Immer noch machen sich tausende von Afrikanern auf den Weg nach Europa. Die spanische Küstenwache hat nach eigenen Angaben am 13. Januar 2018 etwa 150 afrikanische Migranten auf dem Mittelmeer gerettet. Das Rote Kreuz kümmerte sich um sie und stattete sie mit Decken aus, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Diese Meldungen sind schon Alltag geworden. Da Italien und Libyen verstärkt gegen Schlepper auf der zentralen Mittelmeer-Route vorgehen, weichen immer mehr Migranten wieder auf die Route nach Spanien aus.
Der senegalesische Schriftsteller Abasse Ndione befasst sich in seinen Romanen mit den Gründen und Folgen der afrikanischen Migration. Er sagte bei den Nibelungen-Festspielen in Worms 2015 in einer Rede:
„Die führenden Politiker in Afrika haben die Rückschrittlichkeit des afrikanischen Kontinents durch fehlende Visionen, ihre Unfähigkeit, die Probleme der jeweiligen Bevölkerung, von der sie ja gewählt worden sind, in Angriff zu nehmen und zu lösen, durch die Misswirtschaft ihrer Regime, die auf Veruntreuung öffentlicher Gelder, Korruption, Vetternwirtschaft und Verschwendung aufgebaut sind, zu verantworten. Alle afrikanischen Staatschefs, die nicht bei einem Putsch getötet werden, sterben in europäischen oder amerikanischen Krankenhäusern. (Siehe auch Warum afrikanische Präsidenten im Ausland sterben.) Kein einziger hat in seinem Land eine Universität gebaut, in die er seine eigenen Kinder zum Studium schicken würde. Sie haben die Möglichkeiten nach Europa zu gehen und nützen diese auch ausgiebig."
2012 ist der Spielfilm „Die Piroge“ von (Moussa Touré) erschienen. Im selben Jahr wurde er beim Filmfestival in Cannes und beim Filmfest München ausgezeichnet. Der Regisseur Moussa Touré ist in Dakar aufgewachsen und wurde einem größeren an Afrika interessierten Publikum durch seinen Film „TGV Express – Der schnellste Bus nach Conakry“ bekannt.
Der eindrucksvolle Film „Die Piroge“, der auf dem gleichnamigen Roman von Abasse Ndione fußt, beschreibt die Bootsflucht von dreißig Afrikanern und basiert auf den Erfahrungen von drei jungen Männern. Von einem kleinen senegalesischen Fischerdorf machen sich 40 Bauern aus dem Landesinneren auf, um ihr Glück in Europa zu suchen. Sie haben alle teuer bezahlt für die Überfahrt und träumen von Karrieren als Musiker, Fußballer oder einer Arbeit auf einer spanischen Gemüseplantage. Europa ist die Hoffnung. Viele kennen jemanden, der es geschafft hat, und der Traum vom angeblich unbesorgten, wohlhabenden Leben treibt die Menschen weiter an.
Abasse Ndione schreibt in seinem Buch „Die Piroge“ (Transit Verlag, 2014) über die Träume der Migranten:
„Sie sahen sich schon in Europa: Bei ihrer Ankunft hatten sie neue Kleider bekommen, waren auf den Kanarischen Inseln in ein Rot-Kreuz-Lager in Quarantäne gesteckt und dort geimpft worden und man hat sie mit gutem Essen im Überfluss versorgt. Dann, am neununddreißigsten Tag, hatte jeder von ihnen ein Mobiltelefon und fünfzig Euro erhalten. Am nächsten Tag hatte man sie mit anderen Emigranten aus demselben Lager in ein Flugzeug in Richtung Kontinent gesetzt und sie dann auf die großen Städte des spanischen Königreichs aufgeteilt. Dabei wurde ihnen erklärt, dass sie den Status von Einwanderern ohne Papiere hatten. [Baye Laye und Kaaba empfahlen den Dorfbewohnern, ihre Ausweispapiere zu verbrennen, damit sie von den spanischen Behörden nicht in ihr Land zurückgeschickt werden konnten. S.23]
Sehr bald hatten sie dann in den riesigen landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten begonnen, halfen bei der Weinlese, fuhren auf den Mais- und Weizenfeldern mit dem Traktor, ernteten Zitrusfrüchte, Tomaten und Oliven. Eine tolle Arbeit, viel weniger anstrengend als die harte Feldarbeit, die sie gewohnt waren, sehr gut bezahlt, tausendzweihundert Euro, achthunderttausend CFA-Francs pro Monat. Ein wahres Vermögen! Die Hauptsache war jetzt, den im Dorf in der ärgsten Armut zurückgelassenen Verwandten Geld zu schicken, eine große Villa zu bauen, Vater, Onkel oder Mutter auf die Pilgerreise nach Mekka zu schicken, und eine Toubab, also eine weiße Frau zu heiraten, um zu zeigen, dass man es geschafft hatte, endlich wünschte sich das lang begehrte junge Mädchen, das mit dem armen Verehrer früher nicht einmal sprechen wollte, jetzt nichts sehnlicher, als die Ehefrau des reichen Emigranten zu werden, der regelmäßig Euros schickte, für schöne Kleider, einen Mercedes, einen Obstgarten, Rinder, eine Zahnprothese, um das Fleisch, das man jetzt kaufen konnte, zu kauen.." (S.60/61)
Eindringlich gezeigt werden, besonders in dem Film, Furcht, Hunger und Krankheit der Emigranten – und ihre nur geringen Überlebenschancen. Angesichts des dramatischen Ausmaßes der Migration könnten Filme wie dieser manchem Afrikaner das hohe Risiko einer Flucht nach Europa vor Augen führen. Allerdings ist es inzwischen ein Statussymbol, die Kinder nach Europa geschickt zu haben. Die Migration nach Europa wurde zum Inbegriff des Erfolgs. Familienangehörige, das Dorf legen zusammen, um die Überfahrt zu finanzieren. Auslandsüberweisungen sind die erhoffte Dividende.
