Wer jetzt auf Annegret Kramp-Karrenbauer einprügelt, als habe sie die Karre ihrer Partei störrisch in den Graben gefahren, hat nichts verstanden. Er schlägt auf den Sack, ohne den Esel zu treffen. Dass sie die CDU überrumpelt hätte, den Verein im Handstreich an sich brachte, kann der Frau niemand vorwerfen. Sie ist lediglich ein Geschöpf aus der Zucht deutscher Politiker-Vermehrung: die schwarze Ausgabe der roten Andrea Nahles, weniger temperamentvoll, aber ebenso überfordert.
Die unterschiedliche Kostümierung kann nicht länger darüber hinwegtäuschen, dass die Gescheiterten aus demselben Stall kommen: aus Sonderschulen, die sie dazu erzogen haben, vor sich hin zu regieren, als ob die Podien ihrer Parteitage die Bretter der Welt bedeuten würden. Der Weg ist vorgezeichnet, für die einen wie die anderen. Mit leichter Verzögerung folgt die CDU der SPD auf dem Fuß. Die FDP ist beiden längst vorausgeeilt. Und Die Grünen? Sie haben zwar Fahrt aufgenommen, doch nur, um später ebenso in den Strudel zu geraten.
Treiben sie doch alle im selben Strom vorbei an der Realität des 21. Jahrhunderts. Wie der Hofstaat von Versailles haben sie sich in der splendid isolation ihrer Tagträume eingerichtet. Der Inzucht der Parteien entwachsen keine kreative Köpfe mehr, nur noch Dilettanten, die sich einbilden, sie könnten, was sie zu können vorgeben, heute dies, morgen das.
Von der Geschichte überrollt
Gleich der SPD muss jetzt die CDU eine Casting-Show veranstalten, um wieder ein Oberhaupt zu finden, das womöglich zur Kanzlerin oder zum Kanzler gekürt werden könnte. Ohne das Personal, das fähig wäre, die Gesellschaft politisch zu organisieren, stehen die etablierten Parteien nackt vor den Bürgern, von denen sie alimentiert werden. Die sinkende Halbwertzeit der Anführer offenbart das Ende einer Ära.
Wo sie mit Ideen und Konzepten überzeugen sollten, können sich die politischen Konkurrenten nur noch gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Die Geschichte ist über die Parteien hinweggegangenen. Als gesellschaftlich gestaltende Kräfte haben sie ausgedient wie der Adel 1789, im Vorfeld der Französischen Revolution. Mag sich die Lethargie noch eine Weile hinziehen, der Zerfall der alten Ordnung beschleunigt sich offensichtlich. Oder wie sonst wäre die jüngste Krise zu erklären, das kopflose Durcheinander in den Reihen der CDU, nachdem AKK hingeschmissen hat.
Kein Platz für Experten
Merz, Laschet oder Spahn? Was spielt das noch für eine Rolle! Wer immer das Rennen am Ende macht, er bleibt machtlos gefangen im Betrieb der politischen Lemuren. Für Experten, wie sie das Land bräuchte, um für die Zukunft gerüstet zu sein, ist unter den Amateuren kein Platz. Was fehlt, sind kluge Köpfe, die wissen, was zu tun ist, weil sie noch mit beiden Beinen im Leben stehen. Dass sie unter „den Menschen draußen im Land“, unter bald 83 Millionen Deutschen, nicht zu finden seien, ist eine Schutzbehauptung, mit der jene das Volk einlullen wollen, die um ihre Pfründe fürchten.
Eine Demokratie aber, deren Repräsentanten auf dem Bestehenden beharren, ist nicht mehr und nicht weniger als politisches Schmierentheater. Was demnächst auf dem Spielplan steht, werden wir sehen, spätestens bei der kommenden Bundestagswahl. Die Gefahr, dabei abermals ausgepfiffen zu werden, steigt für die Altparteien zusehends. Zeit genug, um zu überlegen, wer dann als Prügelknabe herhalten muss.

