indubio / 11.02.2024 / 06:00 / 38 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 315: Herdentrieb – der schlimmste Feind der Freiheit

Gerd Buurmann spricht mit Giuseppe Gracia und Birgit Kelle über den Terror, die Liebe und die Sehnsucht nach Herdenwärme. Anlass ist Garcias neuer Roman „Auslöschung".

Auslöschung", so heißt der neue, politisch brisante Roman von Giuseppe Gracia. Die Publizistin Birgit Kelle sagt über das Buch, es sei eine "als Roman getarnte Gesellschaftskritik über den ganz normalen Terror des Lebens und das Wunder der Liebe". Gerd Buurmann spricht mit Giuseppe Gracia und Birgit Kelle über den Terror, die Liebe und die menschlichen Sehnsucht nach Herdenwärme.

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Jürgen Rhode / 11.02.2024

@Christian Weis: Sie haben sich “Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht” im ZDF angetan? Das war schon in den 1970er Jahren unerträglich (“ta-ta, ta-ta, ta-ta - wolle mer ne reilasse?). Ich habe immer die Flucht ergriffen, wenn meine Eltern sich dies ansahen. Und jetzt, wo es wieder ‘in’ ist, Menschen ihr Menschsein abzusprechen und sie mit Fliegen oder Ratten zu vergleichen, sich eine solche vier Stunden lange Tortour anzusehen, läßt mich vermuteten, daß ihr Masochismus grenzenlos ist. Aber danke für den Hinweis zum Inhalt, der meine Vermutung bestätigt.

Rainer Niersberger / 11.02.2024

Masse und Massenphaenomene, von le Bon, Manetti u. a. detailliert beschrieben und erklaert, gefallen mir in diesem Demo - Zusammenhang noch besser. Wie auch immer, das menschliche Verhalten und insbesondere das Verhalten des deutschen Menschen und dessen Ursachen sind zumindest einigen gut bekannt. Auch wenn sie, die Ursachen, in Teilen auch hier tabuisiert werden. Die nach wie vor entscheidende Frage, die interessanterweise einer Antwort harrt, ist die nach einer Loesung.  Mit Appellen an die ratio oder den Aufruf zum Individualismus kommen wir wenig ueberraschend nicht weiter. Diese Antwort, auch wenn sie hier permanent umkreist wird, besteht in einem ( besseren) Gegenangebot ueber das limbischen System, das Wohlfuehlsystem, einer emotionalen Alternative fuer die Mehrheit. Damit sind, und das duerfte hier das Problem sein, die Liberalkonservativen draußen. Sie bieten nichts, frueher noch Wohlstandschance und Konsumismus, heute nicht einmal das.  Das entsprechende Hirnareal ist bildlich gesprochen von Rotgruen besetzt. Nicht zufaellig vor allem im Westen. Im Osten funktionieren noch, ebenfalls nicht zufaellig, die erfahrungsgestuetzten Trigger, und die sind sind nicht qua Sedierung und Sättigung sowie diversen Kompensationen ersetzt. Es gibt tatsaechlich noch den homo politicus. Im Westen gibt es nur noch niedrigschwellige Reflex - und Instinktbuendel, die auf die gruenen Trigger warten und konditioniert in der Masse wie Lemminge reagieren. Eine Therapie zur Wiederherstellung des homo sapiens aus der Regression kenne ich nicht. Deshalb kann zunaechst nur der Ersatz der schlechten, boesen “Fänger”, der Feinde, durch bessere im umfassenden Sinne, durch Volksfreunde, Trump und Orban z. B., funktionieren.  Gelingt er nicht, was aktuell in Sch’land zu erwarten ist, ist das von Artikeln begleitete Finale klar ersichtlich. So z. B. Reichelt auf Nius.

Albert Pflüger / 11.02.2024

Niemand hat über den Herdentrieb Erkenntnisse beizusteuern, die nicht in “Psychologie der Massen” von Le Bon bereits aufgeschrieben wurden. Ich habe die Gewohnheit, mir beim Lesen von anspruchsvollen Texten wichtige Stellen mit Bleistift zu unterstreichen. Bei diesem wären mir fast die Bleistiftminen ausgegangen. Leider stimmt die Lektüre nicht optimistisch.

