teilhabe. So ungefähr dürfte das Weltbild der „Linken“, „Grünen“, „ Liberalen“, oder wie immer sie sich nennen möchten, aussehen. Ob man das nun als neue Art von Sozialismus bezeichnen will, bleibt jedem freigestellt.

Martin Lederer / 05.10.2018

Mittlerweile glaube ich, dass es schlicht Dummheit und eine unheimlich Ignoranz ist. Bezüglich von Erdogans Besuch in Köln sah ich irgendeinen Kölner Kommunalpolitiker, der ganz entspannt und ruhig war. Er sagte: Irgendwann wird Erdogan wieder abtreten. Und was er nicht direkt sagte, aber meinte: “Und dann ist hier wieder alle in Ordnung.” (Was immer das genau bedeutet. Z.B. “Dann werden die Türken wieder auf uns hören” oder irgend so was ähnliches.) Und wenn das nicht der Fall ist, dann ist man halt etwas beleidigt und enttäuscht wie der Altbürgermeister von Köln. Mit Dummheit und Ignoranz lebt es sich vermutlich leichter - bis halt irgendwann doch die Realität einbricht.

Thomas Heiland / 05.10.2018

Alles schon als Konzept von Michael Hardt, Antonio Negri 2000 in der Schrift “Empire, die neue Weltordnung” als neues linkes Konzept beschrieben. Der vom Spiegel einst als “Meisterdenker” titulierte Slavoj Žižek sah darin den Versuch eines “Kommunistischen Manifestes des 21. Jahrhunderts”. Bezüglich des Verhaltens von Unternehmen darf man wohl zynisch konstatieren, dass Lenin eventuell Recht behält mit seiner Aussage, dass die Kapitalisten so dumm sind dass sie selbst den Strick verkaufen an dem man sie aufhängen wird.

Frank Pressler / 05.10.2018

Eine schonungslose entwicklungsgeschichtliche Deutung der Motivationslage eines (!) der Akteure des Migrationswahnsinns. Alle sich dort tummelnden Akteure bilden miteinander eine teilweise sehr widersprüchliche und konfliktträchtige Allianz, bei der nicht deutlich auszumachen ist, wer wen für seine Interessen einspannt und wer dabei den größeren Ertrag einfährt / einfahren wird.

peter luetgendorf / 05.10.2018

Wer ist denn hier polyglott-kosmopolitisch? Unser Außenminister hat seine Rede vor der UN in Deutsch gehalten. Ich bin mir sicher, daß es im Außenministerium Leute gibt, die hätten übersetzen können. Aber dann hätte er die Rede ja nicht vorlesen können. Und “Together first” ist sprachlich sowas von grauslig. “Unity first” hätte der beabsichtigten Aussage besser entsprochen. Gruß

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