Gastautor / 02.04.2024 / 06:25 / Foto: Pixabay / 60 / Seite ausdrucken

„Traditional Wife“: Rotes Tuch oder Häkeldecke?

Von Marie Wiesner.

Der „Tradwife“-Trend bringt die Verhältnisse zum Tanzen: Junge Frauen besinnen sich auf das gute alte Dasein als Hausfrau. Irgendwo zwischen rebellischem Akt und Sendungsbewusstsein in den sozialen Medien.

Als Kind soll ich Folgendes bei meinen Eltern am Esstisch verkündet haben: „Ich will nicht auf Arbeit geh'n. Ich suche mir 'nen Mann, der muss dann auf Arbeit gehen! … Ich tu dann aufräumen und die Kinder müssen allein spielen …“ und an meine Mama gewandt: „Wie du!“

Und damit hatte ich mich schon als Dreijährige zur „Tradwife“ erklärt. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was denn das schon wieder für ein neumodischer Begriff sein soll. Eine klassische Tradwife kleidet sich sehr feminin, zeigt nicht zu viel Haut, verbringt sehr viel Zeit in der Küche und kümmert sich um die Kinder. Ihr Mann ist für den Lebensunterhalt der Familie zuständig. Vermutlich wird Ihnen diese Beschreibung bekannt vorkommen.

Stefan Frank hat dieses Phänomen kürzlich in einem Artikel bei Achgut – wiederum inspiriert durch einen Beitrag der Tagesschau – beschrieben. Der „Tradwife“-Trend bedeutet letztlich nichts anderes, als eine Rückbesinnung junger Frauen auf das gute alte Dasein als Hausfrau. Jedoch im Bewusstsein des anachronistischen Potenzials dieser Entscheidung und nicht selten mit entsprechendem Sendungsbewusstsein in den sozialen Medien. In diesem Beitrag sollen konkrete Instagram-Accounts von „Tradwives“ vorgestellt werden.

Die Tradwife ist ein Internet-Trend, teilweise fällt dieser Begriff aber auch in Gesprächen von Konservativen – hauptsächlich der jüngeren Generation. Ursprünglich stammt der Trend aus den USA, wo er 2018 populär wurde. Ab 2020 war er auch in Deutschland und Großbritannien präsenter. In gewisser Hinsicht ist er ein Akt der Rebellion. Er richtet sich gegen den woken Zeitgeist der Gleichmacherei und für die Anerkennung der beiden unterschiedlichen Geschlechter.

Unterschiedliche Lebensentwürfe

Mädchen wird schon im Kindergarten eingeredet, dass sie die gleichen Wünsche und Bedürfnisse haben sollen wie ein Mann – der biologische Unterschied zwischen den Geschlechtern wird negiert. Doch wir Frauen können – und wollen – diese Erwartungshaltung nicht unbedingt erfüllen. Wir funktionieren zyklusabhängig, sind bei Gehaltsverhandlungen zurückhaltender, gehen anders mit Konflikten um – die Liste lässt sich endlos fortsetzen, warum sich männliche Lebensentwürfe von weiblichen unterscheiden. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.

Der berühmte kanadische Psychiater und Achgut-Autor Jordan B. Peterson erklärt diese Unterschiede vereinfacht wie folgt: „On average men are more interested in things and women are more interested in people and that´s actually the biggest difference we know of psychologically between men and women…” (Deutsch: „Im Durchschnitt interessieren sich Männer mehr für Dinge und Frauen mehr für Menschen, und das ist tatsächlich der größte Unterschied, der uns psychologisch zwischen Männern und Frauen bekannt ist.“) Diesen Tatsachen kann man entweder mit Empörung oder mit Akzeptanz begegnen.

