Redaktion / 16.03.2024 / 13:00 / 8 / Seite ausdrucken

Leserkommentar der Woche: Angst vor Oma Agnes

Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.

Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.

Und damit diese entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig „Leserkommentare der Woche“. Diesmal ist es ein Kommentar zu Gerd Buurmanns Beitrag "Oma Courage", in dem es um die gleichnamige FDP-Wahlkampagne für Marie-Agnes Strack-Zimmermann geht und darum, was mit den Assoziationen zu Bertolt Brechts Stück "Mutter Courage" eigentlich gesagt wird. Thomas Hechinger schreibt:

Ehrlich gesagt, Herr Buurmann, ohne Ihre Hilfe hätte ich mich auch nicht mehr an die Einzelheiten des Theaterstücks erinnert. Ich bin damit nur einmal in Berührung gekommen, und zwar in der Schule, als das Stück im Deutschunterricht durchgenommen wurde. Ich habe es damals instinktiv abgelehnt, daran kann ich mich noch erinnern, und zwar weil es so furchtbar trist und hoffnungslos war. Das verträgt sich nicht mit einem aufstrebenden Jüngling, der noch voller Optimismus und Zuversicht ist. Mein Gott, ja, das war ich einmal! Nun will ich den „Achse“-Lesern nicht zu nahe treten, und vielleicht ist die Mehrheit in Bezug auf das epische Theater auch viel gebildeter als ich. Ich hege aber den leisen Verdacht, daß auch der ein oder andere Leser hier sich da nicht so hundertprozentig auskennt. Um es auf den Punkt zu bringen: Die unstimmige Verknüpfung von „Oma Courage“ und „Mutter Courage“ dürfte den meisten Menschen gar nicht auffallen. Was am Plakat ins Auge sticht, ist, daß einem bei „Oma Courage“ eine in schwarz-weiß gehaltene verbiesterte, alte, böse Frau entgegenblickt, nicht die Oma, zu der man flieht, wenn es mal in der Schule nicht so gut läuft und man mit den Eltern über Kreuz liegt, sondern die Oma, vor der einem graut, wenn ein Besuch bei ihr ansteht und sie einen mit einem feuchten Kuß auf der Wange, so voller Erbarmungslosigkeit, empfängt. „Mama, muß ich wirklich mit zu Oma Agnes?“  „Kind, jetzt sei nicht so, du weißt, daß Oma Agnes dich lieb hat. Und wir waren auch schon mehrere Monate nicht mehr bei ihr.“  „Aber ich mag sie nicht, sie fragt mich immer so blöde Sachen. Und in ihrer Wohnung riecht es so komisch.“  „Kind, was redest du! Du kommst mit. Und jetzt ist Ruhe.“ Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die „Oma Courage“.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

netiquette:

W. Renner / 16.03.2024

„Mama, muss ich wirklich zu Oma Agnes?“ Nein mein Kind, du darfst natürlich auch zu Tante Uschi, oder zu Cousine Nancy.

Gabriele Klein / 16.03.2024

PS: In einer “tränenreichen Geschichte” aufbereitet in der westlichen Presse träumt eine Ukrainerin davon wie schön es doch i. d Ukraine war vor dem russischen Angriff.  Paradoxerweise bezog sich diese angeblich Rußland geschuldete “Tränennummer” mit einem Schuß Nostalgie just auf die Zeit des russisch ukrainischen Freundschaftsabkommens. Nun ja, man kann nicht beides haben: Das Freundschaftsabkommen mit Russland unter dem man diese Dinge ca 2 Jahrzehnte genoss UND das sich Einreihen bei Russlands erklärten Feinden gekoppelt mit dem Herumhoppsen auf den Füßen des russischen “Bären”. xxx Meinem Argument mit dem Feldherrnalter mag man das stolze Alter eines recht kriegerischen Joe Biden entgegenhalten den ich im O-Ton als höchst aggressiv in Erinnerung habe, vor und während dem Ukrainekrieg, u. dessen Kriegsrethorik bzw. seiner Presseverlautbarungen diesbezüglich zunehmend eskalieren, je mehr wir uns den US Wahlen nähern.Hierzu drängt sich mir jedoch d. Frage auf ob er tatsächlich die entscheidende Kraft im weißen Hause ist. Ich glaubs nicht angesichts v. Teleprompter, offenkundiger Altersschwäche Verwechslungen, Gedächtnislücken Äußerungen die mich teils vermuten lassen dass er sich ab u.an in der Zeit des kalten Krieges wähnt. Es wurden ihm handfeste ausländische “Gewinne”  in Millionenhöhe laut Untersuchungsberichten/Bankdokumenten scheinbar nachgewiesen,wo die Gegenleistung nicht nachgewiesen werden konnte. (1)Solang dies der Fall, ist halte ich auch die Erpressbarkeit d. Dritte von so jemandem, für möglich,  Wer keine weiße Weste hat wird erpressbar v. jenen die die “Fleckchen” genauer Kennen (dubiose Geschäftspartner?). (1) Siehe dazu auch P. Schweizer u. sein Bestseller Red-Handed.

