Ulli Kulke / 23.02.2020 / 12:00 / Foto: Tommke / 125 / Seite ausdrucken

Kein Dialog, kein Zuhören, keinen Fußbreit

Es fällt schwer, nach der unfassbaren Tat von Hanau mit elf Toten – auch – sachliche Gedanken zu fassen, es muss aber sein. Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass die durchgeknallte Tat von Hanau angesichts der verschwurbelten, rechtsradikalen, rassistischen Kommandoerklärung in irgendeiner Weise denen Genugtuung verschafft, die ähnliches mit sich im Kopf führen, ohne zu solchen Taten zu schreiten. Auch nicht, dass der Graben der Gesellschaft, der längst die bürgerliche Mitte klaffend durchzieht, sich noch weiter öffnet.

Bei allem Erschrecken muss hierbei auch festgestellt werden, dass sich beide Seiten voneinander entfernen, nicht nur die eine. Und es wundert schon ein wenig, dass gerade diejenigen, die ansonsten sämtliche mörderischen Großkonflikte auf der Welt nur mit Dialog und Aufeinanderzugehen lösen wollen, unsere derzeit allergrößte Gefahr, die geradezu explosive Spaltung des Landes, mit der entgegengesetzten Methode zu entschärfen entschlossen sind: Kein Dialog, kein Zuhören, keinen Fußbreit. Wer es dennoch versucht, wie Sigmar Gabriel oder Kristina Schröder, der wird gnadenlos im ganz großen Chor zurückgepfiffen, wenn nicht gleich auf der Seite der Verfemten angesiedelt.

Unabhängig davon, ob der geisteskranke Rechtsextremist und Rassist (das war nun mal wirklich einer) sich persönlich in irgendeiner Weise an Äußerungen der AfD orientiert hat oder nicht: Ja natürlich stimmt es, dass die Hetze der Partei das ihre dazu beiträgt, dass Menschen wie jener Tobias Rathjen so denken wie sie denken: Auch diesseits völlig außenstehender Formulierungen wie „Vogelschiss“ oder „Erinnerungskultur um 180 Grad wenden“ zeigt die Wortwahl, die Begrifflichkeit ihrer Strategen, dass sie ihr Megafon nach Rechtsaußen richten, und nicht über den Graben hinweg argumentieren wollen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Aber ist wirklich das der Stoff, aus dem Verschwörungsanhänger hervorgehen, Psychopathen, diejenigen, die meinen, alle anderen seien unisono gegen sie und sie müssten deshalb gewaltsam ausbrechen, weil nur sie wissen, dass sie Recht haben?

„Probleme, die gar nicht existieren“

Zum Thema Verschwörung: Pegida hat unlängst ihren fünften Geburtstag gefeiert. Ein Milieu, das nicht jedermanns Sache ist, so ungefähr das Gegenteil von dem, wie sich die weltmännisch gesinnte politische Klasse ihre Umwelt vorstellt, Deutschlandfähnchen, Pepitahütchen, Herrenhandtäschchen. Aber sie hatten und haben ein Anliegen. Sie sind gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ – und sind damit von Anfang an aufgelaufen. Wie der Springerverlag seinerzeit Ostzone damals nur als solche bezeichnete oder allenfalls die DDR in Tüddelchen setzte, so scheinen seither beim Begriff Islamisierung ebenfalls ein „sogenannt“, ein „vermeintlich“ oder eben auch die Anführungszeichen obligarotisch bei allen Qualitätszeitungen. Generös gestand man noch ein, jedermann habe „das Recht, Dummheiten zu verbreiten wie die angebliche Islamisierung“. Der Begriff wurde als „Quatsch“ bezeichnet, „Probleme, die gar nicht existieren“, „Wutkleinbürger, die von der Islamisierung des Abendlandes delirieren“. Der damalige Justizminister Heiko Maas sagte: „Niemand in Deutschland muss Angst haben vor einer angeblichen Islamisierung des Abendlandes. Das ist ein ideologischer Popanz."

