Manfred Haferburg / 01.05.2023 / 10:00 / Foto: Stefan Klinkigt / 117 / Seite ausdrucken

Jetzt rettet Robert die Industrie

Wirtschaftsminister Habeck fürchtet nun plötzlich die Deindustrialisierung, die er mit seinen Mitstreitern herbeigeführt hat. Deshalb will er „nur Geld“ ausgeben, um seine Fehler der Vergangenheit unsichtbar zu machen. Sein teures Prinzip: Fehler werden mit neuen Fehlern repariert.

Das kostet nichts, das bezahlt der Staat“ äußerte einst der französische Wirtschaftsweise Françoise Hollande. Der deutsche Wirtschaftsweise Robert Habeck äußerte jüngst: „Wenn wir die Preise deckeln, verlieren wir Geld. Wenn wir sie nicht deckeln, verlieren wir womöglich die Industrien der Zukunft.“ Ist ja nur das Geld der Anderen. 

Habeck hat eine ambivalente Beziehung zum Geld anderer Leute, wenn es um seine ideologisch völlig verrannte Energiewende geht. Er meinte, die Bundesregierung sei bereit, dafür hohe Kosten in Kauf zu nehmen: „Dann nehmen wir Geld auf. Am Ende ist es nur Geld. Hier geht es um die nationale Sicherheit. Wenn die Situation es erfordert, werden die nötigen Geldmittel lose gemacht.“ Das sagte er bei Maischberger im Februar 22. Nur hat die Bundesregierung eben kein Geld, sondern nur Steuern. Es sei denn, sie sitzen im Kabinett und stricken Socken, die dann verkauft werden. 

Inzwischen hat selbst Herr Habeck die Deindustrialisierung entdeckt. Aus der Habeckschen Äußerung kann man entnehmen, dass die Verschwörungstheorie von der drohenden Deindustrialisierung inzwischen genauso wahr geworden ist wie die meisten anderen Verschwörungstheorien der Querdenker, Schwurbler und Delegitimierer. Die bösen AfD-Populisten wurden von den Linken bezichtigt, die Krise herbeizusehnen. Nun ist sie da, die Krise. Aber schuld ist nicht die AfD. 

Fakt ist, dass die Deindustrialisierung schon seit geraumer Zeit stattfindet, auch wenn die Ampelmännchen das stets bestritten haben. Das kann ja auch gar nicht anders sein. Die energieintensive Industrie bezahlt in Deutschland über acht Cent pro Kilowattstunde. In den USA und China ist es weniger als die Hälfte. Außerdem ist die Stromverfügbarkeit in Deutschland nicht mehr gewährleistet. Im Jahr 2022 wurden die Aluminiumhütten mehr als 250-mal von Spitzenglättungs-Maßnahmen betroffen – das bedeutet, praktisch jeden Arbeitstag einmal kurzfristig abgeschaltet und aus Stromkundengeld dafür bezahlt.

Und nun redet Habeck über die Deindustrialisierung, die er selbst und seine Mitstreiter herbeigeführt haben. Seit Jahren tut die Ampel unter Führung der grünen Ideologen alles in ihren Kräften Stehende, um Energie zu verteuern. Ihre Mittel: Besteuern, Abschalten, Verbieten. Man denke nur an die letzten drei Kernkraftwerke und die unfassbar dummen Äußerungen der grünen stellvertretenden Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt, dass nunmehr, wo die Atomkraftwerke nicht mehr das Netz verstopfen, der Strom ja endlich billiger würde.

Die Armen und die Graichen

Und wieder ist es „nur Geld“, das Habeck ausgeben will, um seine Fehler der Vergangenheit unsichtbar zu machen. Diesmal ist es das Geld unserer Kinder, das Habeck ausgeben wird. Das Prinzip: Fehler werden mit neuen Fehlern repariert.

Die Rechnung des Wirtschaftsministers geht folgendermaßen: „Wenn wir die Preise deckeln, verlieren wir Geld. Wenn wir sie nicht deckeln, verlieren wir womöglich die Industrien der Zukunft“, sagte Habeck und nannte einen Zeitraum von vier oder fünf Jahren. Deutschland müsse aufpassen, dass Schlüsseltechnologien in dieser Zeit nicht nach China und in die USA abwanderten. Aufpassen heißt Steuergeld ausgeben. Ist ja nur das Geld der Anderen. 

Habeck will also mit dem Geld der Steuerzahler für vier bis fünf Jahre 50 Prozent des Industriestrompreises subventionieren. Das muss er, wenn er die Strompreise der konkurrierenden Staaten nicht überschreiten und damit die Deindustrialisierung verhindern will. 

Eine Logik ist da schon lange nicht mehr zu erkennen, hat derselbe Minister doch kürzlich die Einspeisevergütung für Wind- und Solarstrom ganz unauffällig um 25 Prozent erhöht – für die nächsten 20 Jahre. Das kostet natürlich Unsummen von Stromkunden- und Steuergeld. Und erhöht natürlich auch den Industriestrompreis, der jetzt mit Steuergeld gesenkt werden soll.

Dazu fällt dem Autor nur ein: „Habeck nimmt es von den Armen und gibt es den Graichen“. 

