Henryk M. Broder / 24.07.2014 / 21:10 / 15 / Seite ausdrucken

Prantl muss mal

Es muss, finde ich, in einem freien Land möglich sein, Juden “scheiße” zu finden, ohne dafür gleich aus der CDU ausgeschlossen zu werden, die noch immer Jürgen Todenhöfer Obdach bietet, der Juden ebenfalls scheiße findet, es aber viel subtiler formuliert. Aber ein Ratsherr aus Seesen in Niedersachsen wird dafür aus der Partei getreten.

Ich bin auch mit Stefan Reinecke von der taz einer Meinung, dass es in einem freien Land möglich sein muss, “straflos das Existenzrecht Israels infrage zu stellen”, so wie es möglich sein muss, die taz als einen Haufen grenzdebiler Sackhüpfer und Stefan Reinecke als das zu bezeichnen, was er ist: einen Trottel, der nicht mitbekommen hat, dass die Infragestellung des Existenzrechts Israels kein Straftatbestand, sondern ein beliebter Zeitvertrieb unter den Abonennten des kleinen Stürmers aus der Kochstraße ist. Mehr noch, die Infragestellung des Existenzrechts Israels gehört zu den Grundrechten, die man ebenso wie die Meinungs- und Religionsfreiheit im GG verankern sollte.

Ich finde übrigens, dass man durchaus auch über das Existenzrecht eines Landes diskutieren könnte, dass solche Schlawiner wie Reinecke und Heribert Prantl produziert, der in der SZ von heute über den “alten Antisemitismus mit neuen Protagonisten” herumeiert. Man merkt es ihm an, welche Mühe es ihn gekostet hat, den nicht so neuen Antisemitismus, der sich auch in seinem Blatt immer wieder beispielhaft entfaltet, zu verurteilen, ohne dabei das Recht, Israel kritisieren zu dürfen, mehr noch: zu müssen!, aufzugeben. Auf kaum jemand trifft der Satz von Karl Kraus, dass es nicht genüge, keine Gedanken zu haben, sondern dass man auch unfähig sein müsse, sie zu artikulieren, dermaßen zu wie auf den Einerseits-Andererseits-Stammler vom Sendlinger Tor. Hat man sich durch seinen Brei durchgearbeitet, kommt er einem im letzten Satz wieder hoch: “Man kann, darf und muss beklagen, dass Israel zur Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts beiträgt.”

So ist es, Du Knallcharge! Und Du wissen, warum das so ist? Weil es Israel gibt. Würde sich Israel heute oder morgen in der Luft auflösen, wäre es mit der Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts im Nu vorbei. Aber diese Scheißjuden wollen sich einfach nicht aus der Geschichte verpissen! Erst haben sie die Nazis auf die Idee mit dem Holocaust gebracht, und jetzt treiben sie die Palästinenser in den Wahnsinn. Das kann, darf und muss man beklagen, zugleich mit der Infragestellung des Existenzrechts Israels.

 

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Karl Kuzorra / 26.07.2014

@Ron Jacobi “versetzen Sie sich für eine Weile in die gleiche Situation in der Israel sich gerade befindet: Raketenabschuss auf die Zivilbevölkerung seit 14 Jahre. Ich versichere ihnen, es wäre kein einzigen Araber heute in Gazastreifen am Leben.” Ich fürchte, da unterschätzen sie den Deutschenhass der hiesigen Politiker.  Es wurden hierzulande schon hunderte Deutsche von Moslems ermordet, und kein deutscher Politiker tut etwas dagegen. Israelische Politiker sind Patrioten, deutsche Politiker sind Verräter.

Sheik Yer'mami / 26.07.2014

“Würde sich Israel heute oder morgen in der Luft auflösen, wäre es mit der Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts im Nu vorbei…” Sicher nicht. Der Jihad würde sich dann erst recht entfalten.  Die Alewiten, die Christen, die Shiiten, die Hashemiten, Coptic, Druse und was es sonst alles gibt wären dann als nächstes dran, und dann das unvergessene ‘al Andalus’, Sizilien, Rom, die Balkan Staaten, das alles gilt es zurückzuerobern. Denn nach Islamischem Recht gehört die Welt und alles was es darin gibt Allah und seinem Propheten.

