Gastautor / 20.08.2020 / 06:15 / Foto: Amadalvarez / 143 / Seite ausdrucken

Wie können wir jemals wieder Menschen sterben lassen? 

Von Marcus J. Ludwig.

Das Jahr 2020 wird in die Geschichte eingehen als das Corona-Jahr. Und wenn wir es wollen, wird jedes künftige Jahr ebenfalls ein Corona- oder Virus-XY-Jahr werden. Es hängt davon ab, welche moralischen Maßstäbe wir an naturgegebene Normalitäten anlegen. Es hängt vor allem aber von unserem medialen Erregungsbedürfnis ab, davon, wie gebannt wir hinsehen und wie sentimental wir mitfühlen wollen. Es hängt davon ab, ob wir jeden alten Menschen, der stirbt, als vermeidbares Opfer, sein Hinscheiden als Skandal und Katastrophe betrachten wollen, oder ob wir uns mental so verhalten wie all die Jahre zuvor, in denen wir uns in einer wohl leicht verlogenen, aber menschlich-pragmatischen Lebensvernunft mit dem Unausweichlichen abzufinden wussten. 

Ja: Covid-19 ist eine ernste Krankheit. Niemand möchte das kriegen, niemand möchte auf einer Intensivstation landen. Niemand möchte auf überfüllten Krankenhausfluren ersticken, während um ihn herum überforderte, verzweifelte Ärzte weinend zusammenbrechen. Niemand möchte sterben. Auch der 85-Jährige will nicht sterben, wenn er doch eigentlich 95 werden könnte. 

Ich persönlich möchte noch nicht mal sieben Tage zu Hause im Bett liegen und mich noch mal so elend fühlen müssen wie vor ein paar Jahren, bei einer herkömmlichen grippalen Erkrankung. 

Aber: Was ich für mich persönlich möchte und was ich bezüglich des Gemeinwohls für vernünftig halte, spielt auf zwei verschiedenen Bühnen. Hier kommt unvermeidlich ein tragisches Element ins Spiel, weil der Konflikt zwischen Privatem und Politischem selten verlustfrei aufzulösen ist. Der Staat ist nicht der Hausarzt des Bürgers. Der Staat muss ertragen können, dass Menschen sterben. Der Staat kann nicht um jeden Preis jedes einzelne Leben jedes seiner Bürger retten. Er darf es nicht. Menschen, die das dennoch verlangen, sind unpolitische, moralistische Extremisten. Sie sind offenbar in der Mehrheit, und sie versuchen gerade, die sogenannte neue Normalität zu etablieren. 

Die Minderheit, die noch bei Verstand ist, hat gegenwärtig wohl eine der wichtigsten Aufgaben in der (sorry, man kann es nicht kleiner sagen) Menschheitsgeschichte: sich gegen allen Mehrheits- und Mediendruck zu weigern, den gegenwärtigen Zustand jemals als Normalität anzuerkennen. 

Verdrängung des Todes, Verschiebung der Toten 

Werfen wir aus neunormaler Perspektive einen Blick auf die alte Normalität, so müssen wir zugeben: Wir hätten alle Jahre zuvor schon jeden Todesfall in einem Altenheim zählen und in der Tagesschau veröffentlichen können, und wir könnten es fortan immer weiter so handhaben. Das heißt: Wir können es eben nicht, denn wir werden feststellen müssen, dass wir so nicht leben können. Wir müssen den Skandal des Todes verdrängen, und wir müssen uns von den großen Zahlen fernhalten, weil wir sie mit unserer evolutionär gewachsenen emotional-kognitiven Ausstattung nicht adäquat verarbeiten können. Wenn wir jeden Tag alle verstorbenen Deutschen zu einem Leichenberg auftürmen und das dann in Sondersendungen und Brennpunkten tränenreich zelebrieren, drehen wir durch. Es sterben jeden Tag – Corona hin oder her – etwa 2.500 Menschen in Deutschland, jeden Tag allein 900 Menschen in deutschen Altenheimen. 