Oder, man erschafft eine „Gegenkultur“, die (häufig) politisch konservativ einzuordnen ist. Im Wesentlichen geht es darum, dass Anhänger des Tradwife-Trends (oder vielmehr dieses Lebensmodells) die Unterschiede zwischen Mann und Frau in einer Beziehung hervorheben. Die Frau kümmert sich zu Hause um die Kinder und den Haushalt, kocht, backt und putzt für ihre Familie. Ihr Mann kümmert sich währenddessen um das Einkommen der Familie. Karrierefrauen sind verpönt.

Neben dem politischen Statement ist es ein weiblicher Schrei nach Sicherheit, Beständigkeit und Bindung. Doch nicht alle jungen Frauen wollen eine derartige Verbindlichkeit. In meiner Ausbildungszeit habe ich mich mit eher links eingestellten Freundinnen über dieses Thema unterhalten. Sie waren geschockt, dass ich mit Anfang 20 eine Ehe überhaupt in Betracht zog. Für sie war es völlig normal, sich auszuprobieren und nicht lebenslang mit einem Partner zusammen zu bleiben. Sie hatten Angst vor dem Festgefahrensein und natürlich Angst um ihre Freiheit. Die Furcht vor einer Existenz als „Heimchen am Herd“ ist in meiner Generation nach wie vor präsent.

Rechtsextrem im Blümchenkleid

Doch wie so häufig, lehnt sich trotzdem ein Teil der Jugend gegen das aktuell politisch und gesellschaftlich Anerkannte auf. In diesem Fall in Form von konservativen Familienmodellen – im realen Leben oder in der romantisierten Vorstellung davon. Ähnlich wie beim „Old-Money-Trend“ ist diese Auflehnung auf TikTok und Instagram populär. Dort zeigt sie sich in Form von Reels, Bildern und sogar Memes (hier und hier.).

Auch Influencerinnen präsentieren sich im Tradwife-Stil. Einen der populärsten Accounts betreibt Estee Williams. Die junge Amerikanerin präsentiert sich auf ihrem Profil im 50er-Jahre-Look. Sie trägt schwingende Kleider, backt und kocht für ihren Mann und fragt sogar um Erlaubnis, bevor sie etwas Teures kauft. Die TAZ-Journalistin Ursula von Ary schreibt entsetzt: „Mit ihren geschichtsvergessenen Social-Media-Auftritten ist Estee Williams eine fleischgewordene Männerfantasie.“

Auch deutsche, vor allem christliche Accounts greifen diesen Lifestyle auf, wie zum Beispiel Tradwifelife oder Karoline vom Account kleine.hausfrau. Hier werden Styling-, Alltags- und Ehetipps geteilt. Es dreht sich alles um die Versorgung der Familie und darum, den Ehemann glücklich zu machen. Die jungen Frauen wirken nicht unterdrückt, sondern geerdet und liebevoll. „Besorgniserregend“, sieht anders aus. Auf der Seite echte-vielfalt.de (betrieben vom Deutschen Institut für Sozialwissenschaft) ist zu lesen, es „sind nicht automatisch alle Tradwives der rechten Bewegung zuzuordnen. Aber selbst wenn sie sich davon distanzieren (oder sich dessen nicht bewusst sind), machen sie mit ihrem Verhalten dennoch „Werbung“ für diese Rollen mit all ihren Assoziationen.“ Also zu deutsch: Du bist rechtsextrem, wenn du ein Blümchenkleid trägst, dich um die Kinder kümmerst, zu Hause die Wohnung putzt und das auch noch im Netz hochlädst.

Ein falsches Bild der Realität?

