Dahmen und die Geister, die er rief

Janosch Dahmen, Gesundheitsexperte der Grünen, war drei Jahre lang neben Karl Lauterbach der ärgste Scharfmacher in Sachen „Pandemie“. Jetzt macht sich unter den Zeugen Coronas Entsetzen breit, weil er das Ende der Maßnahmen verkündet hat.

Was hat er nicht alles getan: einen allgemeinen Stopp planbarer Operationen gefordert. Und die Ausweitung der 2G-Plus-Regel in Innenräumen („Omikron ist milder, aber nicht mild“). Auf eine Verschärfung des Regierungsentwurfs für ein neues Infektionsschutzgesetz gedrängt. Sich gegen einen „Freedom Day“ verwahrt. Nachschärfungen bei der Impfpflicht im Gesundheitswesen gefordert. Natürlich für eine allgemeine Impfpflicht getrommelt. Im letzten Sommer von einem „großen Lockdown“ im Herbst gesprochen. Noch im Dezember vor einer Abkehr von der Maskenpflicht gewarnt.

Nie war es genug, immerzu sah Nostradahmen Unheil voraus und forderte „Nachschärfungen“. Konnten Experten beim besten Willen keine valide Datengrundlage für die vielen Grundrechtseinschränkungen und die massive Übergriffigkeit des Staates finden und dokumentierten sie das in einem Evaluationsbericht, befand der grüne Paniktrommler, von Hause aus tatsächlich Arzt (!), die Aussagekraft des Berichts sei „begrenzt“, denn: „Die Abwesenheit von Evidenz zur Wirksamkeit ist keine Evidenz für die Abwesenheit von Wirksamkeit.“

Alles, was dazu zu sagen war, brachte Andreas Zimmermann bei Achgut auf den Punkt:

„Denn die Abwesenheit von Evidenz für Etwas wird sehr wohl regelmäßig als Evidenz für die Abwesenheit dieses Etwas betrachtet. Wer dies bezweifelt, der möge nur ganz kurz versuchen, Beweise für die Nichtexistenz von wahlweise Drachen, dem Weihnachtsmann oder Reinhold Messners Yeti zu finden. Er wird ganz schnell feststellen, dass es diese nicht gibt. Denn die Nichtexistenz eines Yetis lässt sich nicht beweisen. Dennoch betrachten wir die Abwesenheit von Evidenz, die seine Existenz unterstützt, zu Recht als Evidenz, dass Yetis nicht existieren. Das Gleiche gilt für Drachen, Weihnachtsmänner und eben auch für den ,Nutzen‘ der Coronamaßnahmen.“

Vom totgerittenen Pferd klettern

Von diesen Maßnahmen wollte Dahmen nie lassen, im Gegenteil: je mehr und je härter, desto besser. Wie Lauterbach behauptete er, der Stand „der Wissenschaft“ rechtfertige die jahrelange Bevormundung. Dass er mit seiner Panikpauke tatsächlich zahllose Menschen in eine veritable Angststörung trieb, ahnte man schon beim Anblick von verschreckten Zeitgenossen, die, allein im Auto sitzend, Maske trugen oder sich weigerten, mit anderen Menschen einen Fahrstuhl zu betreten.

Jetzt, da das Ende der Maßnahmen mit reichlicher Verspätung tatsächlich in Sicht ist und Dahmen doch so langsam vom totgerittenen Pferd klettern muss, wird offenbar, was er, Lauterbach und andere Panikmacher von Montgomery bis Söder angerichtet haben. Das „vorzeitige“ Ende einiger Maßnahmen verkündet Dahmen bei Twitter wie folgt:

„Das ist die nächste Etappe auf dem verantwortungsvollen Weg aus der Pandemie. Die entspannte Corona-Lage ermöglicht uns das vorzeitige Ende dieser Schutzmaßnahmen. Die Maskenpflicht bei Besuchen in Gesundheitseinrichtungen bleibt für den Schutz vulnerabler Personen aber wichtig!“

Die in Sachen Infektionsschutz nutzlosen, dafür mannigfaltige Schäden anrichtenden Maßnahmen, die schon längst hätten einkassiert werden müssen, ja eigentlich nie hätten verhängt werden dürfen, laufen also in zwei Wochen aus statt in sieben. Und dieser Umstand versetzt Dahmens Sektenmitglieder in helle Panik. Offenbar haben viele Menschen die letzten drei Jahre in einem Schrank verbracht und nicht mitbekommen, dass Corona ein Virus mit einer Infektionssterblichkeit ist, die einer mittelschweren Grippe entspricht. Die tägliche Fütterung mit sinnlosen Inzidenzzahlen, das ebenso penetrante wie jeder Grundlage entbehrende Gerede von der „Überforderung des Gesundheitssystems“ und von zigtausenden „Coronatoten“ hat langfristige Folgen – Long Covidpanik.

