Dirk Maxeiner / 15.09.2016 / 06:15 / Foto: Sarah R. Webb/USAF / 16 / Seite ausdrucken

Club of Rome fordert Obergrenze fürs Geborenwerden

Seit über vier Jahrzehnten ist der Club of Rome ein liebgewonnener Begleiter auf unserem Weg in den Weltuntergang. Dabei hält er treu ein etwas abgegriffenes Pappschild hoch, auf dem steht: „Ungebremstes Wachstum ist unser Verderben!“ So auch in diesen Tagen wieder. Zur Erinnerung: Schon 1972 erschien im Auftrag des hochmögenden Vereins der Report "Die Grenzen des Wachstums". Die Propheten  machten allerdings einen Anfängerfehler und verkündeten einen verbindlichen Termin: Das Ende der wichtigsten Rohstoffe einschließlich der globalen Erdölvorräte legten sie auf die Jahrtausendwende. Wer sich heute an seiner Tankstelle darüber wundert, dass der Saft in Hülle und Fülle sprudelt, hat in dieser Sache das falsche Bewusstsein.

Mit seinen Untergangs-Prognosen bewies der Club of Rome eine ähnliche Treffsicherheit wie die Zeugen Jehovas, die den Weltuntergang bereits für 1975 vorausgesagt hatten. Seitdem schieben beide Endzeit-Sekten das Grande Finale mit einem Zeitpolster von ein paar Jahrzehnten vor sich her.  Auf diese Art und Weise muss man unangenehme Fragen erst beantworten, wenn man pensioniert oder im Himmel ist - also nie. Bis dahin lebt es sich sehr kommod, man wird als Mahner und moralische Instanz in Talkshows eingeladen und vom Spiegel oder der Zeit ausführlich gewürdigt.

Der jetzt vorgestellte Bericht des Club of Rome ist aber auch ein wirklicher Leckerbissen für Menschheits-Beglücker. Eine der aparten Ideen aus der Heimat des Weltuntergangs lautet: Wir brauchen eine Prämie für Kinderlose und Familien mit nur einem Kind. Da es schwierig sei, den ökologischen Fußabdruck des Einzelnen zu verkleinern, wäre es "hilfreich, wenn die Gesellschaft die Wachstumsrate der Bevölkerung noch mehr drosseln, idealerweise sogar ins Negative kehren würde". Man sollte Frauen, die maximal ein Kind großgezogen haben, "zu ihrem 50. Geburtstag einen Bonus von 80 000 Dollar zahlen". Ist ja super, die Altersversorgung ist gesichert. Zum Ausgleich könnt ihr ja eine Katze kaufen.

Kauf Dir eine Katze und die Altersversorgung ist gesichert

Aber hier zunächst mal die Übersetzung dieser famosen Idee ins Deutsche: Am geringsten belasten jene Menschen den Planeten, die gar nicht erst geboren werden. Ist doch logisch. Kinder sind schwere Klimaschädlinge. Und wenn sie doch geboren werden, dann sollten sie möglichst früh ableben. Ist auch logisch. Je länger der Mensch lebt, desto mehr Kohlendioxid hinterlässt er nämlich. Da bleibt nur das klimaverträgliche frühableben. Ich schlage vor, dass der Vorstand des Club of Rome im Verein mit der  Belegschaft des Umwelt-Bundesamtes mit gutem Beispiel voran geht und einen ersten Feldversuch startet.

Noch besser wäre es, wenn Vorstände des Club of Rome oder Abteilungsleiter im UBA gar nicht erst geboren würden. Falls das sich nicht vermeiden lässt, dann sollten sie  zumindest bettelarm das Licht der Welt erblicken, sagen wir mal im Kongo oder in Nigeria. Da leben die Menschen ökolgisch nämlich absolut vorbildlich und haben so gut wie gar keinen ökologischen Fußabdruck. Der wird erst größer wenn sie auf die Idee kommen, uns in Deutschland einen Besuch abzustatten, was in letzter Zeit ja ein wenig in Mode kommt.