Aber wo wir gerade vom Blümchenkleid sprechen. Der Trad-Lifestyle ist ästhetisch, aber selbstverständlich für das Internet frisiert und dementsprechend teilweise fernab der Realität. Wie bei jedem Social-Media-Beitrag wird nur ein kleiner Teil des Alltags gezeigt. Die wenigsten dieser Frauen werden ihre Hausarbeit im Sommerkleid und perfekt geschminkt erledigen, während sie in ihrer ebenso perfekten Küche stehen. Ein weiterer Kritikpunkt, der häufig angebracht wird, sind die finanziellen Schwierigkeiten, die sich aus einem Einverdiener-Haushalt ergeben. Doch auch hier scheinen Tradwives eine Lösung zu finden. Entscheidend sind wohl die Ansprüche, die man mitbringt. Viele Tradwives wie Aria Lewis reduzieren ihren Konsum, um das Leben zu führen, das sie sich wünschen. Und natürlich ist nicht klar, inwiefern die sich als Hausfrauen präsentierenden Tradwives nicht doch nennenswerte eigene Einnahmen haben, und sei es in Form von Instagram-Kooperationen.

Mit dieser Frage geht Carolina Tolstik aka „Malischka“ transparenter um, die sich als „Stay at home girlfriend“ präsentiert, sich hingebungsvoll bei der Hausarbeit zeigt und gleichzeitig auch Unternehmerin ist. Contentproduktion und Produktplatzierungen sind schließlich auch Arbeit. Sie selbst bezeichnet sich als „Feminismus-Befürworterin“ – Zustimmung oder Ablehnung ist Ermessenssache. Schließlich weiß man nicht, ob sie auch ohne ihren Freund finanziell zurechtkommen würde. Natürlich kann es schwierig werden, wenn Frauen sich ohne Ehe in eine finanzielle Abhängigkeit begeben. Eine Trennung ist leichter vollzogen als eine Scheidung.

Ich glaube, dass solche Accounts jungen Mädchen möglicherweise ein falsches Bild bei der Partnerwahl vermitteln – selbst wenn dieses ungewollt entsteht und nur der Instagram-Realität entspricht. Es ist zwar schön, sich einen Mann zu suchen, der bereit ist, zukünftig der Versorger der hypothetischen Familie zu sein, aber eine Ausbildung ist unerlässlich. Eine Trennung, ein Unfall oder sonstige Umstände, die zu finanziellen Engpässen führen, können jederzeit eintreten.

Aber zurück zu den tatsächlichen Ehefrauen. Die Ästhetik rund um die Tradwife hat neben dem finanziellen Aspekt und der teilweise etwas unrealistischen Ästhetik eine häufig kritisierte Schwachstelle: Die Romantisierung der Hausfrauen in der Bundesrepublik der 50er Jahre. Denn erst ab 1958 durften westdeutsche Frauen ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten (bis dato durfte dieser das Arbeitsverhältnis der Frau kündigen). Vorausgesetzt, dass ihre Anstellung mit den „ehelichen und familiären Pflichten vereinbar“ war und außerdem stand der Frau „nun die Hälfte des in der Ehe erwirtschafteten Gewinns“ zu (in der DDR wurde Fauenarbeit bekanntlich von Anfang an gefördert).

Gegen das eigene Geschlecht

Tradwives wird häufig vorgeworfen, sie hätten in der Partnerschaft kein Mitspracherecht. Das ist so nicht ganz richtig, sie beziehen aber häufig ihren Mann in wichtige Entscheidungen ein. Ist das nicht der Sinn einer Beziehung? Das hat nichts mit Zwang zu tun, sondern mit einer freiwilligen Entscheidung. Ganz zu schweigen von einer Unterdrückung der Frau durch Gewalt in der Ehe oder gar Zwangsehen. Denn ich bezweifle, dass die Ehemänner von den vorhin erwähnten Influencerinnen ihre Frauen zu den Beiträgen zwingen. Es gibt einen semantischen Unterschied zwischen Unterdrückung und Unterordnung, aber der wird regelmäßig vergessen. Es geht darum, die Leitung in bestimmten Bereichen abzugeben. Ich empfinde es als Befreiung und nicht als Belastung, wenn mein hypothetischer Ehemann bestimmte Entscheidungen trifft. Das bedeutet nicht, dass ich eine willenlose Hülle bin, sondern darauf vertraue, dass jemand, der mich liebt, nichts Schlechtes für mich möchte, sondern bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Diskussionen und unterschiedliche Ansichten ergeben sich von allein, doch ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Partner muss man nicht forcieren. Außerdem habe ich auch das Gefühl, dass diese Vorwürfe der Unterwürfigkeit häufiger von Frauen gegen ihre eigenen Geschlechtsgenossen ausgehen.

