Dirk Maxeiner / 24.05.2020 / 06:20 / Foto: Pixabay / 79 / Seite ausdrucken

Der Sonntagsfahrer: Das schmutzige Geheimnis

Kleine Ausflüge erhalten die Freundschaft, besonders am Sonntag. Aber auch sonst. Das dachte sich auch der Brite Neil M. Ferguson, auch "Professor Lockdown" genannt, und britischer Regierungsberater in Sachen Corona-Eindämmung. Der Mann beunruhigte die Welt mit stark übertiebenen Coronaopfer-Hochrechnungen, aber das sei ihm verziehen. Irren ist menschlich und Wissenschaftler sind auch nur Menschen. 

Fergurson beispielsweise hat eine Freundin, die verheiratet ist, aber nicht mit ihm. Folglich besuchte seine Herzensdame ihn während des Ausgehverbotes gleich mehrmals, wobei die beiden den Mindestabstand auf unter Null reduzierten, so heißt es. Als es rauskam kreischten Anstandstanten und Pandemiker im Chor: „Ein Fall für die Polizei!"  Der gute Ferguson musste sogar seine Funktion als Regierungsberater niederlegen.

Der Sachverhalt ist zunächst einmal very, very british. Es ist fast, als habe Shakespeare ein spätes Werk geschrieben. Denn der Vorfall offenbart die ganze Tragödie des Menschseins im Jahre 1 n.cor. (1 nach Corona). Es geht um den tragischen Konflikt  zwischen "Jedes Leben zählt" und dem Leben an sich. Zum letzteren gehört ein Schäferstündchen einfach dazu. Jedes Schäferstündchen zählt nämlich auch. Ohne Schnackseln kein Leben, es sei denn, man macht künstliche Befruchtung zur Vorschrift. Seuchentechnisch wäre das der einzig mögliche Kompromiss zwischen Hygiene und Fortpflanzung. Womit wir bei des Pudels Kern und damit bei der Frage wären: Wofür soll das Leben gut sein, wenn man es nicht leben darf? 

In der Zeitrechnung nach Corona stellt sich mein bisheriges Leben jedenfalls als einziges Desaster dar. Es besteht im Grunde aus einer konsequenten Aneinanderreihung von Verstößen gegen die Seuchenhygiene. Leben heißt nun mal: Raus ins Grüne, rein in die Kneipe, Freunde treffen, feiern, singen, sich ab und zu prügeln, ins Kino gehen, Reisen, Sonne tanken, Sport treiben, Partnersuche in jeder Lebenslage, die Oma im Pflegeheim umarmen. 

Mal angenommen, zu Zeiten meiner Geburt sei ein Dauer-Shutdown erlassen worden: Dann hätte ich aus dem Kreißsaal gleich in die Grabkammer des Tutanchamun marschieren können. Stattdessen hielt ich es immer mit dem schwäbischen Motto: "Nichts ist umsonst außer dem Tod – und der kostet das Leben." Das riskiert man sozusagen täglich, die meisten haben es aber vergessen. Wenn es keinen Tod mehr gibt, dann gibt’s auch kein Leben mehr. Sorry für die schlechte Nachricht am Sonntag, die gute lautet: Der gemeine Mensch weiß gar nicht, wie oft er dem Sensenmann schon von der Schippe gesprungen ist. Ich auch nicht, aber ich hab da so ein paar Vermutungen.

So erinnere ich mich an einen Aufenthalt im indischen Pune. Vor ein paar Jahren hatten wir von Achgut.com dort eine Wohnung gemietet, um ein paar Wochen vom indischen Subkontinent zu berichten. Einer von uns war immer krank. Zum Glück immer ein anderer und nicht alle auf einmal. Die Betroffenen meinten stets, sterben zu müssen, aber das schien nur so. Eines Morgens beobachtete ich den jungen Koch, den der Vermieter uns mitvermietet hatte. Er tippte mit dem Finger auf den Fußboden und betrachtete dann nachdenklich das daran haftende kleine, schwarze Kügelchen. Es war Rattenkot. Ratten klettern durch Abflussrohre, als dokumentierte Bestleistung gilt der 13. Stock. Der junge Mann versicherte mir, dass diese Mitbewohner schon länger anwesend, aber harmlos seien, schüttelte das Kügelchen ab und ging seelenruhig in die Küche, um für uns den Morgen-Tee zu bereiten. Ein Händewaschen war nicht zu vernehmen. Das war der Tag, an dem ich begann, mein Immunsystem zu lieben.

