indubio / 12.06.2022 / 06:00 / 30 / Seite ausdrucken

Indubio Folge 228 – Wolffsohns andere jüdische Geschichte

Gerd Buurmann spricht mit Dr. Michael Wolffsohn über sein neues Buch „Eine andere jüdische Weltgeschichte“, über das Judentum als Religion, Volk und Nation, über jüdisches Leben, Lernen, Sex, Nacktheit und das Antlitz des Anderen.

Lesen Sie zum gleichen Thema von Michael Wolffsohn auf Achgut.com: Geschichte als Falle „Eine andere Jüdische Weltgeschichtevon Michael Wolffsohn, Herder Verlag 2022, 368 Seiten ist hier bestellbar

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Wilfried Grün / 12.06.2022

“Michael Wolffsohn: Die Linke muss antisemitisch sein” und darin dürfte ein Problem bei Wolffsohn (und nicht bei der Linken) liegen.

Gerhard Hotz / 12.06.2022

@Thomas Starosta: Wir stammen sogar zu etwa zwei Prozent vom Neandertaler ab. Das hat die Genetik nachgewiesen.

Hans-Peter Dollhopf / 12.06.2022

Herr Luhmann, Sie schreiben: “Dass Israel den Mohammedanern im Bergkarabachkonflikt geholfen hat, Christen zu töten, hat meinen Blick auf Israel wesentlich korrigiert.” Israel hatte sehr gute Beziehungen zu Aserbaidschan bereits viele Jahre vor dem Krieg von 2020 gepflegt, nachdem die Türkei auf Konfrontation zu Israel gegangen war. Gelobt wurden der respektvolle Umgang mit der jüdischen Bevölkerung und die ideologiefreie Offenheit Aserbaidschans gegenüber Israel. Die Wirtschaftsbeziehungen waren stark entwickelt und die Lieferung von Energie als besonders zuverlässig angesehen. Es gab in den Medien zum Teil harsche Kritik an der Unterstützung zu lesen, aber auch Äußerungen klammheimlicher Freude nach dem Sieg Aserbaidschans. Der Rest ist typisch israelische Realpolitik.

Ludwig Luhmann / 12.06.2022

@Frances Johnson / 12.06.2022 - “Korrektur: 1916/17. Alles gleicht sich wieder aus, Herr Luhmann: “Though Azerbaijan is predominantly Shia, Christian Armenia is favoured by Iran, a third of whose population is of Azeri descent, including Supreme Leader Ali Khamenei. Even more unusual is the strange coupling of Turkey and Israel, which are hostile to one another both diplomatically and in terms of security. Yet both states, dominated by their Sunni and Jewish communities respectively, support and arm Azerbaijan.” Though Azerbaijan is predominantly Shia, Christian Armenia is favoured by Iran, a third of whose population is of Azeri descent, including Supreme Leader Ali Khamenei.” Stichwort “Azerbaijan-Armenia conflict: How Israel and Turkey became strange bedfellows”, middleeasteye dot net.”—- Das ist alles durch und durch verdorben und dreckig. Und weil es so ist, soll mir von denen keiner mehr mit irgendeiner Moral oder Holocaust-Moral kommen. Die Israelis machen ihr Ding, so wie die Türken und die anderen Mohammedaner ihr Ding machen. - Grundsätzlich bezeichne ich die Mohammedaner wegen der Aussagen zu den Ungläubigen im Qur’an und den sehr vielen Vernichtungsaufrufen gegenüber den Ungläubigen im Qur’an als meine Todfeinde. - Außerdem bin ich mit Mark Twain dafür, die Mohammedaner als Ungläubige zu bezeichnen - mögen ihre Hitzköpfe vor Blasphemie und Ehrverletzung platzen!

