Henryk M. Broder / 03.05.2016 / 08:45 / 1 / Seite ausdrucken

Juden am Rande des Nervenzusammenbruchs

Topmeldung in den Deutschland-Radio-Nachrichten, gestern um 15.30 Uhr: 

Der Verband europäischer Juden hat sich besorgt wegen der Zustimmung für die AfD in Deutschland geäußert.

Die Partei sei eine Bedrohung für die europäischen jüdischen Gemeinden, die Religionsfreiheit und den sozialen Frieden, erklärte der Vorsitzende der European Jewish Association, Margolin. Er habe die Bundesregierung aufgefordert, gegen die AfD vorzugehen. Der Aufstieg einer solchen Partei erinnere an die finsteren Tage des Aufstiegs der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren.

Nun, einen Verband europäischer Juden gibt es nicht. Die in der Meldung erwähnte European Jewish Association ist ein privater Verein, der als Konkurrenz zum European Jewish Congress gegründet wurde; auf der Homepage der European Jewish Association findet man unter "Recent Events" einiges, aber keine Stellungnahme zur AfD in Deutschland und keine Forderung an die Bundesregierung, "gegen die AfD vorzugehen". Aber unmöglich ist nichts in diesen Tagen, und deswegen haben wir beim DR angefragt, woher diese Meldung stammt. We'll keep you posted.

PS. Seit heute, 11 Uhr, findet sich die Meldung auf der Seite der EJA

 



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Leserpost

netiquette:

Michael Kühntopf / 03.05.2016

Ganz im Gegenteil hätte ich mir z. B. eine viel differenzierte Stellungnahme des ZdJ gewünscht und keine Bausch-und-Bogen-Verurteilung der Verurteilung des Islam durch AfD. Nicht zum ersten Mal, dass mich die Statements von Herrn Schuster irritieren und enttäuschen.

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