Durch Ratten übertragene Krankheiten haben mehr Menschen dahingerafft als Kriege und Revolutionen. Pest, Fleckfieber, Bandwürmer, Tollwut und Tuberkulose, Leptospirose, Salmonellen, Hepatitis E, der Mensch hat die freie Auswahl zwischen 120 von den Nagern übertragenen verschiedenen Krankheiten. Wie konnte ich Indien bloß überleben? Wie konnte ich Billig-Absteigen in Saigon, Shanghai, Peking, Bangkok, Bombay, Mexiko überleben? Wie konnte ich jene komplett verdorbene Leberwurst überleben, die meine Mutter im Kühlschrank für den Dackel reserviert hatte, was mir aber nach einer feuchtfröhlichen Nacht egal war? Und wie konnte ich den Dackel überleben, der sich so gerne in Schafscheiße wälzte? Und mir anschließend auf den Schoß hüpfte, um mich an seinem Glück teilhaben zu lassen? Wie konnte ich den Sangria-Eimer in Mallorca überleben, den ein halbes Dutzend Jungmänner gleichzeitig runterkippten? Wie konnte ich Masern, Mumps und Grippe überleben? Und das Ganze ohne Robert-Koch-Institut und Jens Spahn?

Die Antwort: Das hat mein Immunsystem für mich erledigt. Das ist sowas wie das Luftabwehrsystem der Bundeswehr, übt aber jeden Tag. So werden bereits im Mundraum bestimmte Erreger durch den Speichel und die Schleimhäute abgefangen, als seien sie Saskia Esken und hätten sich für den Elternbeirat von Achgut.com beworben. Gelingt dem Unhold dennoch ein weiteres Vordringen, stellen sich spezialisierte Abwehrzellen entgegen und bekämpfen ihn.

Das unspezifische Abwehrsystem besteht aus einer Vielzahl von äußerlichen Barrieren, die einen natürlichen Schutzwall gegenüber Erregern und Fremdstoffen bilden: Haut, Schleimhäute, Flüssigkeit der Augen, Urin, Magensäure, Speichel. Diese sind der Grund, warum viele Eindringlinge nie ihr eigentliches Ziel zu Gesicht bekommen. Die Haut verfügt beispielsweise über einen leicht sauren pH-Wert, der einige Erreger abwehren kann. Die Magensäure setzt noch einen drauf und beinhaltet eine starke Säure, die ohne geeigneten Schutz auch unsere Zellen und Organe und eine gedruckte Ausgabe des Spiegel auflösen würde. Die Tränenflüssigkeit und der Speichel enthalten das Enzym Lysozym, welches die Zellwand vieler schädlicher Mikroorganismen zerstören kann. 

Besonders sympathisch sind mir die sogenannten Fresszellen

Aber nicht nur die äußeren Barrieren sind Teil der unspezifischen Abwehr, sondern auch bestimmte Signalstoffe und Zellen (weiße Blutkörperchen). Besonders sympathisch sind mir beispielsweise die sogenannten Fresszellen, die ihre Widersacher im wahrsten Sinne des Wortes auffressen. Diese werden in unserem Knochenmark gebildet und spazieren durch den Körper, bis sie auf einen fremden Eindringling treffen. Man spricht beim unspezifischen Abwehrsystem auch von dem angeborenen Immunsystem. Dieses System ist zwar nach der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet, dennoch kann es schon das Baby vor manch gefährlichem Erreger schützen. Deshalb kann es getrost ohne Quarantäne ins Leben treten.

Wenn die Bundeswehr, pardon, die unspezifische Abwehr überfordert ist und die Erreger nicht neutralisieren kann, kommt die spezifische Abwehr zum Zug, die US-Marines unseres Immunsystems. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Abwehrmechanismus, der spezifisch gegen „bekannte“ Erreger wirkt. In etwa so, als würde Henryk Broder gegen Jakob Augstein in Stellung gebracht.