Ron Jacobi / 25.07.2014

Herr Frieling, ausgerechnet diese Landstrich, ha.ha. Das Erez Israel und Jerusalem sind so tief in unserem Ethos, unserer Kultur und unseren Herzen gebunden. Das Land hat ununterbrochen jüdische Gemeinden auch unter muslimischer Herrschaft. Für alle Juden war nicht die Frage wohin sondern wann. Jede Jude auf der Welt verbindet mehr mit Israel als Sie mit Deutschland. glauben Sie es nicht? Nehmen wir an wir sind in einer Zeitmaschine und können mich wieder 2000 Jahre zurückschicken nach Jerusalem. Ich konnte mit meinen Brüdern verständigen, die Schrift lesen und auch wissen für was welcher Tag im jüdischen Kalender steht. Also fast wie Zuhause. Sie im Gegensatz wäre hier verloren unter den Kelten. Es ist uns leider nicht gelungen schon in den 1920er Jahren aus eignen Kraft das Land zurückzunehmen. Meine Vorfahren, die Jahrtausende im Iran niedergelassen waren, wären niemals woanders hingezogen, aber als Israel gegründet wurde, hat der Mob der Nachbarn sie gedrängt, Iran besitzlos zu verlassen. Chauvinismus? Herr Frieling, nehmen sie die deutsche Gesellschaft von heute von “Friede, Freude, Eierkuchen” und versetzen Sie sich für eine Weile in die gleiche Situation in der Israel sich gerade befindet: Raketenabschuss auf die Zivilbevölkerung seit 14 Jahre. Ich versichere ihnen, es wäre kein einzigen Araber heute in Gazastreifen am Leben. Bob Marley, “Man and woman will fight you down wenn u see the light”. Das ist die Situation in dem wir uns befinden. Der Antisemitismus ist in den Köpfen tief verwurzelt, darum kann man auch von jungen Menschen heute noch Bemerkungen über Zinsbanksystemkomplot bis zur Schuld der Juden am Kreuztod von Jesus Christus hören. Für die Araber ist es noch schwerer sich vorstellen, dass die Juden, die sie mit saftige Steuern und hin und wieder einem Pogrom geduldet haben, jetzt einen Staat mit einer Armee haben, die ihre mehrmals besieht hat . Ähnlich denken die meiste Europäer. Hollywood, New York, Wissenschaft, Industrie, keine kann diese verdammte Land noch stoppen. Das erzeugt Neid und Neid erzeugt wieder Vorurteile und Hass. Keine will das direkt sagen, weil keiner aus der von Israel besessenen Linken und kein Araber ein Antisemit sein will. Sie werden auch nicht sagen können, warum sie nicht gegen die Unterdrückung und den Menschenhandel in China sind und nicht gegen die Massaker in Syrien auf die Straßen gehen.

Hans Schreiber / 25.07.2014

Sehr geehrter Herr Broder, was mir gerade auffällt ? Während ich Ihren Artikel lese, poppt Werbung von einem Panzer-Baller-Abschießspiel auf.  Ja, das Internet. Ich meine Herr Prantl hat sich redlich bemüht, political correctness zu üben. Aber je ausgewogener eine Äußerung ist, um so heftiger ist der Angriff. Ihr Angriff erscheint mir, Ihren Intellekt anerkennend, vollkommen überzogen. Man muß nur die Messlatte entsprechend niedrig hängen. So gesehen, gibt es NUR Antisemitismus in der Welt. Ist es das, was Sie wollen? Was würden Sie denn machen, wenn es keinen Antisemitismus gäbe? Was wäre dann Ihr Lebensinhalt?

Rudolf Stein / 25.07.2014

“Würde sich Israel heute oder morgen in der Luft auflösen, wäre es mit der Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts im Nu vorbei.” Herr Broder, ich lese Ihre Artikel gern und finde sie in der Regel auch sehr zutreffend. Aber ich glaube, hier irren Sie gewaltig. Würde sich Israel von heute auf morgen in Luft auflösen, gäbe es Mord und Totschlag auf mehr als 100 Jahre hinaus: um den letzten Kochtopf, den jüdische Familien zurückgelassen haben, um die besten Äcker und Plantagen, um das Geld, das sie in Banken zurück ließen. Das aber wäre nur die natürliche Handlungsweise von Eroberern und Plünderern und ginge nur so lange, “wie der Vorrat reicht”. Danach würden sich die neuen Herren von Palästina gegenseitig sehr genau ansehen und fragen: wer bist Du eigentlich? Und sie würden rasch erkennen, dass der andere neben ihnen stammesmäßig, vor allem aber religionsspezifisch nicht in ihr Konzept passt und dass im Koran irgend ein Sure darauf hinweist, dass der andere keine Existenzberechtigung hat. Und sie werden anfangen, damit weiter zu machen, womit ihre Glaubensgenossen im Irak, in Syrien und Libyen schon lange beschäftigt sind. Es ist ein Irrtum, zu glauben, die Palästinenser benötigten Israel, weil sie Land benötigen. Sie benötigen das Land, um Platz zu haben für ihre innerislamischen Schlachtfelder, auf denen sie nun, ohne auf den jüdischen Feind Rücksicht nehmen zu müssen,  sich hemmunslos gegenseitig an die Gurgel gehen können. Wie seit 1400 Jahren. Es ist ihr Daseinsschicksal.