Natürlich ist das ein Skandal, aber kein gesundheitspolitischer, sondern ein existenzphilosophischer. Wir werden diese Zahl nicht nennenswert verringern können, es sei denn, wir verbieten den Menschen alle gefährlichen Aktivitäten und zwingen sie zu einem maximal gesunden Lebensstil. Aber selbst dann werden wir die Zahlen nur aufschieben. Die 2.500, die heute nicht sterben und morgen nicht sterben, sterben dann ein Jahr später, vielleicht sogar zehn Jahre später, sie sterben dann nicht an einer Lungenentzündung im Altenheim, sondern schlafen friedlich ein oder fallen vom Fahrrad. Und selbst, wenn wir die durchschnittliche Lebenserwartung auf 150 Jahre anheben, sterben irgendwann wieder 2.500 Menschen pro Tag. Allein in Deutschland. 

Und wo wir gerade dabei sind: Von allen Menschen, die pro Jahr in Deutschland sterben (durchschnittlich 950.000), sind bislang etwa 1 Prozent (!) sogenannte Coronatote. Und man darf wohl davon ausgehen, dass es in Wahrheit noch wesentlich weniger sind, wenn selbst LKW-Opfer, bei deren Obduktion man Virusfragmente findet, zu Coronafällen umdeklariert werden. Es sind im Jahr 2020 bislang nicht mehr Menschen an saisonalen Atemwegsinfekten gestorben als normal. Der Anteil der sogenannten Coronatoten an der Gesamtzahl der Toten ist äußerst gering, verglichen mit Krebstoten, Herzinfarkttoten, Verletzungs- und Vergiftungstoten und dergleichen.

Der schlafwandelnde Zeitgeist 

Was sagt unser Umgang mit dem Coronavirus über unsere Mentalität aus? Das scheint mir die entscheidende Frage zu sein. Denn wenn wir unsere Ängste, unsere Blindheiten, Hysterien und Konformitätssüchte nicht in den Griff kriegen, dann wird es mit der Menschheit weiter rapide bergab gehen. Schneller als durch jede Klimakatastrophe, jeden Weltkrieg und jedes Killervirus werden weitere Lockdownmaßnahmen im Verbund mit der freiwilligen Lähmung des menschlichen Lebens zum Absterben des menschlichen Lebens führen. 

Diese Freiwilligkeit ist höchst erklärungsbedürftig. Gegen staatlich verhängte Maßnahmen, die man als übertrieben erkannt hat, könnte eine Bevölkerung ja irgendwann, wenn es ihr zu bunt wird, protestieren, aufbegehren, revoltieren. Dass sie davon, von der Revolte, aber weitestmöglich entfernt ist, dass sie in Angst geeint und zu fast hundert Prozent einverstanden ist mit den irrsinnigsten Einschränkungen des Lebens, das ist schon sehr unheimlich. 

„Corona“ ist, wie alle seltsamen Entwicklungen der letzten Jahre, in erster Linie ein Zeitgeistproblem, das auf der Ebene rationalen Entscheidens, bösen Willens und politischen Versagens nur unzureichend erklärt werden kann. Denn was wir sehen, live und in Echtzeit, ist das kollektive Unbewusste bei der Arbeit, der schlafwandelnde Zeitgeist bei seinem träumerischen Zerstörungswerk. 

Ich glaube keine Sekunde lang, dass wir es mit fiesen Machenschaften finsterer Mächte zu tun haben, dass hier Weltherrschaftspläne und politische Kalküle oder wirtschaftlich-finanzielle Interessen eine nennenswerte Rolle spielen. Ich meine, natürlich will irgendjemand an einem Impfstoff verdienen, der jährlich sieben Milliarden Menschen verabreicht werden würde. Natürlich will sich ein CSU-Politiker als Krisenmanager profilieren, um seine Chance aufs Kanzleramt zu verbessern. Natürlich ist eine verunsicherte Bevölkerung fügsamer und lenkbarer.

