indubio / 12.06.2022 / 06:00 / 30 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 228 – Wolffsohns andere jüdische Geschichte

Gerd Buurmann spricht mit Dr. Michael Wolffsohn über sein neues Buch „Eine andere jüdische Weltgeschichte“, über das Judentum als Religion, Volk und Nation, über jüdisches Leben, Lernen, Sex, Nacktheit und das Antlitz des Anderen.

Lesen Sie zum gleichen Thema von Michael Wolffsohn auf Achgut.com: Geschichte als Falle „Eine andere Jüdische Weltgeschichtevon Michael Wolffsohn, Herder Verlag 2022, 368 Seiten ist hier bestellbar

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Ulrich Schily / 12.06.2022

Vielen Dank für das hochinteressante Gespräch. Wie freundlich und besonnen wirken Ihre Antworten wirklich wohltuend, selbst wenn die Frage noch so blöd, verallgemeinernd oder nur auf die Äusserlichkeiten bezogen sind. Mir zeigt es, dass wir in Europa und gerade in Deutschland dringend diese Besonnenheit brauchen. Es braucht eben doch den Dexit und die Individualisierung der verschiedenen Länder und Regionen bei uns. Vielen Dank

Dieter Kief / 12.06.2022

Detlef Rogge, Sie tragen etwas dick auf. Und indem Sie das tun, beleben Sie eine falsche Vorstellung, die der treffliche Basler Professor Karl Jaspers in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts bereits beerdigt hat, gleichsam: Die der deutschen Kollektivschuld nämlich. - Um es ganz klar zu sagen: Die gibt es nicht. - Das ist ein Phantasma, dem si esich hier zugegeben hingebungsvoll widmen. Derlei aber hat keinen guten Sinn - außer, man will aus dem Holocaust ein hölzernes Eisen machen, also eine säkulare Religion*****. Aber auch das ist keine sinnvolle Bestrebung - siehe oben: Professor Jaspers über die deutsche Schuld (ein sehr gutes Spiegel-Interview mit ihm über dieses Thema kann man googlen - impfehlenswert, sozusagen! \\***** Auf ihre Weise hat dieses Feld Tova Reich beackert in ihrem komischen (!) Holcaust-Business-Roman “My Holocaust”. \\Man kann aber auch den bitteren Weg gehen und Norman Finkilestein lesen…oder - horribile dictu: Rolf-Peter Sieferles Finis Germania - oder \\den Chicagoer Politologen John Mearsheimer über - die Lüge auf dem politischen Parkett…: Why Leaders Lie (das Buch ist - nicht zuletzt - eine Auseinandersetzung mit seinem Chicagoer Vorgänger (und Carl-Schmidt Adepten!) Leo Strauss, einem der Vordenker der Neocons).

Bernhard Piosczyk / 12.06.2022

Ein sehr gutes und vor allem erhellendes Gespräch. Michael Wolffsohn, ein wahrer Intellektueller. Man hört ihm gerne zu. Das ist selten. Chapeau.

armin_ulrich / 12.06.2022

1:20 Ich habe das Stück nicht gesehen, denke aber, daß es sich einreiht in die anderen Ergebnisse des deutschsprachigen modernen Theaters. Nathan: “Ich möchte Dir eine Geschichte erzählen.” Saladin: “Meinst Du die mit den drei Ringen?” Die kennt Saladin schon.

Helmut Rott / 12.06.2022

Das Filmtheater LICHTBURG exisitiert weiterhin in aller Pracht in der Großstadt ESSEN (Ruhrgebiet).