„Sie widern mich nur noch an“

Hier eine Auswahl der Kommentare, die Dahmen auf seinen Tweet erhielt. Ein erschütterndes Beispiel für das, was Propaganda anrichten kann:

„Welche „entspannte Corona-Lage“ meinen Sie denn? Bei mir werden Rekord-Meldungen angezeigt.“

„Entspannte Coronalage mit >100 Toten am Tag und wieder steigender Krankheitslast durch Covid-19 auch auf ICU? Sie wissen doch selbst, dass #XBB15 erst noch richtig Schwung bekommt während Fasnacht, warum diese manipulative Wortwahl? Die Viruslast im Abwasser steigt!“

„Es ist unverantwortlich, uns Vulnerable dem Virus zum Frass vorzuwerfen. Maskenpflicht muss Standard werden.“

„Ist das Ihr Ernst? Sind Besucher*innen auch Patient*innen im Kh? Man wird mit einer anderen oder mehreren Personen gemeinsam auf einem Zimmer eingesperrt, Einzelzimmer sind ja quasi nie vorhanden. Und dann? Verantwortungsvoll? Ich kotze! Ehrlich. Infektionsgarantie also.“

„Wirklich schlimm finde ich, dass sich nicht mal die Grünen für Infektionsschutz stark machen. Was ist nur aus diesem Land geworden? Lieber sollen die Leute zuhause verrecken, als dass mal jemand 5 Minuten ne Maske aufsetzt. Was für eine Shit-Show.“

„Was ist verantwortungsvoll daran, die letzten Reste von Infektionsschutz abzubauen?“

„Wie will man Vulnerable schützen( was ja angeblich wichtig ist) wenn man Masken und Testpflicht in sensiblen Bereichen abschafft ( weil angeblich die Lage so entspannt it mit 100 bis 200 Toten pro Tag) Schlimm, wie Politiker nur noch veräppeln.“

„Das ist der nächste Schritt auf Ihrem verantwortungslosen Weg hinein in die Pandemie und ihre Langzeitfolgen. 40% Übersterblichkeit wie im Moment reichen Ihnen nicht?“

„Sie sollten sich für diesen Tweet schämen, der 1000 Corona Tote jede Woche verschweigt.“

„Es ist überhaupt keine entspannte Lage! Verlieren Sie auch den Blick auf die Realität? Sind Menschenleben (Erwachsene und Kinder) ihnen so gleichgültig geworden??“

„Herr Dahmen das ist doch nicht ihr Ernst, oder?? Es ist weder verantwortungsvoll, noch schützt es die Menschen. Seit wann fangen Sie denn diesen Kurs an? Ich habe Sie immer respektiert. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?“

„Herr Dahmen, Sie widern mich nur noch an“

„Ganz davon abgesehen dass die Zahl der Neuinfektionen noch immer auf Allzeithoch ist und die 100 bis 200 Toten pro Tag sterben auch nicht an Altersschwäche“

„Nächste Etappe auf dem Weg einer chronisch kranken Bevölkerung, sowie tausenden Toten. Wollen Sie nicht lieber in die AFD eintreten? Da kann man Durchseucher gut gebrauchen.“

„Findet Euch mit ab, wir haben eine Pandemie und wer sich nicht schützen kann, wird krank oder stirbt letztendlich daran“

„Ist das Ernst gemeint? Ist deine bevorzugte Lösung gegen Überbevölkerung?“

„Bin 4 x geimpft, trage wann immer möglich eine Maske und liege mit Corona im Bett. Danke für nichts.“

German Angst in Vollendung. Einige Coronoiker schmähen ihr einstiges Idol jetzt als „Vollpfosten“ und „Arschkriecher der FDP“. Die Geister, die Janosch Dahmen mit seinesgleichen rief, wird er offenbar nicht los. Und so traurig es ist, dass das zynische Spiel mit der Angst so viele Opfer gezeitigt hat – diesem Treiber der Pandemiepanik ist das von Herzen zu gönnen.