Die Komikerin Caroline Kebekus hat zu den Tradwives in einer Comedy-Nummer folgendes zu melden: „Ihr seid wie die Fliegen, die sich freiwillig auf meine Deckenleuchte setzen“ – und dort sterben. Frau Kebekus kann man witzig finden, aber die weitere Entwicklung dieses Beitrags – die traditionelle Rollenaufteilung in den Zusammenhang mit dem Dritten Reich zu bringen und „alte weiße Männer“ als lebensunfähig ohne ihre Ehefrauen hinzustellen –, hat wenig mit Comedy zu tun. Im Übrigen habe ich im Geschichtsunterricht gelernt, dass die NS-Diktatur 1945 vorbei war. Warum hackt Frau Kebekus auf dem Jahr 1959 herum, in dem sie die Tradwives gedanklich verortet?

Abgestempelt als Antifeminstin

Was würde passieren, wenn sich Frauen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen, nur halb so abwertend zum Karrierefrauendasein positionieren würden wie Frau Kebekus zur Hausfrau? Jasmin von „Liebe zur Bibel“, die sowohl auf Instagram als auch auf YouTube aktiv ist, wurde in einer Doku von Y-Kollektiv (betrieben von Radio Bremen) als das „Feindbild“ der Antifeministin dargestellt. Jasmin ist Christin und postet Sätze wie „Ich als Frau, sage dass es nicht mein Recht ist, Menschen zu töten“ (in Bezug auf Abtreibung) oder Bibelverse wie aus Genesis 1,27: „Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er sie.“ Trotz anderer Beiträge, in denen sie schreibt: „Lass dich als Frau nicht nur auf den Küchen-und Dekodienst reduzieren“ und anschließend biblische Frauen aufzählt, die auch außerhalb von Küche und Kinder eine wichtige Rolle in der Bibel gespielt haben, wird ihr der Stempel der Antifeministin aufgedrückt.

Eine Freundin von Jasmin ist ebenfalls im Video zu sehen und hat durch ihre Freundschaft einen Lebenswandel vollzogen und wünscht sich mittlerweile eine Familie anstatt eine Karriere. Ihre Aussage, dass „eine Frau gebiert“, kommentiert die Y-Kollektiv-Reporterin mit „finde ich beklemmend“. Die Haltung von Jasmin und ihrer Freundin kann zu einer Meldung bei der Antifeministischen Meldestelle der Amadeo Antonio Stiftung führen, die seit Anfang Februar 2023 existiert und deren Chronik mittlerweile öffentlich ist. Die Problematik: es geht nicht nur um konkrete körperliche Gewalt gegen Frauen, sondern auch um Aussagen wie im oben erwähnten Video. So verschwimmt die Grenze zwischen tatsächlichen Gefahren, in denen Frauen um ihr Leben fürchten müssen, und vermeintlichen Gefahren, die nicht mit der gesellschaftlich gewünschten Norm konform sind. Eine bedenkliche Entwicklung, die mehr Probleme aufwirft als sie tatsächlich löst, wie zum Beispiel die hauptsächliche Finanzierung der Amadeo Antonio Stifung aus Steuergeldern. Aber das ist ein Thema für sich.

Fest steht, dass die jungen Frauen mit ihrem Lebensstil als konservative (Haus)frauen durchaus glücklich wirken. Und daran scheint laut Studien auch etwas dran zu sein. Der Focus titelte: Wussten Sie es? Konservative sind glücklicher als Linke (mehr Sex haben sie auch). Wenn das keine positiven Erkenntnisse sind …

 

Marie Wiesner, Jahrgang 1999 stammt aus Sachsen und ist gelernte Ergotherapeutin.