Jon Maier / 25.07.2014

Könnte man sich eigentlich auch, angesichts der Lage im Nahen Osten, ernsthaft über das Thema streiten oder ist dem Thema Genüge getan, wenn Herr Broder den Leuten, die sich dazu äussern das Wort im Mund rumdreht. Was ist den konkret die Auffassung von Herrn Broder zum Konflikt. Wie sieht Herr Broder die Möglichkeiten? Wie schätzt Herr Broder die derzeitige Regierung in Israel ein? Aber es ist wohl einfacher bei jeder Diskussion erstmal den Antisemitismus zu suchen und damit dann jeder weiteren Diskussion aus dem Weg zu gehen. Ich bin an fundierter Information und ebenso fundierter Meinung von Journalisten und anderen Schreibenden interessiert. Das sich Abarbeiten an einzelnen mehr oder weniger intelligenten Meinungsäusserungen, mag zwar Spass machen, aber zur Aufklärung trägt es herzlich wenig bei.

Fred Heine / 25.07.2014

Die Araber im Nahen Osten sollten täglich Gott dafür danken, dass es Israel gibt. Denn dieser “Stachel im Fleisch” lenkt ab von ihrer eigenen Unfähigkeit, in Frieden, Demokratie und Freiheit zu leben. Israel ist der Sündenbock – wenn es den Judenstaat am Mittelmeer nicht gäbe, wie sollten sie dann den Menschen dieser Welt erklären, dass ihre Staatsgebilde entweder von der eisernen Knute eines Despoten niedergehalten werden oder sich die Bewohner (“Bürger” wage ich nicht zu sagen) in Bürgerkriegen gegenseitig abschlachten. Wohin man schaut von Marokko bis in den Irak und Afghanistan, überall Diktaturen, archaische Stammesgesellschaften oder sich bekriegende muslimische Konfessionen – oder alles zusammen! Selbst eine relative Bürgergesellschaft wie Ägypten kommt ohne die harte Hand eines Quasi-Militärdiktators nicht aus. Dankt Gott, dass es Israel gibt! Wenn er mit einem riesigen Radiergummi sein Gelobtes Land von der Weltkarte radieren würde, so stündet ihr nackt und bloß vor Eurer eigenen Schande!

Marcelo Strumpf / 25.07.2014

Ich finde ja, dass Stefan Reinecke, der es nicht sehr cool zu finden scheint, dass Angie das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatsräson erhoben hat, und der - wie der Iran oder die Hamas - viel lieber straflos Israels Existenzrecht infrage stellen möchte, den taz-Lesern einige entscheidenden Informationen vorenthält. Man stellt ja nicht aus Jux und Tollerei irgendetwas in Frage, sondern verfolgt ein konkretes Ziel damit. Angenommen, ein Tribunal befasst sich mit dieser für die Israelkritiker so wichtigen Frage und streckt nach eingehender Beratung - wie einst die römischen Kaiser - den Daumen nach unten. Was passiert dann mit den Bewohnern des Landes Israel,  nachdem man befunden hat, Israel habe kein Recht zu existieren? Werden die Juden Israels dann den Löwen zum Fraß vorgeworfen? Treibt man sie ins Meer? Siedelt man sie um? Oder greift man auf das Knowhow der Wannseekonferenz von 1942 zurück, wo das Judenproblem bis zur Vergasung erörtert wurde? Ich finde ja, wer A sagt, muss auch B sagen.

Jerzy Zylberg / 25.07.2014

Gott sei Dank hat Herr Thomas Frieling keine Kenntnisse darüber, dass die Polen Millionen Deutschen 1947/1948 aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen vertrieben haben und mir nichts dir nichts mit Erlaubnis von Engländern und Amis ihr Land dort eingerichtet haben. Sie haben auch die Deutschen nicht um Erlaubnis gefragt. Und trotzdem kommt kein Deutscher (abgesehen von einigen Grenzdebilen aus der NPD) auf die Idee, aus dem Lausitz Raketen auch die Polen abzuschießen, die Tunnels unter der Oder zu bauen um die polnischen Busse und Züge in die Luft zu sprengen. Dafür hat er voller Verständnis dafür, dass die Palästinenser in Israel das tun, was die Deutschen in Schlesien niemals tun würden. Logik? Keine. Debilismus? Hundertprozent!

Gerhard Sponsel Lemvig / 25.07.2014

Den zwei Extrem-Schlauen Stefan Renecke und Heribert Prantl, die es für normal halten das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen, rufe ich hier die Worte von Avi Primor zu: “Wenn die Leute glauben, dass die Juden eine Moralinstanz sind, weil sie selbst gelitten haben und weil sie wissen, was es bedeutet, verfogt zu sein, dann täuschen sie sich. Die Lehre, die man in Israel aus dem Holocaust gezogen hat, ist, dass wir uns nie wieder wie die Lämmer zur Schlachtbank führen lassen wollen. Unsere Botschaft: Wir schlagen zurück!”  

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