Der Tenor: Wir wissen es alle besser als du kleiner Kleinbürger, und wir haben die Zeitungen und die Rundfunkanstalten in der Hand, bätsch – so etwa kam das dann an. Auch hierbei war das Megaphon vor allem in die eine, die eigene Richtung gelenkt, um gutes Wetter dort bemüht, dann aber, mit Häme und Schadenfreude, auch über den Graben hinweg, im vollen Bewusstsein der größeren Lautstärke, Reichweite.

Womöglich kam dann auf der anderen Seite, bei den Kleinbürgern, vor ein paar Wochen nun auch eine weitere Meldung an. Und vielleicht hat die auch so einer gehört, der Verschwörungstheorien nicht abgeneigt ist.

Jetzt hat sich dieser Tage nämlich ein weiterer „Wutkleinbürger“ zu Wort gemeldet: Emmanuel Macron. Frankreichs Präsident hat angekündigt, Teile seines Landes von Islamisten „zurückzuerobern“. Ganz offiziell, staatlicherseits sind in Frankreich inzwischen 47 vornehmlich städtische Gebiete im ganzen Land als „quartier de reconquete republicane“ ausgewiesen. „Zurückeroberung“, aus islamistischer Hand. Eine Formulierung, die hierzulande – bis jetzt zumindest – undenkbar wäre. Der AfD wurde es jedenfalls als Ausgeburt des Faschismus quittiert, als sie mal sagte: „Wir holen uns unser Land zurück“.

Macron hat all dies übrigens nicht in den Banlieues von Paris gesagt, sondern in einem offenbar islamisierten Viertel von Mühlhausen, Elsass, einen Steinwurf von Baden-Württemberg entfernt. Auch eine Studie der Pariser Sorbonne-Universität warnte kürzlich, dass Islamisten in vielen französischen Vorstädten bereits die Alltagskultur und die öffentliche Ordnung weitgehend unter ihrer Kontrolle haben. Siehe auch hier. 

Islamisierung – nur ein Popanz? Nur ein Delirieren? Vielleicht sollte man einmal nüchtern darüber sprechen, man kann hierüber geteilter Meinung sein. Diejenigen nur als Wutkleinbürger abzutun, das baggert den Graben mit großen Schaufeln nur noch tiefer. Verschwörungstheoretiker ziehen aus so etwas jedenfalls ihre Nahrung. Vor allem, wenn solche Vorhaltungen, solche Häme, aus dem Munde derer kommen, die es sich leisten können, ihre Kinder in Privatschulen zu schicken, damit ihre lieben Kleinen in gutbürgerlicher Umgebung, möglichst entfernt von muslimischen Mitschülern, die womöglich auch mit Sprachproblemen, aufwachsen dürfen, wo dann die Kinder der Wutkleinbürger hingeschickt werden.

Man hat schon einmal entspannter debattiert als heute

Frankreich ist nicht Deutschland, gewiss, aber die Situation in vielen Vorstädten von Berlin, Bremen, im Ruhrgebiet heute, auch im Frankfurter Raum, mit vielfach beklagten Parallelgesellschaften, ist ziemlich genau das, was man vor etwa zehn oder zwanzig Jahren in Frankreich sehen konnte, und was weitblickende Demografen damals auch für Deutschland für möglich hielten – nicht zu Unrecht, wie sich zeigte. Und was ist jetzt in zehn Jahren hier, bei uns? Darf man das fragen?

Das Problem Migration, das hinter der Spaltung der Gesellschaft steht, und – dies abzustreiten wäre töricht – natürlich auch psychopathische Verschwörungsanhänger auf den Plan ruft, kann und muss jeder nach seinem Gusto einschätzen und in Zeitung, TV oder Smalltalk einbringen. Man hat die Vielfalt der Meinungen darüber schon einmal entspannter debattiert als heute. Was nicht geht, ist, es einfach unter den Teppich zu kehren, wozu sich gerade jetzt, nach Hanau, so viele wieder berufen fühlen. Natürlich träfe auch Bundesinnenminister Seehofer eine Mitschuld an Hanau, so wurde kürzlich ein Zeitungskommentar sogar in der Presseschau zitiert, weil er gesagt habe: „Die Migration ist die Mutter aller Probleme“. Unterschwellig wird dabei so getan, als habe er nicht von Migration sondern von Migranten gesprochen – und vor allem, als habe er dies als Argument im öffentlichen Diskurs nach außen hinausposaunt.