Aber damit ist nichts erklärt. Damit ist nicht erklärt, wieso sich die Menschen in Deutschland schon vor allem Regierungshandeln wie eine verängstige Schafherde verhielten und sogar noch ein krisenlüsternes Behagen an Solidarität und Sauberkeit zur Schau trugen. Wieso sie sich bei jeder Gelegenheit mit hygienischer Herzlichkeit „Bitte bleiben Sie gesund!“ zuriefen. Aber wozu das Präteritum? Sie tun es noch immer: Sie tragen Masken (sogar da, wo sie es gar nicht müssten), sie tragen sich in Listen ein, sie tragen ihr Schicksal mit Fassung und Humor, aber sie tragen keinerlei Bedenken, dass all das womöglich vollkommen unsinnig sein könnte, dass es fatal und irreversibel zerstörerisch sein könnte. 

Noch nie war eine Bevölkerung so zweifellos überzeugt von der Richtigkeit ihrer Entscheidungen. Ja, ihrer Entscheidungen. Man wird die Konsequenzen des Corona-Irrsinns nicht allein den Politikern anlasten können. Die Menschen wollten es. Diesmal wollten sie es wirklich. 90 Prozent mindestens wollten die Menschheit in den Abgrund taumeln lassen, sie wollten nicht vorher aufwachen, wollten nicht Unbewusstes durcharbeiten, prüfen, anzweifeln, wollten nicht auf erwachsene Weise mit dem Faktum des allgegenwärtigen Todes umgehen. Sie wollten Kinder bleiben, sie wollten nicht wissen, was sie hätten wissen können, sie wollten denkfaul und feige und unmündig sein. Diesmal ist nicht Merkel schuld, nicht Trump, nicht die EU, nicht die AfD. Auch nicht Bill Gates. Die Schafe sind selbst schuld. 

Herden, Hirten, Hütehunde 

Noch schuldiger als die Schafe sind nur ihre Hütehunde. Die Mainstream-Medien sind die Treiber des Zeitgeistes. Was aber treibt die Medien? Oder wer? Wer ist der Hirte? – Nun, wenn ich mich so umsehe, würde ich sagen: Es gibt keinen Hirten, und das ist vielleicht das Problem. Die Vorstellung, die Politiker seien die Hirten, die mit Hilfe ihrer medialen Hütehunde die Herde kontrollieren, ist irrig. Die Politiker sind ebenso Getriebene wie alle andern Schafe. Sie sind höchstens sowas wie Alphatiere, falls es das bei Schafen gibt. Ich will die Herden-Analogie hier nicht überdehnen, aber unsere gegenwärtige Gesellschaft ähnelt tatsächlich einer Herde ohne Hirten, in der die Hütehunde das Sagen haben. „Das-Sagen-haben“ heißt freilich nicht, dass sie wirklich die Kontrolle hätten. Sie halten mit ihren begrenzten kognitiven Mitteln und ihrem einschüchternden Gebell eine gewisse Konformität aufrecht, sie vermeiden damit das totale Chaos, aber echte kybernetische Kompetenzen wird man von ihnen wohl kaum erwarten. Sie passen auf, dass kein Tier sich aus dem Verband löst, aber sie werden die Herde nicht planvoll und geordnet zu frischen grünen Weidegründen führen. – So, jetzt aber genug der Pastorallyrik. 

Was treibt die Medien? Das ist die alles entscheidende Frage. Wieso hatten sie von Anfang an kein Interesse an der Wahrheit? Nicht, dass die Wahrheit offen zutage gelegen hätte, aber gerade deshalb wäre es ja die Aufgabe der Journalisten, vor allem der Öffentlich-Rechtlichen, gewesen: die diffuse, erst langsam aus dem Nebel der Unwissenheit hervortretende Wahrheit von allen Seiten zu beleuchten, zu diskutieren, zu bezweifeln, den Stand der Dinge zu vermitteln, den medialen Raum für komplexe Debatten zu öffnen und alle Beiträge auszuhalten in all ihrer hypothetischen Vorläufigkeit. 