Frances Johnson / 12.06.2022

Un Minute 7: Auf die Geister der Vergangenheit reduziert, finde nicht im Philosophieunterricht, sondern nur im Geschichtsunterricht statt: Brillant, Herr Wolffsohn. Und so treffe ich meinen ersten Juden mit Familie - viele Jahre ist das her - in einem Restaurant in Venedig, und ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer etwas Verlegenes stammeln, und wir kommen nicht wirklich ins Gespräch, was er vielleicht am meisten wollte - ich bin in einem Käfig der Schuld und weiß nicht, was ich sagen soll - und dann treffe ich später andere, und die machen Witze, und sie befreien mich, sie, die Juden selbst, europäische, amerikanische, deutsche, britische, französische und israelische Juden oder ihre Frauen. Elie, Frankreich, auf die Frage seines Schwiegervaters, ein Stern, im Restaurant, wie das Essen gewesen sei: Mangeable, essbar. So ging der Tag dahin. Wir haben gelacht, geredet. Das Land hat mich eingesperrt in diesem Käfig und absolut nicht fähig gemacht, ganz normal auf Einen zuzugehen, der Kontakt suchte auf Reisen, die Kirche fördert Klezmer und denkt, sie habe ihr Teil getan. Und wenn man das bedenkt, hatte ich Glück, dass ich einige traf, die einfach Geist und Humor hatten. Doch viele Menschen lernen nie eine signifikante Anzahl an Juden kennen und bleiben in diesem Käfig stecken, können darin jederzeit erneut zum Antisemitismus kippen, selbst dann, wenn sie wohlmeinend anfangen - das Internet, ein virtueller Raum, hilft mit. Der Atheismus hilft auch gern, denn bitteschön, mit Schuld kann man natürlich umgehen lernen, auch mit dieser, mit den Jahren, weil Jesus sie schultert, selbst ein Jude. Aber gut, ich habe es leichter im Sinne von Helmut Kohls legendärem Satz, die Eltern zu jung, die Großeltern zu alt. Ich kann nicht für andere mit schwerer persönlicher Schuld sprechen. Oder für solche, die nie einen jüdischen Witzbold kennengelernt haben, der die Brücke mit Humor baut, der neu angefangen hat und lacht oder, wie Broder mal gezeigt hat, in Auschwitz tanzt.

Volker Kleinophorst / 12.06.2022

@ D. Rogge Nur eine Frage: Gibt es irgendein anderes Volk in den letzten 2000 Jahren, das eine ewige Schuld trägt, außer den Deutschen?

Bastian Kurth / 12.06.2022

Sehr geehrter Herr Wolffsohn, Sie haben es wieder einmal geschafft…..mich neugierig auf Ihr neuestes Buch zu machen. Danke Ihnen und Herrn Buurmann für diesen interessanten Podcast.

Wilfried Cremer / 12.06.2022

Liebe Dialogiker, monotheistische Ideen wie bei Aristoteles sind schön, bloß nicht mit Fleisch und Blut und Bauchnabeln gesegnet.

Detlef Rogge / 12.06.2022

Verehrter Herr Wolffsohn, Sie gehören zu einer Spezies der Historikerzunft, die schon immer selten war, sie verbinden den Sachverstand mit Unterhaltungswert, Grundvoraussetzung, daß auch nicht fachlich Vorgebildete Zugang zur Vergangenheit suchen, also Bücher zur Geschichte lesen wollen. Ich will aber heute die Gelegenheit nutzen, Ihnen für Ihr Engagement in meinem Habitat zu danken. Ich meine den Erhalt und die Sanierung der „Gartenstadt Atlantic“. Das Filmtheater „Lichtburg“ kannte ich noch aus Kindertagen, Kindertheater, „die Prinzessin auf der Erbse“ mit Onkel Tobias vom Rias. Längst abgeräumt. Dafür gibt es das „Café Lichtburg“, in dem ich seit Bestehen einen nicht geringen Teil meines Salärs gern verfresse. Die einzige Oase weit und breit in der Wüste des Zuwandererghettos. Dort sitze ich auch gern draußen, im Blick ein überwuchertes Artefakt aus dem Dritten Reich, die Reste des Hochbunkers Humboldthain. Manchmal sieht man auch den Prof. unter den Gästen. Und ich, ein eher unwürdiger Vertreter der Historikerzunft, denke bei mir, ach ja, da sitzt der Herr Wolffsohn, viel Glück hatte seine Familie, den Holocaust zu überleben, und wir, die Deutschen, schulden den Juden auf ewig sechs Millionen Leben, nicht faßbar und tilgbar die Schuld, das hat etwas Metaphysisches, berührt das Transzendentale im Menschen. Alles Gute für Sie und Ihre Familie.

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