Gabriele Klein / 16.03.2024

@Herr Seiler: Warte bis auf den heutigen Tag auf ein Gegenargument zu Mearsheimers u. Kissingers Position.  Gleiches gilt für den Abhörskandal Nuland Pyatt, der nicht dementiert wurde und in der internationalen Presse weltauf weltab festgehalten wurde. Sie bekommen ihn u.a. auch auf BBC ich meine dort ist er schriftlich fein säuberlich protokolliert. Ich warte auch auf ein Gegenargument der seitens Russland vorgebrachten Positionen.  Ihre Bezeichnung Appeasement halte ich in diesem Zusammenhang für unangebracht aus folgendem Grund: Man redet davon als Reaktion bei einem Aggressor der angreift nicht weil er sein Territorium schützen will sondern um es auszubauen.  Kurzum es geht um reine Machtgier. Gehört Putin dazu: Ich mag mich irren, aber meine Antwort wäre ein klares Nein aus folgendem schlichten Grund: Mir wäre kein einziger Feldherr in der Geschichte bekannt der seine Eroberungsfeldzüge im reifen Alter von 71 Jahren (auf d. Weg z. Greise) begann. Ich mein in diesem Alter hat man andre Sorgen…Napoleon begann in jungen Jahren und scheiterte krachend bei seinem Russlandfeldzug, da war er meines Wissens so um die 42. Macron der immer lauter mit dem Säbel dieser Tage rasselt ist laut google 46 Jahre (passt),  Hitler war so um die 50 als er zum 2. Weltkrieg ausholte. Aber ein Feldherr der 20-30 Jahre regiert und mit etwa 70 die Welt erobern will wär mir nicht bekannt. Zur Krim: Meines Wissens war die hauptsächlich russisch sprachige Krim immer bei Russland, zuletzt halt gepachtet unter jahrzehnte währendem Russisch Ukrainischem Freundschaftsabkommen das ich gezielt seitens d. Westens sabotiert sehe bis es 2019 endigte. Festhalten würde ich auch, dass der Ukraine die russische Freundschaft deutlich erkennbar besser bekam als die der Amerikaner u. Europas die bereit scheinen das Volk bis aufn letzten Familienvater zu verheizen ohne nach Frau u. Kind auch nur einen feuchten Dreck zu fragen.

Karsten Dörre / 16.03.2024

Das Wort “Courage” ist vielseitig aussprechbar. Deutsch “Kurahsche”, französisch ““Kurahsch”, englisch “Körritsch”. Wie das Wort auf dem Plakat ausgesprochen werden soll, wissen wir nicht. Ist also jedem selbst überlassen (sehr liberal). Heimatnah wäre übrigens “Oma Mut”. Viele Achse-Leser wollen das Wort französisch aussprechen, um auf Brecht zu verweisen. Meine erste Assoziation bei “Courage” ist ein Musiktitel der Heavy-Metal-Band “Manowar”.

Max Stein / 16.03.2024

Und ich dachte immer, MASZ steht für ‘Mitarbeiter Süddeutsche Zeitung’ !!

Ralf Pöhling / 16.03.2024

Strack-Zimmermann offenbart die gleichen Qualitäten wie Lauterbach, Scholz und ganz aktuell auch Stark-Watzinger. Und das meine ich jetzt nicht so, wie der Durchschnittsbürger das versteht, sondern ganz anders. Also nicht ironisch, sondern ernst. Genauso ernst, wie die Lage derzeit wirklich ist. Aber sie ist nicht so, wie das Volk das meint. So langsam kristallisiert sich raus, wer wirklich Rückgrat hat. Aber das begreift hier keiner. Noch nicht…

Marcel Seiler / 16.03.2024

Offenbar mögen die Leute hier die Frau Strack-Zimmermann nicht. Ich kenne die Frau nicht. Aber sie hat recht in ihrer Auffassung, dass Appeasement in Richtung Putin verkehrt ist – aus ähnlichen Gründen, wie das Appeasement Richtung Hitler nicht funktioniert hat. Ob sie das nun sympathisch oder unsympathisch vorträgt, interessiert mich da weniger.

Sirius Bellt / 16.03.2024

Frau Strack-Zimmermann (welch ein Doppelname!) mit schlechten Gerüchen in ihrer Wohnung zu assoziieren, finde ich schon sehr gewagt. Im Gegensatz zu vielen anderen wirkt sie nämlich ausgesprochen gepflegt. Bei gepflegt aussehenden Omas riecht es auch in ihren Wohnungen entsprechend. Also, bitte die Kirche im Dorf lassen, auch wenn man “Oma Courage” ansonsten vielleicht nicht so viel abgewinnen kann.

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