Es hätte die Stunde der Medien sein können. Die große Zeit der kühlen Beobachter, der besonnenen Analytiker, der Fachleute für kluge Fragen und diskursive Vielfalt. Die Mainstream-Journalisten aber waren sich einig, es sei die Stunde der Exekutive und vor allem die Stunde der Virologen. 

Wieso mussten sie sich binnen kürzester Frist zu dem üblichen Meinungskartell zusammenschließen, außerhalb dessen alle abweichenden Ansichten als krude, irre, umstritten und damit dann auch gleich als irgendwie rechts und extrem und verschwörungstheoretisch gelten mussten? 

Ich muss gestehen, dass ich es nicht verstehe. Es müsste für einen Fernsehjournalisten das Interessanteste und Verlockendste überhaupt sein, etwa den SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach und den SPD-Politiker und Mediziner Wolfgang Wodarg in ein Fernsehstudio zu setzen und sie ihre konträren Ansichten miteinander diskutieren zu lassen. Die Einschalt- und Mediatheken-Quoten eines Markus Lanz müssten nie gemessene Werte erreichen, wenn er den kurz vor der Heiligsprechung stehenden Christian Drosten mit dem weltweit meistzitierten Epidemiologen John Ioannidis konfrontieren würde. 

Hendrik Streeck mit Margot Käßmann ins Gespräch bringen

Offenbar liegt so etwas nicht im Bereich des Vorstellbaren. Das Maximum an ertragbarer Meinungsvielfalt scheint zu sein, den leicht unbequemen Professor Hendrik Streeck mit der Ex-Bischöfin Margot Käßmann ins Gespräch zu bringen. 

Wieso – im Ernst – gab es nie eine Sendung, in der der Minister Jens Spahn mit dem Arzt Gunter Frank, oder die Virologin Melanie Brinkmann mit dem Finanzwissenschaftler Stefan Homburg gestritten hätte? Wieso hat kein Talkshow-Moderator den seltsamen Mikrobiologen Alexander Kekulé auf den seltsamen Arzt Bodo Schiffmann treffen lassen? Wieso gab es keine Begegnung des dissidenten Ministerialbeamten Stephan Kohn mit seinem Innenminister Horst Seehofer? Von mir aus hätte sich sogar die Journalistin Düzen Tekkal mit dem Kochbuchautor Attila Hildmann duellieren können. Wäre zumindest interessant gewesen. 

Dergleichen passiert aber nicht. Eine rühmliche Ausnahme bildet der Talk im Hangar auf Servus TV. Aber den guckt leider keiner. Niemand aus meinem Bekanntenkreis hat je davon gehört. Ich glaube auch nicht, dass Plasberg, Will, Maischberger, Hayali, Illner, Kähler und wie sie alle heißen, überhaupt wissen, dass es einen Michael Fleischhacker gibt, von dem sie vielleicht etwas lernen könnten über professionelle, das heißt: unparteiische, erkenntnisfördernde Gesprächsführung. 

Fahrlässigerweise der Natur ihren Lauf gelassen  

Wie wird es weitergehen? Ich fürchte: katastrophal. Aus der Entscheidung, die Infektionskrankheit Covid-19 so zu handhaben, wie wir es tun, folgt das Eingeständnis, dass wir in früheren Zeiten offenbar immer falsch gehandelt haben, grausam, mindestens leichtfertig. Wir hätten – neu-normal gesehen – niemals, in keinem Grippejahr zuvor, einfach mal so zehntausend, zwanzigtausend Menschen sterben lassen dürfen. Nach den Maßstäben, die wir seit Corona anlegen, hätten die Regierungen in Bund und Ländern niemals zulassen dürfen, dass Menschen mit Viren in Kontakt kommen und an den dadurch ausgelösten Krankheiten sterben. Alle Verantwortungsträger, die 2013, 2015, 2017, 2018 einfach nur zugesehen haben, wie die Influenzawellen durch Deutschland fluteten und jedes Mal 20–25.000 Menschen dahinrafften, müssten – ginge es mit rechten Dingen (also mit den derzeit geltenden Maßstäben) zu – nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben vermeidbare Opfer nicht vermieden, sondern unerhörter- und fahrlässigerweise der Natur ihren Lauf gelassen. 