Dabei stammt das Zitat aus einer CSU-Klausurtagung im September 2018. Hätte er als Innenminister, als Verantwortlicher Minister, auch intern sagen sollen: Die Migration schafft überhaupt keine Probleme? Gegenteiliges zu behaupten, liebe Parteifreunde, ist dem Land und dem Volk nicht zuzumuten? Wieviel Verdrängung wird hier von der Sachpolitik eigentlich verlangt?

Die Bild am Sonntag wollte ihn genau in dieser Hinsicht damals offenbar bewusst falsch verstehen, als sie schrieb, Seehofer habe damit „mal eben 19,3 Millionen Deutsche mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund dis­kre­di­tiert.“ Ein durch und durch heuchlerisches Argument. Denn dies würde die Situation der Deutschen mit Migrationshintergrund zementieren: Einmal Migrant, immer Migrant. Und wer sagt eigentlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die seit Jahrzehnten hier leben, diejenigen seien, die am lautesten nach offenen Grenzen rufen? Gerade jetzt, nach Hanau.

Dem Publikum offenbar nicht zuzumuten

Interessant war es, als am gestrigen Freitag im Berliner RBB im „Ländermagazin“ um 18.00 die Interviews mit einigen Bürgern mit Migrationshintegrund gezeigt wurden, die man auf der Straße oder im Laden angesprochen hatte. Die Frage an alle: Was für Gefühle sie jetzt nach Hanau hätten, und ob Angst vor Rechtsradikalen jetzt eine größere Rolle spielte. Einige wirkten – bei aller geäußerten Betroffenheit wegen Hanau – entspannt, andere nicht, meinten es sei durchaus schlimmer geworden. Eine Frau nannte auch einen Hintergrund: Seit fünf Jahren, „seit so viele Flüchtlinge gekommen sind“, so sagte sie, habe sich die Bedrohung erhöht.

Noch interessanter war es dann eineinhalb Stunden später, bei der Abendschau des RBB, den Lokalnachrichten. Sie hatten sich ganz offenbar aus demselben Filmmaterial (Footage) bedient, viele Stimmen hörte man da zum zweiten Mal. Jene Frau hinterm Ladentresen, die mit den „Flüchtlingen“, war nicht darunter. Dafür eine andere, die das mit den „fünf Jahren“ auch erwähnte – aber eben ohne Flüchtlinge. Das war dem Publikum offenbar nicht zuzumuten.

Mein langjähriger Friseur, vor langer Zeit aus der Türkei eingewandert, sagte einmal beim Haareschneiden, ohne, dass wir uns vorher überhaupt unterhalten hätten, als draußen vor der offenstehenden Tür zwei arabisch sprechende Männer vorbeigingen: „Es gibt zu viele Ausländer hier. Okay, ich bin ja auch einer. Aber es sind zu viele.“ Thema wieder beendet, auch ich habe nichts dazu gesagt, mir fiel einfach nichts ein.

Den „Wutkleinbürgern“ nur noch mit Arroganz beikommen...

Wie gesagt ist jetzt der falsche Zeitpunkt, ein paar Tage nur nach der Tat von Hanau, über die Aufnahmekapazität des Landes zu debattieren, was die Einwanderung aus muslimischen oder anderen Kulturkreisen angeht. Wir haben aber allen Grund, gerade jetzt, da die Spaltung des Landes deutlicher als je zuvor im Raum steht, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Ja, natürlich kommen die Ölgießer auch von rechts. Das Feuer können die allerdings umso stärker entflammen, je arroganter und heuchlerischer wir ihnen begegnen.