Foto: Pixabay

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Leserpost

netiquette:

Klara Altmann / 02.04.2024

@ Michael Müller: Schopenhauer, den sie hier zitieren, er lebte von 1788 bis 1860. Es ist aber durchaus sehr passend für Ihre Haltung gegenüber Frauen, dass Sie jemanden zu diesem Thema zitieren, der seit über 160 Jahren tot ist. Immerhin zeigt das sehr deutlich den recht genauen Grad Ihrer Rückständigkeit, passend zum Gedankengut des Autors und Teilen des Forums. Aber nur Mut, in nur 40 Jahren erreichen auch Sie bereits das 19. Jahrhundert! Nur nicht aufgeben!

Prisca Kawubke / 02.04.2024

Ich bin zunehmend befremdet von den Artikeln, die hier in letzter Zeit so auftauchen. Nur so viel: Es ist mir absolut unbegreiflich, dass ein Leben, welches für Frauen so schrecklich sein soll, nämlich arbeiten zu gehen, für Männer andererseits so völlig in Ordnung ist. Und warum für Frauen ein Leben so toll sein soll, welches Männer wohl in den seltensten Fällen wählen würden. Jaja, schon klar, Männer und Frauen sind ja so unterschiedlich…. Fakt ist aber, dass wir alle in derselben, und zwar kapitalistischen Welt leben. JEDER muss sich irgendwie durchschlagen, der dazu in der Lage ist, jeder muss irgendwie seine Zukunft absichern und für sich sorgen. Und da führt einfach kein Weg an der Berufstätigkeit vorbei, egal ob als Reinigungskraft oder Zimmermädchen (was ist falsch an diesen Jobs?), als Lehrerin, Künstlerin oder Ingenieurin. Es ist nicht nur kurzsichtig und riskant für Frauen, dauerhaft zu Hause zu bleiben, zumal mit jedem Monat, mit jedem Jahr zu Hause die Aussichten immer schlechter werden, jemals wieder einen angemessenen Job zu finden (das ist die Realität!), es ist auch volkswirtschaftlicher Schwachsinn, Frauen jahre- und jahrzehntelang teuer auszubilden, um sie dann zu Hause sitzen zu lassen. Wieso befürwortet man sowas? Warum müssen berufstätige Mütter über ihre Beiträge Frauen mitfinanzieren, die nicht arbeiten gehen und kostenlos über den Ehemann mitversichert sind? Dass es so viele gibt, die auch noch gern die Talente und intellektuellen Fähigkeiten von Frauen übersehen und auf diese verzichten möchten, lässt tief blicken. Und ihr Frauen, die das mitmacht: Lasst euch wenigstens vom Mann entschädigen für den Verzicht auf Berufstätigkeit, alles andere ist Verarschung! Ich bin ürigens aus Ostdeutschland. Eine Ironie der Geschichte, dass im Sozialismus sozialisierte Frauen ganz gut in den Kapitalismus passen. Ich war schockiert nach der Wende, wie abhängig die westdeutschen Frauen gelebt haben, und wie normal man das dort fand.

Thomas Schmied / 02.04.2024

Hätte überhaupt kein Problem damit, mich um Haushalt und Kinder zu kümmern, sobald die Frau abgestillt hat. Ganz ehrlich. Nur muss dann irgendwo die Kohle herkommen. Wenn die Frau die ranschafft und mir nicht blöde kommen würde, weil sie meine Aufgaben geringschätzt, würde mir kein Zacken aus der Krone brechen. Natürlich würde ich auch weiterhin die Wasserkästen schleppen, den Garten machen und Kram reparieren und wenn jemand meiner Familie blöd kommen würde, dann würde ich das auch zu regeln wissen. Es gibt nichts Tolleres, als eigene Kinder aufwachsen zu sehen. Es ist so, als würde man sein Leben erneut leben dürfen. Soll die Frau doch in die teils trostlose Mühle da draußen steigen und sich im Geschäftsleben mit den vielen Bekloppten rumärgern: Frohe “Selbstverwirklichung”! Wichtig ist nur, dass jemand wirklich für die Kinder da ist. Die sind Hauptsache, nicht Nebensache! Das ist leider heute nicht mehr selbstverständlich und auch daran krankt unsere “moderne” Gesellschaft.