Aber, auch wenn mir kaum etwas lieber wäre, als die ganze kopflose Politelite ihrer Ämter und Positionen enthoben zu sehen: Solch eine vorgebliche Fahrlässigkeit wäre doch der falsche Vorwurf. Man kann einen Gesundheitsminister gewiss dafür zur Verantwortung ziehen, dass er es unterlassen hat, die Produktion von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken im eigenen Land sicherzustellen. Dass er die Hygienestandards in Pflegeheimen und Kliniken nicht verbessert. Aber man kann ihn nicht dafür belangen, dass Menschen sich während seiner Amtszeit in Gefahr begeben, einfach dadurch, dass sie ihr Leben leben und infolgedessen ihr Leben verlieren. 

Gerade sehe ich im TV, dass irgendwo eine Schule geschlossen wird, weil ein Kind positiv getestet worden ist (es ist nicht gestorben, es ist nicht krank, es gab nur ein positives Testergebnis). Ein Kamerateam berichtet. Ein Mann mit Mikro und besorgtem Gesicht steht vor einem leeren Schulgebäude. „Unser Reporter vor Ort“ gibt live seine Einschätzungen zur Lage. Wie – bitteschön – sollen wir von diesem Irrsinnslevel je wieder runterkommen? 

Die Begründungen, mit denen die derzeitigen Maßnahmen gerechtfertigt werden, müssten ja konsequenterweise auf jedes zukünftige Krankheitsgeschehen angewendet werden. Wie soll ein Politiker der Öffentlichkeit jemals wieder erklären können, dass er in diesem Jahr halt mal 5.000 Leute an der Grippe sterben lässt? Wie soll er je wieder plausibel machen können, dass Schulen, Stadien, Geschäfte, Kirchen, Kneipen ohne Einschränkungen offen bleiben, wenn in der Umgebung auch nur ein einziger Virustoter gemeldet wird? 

Wenn wir genau hinsehen – das heißt: Tests durchführen, Stichproben nehmen, Tote obduzieren –, werden wir jeden Tag, für alle Ewigkeit, irgendwelche Virustoten finden. Wir werden jeden Tag vermeidbare Todesfälle konstatieren. Und wir werden auch jeden Tag Tote finden, die nicht gestorben wären, wenn sie nicht ins Auto gestiegen wären, wenn sie nicht auf die Leiter gestiegen wären, wenn sie nicht ins Schwimmbad gegangen wären, wenn sie nicht nach Beirut gezogen wären, wenn sie nicht schwanger geworden wären, wenn sie die selbstgepflückten Pilze nicht gegessen hätten. 

Wenn wir ernsthaft das Ziel verfolgen, jeden vermeidbaren Tod – koste es, was es wolle – tatsächlich zu vermeiden, dann sind wir am Ende, dann sterben wir aus. 

Die hoffnungslosen Momente, in denen ich dieses Aussterben beinahe herbeisehne, häufen sich. 

 

Marcus J. Ludwig ist Essayist und Erzähler. Zuletzt erschien von ihm der Roman „Der Geist von Carson Cokes“ sowie „Aber ich hatte es mir schöner geträumt – Rede über Deutschland“. Der obige Text erschien zuerst im Blog des Autors: fluegel-und-pranke.de 

Foto: a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Amadalvarez" title="User:Amadalvarez">Amadalvarez CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Andreas Lange / 20.08.2020