Zahlreiche Popsongs in Westafrika verklären Migranten als Helden. So rechtfertigt der ivorische Raggae Musiker Tiken Jah Fakoly in „Ouvrez les Frontières“ (Öffnet die Grenzen) die gegenwärtige Auswanderung mit dem Traum vieler junger Afrikaner nach einem besseren Leben. Wer Europa erreiche, habe das große Los gezogen. Jeder Migrant, der es geschafft hat, zieht mit einem Eintrag in den sozialen Medien Freunde und Verwandte nach. Besonders Menschen ohne ausreichende Schulbildung träumen immer noch von einem unermesslich reichen europäischen Paradies, in dem selbst Menschen, die keine Arbeit haben, vom Staat Geld bekommen.
Als ein Beitrag zur immer noch aktuellen Migranten-Problematik ist der Film auch für Europäer unbedingt sehenswert.
Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“, das im Herbst 2014 in erweiterter siebter Auflage bei dtv erschienen ist. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.
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Das Problem scheint unlösbar. Den Menschen, die hr Glück suchen, um dem bitteren Elend zu entkommen, ist ein Vorwurf zu machen. Sie verhalten sich eigentlich so, wie man es von jedem erwarten würde. Aber wir können den Bedarf, die Halbe Welt nach Europa zu lassen, nicht befriedigen. Die Ressourcen sind weder annähernd hinreichend noch kann es die Gesellschaft verkraften. Also baut man Hürden auf, die den Migrationsstrom drosseln. Ds macht die Rouen teuer (Schlepper) und gefährlich. Zugleich baut man Rettungsorganisationen auf, die man nicht bräuchte, wenn es eine geregelte Zuwanderung gäbe ... aber dann kommen wir wieder zurück: Wir können so viele, die gerne nach D wollen, nicht aufnehmen. Fluchtursachen bekämpfen hört sich gut an, aber ist schier ein aussichtsloses unterfangen. denn die mangelnde Wirtschaftsentwicklung und der Bevölkerungsdruck lässt sich mit ein bisschen Entwicklungshilfe nicht in den Griff bekommen. Abschottungspolitik ist hässlich und passt nicht zum humanitären Selbstverständnis ... aber vielleicht doch das kleinere Übel?
Ich bin lange Jahre als naut. Schiffsoffizier zur See gefahren, immer mit philippinischer Besatzung.In Gesprächen kamen immer wieder die gleichen utopischen Vorstellungen. Germany is rich country. All germans drive big cars. All medical care is free. If coming to Germany, people get full aid, same like regular income. All schools are free, even the books for learning. You are rich man, you have Rolex watch. I heard, all blond girls are like the girls in porno movies. If you get jobless, you get full jobless money, same like income. Ich versuchte immer wieder zu erklären, dass nichts kostenlos ist, sondern alles über Steuern finanziert wird. Steuern sind den ph.Seeleuten unbekannt, sie zahlen keine. Medical care wird über meinen KK Beitrag bezahlt, der Leser weiss das alles. Ich unternahm zweimal den Versuch, zu erklären, indem ich meine Heuerabrechnung auf eine weisse Tafel projezierte. Ich verdients damals brutto 5085,00 €. Beim Lesen der Summe dann wollüstiges Stöhnen, oh you are very rich man, in Phillipines, you are like king. Ich versuchte die Liste der Abgaben zu erklären, sinnlos, die 5000 benebelten die Sinne und die Erklärung, was die Abgaben bedeuten stiess auf Unverständniss, weil ausserhalb des Begriffsvermögens. Dass ich am Ende auf die 2700 bis 2800 hinwies, die ich ausgezahlt bekam...Five thousend, five thousend wurde gemurmelt. Aber ich will nicht schlecht über meine ehemaligen Kollegen schreiben, sie sind, wie die meisten Asiaten sehr, sehr bildungsbeflissen. Nur durch Schule und Lernen bekommt man die Chance auf sozialen Aufstieg, das wissen sie. Sie sind friedfertig, anpassungswillig und und essen gerne und viel. Als im September 2015 die Menschen strömten, es waren zwar Araber und Nordafrikaner, dachte ich an meine Erfahrungen, und, das wird nicht gutgehen.