Wie es aussieht, kommt eine recht große Gefahr aus dem unberechenbaren Bereich von introvertierten, im Netz sich radikalisierenden, mit Scheuklappen versehenen Psychopathen, Durchgeknallten, mit rechtsradikalem, rassistischen Hintergrund. Verschwörungsanhänger. Wer jetzt eine Einheitsmeinung beim größten Problem des Landes einklagt, wer Seehofer, die CDU und die FDP dabei auch noch aus dem demokratischen Spektrum hinausargumentieren will, wer den „Wutkleinbürgern“ nur noch mit Arroganz beikommen will, auch weil er ganz reale Entwicklungen einfach verdrängt, der wird sein blaues Wunder erleben. Erfurt und Hanau sind so welche.

Man könnte ja auch einfach mal diskutieren. Über Islamisierung, den Begriff, warum nicht. Er kann ja nicht allein schon tabu sein. Von Christianisierung reden wir auch. Oder nicht? Themen könnten sein: Wo fängt sie an, die Islamisierung, wo ist, wo wäre sie vollendet? Christian Wulf darf dann erklären, wie der Islam heute ganz klar zu Deutschland gehört, wenn der Begriff Islamisierung nur ein Popanz ist. Und dann laden wir noch Macron ein, der uns erklärt, wieso er „Rückeroberung“ sagen darf, aber das „Land zurückholen“ ganz klar faschistisch konnotiert ist.

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K.Richter / 23.02.2020

Sehr geehrter Herr Kuhlke, Sie schwadronieren in Ihrem Text von “miteinander reden”, von “aufeinander zugehen” und von “abrüsten”. Das sehe ich ganz genau so. Bliebe aber eine Frage im Raum. Wie stellen Sie sich das denn konkret vor? Die AfD wurde 2013 als Eurokritiker-Partei gegründet und wurde von ERSTEN TAG an, auf JEDE ERDENKLICHE Weise, attackiert, verleumdet und ausgegrenzt. Nennen Sie mir EIN EINZIGES Beispiel für eine positive, ach was sage ich, für eine sachliche Äusserung aus den anderen Parteien oder deren Handlangern in den Medien!? Kennen Sie nicht?? Ich auch nicht!! Im Gegenteil, es wurden ganze Heerscharen mobilisiert, um irgendein Häärchen in der Suppe zu finden, um daraus eine ganze Perücke herbei zu phantasieren. Aber wem schreibe ich das? Sie kennen diese Vorgehensweise, z.B. von Ihrem ehemaligen Brötchengeber “Welt”, doch besser als jeder andere. Selbst wenn sich AfDler in gemäßigter Form um Annäherung bemühten, gäbe es genügend “Strategen”, die das ins Gegenteil verkehren würden. Oder als was empfinden Sie die absolut hirnlosen Äusserungen einer thüringer LInkenchefin, dass man die zunehmende Gefahr durch die AfD auch darn erkenne, dass sie selbst durch AfDler zu einer Tasse Kaffee eingeladen wurde?  Dialog ist IMMER auf Zweiseitigkeit angewiesen und für Ihre Phantasterei, sehr geehrter Herr Kuhlke, fehlt zumindest EINE Seite und die heißt nicht AfD.

Roland Stolla-Besta / 23.02.2020

Jawoll, wir sollten über den Islam und die Islamisierung Europas reden und diskutieren. Jawoll – und jetzt Sarkasmus pur:  nicht alles am Islam ist schlecht. So finde ich es z.B. supertoll, daß die Mädels eingemummelt einige Schritte hinter ihren Männern herdackeln dürfen. So liebe ich multikulti! Und da scheine ich mit einigen Neo-Feministeusen d’accord zu sein.