Dr. Thomas Starosta / 12.06.2022

Sehr geehrte Damen und Herren, der heutige Podcast mit Professor Wolffsohn war sehr interessant und brachte einige auch für mich neue Aspekte zum Thema Judentum. Etwas schade fand ich, dass Herr Buurmann, der sich sehr bemühte und stets ausgesprochen höflich mit seinen Gesprächspartnern umgeht, teilweise nicht ganz in der Materie steckte. So ist es natürlich richtig, dass es zur Zeit der Eroberung weiter Teile des heutigen Südwestdeutschlands durch die Römer noch keine deutsche Nation gab - diese entwickelte sich erst etwa 1.000 n. Chr. aus dem ostfränkischen Reich. In den von den Römern beherrschten Gebieten des heutigen Südwestdeutschlands lebten jedoch - außer eingewanderten Römern und deren Hilfsvölkern - keinesfalls nur germanische Stämme, sondern (wahrscheinlich mehrheitlich) Kelten und auch (im Voralpenraum) Räter. Ich erwähne dies deshalb, weil Herr Wolffsohn den Genpool der Juden ansprach und weil ich immer wieder die Erfahrung mache, dass die meisten Deutschen nicht wissen, von welchen Völkern sie (mehrheitlich) abstammen, nämlich von Germanen, Kelten und Slawen, und in geringerem Maße auch von Römern, Rätern, Balten (bezogen auf Ostpreußen) und anderen kleineren Volksgruppen.

Frances Johnson / 12.06.2022

Korrektur: 1916/17. Alles gleicht sich wieder aus, Herr Luhmann: “Though Azerbaijan is predominantly Shia, Christian Armenia is favoured by Iran, a third of whose population is of Azeri descent, including Supreme Leader Ali Khamenei. Even more unusual is the strange coupling of Turkey and Israel, which are hostile to one another both diplomatically and in terms of security. Yet both states, dominated by their Sunni and Jewish communities respectively, support and arm Azerbaijan.” Though Azerbaijan is predominantly Shia, Christian Armenia is favoured by Iran, a third of whose population is of Azeri descent, including Supreme Leader Ali Khamenei.” Stichwort “Azerbaijan-Armenia conflict: How Israel and Turkey became strange bedfellows”, middleeasteye dot net  

Andreas Spata / 12.06.2022

Einen hochkarätigeren Gast hätte man zu dem Thema Geschichte Israel und Was glauben die Anderen nicht finden können. Danke Herr Dr. Wolffsohn. In dem Zusammenhang, was glauben die Anderen (Religionen) finde ich es sehr sehr schade das man hier im Indubio Podcast noch nie den Islamwissenschaftler Prof. emi Tilman Nagel hören konnte. Noch ist es möglich diesen ehemaligen Hochschulprofessor und Autor vieler Lehr-, und Sachbücher direkt zu interviewen. Insbesondere seine letzten Bücher Angst vor Allah und Was ist der Islam? sind Augenöffner wenn es darum geht den Glauben der Anderen (insbesonere hier den Koran)zu verstehen. Genau dieser geschärfte, wissenschaftliche Blick den man bei Herrn Dr Wolffsohn spürt ist auch bei Professor Nagel vorhanden. Leider kann ich diesen Blick bei vielen Intellektuellen und noch weniger bei Menschen die im öffentlichen Leben stehen erkennen. Meiner Meinung nach ist es eine Hohlschuld jedes Intellektuellen, gläubig oder nicht, auch den Glauben der Anderen zu kennen und wenn möglich auch publizistisch aufzuarbeiten.

Johannes Schuster / 12.06.2022

Vielen lieben Dank für diesen schönen Beitrag: Was ich an Wolffsohn allerdings nicht verstehe ist seine scheinbar gänzliche Blindheit für psychologische und soziale Werteveranlagung: Wenn ich auch nur sachte meine, daß man am Samstag die Gedanken an die Existenz denjenigen des Lebens hintenanstellen sollte um einen Tag mal frei zu sein von der Pflicht für das Fortkommen zu denken, so erntet das einen leeren Raum an Nicht - Verstehen. Der Unterschied zwischen einem Feuerwehrfest und der Frage wie neurotisch das Putzen vor Pessach ausfallen darf, macht das Dilemma greifbar in Lichtjahren. Wenn eine deutsche Klasse nach Israel fährt, ist das ein Event. Wenn eine jüdische Klasse nach Deutschland fährt beginnt - unbemerkt eher das Lernen, diese Trunksucht alles in sich hinein kippen zu wollen, was Erkenntnis überhaupt bringt. Der Baum der Erkenntnis ist etwas, was dem einen das Lernen abnötigt und beim anderen in einer verqueren Akquisitionssucht endet wo man nicht mehr weiß, wieviel Wissen überhaupt noch gesund sein kann (Erich Fromm über die eigene Neurose… und Fromm war Talmudist). Die Prägung macht mehr aus als die Erzählung und die Machbarkeit. Wie aber kann man den Deutschen beibringen über die Prägung von Neid zu treten um sich in der Vinothek des Judentums an Wissen nach Strich und Faden zu besaufen ? Und selbst der deutscheste Soldat Ernst Jünger hatte es gestreift, als er über die unbegründeten Strömungen des Interesses abhandelte, auf daß etwas wird ohne erkennbare Ursache. Das macht das tiefere Interesse aus, den Drang, die Verführung durch Erkenntnis. Und vor der Erkenntnis ist man immer - nackt und ein Ich so ganz wahr und obszön wie die Wahrheit selbst.