Ein in Wohlstand geborenes Kind schädigt das Klima im Laufe seines Lebens um ein vielfaches mehr als jenes, das nichts zu essen hat. Da bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Kinder abzuschaffen oder den Wohlstand. Oder beides. Und da wir die Dinge in Deutschland etwas gründlicher zu tun pflegen als anderswo, kann die Parole nur lauten: Wir schaffen das! Es führt jedenfalls kein Weg daran vorbei: Wer lebt, schadet dem Klima. Mit Hilfe des Club of Rome kriegen wir jetzt endlich eine feste Obergrenze, nämlich fürs Geborenwerden.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag zum  Welt-Misanthropentag

Foto: Sarah R. Webb/USAF Flickr via Wikimedia

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Leserpost

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Hajo Störk / 15.09.2016

Und Gott sprach: seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan. Wenn man sich die deutsche Kulturlandschaft und die Bevölkerungsdichte anschaut, sind wir hier noch ganz gut dabei. Übrigens mit einer Kultur, die Klimaänderungen recht gut verkraftet.  Andere Teile unseres Planeten haben da ganz erheblichen Nachholbedarf - es braucht noch viel mehr Leute, um die Antarktis, die Sahara und den australischen Outback in ähnlich menschenfreundliche Landschaften zu verwandeln. Den Misanthropen fehlt es dafür an Fantasie.

Norbert Opitz / 15.09.2016

Zu Spät! Der Club of Rome kommt mal wieder zu spät. Alles schon mal in bessere Worte gefasst worden. Zum Beispiel von Dudo Erny in seinem Buch “Die Grünschwätzer“. Für mich war dieses Buch absolut erhellend und wunderbar frei. Es hat sich nicht von vornherein irgendwelchen humanistischen oder “grünen“ Denkverboten unterworfen. Eine weitere kleine Portion Realismus würde auch Herrn Maxeiner guttun! Auch weiterhin ein treuer Leser, mit freundlichem Gruß Norbert Opitz

K. Broscheit / 15.09.2016

Wenn wir ein solches Bevölkerungswachstum wie z.B. Nigeria seit 1950 gehabt hätten, dann hätten wir jetzt über eine Milliarde Einwohner, also alles 10-mal größer. Mit entsprechendem Ressourcenverbrauch an Land, Bodenschätze etc.. Stattdessen nimmt unsere Bevölkerung ab und wir sind also auf dem richtigen Weg. Dagegen sieht es bei den “Völkerwanderern” exakt andersherum aus. Sie verdoppeln sich mit ihrer Bevölkerung alle paar Jahre exponentiell, z.B. Nigeria mit ca. 150 Mio Einw.  jetzt, hat bald 300 Mio, dann 600 Mio und wir werden noch die 1,2 Milliarden Einwohner dort erleben. Da schon jetzt ihre Bevölkerung hungert und daher “relativ” wenig Ressourcen verbraucht, werden überall dort noch mehr Kriege ausbrechen und die X-Milliarden sich auf den Weg zu uns machen und sich nicht darum kümmern, ob wir sie eingeladen haben oder nicht. China ist das einzige Land, das jemals etwas gegen die eigene Bevölkerungsexplosion gemacht hat und sich dennoch für die kommenden Kriege um die Ressourcen vorbereitet.

Tomas Poth / 15.09.2016

Ja wenn diese Regel denn von den Ländern mit reichlich Geburtenüberschuss befolgt wird, meinetwegen.

Florian Bode / 15.09.2016

Es ist wie bei jeder Religion. Erst den Menschen Schiss und Schuldgefühl eingejagt. Der Schuld kann er alleine nicht entrinnen. Wie denn auch, es bedarf dazu ja der externen Vergebung. Diese wird dann von den Hohepriestern angeboten, gegen Gebühr natürlich. Hokus pokus ego te absolvo.