Sabine Heinrich / 23.02.2020

Ich kann - bezogen auf die AfD - nirgends “Hetze der Partei” entdecken - und ich habe mir das Programm gut durchgelesen und Augen und Ohren offengehalten. Was soll das also, Herr Kulke? Mit solch einer Äußerung (und anderen, die hier bereits von anderen Kommentatoren kritisiert wurden), begeben Sie sich auf den Mainstream - wer weiß, warum? Ich erinnere mich sehr genau, dass schon vor vielen Monaten linksgrüne Leute geäußert haben, dass sie mit Leuten von der AfD - vielleicht haben sie sogar das N-Wort verwendet - nicht reden würden. Von Mitgliedern der konservativen Partei habe ich so etwas nicht vernommen. Was “Hetze” ist und von welcher Seite sie kommt, kann man wunderbar sehen, wenn man sich z.B. bei NDR.de die inzwischen über 70 Kommentare zum Ergebnis der Hamburger Wahl ansieht. Da wird nicht gespart mit den begriffen “Nazis” und “Faschisten”. Übrigens: Das Ergebnis zeigt, dass bei den meisten Hamburgern offensichtlich die Gehirnwäsche durch die Medien und aufgepeitschten Berufsdemonstranten gewirkt hat. Bravo! Selbst denken, sich gründlich informieren ist ja auch viel zu anstrengend. Ganz nebenbei: Der Bildungsstandard in Hamburg war bereits vor Jahrzehnten so schlecht, dass Schüler, die nach Schleswig-Holstein übergesiedelt sind, in der Regel um ein ganzes Schuljahr zurück lagen und das Jahr hier wiederholen mussten. Ich sehe mit einiger Schadenfreude, wie HH weiter gegen die Wand gefahren wird. Mir tun nur die vernünftigen, nachdenklichen Bürger leid, die das, was sich in den nächsten Jahren in HH abspielen wird, mit auszubaden haben.

Roland Bieler / 23.02.2020

Kein Dialog. Kein Zuhören. Ja klar! Dialog ,Zuhören und Ebenbürtigkeit der Diskutanten würde das Ende der links grünen Deutungshoheit, Vor allem in den Öffentlich Rechtlichen ,bedeuten! Ein gespaltenes Volk lässt sich leichter regieren als ein EINIG DEUTSCHES VOLK!

Wolfgang Richter / 23.02.2020

Auch dieser Autor hält es für nötig, die “Thesen” eines erkennbar psychisch Kranken politisch zu bewerten? Dem Mainstream angepaßt? Wie wär’s mit Beileid den Opfern u. Hinweis darauf, daß dieser Täter offenbar erkennbar seit Dekaden, erkennbar an den Texten sdeiner Selbstanzeigen an diverse Behörden, unter diversen “verschmorten” Synapsen litt.  Er deshalb vermutlich ohne Suizid von keinem Gericht verurteilt worden wäre, sondern man ihm eine Dauer-Therapie verordnet hätte. Auch kein Satz dazu, daß die Bundesanwaltschaft bei der dortigen Selbstanzeige Nov. 2019 keine rassistisch oder sonstwie strafrechtlich zu bewertenden Ansätze feststellte, sich jetzt genau gegensätzlich politisch korrekt einspannen läßt. Und auch kein Wort dazu, daß es keine Behörde für angebracht hielt, trotz der psychischen Auffälligkeiten, vom Täter selbst schriftlich zusammengestellt, mal das Gesundheitsamt zum “Hausbesuch” aufzufordern u. vor allem ein mögliches Gefährdungspotential zu prüfen. Sollte eigentlich Standartmaßnahme sein. Spätestens dabei wäre man auch auf den legalen Waffenbesitz gekommen, zu einer Überprüfung desselben u. hoffentlich zu einer Rücknahme der Erlaubnis. Und auch aufgrund der inzwischen thematisierten, amtsbekannten Übergriffigkeiten des Grünen Vaters, bei dem er lebte, wäre eine Prüfung der Waffenbesitzerlaubnis u. der sicheren Unterbringung mit Ausschluß der Zugriffsmöglichkeiten für den Vater oberstes Gebot gewesen. Das hätte ich mir von einem noch zu schreibenden Text zu dem Thema erwartet, Chance vertan.