Michael Anton / 12.06.2022

Der Religionssoziologe Simon Dubnow sah gemeinsame Sprache, vertraute Orte und ähnliche Erziehung als besondere Faktoren für den Zusammenhalt in der Diaspora. Lesen und Schreiben kann man eigentlich überall schnell lernen, insofern ist es verwunderlich, welch ungeheure Anstrengungen betrieben wurden, daß es in ganzen Epochen keiner lernte. Jede Religion trägt Züge von Reklame- das Konkurrenzprodukt kann einfach nur herkömmlich und schlecht sein. Weil in der jüdischen Kultur alles auf Anno Tobak zurückgeht, kann es in gewissen Dingen gar nicht fortschrittlich, neu und modern genug sein, ein Verhalten, daß schon Tucholsky amüsierte.. Wie ist es nun zu bewerten, daß Israel Impfweltmeister wurde? Ich verstehe nicht, wieso man auch die ganze Armee impft? Es ist keine biblische Plage aus dieser Erkrankung entstanden, aber es bestand die Bereitschaft durch Aktionismus, Alarmismus und Kopflosigkeit die gesamte Sicherheit Israels zu gefährden, es sei denn man darf sich auf sachverständige Hellseher in der Regierung oder bei Pfizer verlassen.

Frances Johnson / 12.06.2022

Das mit dem Lesen und Schreiben greift mir zu kurz, wie ich sagte. Ich las gestern eine Passage bei Pasternak. Dr. Jura Shivago ist an der Front, 2016/17. Was er dort sieht, löst Ensetzen in ihm aus. Es spielt sich in dem Streifen ab, den die Zaren den Juden zugewiesen hatten. Lesen und Schreiben war gut, wenn man nicht nur den Talmud las. Die, die etwas anderes gelernt haben, waren weg, in Amerika meistens. Zurück blieben viele Pauperi. Dann stützen sie, zusammen mit anderen Pauperi, Arbeitern meistens, die Bolschewiken, und dann zerschlagen diese jede bürgerliche Familie, enteignen und verbannen sie, viele zieht es nach Paris. Da ist er dann doppelt so groß, der Antisemitismus. Deswegen funktioniert das so nicht. Islamisten, siehe Mohammed Atta, können auch lesen und schreiben. Es ist alles politisch, politische Fehler. Erst der Fehler der Zaren, die Juden nicht zu integrieren, sondern zu exterritorialisieren, dann der Fehler der Bolschwiken, die Mitte zu jagen, die Stütze eines jeden Staats. Wenn dann große Teile des Volks in Rage geraten, lassen sie auf der bequemsten Gruppe ab. Und die armen Juden waren immer eine bequeme Gruppe, zahlenmäßig überschaubar und wehrlos, das Lesen nützte ihnen nichts, nur jenen, die nach Amerika gegangen waren und versäumten, genug Druck auf die Regierung auszuüben spätestens ab 1938. Ob sie sich mehr für ihre eigenen zurückgelassenen Pauperi interessierten als andere Gruppen und Völker, muss bezweifelt werden. Nur Israel, das bedrohte Land, dürfte sie zusammengeschweißt haben. Israel mit dem greifbaren Antisemitismus außen herum, Taten wie die von Sammy? Kuntar, Attentate auf Discos und Kigas, Busse und Schwimmbäder, Sportler und Flugpassagiere und Yoni, den Sohn von Benzion Netanyahu. Und der Staat mit Armen und Reichen, Rechten und Linken, der Staat, der für alle sorgt. Der Einzige, der sie damals sah in den Americas, war wohl Stefan Zweig.

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