JF Lupus / 15.09.2016

Das Rezept hat man von der heiligen Mutter Kirche aus dem Mittelalter übernommen: Angst hält die Menschen klein, ein schlechtes Gewissen fördert zusätzlich die Unterwürfigkeit. Das hat Jahrhunderte lang funktioniert. Und funktioniert noch. Nur wurde die katholische Kirche ersetzt durch Vereine wie Club of Rome, Weltklimarat, BUND… alles Scharlatane im Dienste der Machthaber. Weiteres Beruhigungsmittel, wie im ollen Rom: panem et circenses. Oder, wie bei Huxley, das Soma. Öffentlich rechtliche Sender als willfährige Diener der Machthaber, dazu unzählige völlig sinnfreie “Privatsender”. Heile Welt und Ablenkung. Fußball auf allen Kanälen, Olympia, Formel 1 oder Tour de France - unangenehme politische Entscheidungen werden gerne während sportlicher Großveranstaltungen klammheimlich beschlossen. Basis für politische Fehlentscheidungen ist, außer Merkels realitätsbefreiter Starrsinnigkeit, nicht selten ein Gutachten, Report oder eine Äusserung der oben genannten Vereine. Und die Lemminge trotten weiter brav hinterher. Bis zum Ersaufen.

Peter Müller / 15.09.2016

Ic h stimme auch nicht mit allem überein, was der Club of Rome so herauslässt. Aber dass die Erde überbevölkert ist, stimmt einfach. Vor wenigen Jahren waren es noch 6 Milliarden, jetzt gehen wir auf acht Milliarden zu. Und jeder Mensch mehr “saugt” an den begrenzten Ressourcen. Erdöl wird in wneigen Jahren komplett verbraucht sein, Fracking gab lediglich einen Aufschub. Wir werden später in den Geschichtsbüchern lesen, dass wir die Generationen waren, die in nur 150 Jahren ALLE Erdölvorräte verbraucht haben. Finden Sie das gut, Herr Maxeiner? Auch alle anderen Ressourcen sind begrenzt. Jeder Mensch braucht Platz und Nahrung, will ein Auto und ein Handy. Und: Man kann kinderlieb sein und darf trotzdem weniger Kinder fordern. Niemand muss sterben, damit wir weniger Menschen sind - und damit die Erde schonen. -auch für unsere Kinder Warum machen Sie sich lustig? Ich finde die Argumentationskette ganz und gar nicht lächerlich.

Hans Meier / 15.09.2016

Eines vorneweg, die „Geistes-Sprech-Schaftler“ vom „Club of Rom“ haben allesamt keine Lehre oder Berufsausbildung abgeschlossen, sie sind ganz klar „Parkplatzwärter der Illusionen“. Nicht mehr, und ganz bestimmt auch nicht in irgendeiner Weise ernst zu nehmen, eben ausschließlich nur ein Rudel von Dummschwätzern. Was haben die vor Jahrzehnten alles vorhergesagt? Und was zeigt die Realität? Die elende Knatscherei von Depri-Vögeln ist eine psychische Konstellation von „sich wichtig machenden Kaffeesatz-Schamanen“ die einen an der Klatsche haben!

Christian Goeze / 15.09.2016

Ich bin ganz Ihrer Meinung, der Club of Rome und von mir aus das Umweltbundesamt sollten endlich mit gutem Beispiel voran gehen und freiwillig ableben. Als ein 1962-Geborener hat mir der Club of Rome eine wunderschöne, unbeschwerte Kindheit beschert, wusste ich doch schon mit 10 Jahren, dass das Ozonloch bei jedem Griff zum Haarspray unaufhaltsam zerstört wurde. Die Ausssichten für das Jahr 2000 waren äußerst trübe. Für mich gehört der Club of Rome zum Organisierten Verbrechen und gehört entsprechend bestraft.

Michael Scheffler / 15.09.2016

Es ist erstaunlich, dass man selbsternannten Experten so viel Gehör schenkt. Man wirft den Menschen des Mittelalters vor, Hexenverbrennungen durchgeführt zu haben.  Wir sind da schon einen Schritt weiter. Wir lassen die Kinder gar nicht erst zur Welt kommen.

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