Th. Radl / 23.02.2020

“Und was ist jetzt in zehn Jahren hier, bei uns? Darf man das fragen?” Darum geht es doch: Nein, darf man nicht! Dabei ist doch unerheblich, ob man über Hanau reden möchte, über den Zustand der Demokratie “nach Thüringen” oder über Zuwanderung im Allgemeinen oder auch mal anlassbezogen, wenn etwa ein Kind auf dem Bahnhof vor einen Zug gestoßen wird und zu Tode kommt. Warum liest man wohl sowas wie die Macron-Offensive oder über die Zustände in schwedischen Großstädten nicht in der deutschen “Qualitätspresse”, und wenn, nur als Randnotiz? Tja, allein so etwas zu thematisieren: Wir müssen über Ihre Oma reden - die Nazi-Sau! Die GröKaZ stammelt etwas wie “Hass und Hetze vergiften die Gesellschaft” und im heimischen Käseblättchen kann ich heute lesen, dass die Sitzung des örtlichen Karnevalsvereins ein toller Erfolg gewesen sei. Auf dem Bühnenbild waren die AfD als blaue Mülltonnen mit der Aufschrift “Alternative für Dumme” abgebildet und aus den Sondermülltonnen schauten Boris Johnson und Donald Trump! Dass beide (vom Volk mit Mehrheit) gewählte Staatsoberhäupter von Ländern mit alter demokratischer Tradition sind, geschenkt! Schließlich handelt es sich hier um Hass und Hetze im Sinne des “Schönen, Guten, Wahren”. Deshalb verursacht das beim deutschen Dumm-Michel-Publikum auch keine Kopfschmerzen! Dass es sich hier bei dem, was man tut, ganz genau um das handelt, was man beim Gegenüber als verwerflich bezeichnet, muss man ja auch erst mal merken! Das zu bemerken, ist aber “Nazi”! Wir sind bei “Neusprech” und “Doppeldenk” schon ganz schön weit gekommen! Ich bin mittlerweile bei Frau Schunke: Ich habe des soooo satt! Oder, um staatlich verordnete - also hochoffizielle regierungsgemeinte - Werbung zu zitieren: Das ist sooo deutsch!

B. Weinknecht / 23.02.2020

Es ist doch wohl klar, dass es sich hier um die grausame Tat eines Irren handelt. Demzufolge sollte die Frage gestellt werden, warum die Opfer von öffentlicher Seite vor dieser Tat des Irren nicht geschützt werden konnten? Anstatt dessen wird diese Tat offensichtlich zum Zwecke des AfD-Bashings instrumentalisiert. Etablierte Parteien und ÖR gehen dabei Hand in Hand. Im Lichte des Thürigen-Desasters macht das Sinn. Wer steht schon gerne mit dem Rücken zur Wand. Neuwahlen sind zu riskant. Da ist ein Toilettengang einfach verrichtet, um die SED-Nachfolge-Partei in die Regierung zu hieven und sichert auch noch gute Posten. Warum so kleinlich? Das ist mir persönlich zuviel Selbstzweck, im Übrigen ähnlich den ÖR. Wie steht es um deren Willen, wahrhafte Skandale zu thematisieren? Es geht doch hier um nicht mehr und nicht weniger als unser aller friedliches Zusammenleben auf Basis unserer Verfassung, in der u.a. zu lesen ist „ alle Gewalt geht vom Volke aus“ und in der Meinungsfreiheit garantiert ist. Na, wo ist denn die Partei, die das in Ehren hält? Na, wo sind denn die Medien, die das befördern? Also, werden wir endlich erwachsen und lassen wir uns nicht weiter (von Mutti) einlullen und ergeben uns diesem jämmerlichen Nazikeulen-Getue-Geheuchele. Ein klarer, eigenverantwortlicher Blick auf unsere Geschichte UND unsere Gegenwart ist allemal besser geeignet, um unsere Werte gemäß GG zu retten. Es lebe die Freiheit und der Respekt vor dem Nächsten !