W. Köhler / 02.04.2024

Was ist eigentlich so besonders daran, dass die Lebensentwürfe unterschiedlicher Menschen unterschiedlich sind? Soll doch jeder/jede glücklich werden so wie sie/er möchte. Es ist doch eine Sache ganz allein zwischen den Eheleuten wie sie leben möchten!

a.ziegler / 02.04.2024

Es ist kein Wunder, wenn Konservative mehr Sex haben. Nach neuesten Regeln muss Mann ja eine quasi gerichtsfeste Einwilligung von Frau erlangen, sonst endet er womöglich vor diesem wegen Nötigung oder Schlimmeren. Nicht gerade erotisierende Aussichten. Bei einem Tradwife wird dieses Problem sicher geringer sein als bei einer linken Feministin. (Gibt es rechte Feministinnen?) Ausserdem gibt es wahrscheinlich nur sehr wenige gut aussehende aus letzterer Gruppe. Feminismus schreckt ab und macht hässlich.

Michael Müller / 02.04.2024

Bei Schopenhauer heißt es: “Mit den Mädchen hat es die Natur auf das, was man im dramaturgischen Sinne einen Knalleffekt nennt, abgesehn, indem sie dieselben auf wenige Jahre mit überreichlicher Schönheit, mit Reiz und Fülle ausstattete auf Kosten ihrer ganzen übrigen Lebenszeit, damit sie nämlich während jener Jahre der Phantasie eines Mannes sich in dem Maße bemächtigen könnten, daß er hingerissen wird, die Sorge für sie auf zeitlebens in irgendeiner Form ehrlich zu übernehmen ... Sonach hat die Natur das Weib eben wie jedes andere ihrer Geschöpfe mit den Waffen und Werkzeugen ausgerüstet, deren es zur Sicherung seines Daseins bedarf, und auf die Zeit, da es ihrer bedarf; wobei sie denn auch mit ihrer gewöhnlichen Sparsamkeit verfahren ist. Wie nämlich die weibliche Ameise nach der Begattung die fortan überflüssigen, ja für das Brutverhältnis gefährlichen Flügel verliert, so meistens nach einem oder zwei Kindbetten das Weib seine Schönheit - wahrscheinlich sogar aus demselben Grunde.” Ja, wenn das so ist, dann kann sie ihrem Mann ruhig auch mal so ‘n blöden Kuchen backen.

Lisa Deetz / 02.04.2024

...und es ist ja auch immer eine Frage des Anspruchs bzw. des Anspruchdenkens. Wenn ich unbedingt Penthouse, Pferd und Yacht haben muss, obwohl ich die Mittel dazu nicht vererbt bekam, ja dann muss ich zusammen mit dem Frauchen eben knuffen bis zum frühen Herzinfarkt und, wenn Nachwuchs vorhanden ist, evtl. zusehen, wie der drogenabhängig vorm Bahnhof mit Hund um ‘nen Euro bettelt.——- An den ollen Aristoteles denken: “Was es alles gibt, das ich nicht brauche!”

Lisa Deetz / 02.04.2024

Ich denke, ein bisschen Neid auf die jeweils andere Variante des Sich-verwirklichen-wollens ist auf beiden Seiten gegeben. Auf welcher Seite mehr - das sei dahingestellt. Fakt ist, man kann nicht alles im Leben gleichzeitig haben und…“Irgendwas fehlt immer!”

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