Ist doch alles ganz einfach zu erklären. Kluge, kreative Köpfe, die mit beiden Beinen in der Realität stehen, gehen zur AfD. Was soll ein intelligenter, vorausschauender Mensch aber in der CDU? Er müsste sich in einem immer engeren Meinungskorridor bewegen, gedeckelt und eingehegt von aberwitzigen Vorstellungen und Überzeugungen der CDU, die nicht angetastet und als Fehler deklariert werden dürfen: Euro/EU, Energiewende und zuletzt das Desaströseste von allem, die verheerende Migrationspolitik! Wer hier etwas korrigieren will, macht sich sofort der Nähe zur AfD verdächtig. Das ist das Dilemma der CDU: Der einzige rettende Ausweg liegt allein in dem, was die AfD fordert, und genau deshalb ist dieser Ausweg für die CDU nicht gangbar. Wie ein trotziges Kind, das lieber erfriert, als einzugestehen, dass es sich besser wärmer hätte anziehen sollen und nun den warmen Mantel verweigert, nur um nicht das Gesicht zu verlieren. Und mit ihrem Hass auf die AfD machen sie alles nur noch schlimmer. Das ist für einen wirklichen, beseelten, engagierten Politiker, der auch noch sein Land liebt, keine politische Heimat mehr!
Danke Herr Rietzschel, das ist nüchtern und sehr klar. Sie haben Recht! Der Laden bringt nichts neues hervor und in solchem Filz wird auch nichts anwachsen oder gar durchwachsen. Ich hoffe mit Ihnen, dass die Dinge in den Parteienfilz sich so entwickeln wie Sie das voraussehen. Am liebsten noch viel schneller. b.schaller
Ich ziehe den Vergleich zu 1989, als Egon Krenz sagte: „Wie wir es machen, wir machen es verkehrt.“ Wer jetzt Kanzlerkandidat wird, muß auf eine baldige Ablösung dringen, sonst ergeht es ihm wie Frau AKK. Aber die Alte wird keinen Platz machen. Zuzutrauen wäre der Sturz Merz, doch dann bricht die Groko, und bis zur Neuwahl kann er die verlorengegangenen Wähler nicht wieder einsammeln. Die nachfolgende Koalitionsbildung wird nicht gerade einfacher als die in Thüringen...
"Zeit genug, um zu überlegen, wer dann als Prügelknabe herhalten muss." Die Antwort ist ja schon jetzt klar: Kapitalismus (weg davon), Banken (Verstaatlichung), Vermögende (Enteignung), Weisse (weitere Diskriminierung), Alte und Kranke (immer größere s.g. "Lieferengpässe" bei Medikamenten), Männer (da in allen Bereichen sowieso schlechter als W/D), Sionisten (Sie wissen ja!), ...
Merkel, die beliebteste Politikerin in Deutschland auf der nach oben offenen Richterskala : "Ich liebe doch alle Menschen, ich liebe doch - alle- Genossen" " Niemand hat die Absicht- zurückzutreten" "Wann wir schreiten seit an seit" " Ich werde noch in Hundert Jahren (als Klone) weiter regieren. " Dem ISLAM und MIR gehört Deutschland - und morgen der ganzen Welt." Die Massenverblödung in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
Sorry, aber ich sehe KEINE EINZIGE Persönlichkeit im Berliner Polit-Stadl, die auch nur ansatzweise als Kanzler taugen könnte. Die jetzigen sogenannten Parteispitzen sind alles Taugenichtse. Merz – OGott, Laschet – OGottOGott, diese Grün-Hampelchen, diese SPD-Irrlichter… Nein, es ist keiner Sicht.
25% der Deutschen in Thüringen sind moderne Prügelknaben, die von den wütenden Bisherparteien ausgepeitscht werden. Diese können nur noch strafen, die Eskenisierung der Parteienlandschaft schreitet voran. Dabei besteht die größte Lust darin, Konkurrenten direkt über eine Weisung der Diktatorin zu entsorgen. Dies ist, wie Herr Rietzschel zurecht ausdrückt, politisches Schmierentheater, veranstaltet von Menschen, die oft keinerlei kreativen Beiträge zum Bruttosozialprodukt aufweisen können. Vom Hör- in den Plenarsaal zur direkten Machtbefugnis, d.h. dem Ableiten der Zahlungsströme auf eigene Konten, wie bspw. bei der AWO, einem Verband in den glitschigen Gnadenhänden der SPD. Deutschland wäre überreif für eine neue Partei, aber weder Merz noch ein anderer fasst den Mut, es umzusetzen. „Merkel hat von Anfang an auf deutsche Schwächen gesetzt: Anpassungsbereitschaft, Ehrfurcht vor Autoritäten, Statusgehorsam, das Geltungsbedürfnis.“ (Getrud Höhler) Damit peitscht sie aktuell eine Partei von den Trögen weg, die aber in Ermangelung von Alternativen, von immer mehr Menschen gewählt wird. Das Ende der CDU wurde in diesen Tagen eingeläutet und Merkel's Unfähigkeit ist das Feuer, in dem die vermeintlichen Brandmauern einfach morsch umkippen.