Gregor Kühn / 23.02.2020

Herr Kulke, hören sie doch endlich auf zu träumen! Die AFD ist in einem Ausmaß verteufelt worden, der einen gesichtswahrenden Dialog für die Verteufler unmöglich macht. Und wieder den “Gaulandschen Vogelschiss” zu zitieren grenzt wirklich an Bösartigkeit und vertieft die Gräben, die sie hier beklagen! Irgendwann ist das auch mal eine Frage der Glaubwürdigkeit! Was ist los mit ihnen? Können sie sich nicht von ihrer politischen Vergangenheit befreien? Wer thematisiert denn den Wahnsinn der Energiewende, der Grenzöffnung, des Genderismus, der Euro-Politik usw. im Bundestag? Wer denn??!! Ja richtig - die blauen Schmuddelkinder? Wer tritt denn vehement für eine GEZ-Reform ein und wird entsprechend dafür vom ÖRF entgegen dessen Auftrag mit Ausgrenzung und negativer Einseitigkeit bestraft??!! Ja richtig - die blauen Schmuddelkinder! Elmar Brok wurde für seine unsägliche Beschimpfung der WerteUnion vom CDU-Vorstand nicht getadelt und auch alle Wortwächter der GrünenLinkenSPDFDP schwiegen vielsagend. Ebenso die entkernten Kirchen, DGB und der Mainstream sowieso! Und von denen erwarten sie Dialogbereitschaft?? Echt jetzt??Und da kommen sie wirklich her und zitieren wieder den “Vogelschiss”, wofür Gauland sich längst entschuldigt hat!?!?  Zählen Entschuldigungen bei ihnen nichts?? Das ist doch echt verrückt! Sie spielen das Spiel der Altparteien - etwas differenzierter, aber genauso zersetzend! Herr Kulke, wer sind denn ihre politischen Hoffnungsträger? Akzeptieren sie die AFD - etwas Besseres haben wir auf absehbare Zeit nicht im Bundestag sitzen!

Albert Pflüger / 23.02.2020

Ich verstehe Sie nicht, Herr Kuhlke. Auf welch magische Weise kann die AfD mit dem, was sie vertritt, Menschen beeinflussen, unabhängig davon, ob diese sich an ihr orientieren, oder nicht? Ist das ein Krankheitssymptom, beherrschen die Blauen Unholde jetzt die verdeckte Gedankenmanipulation, gar auch nicht nur bei Geisteskranken? Müssen wir uns auch um Frau Merkel Sorgen machen? Sie wissen schon, dieses Zittern! Vielleicht noch eine Bitte zum Schluß: Die Versatzstücke, die Sie uns hier vorgetragen haben, Sie wissen schon, den “Vogelschiß”, die “180-Grad-Wende”, (das “Denkmal der Schande” haben Sie übrigens vergessen!), die sind verschlissen. Langweilig. Gehen Sie doch mal auf die Suche nach neuen “Stellen”, die sich gut aus dem Zusammenhang reißen lassen, um so ein schönes rechtsradikales Gruseln zu erzeugen. Vielleicht werden Sie ja auch bei Angela fündig. Hat die nicht neulich sowas ähnliches gesagt wie wir hätten keinen ewigen Anspruch auf Demokratie, oder so ähnlich? Schauen Sie doch mal nach!

Marie-Jeanne Decourroux / 23.02.2020

Auf der Website eines französischen Senders habe ich dieser Tage folgenden Kommentar gelesen [meine Übrrsetzung]: »Liebe Freunde, es tut mir leid (ich habe es hier schon einmal geschrieben): Manchmal fällt es mir schwer, der Logik derer zu folgen, die meinen, der Islam sei für Europa kein Problem. Vielleicht können die, die dies sagen, uns gelegentlich einmal erklären, wie eine Religion mit den Werten der Republik vereinbar sein soll, die einen Menschen als Propheten verehrt (und in Sure 33, Vers 21, als das „schöne Beispiel” empfielt, dem zu fplgen sei) der ein Kind ehelichte, Geiseln nahm, Menschen versklavte, Menschen eigenhändig enthauptete und schließlich einen ganzen jüdischen Stamm in Medina ausgrrottet hat. Dies alles nach dem Zeugnis anerkannter muslimischer Biographen. Und wenn wieder jemand sagt (wie es in solchen Debatten gewönlich der Fall ist), dass es nicht EINEN Islam gibt, sondern derer viele, so zeige er uns bitte denjenigen, der dieses „schöne Beispiel“ nicht verehrt. Wir sind nicht islamfeindlich, wollen aber auch nicht naiv und am Ende tot sein.«

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