Hartmut Laun / 11.02.2024

Gedanken zu den Aufmärschen, dem Herdentrieb und darüber hinaus: Alle Lebewesen streben bedingungslos nach Sicherheit, so auch wir Menschen. Sicherheit über alles, als fest in unserem “Bios” von einprogrammiert, unlöschbar, um zu überleben. Der Kieselstein am Strand wofür der 500 Jahre gebraucht hat, den einer 50 m ins Meer zurückwirft, ist der dann traurig und weint? Grundvoraussetzungen für dieses bedingungslose Streben sind genügende Nahrung, Trinken und eine Behausung, ein Zelt, Höhle, Wohnung oder ein Haus. Abgeleitet davon die Zugehörigkeit zu einer starken Gruppe (die Herde), welche Sicherheit vor dem bösen Nachbarn bedeutet, den es bekanntlich überall und immer gibt. Und schon sind wir bei den sog. alternativen Medien. Wer genau hinsieht der erkennt, dass auch die eine Herde bilden sich zu schützen. Verbunden mit den berühmten Versuchen vom Pawlow, den mit seinen Schäferhunden. Denen jedes Mal begleitet von einem Glockenläuten ihr Fressen zugereicht wurde. Nicht lange hat es gebraucht, dann hat nur der Glockenton gereicht und die Hunde bereiteten sich mit vermehrten Speichelfluss auf ihr Fressen vor, auch wenn kein Futter weit und breit zu sehen und zu riechen war. Das sind die Grundlagen der Werbung und der politischen Propaganda, Klima, Rechts e.t.c. In Summe, beide Vorgänge beruhen auf dem oben genannten Sicherheitsstreben und der Belohnung für das Befolgen der Regeln derjenigen, welche die Gruppe anführen, die uns Sicherheit s. o., als Gegenleistung versprechen. Sicherheit kostet Geld. Wer nur eine diese Sicherheit uns zerstören will, der erzeugt Angst vor dem Verlust. Und hergeleitet, nur oft genug die Glocke AfD als Gefahr für die Sicherheit geläutet, dann setzt der oben genannte Überlebensinstinkt, der Speichelfluss ein. Die Gefahr muss von jedem einzelnen, soll von dem Führer, der Partei, muss von seiner Gruppe beseitigt, eingekreist, isoliert und ausgeschaltet werden. So, und nun lasst uns über die Massenproteste gegen Rechts nachdenken und reden.

Thomas Szabó / 11.02.2024

Herdentrieb – schlimmster Feind - bester Freund: Meine Großmutter erzählte mir eine Geschichte: Es gab einmal ein Ährenfeld. Alle Ähren waren gleich, lehnten sich aneinander, teilten sich schwesterlich die Strahlen der Sonne und wogen sanft in der Brise. Nur eine Ähre wuchs größer, stärker, schöner als alle anderen, ragte über das Ährenfeld hinaus, hatte die ganze Sonne für sich und blickte stolz auf die mittelprächtigen Ähren herab. Eine Tages kam ein großer Sturm und die große, starke, schöne Ähre brach entzwei. Die anderen Ähren überstanden den Sturm unbeschadet, da sie sich gegenseitig stützten. Die abgebrochene Ähre erholte sich, beschloss aber nicht mehr über das Mittelmaß hinaus zu wachsen und wurde von der Gemeinde der Ähren liebevoll aufgenommen. Die Story hört sich etwas sozialistisch an, Großmutter war aber eine besonders fromme Katholikin der sanften & strengen Schule. Sie brauchte den damals noch herrschenden Sozialismus nicht, sie war sozial. Sie gab gerne, haute aber jedem hart auf die Finger, der zu viel nehmen wollte. Als meine Eltern noch bei ihr wohnten, knöpfte sie ihnen erbarmungslos ihre ganzen Gehälter ab und ließ Vater & Mutter nur ein bescheidenes Taschengeld: “Betriebskosten, Reinigung, Wäsche, Essen!” Als meine Eltern endlich eine eigene Wohnung fanden, fragten sie sich: “Wo nehmen wir das Geld her?” Großmutter sagte: “Da habt ihr das ganze Geld was ich euch abgenommen habe! Ich habe es für euch gespart. Ihr jungen Leute hättet es nur ausgegeben.” Meine Eltern konnten ihre erste Wohnung beziehen. Sozial geht auch ohne Sozialismus, Familie geht auch ohne Herde, Herde ist nicht gleich Herde.

Christian Weis / 11.02.2024

Der Herdentrieb war auch am Freitag bei der Mainzer Fastnachtssitzung erneut zu bewundern. Wo früher mit feiner, rhetorischer Kunst und Formulierung und Stichelei der politische Gegner filetiert wurde, geschieht das heute mit schwitzender Kreischerei. Dabei mit einem Sprachgebrauch tief aus der Fäkalien-Schublade und wie er unterirdischer nicht sein könnte. Würde einmal ein AfD-Mensch sich derart in der Öffentlichkeit über seine politischen Gegner äußern - es würde rund um die Uhr in Radio und TV präsentiert—- Steinmeier, etc. etc.  usw. usw.. Dazu die Arschkriecherei bei anwesenden Ministerpräsident- und sonstiger Politikerinnen. Pfui Deibel!

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