Tamara Wernli / 18.04.2022 / 16:00 / 15 / Seite ausdrucken

Was politische Verantwortung wirklich bedeutet

Nach dem Rücktritt Anne Spiegels wurden Forderungen nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie laut. Doch Ministerämter sind eine Ehre und ein Privileg, für die man – wenn es eine Situation erfordert – bereit sein muss, Nächte durchzuarbeiten.

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Wiebke Ruschewski / 18.04.2022

Absolute Zustimmung. Man muss sich überlegen, wo die Prioritäten liegen. Für manche Jobs muss man sich nun mal mehr aufopfern als für andere. Dem Zeitgeist entspricht diese Einstellung jedoch nicht ganz. Ich habe vor ein paar Jahren mal in einem Zeitungsartikel gelesen, dass sich einige größere Unternehmen teilweise regelrecht den Arsch aufreißen, um für junge Leute als Arbeitsstelle attraktiv zu bleiben. Es gab Freizeitangebote, Ruheräume, ein besonderes Bemühen um eine möglichst optimale work-life-balance… Man biederte sich regelrecht an. Ich fand das damals recht grenzwertig. Als Gegenentwurf wurde ein kleiner Betrieb mit nur wenigen Angestellten angeführt. Der türkischstämmige Chef des Unternehmens erregte sich über junge Bewerber, die sich einbildeten, ihr Bachelor-Abschluss gebe bereits Grund dafür, den roten Teppich für sie auszurollen. Der Abschluss eines Bewerbers sei ihm relativ egal. Er erwarte von seinen Leuten die Bereitschaft sich einzubringen und auch eine gewisse Bescheidenheit. Extrawürste bei jedem zweiten Angestellten könne und wolle er sich auch gar nicht leisten. Ich kann dem Herren nur recht geben. Vor rund 10 Jahren beklagte sich ein Kommilitone bei besonderen Gelegenheiten immer mal wieder darüber, dass er ein kleines Kind zuhause habe und der volle Stundenplan eine Belastung darstelle. Er trug dies immer in einem nervtötend nölenden Ton vor. War die Aufmerksamkeit wieder von ihm weg, so grinste er anschließend blöd. So als müsste er selbst über seine dumm-dreiste Art lachen. Tatsächlich lästerte eine Kommilitonin mal über den jungen Herrn, seine Frau wäre ohnehin zuhause und würde sich allein um das Kind kümmern. Nach der Uni hätte er Tag für Tag überhaupt kein Problem damit sich in der Bibliothek herumzutreiben. Bei ihm hatte die Karriere Priorität, was ja an sich auch in Ordnung ist. Er nutzte das Kind jedoch immer wieder gerne um den Professoren auf den Zeiger zu gehen und sich selbst als armes, überlastetes Schwein darzustellen.

Walter Weimar / 18.04.2022

Was sollen Feuerwehr, Hilfsdienste und Bundeswehr sagen, ich muß zum Kindergarten, wir löschen, kämpfen, helfen morgen weiter. Jeder der in die Politik geht und noch Minister wird, weiß, oder sollte wissen, was er tut. Es sei denn er hat schon vorher einen geistigen Schaden.

Marcel Seiler / 18.04.2022

Natürlich hat Frau Wernli recht. Hätte Helmut Schmidt bei der Flutkatastrophe in Hamburg 1962 vielleicht erstmal Urlaub machen sollen? Hätte ihm einfallen sollen, dass er sich erstmal um seine Frau kümmern müsse? Natürlich nicht. Was den Politikernachwuchs angeht: Wir haben nicht zu wenig, wir haben den falschen. Denn die, die die Arbeit am Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen und nicht die eigene Selbstdarstellung oder Selbstversorgung, haben im jetzigen System keine Chance.

Bernhard Freiling / 18.04.2022

Ist das nicht wunderbar? 15.000 € Monatseinkommen. Und dann für die 35-Stunden-Woche eintreten. Für die eigene, bitteschön. # Alles richtig gemacht.

A. Ostrovsky / 18.04.2022

Ich würde das gar nicht so sehr auf die Nächte und das Durcharbeiten konzentrieren. Wenn ich sehe, wie die Sitzreihen des Bundestages bei zum Teil wichtigen Gesetzes-Beschlüssen leer sind, vermute ich eher andere Gründe der Verhinderung, als das bienenemsige Arbeiten. Es wird in Deutschland allgemein anerkannt, dass ein Gesetz als beschlossen gilt, wenn von über 700 Abgeordneten 38 anwesend waren und davon 20 mit Ja gestimmt haben, Ich erinnere an das Nacht-Und-Nebelgestzt unter Führung der Linken Petra Pau. Ich meine, einem Minister oder einer Ministerin müsste vor Antritt eines solchen Amtes klar gemacht werden, dass sie nicht berechtigt sind, dieses Amt überhaupt anzunehmen, wenn sie befangen sind, oder so einseitig indoktriniert, dass sie gar nicht für die Mehrheit der Deutschen handeln können, sondern nur für eine Minderheit - deren Existenz oft sogar nur eingebildet ist - und damit GEGEN die Mehrheit. Ein Minsietamt ist kein Parteiamt. Besonders in letzter Zeit machen aber in Deutschland die Minister*Innen NUR NOCH PARTEIPOLITIK teilweise der schrägsten Sorte. Und wer als Minister/Ministerin erkennt, das da Konflikte mit der Familie existieren, hat zwei Möglichkeiten: a) Die Familie sich selbst zu überlassen, oder b) den Rücktritt vom Ministeramt zu erklären. Man müsste den Minister*Innen auch vor Amtsantritt erklären, dass der Verstoß gegen diese einfache Regelung auch mit SANKTIONEN bewehrt wird, dass Minister für das ganze Volk zuständig sind, und dass sie sofort den Rücktritt erklären müssen, wenn sie erkennen, dass sie diese Aufgabe nicht ausfüllen können. Dazu müsste statt selbstherrlichen kleinen Königen aus den Partei-Dunstkreisen die Schikanierung anderer Parlamentarier mit HAUSRECHT, auch einmal ein Regelwerk erarbeitet werden und durch VOLKSABSTIMMUNG legitimiert, was Politiker überhaupt für Pflichten haben und ob sie für vorsätzliche Verstöße gegen das Vertrauen auch belangt werden können.

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