Foto: Stefan Klinkigt

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Leserpost

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Dr. Roland Mock / 01.05.2023

@Thomas Szabo: Sie meinen, auswandern würde heißen man kapituliert? Vielleicht ist es einfach so, daß man nicht mehr von Dummköpfen umgeben sein will. Und warum sollte ich mein Geld, welches ich in Deutschland erarbeitet habe, im Land mit der dümmsten Regierung Europas ausgeben? Noch dazu, wenn dort selten die Sonne scheint? Zwischen 2020 und 2022 wurde ich, da „ungeimpft“, ergo „Covidiot“, mein Geld nicht einmal in einem Fitnessclub oder in dem Theater, in dem ich seit zwei Jahrzehnten „Stammkunde“ bin, los. Auswanderung bzw. - wie im Fall unserem Fall - ein Zweitwohnsitz ist keine Flucht, keine Kapitulation. Es ist cleveres, konsequentes Handeln. Wo man mich nicht will, mir das Leben schwer macht, will ich nicht länger bleiben als nötig.

Heinrich Wägner / 01.05.2023

Ich bin mir bewusst das den meisten schon länger hier Lebenden nicht bewußt ist das Keiner wie 45 kommen wird um sie zu befreien . Der Endsieg dieses Mal auf der Seite der Guten. Die Retter des Planeten müssen nicht errettet werden. Sie geben alles was Großeltern und Urgroßeltern erschaffen haben für die Hirnlosen Ideen jehner die im Grünen Gewand da weiter machen ...... “Mein Deutsches Vaterland ” das Lied was Freddy Breck vor Jahrzehnten sang. Ich musste weinen als ich es gestern wieder hörte. Und weinen vor Schmerzen in einen Deutschen Krankenhaus in dem man betteln muss und schlecht verstanden wird wenn man deusch spricht . Die Würde @ Jürgen Steinmeier, wurde den Alten die diese Land aufgebaut haben den Reichtum erschaffen längst genommen.  

Klaus Peter / 01.05.2023

Menschen Robert, es gibt gar keine Deindustrialisierung. Die Industrie hört nur auf zu produzieren. Nicht generell, sondern nur hier am Standort Klima-Bundland.  Darauf eine vegane Kugel Eis.

Dietrich Herrmann / 01.05.2023

Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf diese unfassbar Unfähigen zeigen und sie schallend auslachen. Sie dann schleunigst in die Wüste schicken.

Gus Schiller / 01.05.2023

Ein kleiner Herr mit wenig Haupthaar wollte doch Buntland führen und den Bewohnern Respekt zollen. Ach so, hat er vergessen. Was macht er heute eigentlich beruflich? Frage für einen Freund.

Julian Schneider / 01.05.2023

Es ist in allen Bereichen und in allen Nuancen alles so von ideolgischer Dummheit getrieben. Ich sehe keinen Ausweg mehr. Das System muss zusammenbrechen. Und selbst dann: Wie soll etwas neues Vernünftiges entstehen, wenn die Bevölkerung ausgetauscht wurde, Millionen von Menschen hier sind, die nur abgreifen statt etwas können und die Leistungsträger ausgewandert oder in Rente sind. Das Land ist kaputt. Zu viel Sozialismus und totmigriert.

L. Bauer / 01.05.2023

@ Xaver Huber und I. Grimm und andere! Danke fürs Verständnis, das musste raus, ich kann es einfach nicht mehr hören den Unsinn von der Abhängigkeit. Und wenn, dann war es immer noch eine bessere, alle konnten damit gut leben. Nur nicht die Amis, die Polen und die Ukrainer. Heute ist Deutschland in seiner Energieversorgung wirklich abhängig. Und zwar von den USA und den Polen. Herzlichen Glückwunsch! Und dazu noch von allen europäischen Nachbarn beim Zappelstrom. Und das zu deutlich höheren Preisen als die letzten 50 Jahre! Wie hier Gemeinschaftseigentum, Know-how und gemeinsam erarbeitete Werte des deutschen Volkes zerstört werden, und alles war mit Ansage, ich fass es immer noch nicht! Peter Müller geht es ähnlich. Und Herr Huber, sorry, aber ich kann da leider nicht mehr nett bleiben. Eigentlich braucht’s da täglich auf die zwölf. Verbal und physisch.

Holger Sulz / 01.05.2023

@ Thomas Szabo: Ja warum sollte dann überhaupt ein Land deutsche “Flüchtlinge” aufnehmen? Übrigens heiß diskutiert in Expatkreisen. Einhellige Meinung: Bloß nicht. Diese “Deplorables” bringen nämlich ihre Überzeugungen mit, die sie hier bis zum bitteren Ende grünrotgelbschwarze Einheitspartei wählen ließ. So wie die Goldstücke aus dem Morgenland die ihrigen mitbrachten, was zu den bekannten “Verwerfungen” führte. Übrigens sehen es die Amis in republikanisch regierten Staaten der USA genauso: Abwandernde Unternehmen aus Kalifornien werden mit Handkuß begrüßt, die gleichzeitig in hellen Scharen abwandernde kalifornische Bevölkerung aber nicht- die sollen ihnen gestohlen bleiben, alles im Zweifelsfall notorische Demokrattenwähler. Deshalb: Up, up and away, solange einen nicht die schiere Not dazu zwingt. 

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