effektive Entwicklungshilfe ist der Abbau von Zollschranken, daher 3. Welt Ländern zu ermöglichen landwirtschaftliche Produkte, Textilien nach Europa zu verkaufen. Der Aufbau von Industrien, die wenig Kapital benötigen schafft Arbeitsplätze. Statt Menschen kommen dann Produkte und statt Überweisungen von Emigranten, Zahlungen der Exporte. Ein weitere Massnahme ist die Förderung der Geburtenkontrolle, bei gleichzeitiger Aufwertung des Status der Frau. Die Mikrokredite sind ebenfalls ein Weg.
Die Antwort: Entweder Grenzen hoch oder Kolonialismus 2.0. Aus Gründen des Selbstschutzes müssen wir so schnell wie möglich die Grenzen dicht machen. Längerfristig wäre eine erneute Kolonisation afrikanischer Staaten vorstellbar. Also, den gierigen und egoistischen Diktator beseitigen und selbst dort die Kontrolle übernehmen, die Rohstoffe übernehmen und das Land aufbauen. Mit unserer derzeitigen, armseligen Regierung ist das aber völlig außer Reichweite. Deshalb gibt es aktuell keine Alternative zum konsequenten Grenzschutz. Das die Afrikaner, deren Land von ihrem jeweiligen Staatschef ausgeplündert wird, ähnlich gierig sind wie ihr Staatschef und keine Hemmungen haben UNS auszuplündern, sollten wir zur Kenntnis nehmen - mehr aber auch nicht. Mit weiterhin offenen Grenzen steuern wir unvermeidlich auf die Frage zu: Die oder Wir? Die Antwort muss WIR lauten, ansonsten gibt es bald kein WIR mehr.
Weshalb beruft die UN-heimliche Weltregierung keinen Völkerwanderungsgipfel ein? Hier könnte das Gift des "Armregierens" detailliert und schonungslos analysiert werden. Hier wäre auch der Ort, die gigantischen Pro-Asyl-Bewegungen der One-World-Phantasten anzuprangern und ein Machtwort im Namen der noch funktionierenden Staaten zu sprechen. Nationale Kulturen, staatliche Souveränität, die wirtschaftliche "Macht" der Industriestaaten zu bezichtigen, für Elend und Misswirtschaft in Afrika und Maghreb verantwortlich zu sein, ist eine Demagogie, die ebenfalls an den Pranger gehört. Und: Unkontrollierte Flüchtlingsströme plündern funktionierende Sozialstaaten aus und treiben die Verelendung der Herkunftsländer voran. Massenflucht zu fördern ist der katastrophal falsche Weg. Die Situation kann nur durch konsequente Wiederherstellung funktionierender Grenzregieme bewältigt werden. Alles Weitere ist Diplomatie!
Geld vom Staat - warum schreiben Sie das nicht in Anführungsstrichen ? Der Staat hat Ihr Geld, unser aller Geld, zu verwalten, und zwar im Sinne der Gemeinschaft, die es erarbeitet hat. Tut er das? Er verschenkt es, verschwendet es, mißbraucht es. Für mich ist die Floskel "GELD VOM STAAT" das Unwort deR JahrE. Gisela Horn
aber genauso ist es doch! In Europa, speziell in Deutschland, bekommt man vom Staat Geld auch wenn man Nichtstut und man kann sogar, auch dann noch, den einen oder anderen Euro nach Hause schicken! Und es ist deshalb einfach so, dass derjenige, der es nach Europa geschafft hat, das große Los gezogen zu haben scheint, auch und weil er ja iener ungeheurern Erwartungshaltung seiner Leute sich gegenübersieht. Kehrt er zurück gilt er als Versager. Und was die afrikanischen Herrscher angeht, die ihr Land nicht entwickeln, schon meine Großmutter spendete regelmäßig "für Afrika", es sind also auch die vielen Spender, die den afrikanischen Herrschern das Geld zu verprassen erst gegeben haben. Auch das gehört wohl zu den Verrücktheiten der ganzen Situation, das was was wert ist, die Rohstoffe, die kauft man den Afrikanern ab, ohne sie richtig ordentlich zu bezahlen und das Geld, dass man ihnen hier vorenthält, das wirft man ihnen dann wieder via Spenden hinterher. Davon noch mal abgesehen, kamen, schon bei Beginn der "Flüchtlingskrise" sehr viele junge Afrikaner an, und wenn man das, unter Hinweis auf die Hautfarbe feststellte, hieß es man sei Rassist. Ich möchte der Achse des Guten für ihren Mut danken, auch und wenn es so scheint als nutze es überhaupt nichts.