 

Claudio Casula arbeitet als Autor, Redakteur und Lektor bei der Achse des Guten.

Foto: Screenshot Bundestagsdebatte, bearbeitet

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Leserpost

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giesemann gerhard / 15.02.2023

Aber Herr Uwe! Zum Glück wissen wir alle, Intelligenz schützt vor Dummheit nicht, jedenfalls nicht zuverlässig. Gruß Giesemann.

Wolfgang Lang / 15.02.2023

Dahmen klingt so ähnlich wie dämlich. Phonetischer Zufall? Karma? Fragen über Fragen. Gut für ihn ist, dass er sich jetzt mit voller Kraft den Millionen Impfopfern widmen kann. Die brauchen ja nun Impfungen gegen alles Moegliche, mit Gürtelrose angefangen…

Andreas Bitz / 15.02.2023

Herrn Dr. Janosch Dahmen gehört als Busse für seine Verbrechen ein Dauerabo mit BioNTech /Pfizers modRNA-Injektion unter notarieller Aufsicht verabreicht. Das wird wirken.

Ulrich Viebahn / 15.02.2023

Würde mich jetzt nicht wundern, wenn die Antworten auf Dahmens Entwarnung bestellt oder künstlich erzeugt wären.

Peter Thomas / 15.02.2023

Hallo Herr Kotchoubey, Sie schreiben: “aber ein Volk, das selbst nach scharfen Maßnahmen gegen sich selbst, nach Einschränkungen seiner eigenen Grundrechte ruft, nachdem seine Regierung diese Maßnahmen und diese Einschränkungen schon abgeschafft hat, gibt es nur in einer Ecke der Welt.” // Hier rühren Sie ziemlich viel Dreck unter den Lehm:  1) 18 Tweets von Verirrten sind nicht “das Volk”, und das wissen Sie auch.  2)  Verirrte und Verwirrte gibt es überall auf der Welt, nicht nur “in einer Ecke”.  3) Es hat in Deutschland eine mächtige Querdenken-Bewegung gegeben, mit Millionen von Anhängern und Hunderttausenden Demonstranten. Diese Menschen sind von der Polizei begast und niedergeknüppelt, ja totgeschlagen worden, auf Geheiß einer enthemmten Führungsclique. Ballweg büßt für seine “Rädelsführerschaft” weiter als politischer Gefangener.  4) In vielen europäischen (Portugal, Malta) und anderen (Israel) Ländern hat es höhere Impfquoten gegeben als in Deutschland. Sind diese Völker also noch “untertäniger”?  5)  Das Eindreschen auf das eigene Volk ist eine spezifische Form der Selbstverneinung. Der Endpunkt der Selbstverneinung ist die Selbstvernichtung. Ich halte Selbstvernichtung für ein Unglück. Erstrebenswert ist Selbstannahme und -bejahung. Mit freundlichen Grüßen.

Horst Girmann / 15.02.2023

Heiko Stadler / 15.02.2023 >>Am besten finde ich: “Die Viruslast im Abwasser steigt!“ Hier macht vermutlich ein grüner Scharfmacher einen Tauchkurs in der Kloake.<< Klasse! Das ist dann sozusagen Grünenlast im Abwasser. Ließe sich Dummheit bloß so leicht wegspülen wie Scheiße.

Gerhard Schäfer / 15.02.2023

@Ilona Grimm zu: “Spätestens wenn die WHO ihren Plan für die ‚Eine-Welt-Impf- und Pandemie-Tyrannei’ durchgesetzt hat…. ” // Sehr verehrte Frau Grimm, Sie hatten der Abkürzung WEF einer neuen Bedeutung zugeführt, als “World-Evil-Forum”! Es wird Zeit, auch der WHO eine neue Bedeutung zu geben: Wie wär´s mit “World-Harm-Organisation?

PeterBernhardt / 15.02.2023

Ausbildung von Dr. Janosch Dahmen.  Nach dem Abitur studierte Dr. Janosch Dahmen zunächst Politikwissenschaften in Innsbruck und Berlin und später Humanmedizin in Witten/Herdecke, Beirut und San Diego. Nach Staatsexamen und Promotion folgte ab 2011 die Facharztweiter = bildung zum Unfallchirurgen und Spezialisierung zum Notfallmediziner am BG Klinikum Duisburg mit anschließender Tätigkeit als Ärztlicher Leiter des Luftrettungszentrums Christoph.

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