Sehr guter Text, nur die Ausrede mit den “Getriebenen” ist mir zu einfach. Getrieben von wem? Vom Virus wohl kaum, da gibt es wesentlich gefährlichere. Und es gab ja schon mehrere Versuche, mittels einer neuen Krankheit Panik zu erzeugen, wie Vogelgrippe, SARS, Ebola usw. usf. Wenn es “Getriebene” gibt, muss es auch “Treiber” geben. Aber wer treibt und warum? Die WHO, die sich seit Beginn der “Pandemie” dank der letztjährigen Neudefinition des Begriffes als Panikorchester aufspielt? Oder in Deutschland das RKI mit dem “Star-Wirrologen” Drosten, das die sinkenden Zahlen in Realtion zur Menge der Testungen in Riesenmengen von PDFs versteckt und stattdessen permanent Alarm-Pressemeldungen herausgibt? Achgut-Autor Robert von Loewenstern hat in seinem Artikel “Ich, der Corona-Erklärbär” anhand des wunderbaren Gummibärchen-Beispiels dargelegt, wie dieses Institut im Rang einer Bundesbehörde tatsächlich verfährt und dies auch durch Links auf die RKI-Homepage “wasserdicht” belegt. Also: wer treibt hier und zu wessen Nutzen?

Eva-Maria Glatzle / 20.08.2020

Auch wenn ich mich wiederhole: schade, dass es immer wieder Beiträge gibt, die nicht die Ansicht des anderen kritisieren, sondern ihn persönlich beleidigen. Bedauerlich, dass es diese Niveau auch hier gibt.

Karl Neumann / 20.08.2020

Die verheißungsvolle Überschrift über dem Artikel veranlasste mich, etwas von meiner Zeit zu opfern und für die Bildung zu nutzen. Nach etwa 20 Zeilen relativ lustlosen Lesens durchfuhr es mich dann doch : das Verhältnis von Mehrheit und Minderheit über Ansichten der Bundesbürger betreffend ihr Verhalten gegenüber der momentan herrschenden Corona-Hysterie schreckte mich auf. Es ist schwierig zu beurteilen, zu welcher Gruppe man sich selbst zählen sollte,  zu der Mehrheit, die gerade versucht, die sogenannte neue Normalität zu etablieren oder zur Minderheit, die noch bei Verstand ist und sich gegen allen Mehrheits- und Mediendruck weigert, den gegenwärtigen Zustand jemals als Normalität anzuerkennen. Dann kam es wie eine Erleuchtung über mich. Wer den Ausdruck “Corona-Hysterie” gebraucht, um in einem Leserbrief seine Ansicht über dieses Thema zum Ausdruck zu bringen, kann wahrscheinlich nicht der Mehrheit zugerechnet werden. Ich Glücklicher!

M.-A. Schneider / 20.08.2020

Sie fassen sehr pointiert und überzeugend die Gedanken, die viele Menschen, die lieber selber denken und nachfragen statt den MSM zu glauben, in der letzten Zeit umtreiben und die wahrscheinlich zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ziemlich klar dürfte sein, dass Corona als Pandemie den Politikern der westlichen Welt, gerade auch in Deutschland, gerade recht kam und die Chance bot, alle Versäumnisse - von der Finanz - über die Flüchtlingskrise bis hin zur völlig verfehlten Energie - und Umweltpolitik mit ihren Folgen - hinter der Corona-Krise zu verstecken und sie dafür verantwortlich zu machen. Wer würde als verantwortlicher Politiker solch eine Möglichkeit nicht nutzen? Dass es so leicht sein würde, die Menschen derartig in Panik zu versetzen, dass sie sich mehrheitlich sogar in vorauseilendem Gehorsam unterwerfen, andere sogar teilweise denunzieren und freiwillig auf so vieles, was das Leben ausmachte - u.a. auf Freiheit - verzichten, hat wohl selbst die Politiker überrascht,  und so gehen sie nun diesen eingeschlagenen Weg mit tatkräftiger Hilfe der MSM wider besseres Wissen weiter, bis sie ihr Ziel der “großen Transformation” (?) erreicht haben, wenn sie nicht aufgehalten werden.  Das ist dann die neue Normalität.

toni Keller / 20.08.2020

Danke,! Der Witz an der Sache ist, dass man die Coronahysterie genau nicht auf andere, vermeidbare Erkrankungen anwendet! Ich sag nur Krankenhauskeime! Dafür ist Italien geradezu berüchtigt, und die BRD steht da auch nicht schlecht da. Dabei machen die Niederländer und Norweger schon seit Jahren vor wie es geht! Jeder der ins Krankenhaus muss, wird zunächst isoliert, bekommt Abstriche gemacht und erst dann, wenn die negativ sind, darf der Patient auf Station, in den OP, und in die Cafeteria! Täglich sterben in ganz Europa übrigens 60 Leute an Krankenhauskeimen! Ich denke, und die Diskussionen gerade um die Organspende haben es gezeigt - und bei Licht betrachtet die Diskussionen über die aktive Sterbehilfe (in der BRD erlaubt seit Februar diesen Jahres) auch - dass man hierzulande der Meinung ist, dass jeder Tod vermeidbar sei, wenn man nur die Ärzte alles machen lässt was sie können. Zu dieser Meinung kann man nur kommen, indem man den Tod, wie es schon viel zu lange geschieht, einfach verdrängt, ihn ignoriert und davon nichts wissen will. Der Tod ist das Ziel des Lebens, er ist die Vollendung und gleichzeitig furchtbar, weil es ein irreversibler Schritt ins absolut Ungewisse ist. Niemand weiß sicher was danach kommt! Simone de Beauvoir, der man keinerlei religiöse Ideen nachsagen kann, die sich dagegen absolut verwehrt hätte, hat einen Roman geschrieben `“Alle Menschen sind sterblich” sie beschreibt darin, dass es den Menschen ausmacht, dass er sterblich ist. Die Götter beneiden uns, weil wir sterblich sind, heißt es irgendwo! Und die Quintessenz von “Harry Potter” ist: Es ist nicht gut, wenn der Mensch den Tod besiegt, es bekommt ihm nicht, wie wir an Voldemort sehen können!

Petra Wilhelmi / 20.08.2020

@Martin Holzinger. Leider muss ich Sie zutiefst enttäuschen. Ich als Atheist, weiß, dass das Sterben zur Existenz JEDES Lebewesen gehört. Wieso sollte ich Angst vor dem Tod haben? Das Leben ist gezeichnet durch ein ständiges Vergehen und gebiert auch ständig Neues, was wiederum vergeht. Der Rest von uns, entweder als Asche oder im Sarg dient anderen Lebewesen als Lebensgrundlage. Wieso sollte ich Hoffnungslos sein? So ist eben der Kreislauf der Welt. Nichts geht verloren, alles wird umgewandelt in etwas Anderes. Gibt auch ein physikalisches Gesetz dafür, dessen Wortlaut ich jetzt nicht nachschlagen will, weil ich dazu keine Lust habe.

Petra Wilhelmi / 20.08.2020

Jein. Wir wurden erst zu Selbstschuldigen gemacht. Und ich gestehe, als die ersten Berichte aus China kamen, dann aus Italien, dachte ich auch noch, dass es dieses Mal ein wirklich gefährliches Virus wäre. Aber dann kam nichts. Niemand im Bekannten-, Verwandtenkreis auch bei Freunden kannte niemand jemand der überhaupt Husten oder Schnupfen, gar noch Corona hatte. Die Lebensmittel-Supermärkte haben an den Kassen auch kein Personalmangel. Sie werden wie immer besetzt, also starb dort ohne Maske, wie im Anfangsmonat in Deutschland, auch niemand. Bis man dann im Internet andere Ansichten erfuhr und die Klarstellung, was der Test eigentlich wirklich nur testet und wie wenig wirklich sterben und zwar im hohen Alter und dazu noch mit vielen anderen Erkrankungen. Ich habe mich kundig gemacht. Viele andere Menschen haben sich dazu verurteilt, nicht im Internet zu suchen und die MSM zu goutieren. Und genau dort wurden sie aufgehetzt. Dazu kamen noch Merkel, Spahn und das unsägliche RKI. Die Statistiken wurden zu Märchenstatistiken degradiert. Und Machthabern kam genau dieses Virus so richtig gelegen. Linksgrüne Träume können nun verwirklicht werden und die Machthaber testen aus, wie weit sie ein Volk drangsalieren können. Und ja, es steht die große Transformation dahinter, deren Bonzen dieses Virus schamlos missbrauchen. Es sollte auch Ihnen, werter Herr Ludwig, nicht entgangen sein, dass immer mehr Werbespots uns framen sollen, dass hier etwas völlig Neues entstehen soll. Besonders eindringlich macht das Coca Cola. Es ist naiv anzunehmen, dass hinter allem - ich benutze einmal ihr Wort - keine finstere Fieslinge stecken. Die Welt soll transformiert werden. Das hat keine Frau Merkel erfunden oder ein Herr Spahn, sondern, die Transformation wurde 1995 in San Francisco eingeleitet, bei einem Treffen der Reichsten, die feststellten, dass, um den Wohlstand zu erarbeiten nur noch 20% der Menschheit bräuchte und sie vor den Folgen Angst bekamen. Seit derzeit läuft das Experiment.

Ulrike Rotter / 20.08.2020

Zitat: Der Staat ist nicht der Hausarzt des Bürgers. Der Staat muss ertragen können, dass Menschen sterben. Zitat Ende - und das tut der Staat ja durchaus, indem - grad in den letzten Monaten - durchaus lebenswichtige Untersuchungen und Operationen ob des erwarteten Coronakatastrophenfalls verschoben und abgesagt wurden. Nur sind die Todesfälle, die aufgrund dieser Verschiebungen und nicht durchgeführten Untersuchungen/ OPs stattfinden werden, eben schön zeitverzögert und nicht dezidiert auf DIESEN einen Grund festnagelbar. Dass sie stattfinden werden, ist jedem klar, der auch nur rudimentäres Medizinwissen oder nur einen klaren Menschenverstand hat. Aber man kann guten Gewissens behaupten: An Covid-19 sind sie nicht gestorben. Und das ist es letztlich, was zählt - ob sie dann nun eben an Brustkrebs, an den Metastasen im Gehirn oder der Lunge oder am verschleppten dritten Herzinfarkt, aufgrund nichterfolger Stent-Setzung gestorben sind - wer kann das schon sagen? Und wen interessiert das (außer den Angehörigen evtl.)... Bitter, alles sehr bitter und sehr zynisch - wenn man sich die permanente Leier vom “Bleiben Sie gesund” reintut

M. Braun / 20.08.2020

Leider vergisst der Autor auch die über 100000 Jahr um Jahr im Mutterleib getöteten Kinder zu erwähnen. Diese Toten toleriert unser Staat, weil es ein Vogue ist, dass Frauen einfach sagen dürfen mein Bauch gehört mir. Wer gegen dieses himmelschreiende Unrecht demonstriert wie beim Marsch fürs Leben muss sich Angriffen der Antifa aussetzen, und die hohe Politik schweigt.

giesemann gerhard / 20.08.2020

Hoffentlich wird es katastrophal - zwei Milliarden Tote weltweit und wir wären so viele wie im Jahre 2000, gerade mal 20 Jährchen her. Schreckliche Vorstellung, oder? Wenn es dann aber vorwiegend alte Rentner*Innen trifft, dann blüht das Leben der Jungen umso unbeschwerter ... . Anders, der schwedische Staatsepidemiker hat gesagt: Einen Fehler müssen wir (Schweden) uns eingestehen: Wir haben die besonders Gefährdeten nicht ausreichend geschützt. Und haben dadurch auch das Personal dort, wo die sich befinden, einem zu hohen Risiko ausgesetzt. In Alters- und Pflegeheimen, in den KH. Der Staat kann in der Tat nicht dafür sorgen, dass niemand mehr stirbt - aber er MUSS die Epi- und Pandemiepläne aus der Schublade ziehen und anwenden. Und dies lange bevor die gesamte Wirtschaft panikartig nieder geschmettert wird, eben weil man die längst gefertigten Pläne nicht “gefunden” hat. Kurz: Der Staat darf sich nicht so doof anstellen wie geschehen. Hoffentlich weiß “er” das für das nächste Mal. Zeit, um sich dafür vorzubereiten ist reichlich da, also auf geht’s. Irgendwie langweilt die Debatte so langsam.

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