Dies geschieht dadurch, dass die Zellen dieses Abwehrsystems schon einmal Kontakt mit diesen Eindringlingen hatten und sich deshalb an sie „erinnern“ können. Dadurch ist das spezifische Immunsystem in der Lage, bei einem erneuten Angriff des gleichen Erregers schnell und effektiv zu handeln. Diese Fähigkeit entwickelt sich allerdings erst im Laufe des Erwachsenwerdens und ist daher bei Kindern und Schneeflöckchen noch unzureichend ausgebildet, bei Broder jedoch in höchster Perfektion vorhanden. 

Ein wichtiges Mittel des spezifischen Abwehrsystems sind übrigens die Antikörper. Diese dienen zur Kommunikation zwischen den Abwehrzellen und zur Bekämpfung der Erreger. Die spezifische Abwehr ist auch der Grund, warum wir an manchen Infektionskrankheiten nur einmal im Leben erkranken. Danach sind wir gegen diese Erreger „immun“, so ähnlich wie ein Teil der Ostdeutschen gegen Honeckers Erben.

Das Immunsystem ist eine individuelle Waffe und insofern den Sozialisten ein Dorn im Auge. Die mögen es nicht, wenn jeder abwehren kann, wann, wo und was er will. Deshalb möchten sie das Immunsystem am liebsten durch den Staat ersetzen. Wozu ein Immunsystem, wenn man alle einsperren kann? Bislang ist es allerdings nicht einmal den Nord-Koreanern gelungen, das Corona-Virus draußen zu halten, obwohl sie in puncto Grenzschließung weltweit führend sind. Und auch ehemalige DDR-Bürger fragen sich: Wie hat es die Grippe seinerzeit bloß von Leipzig nach München und umgekehrt geschafft, obwohl sich alle so brav an die Reisebeschränkungen gehalten haben?

Anschließend verdrückten sie eine Bratwurst 

Am vergangenen Vatertag habe ich mich deshalb richtig über das Leben gefreut. In einer Kneipe nahe meiner Wohnstatt – ich erzähle jetzt nicht, welche – traf sich eher der proletarische Anteil der Bevölkerung. Schon am frühen Nachmittag war die Stimmung ausgelassen, und die Abstandsregeln wurden hier und da unterschritten. Die Leute prosteten und lachten, Hunde trollten und sabberten umher, die kleinen Kinder zogen sie am Schwanz und fuhren mit ihren Spielzeugautos unter den Tischen umher. Anschließend verdrückten sie eine Bratwurst in der Hand. Der Mensch ist unter dem Strich ein intelligentes Wesen, und die Ausflügler taten das, was die Evolution dem Homo sapiens mitgegeben hat: Sie trainierten ihr Immunsystem – in der Zeitrechnung nach Corona gibt es allerdings eine staatliche Order, dieses zu unterlassen. So etwas nennt man einen Zielkonflikt.

Nun gibt es Leute, die eine panische Angst haben, mit derlei Krankmachern in Berührung zu kommen. Das waren bisher aber eher Ausnahmen. Man denke nur an den legendären Howard Hughes. Der Milliardär hatte sich in den letzten Jahren seines Lebens im obersten Stockwerk des Desert-Inn-Hotel in Las Vegas eingebunkert. Rolläden runter, gepinkelt wurde in desinfizierte Gläser, statt Schuhen trug er Kleenex-Boxen. Seine Mitmenschen, die nur noch durch einen Türspalt mit ihm kommunizierten, tippten sich amüsiert an die Stirn. Ein Verrückter. Ein Irrer. Ein Untoter. 1976 starb er trotz aller Vorsichtsmaßnahmen an einem Herzinfarkt, mit 71 eher etwas früher als Andere. Er hatte die ganze Zeit vor dem Falschen Angst. Der Lockdown im Desert-Inn hat ihm nix geholfen. Ein bisschen warme Sonne und eine verheiratete Freundin hätten ihm bestimmt gut getan.

Aber das ist lange her. Inzwischen soll der Mensch von Amts wegen zum Untoten gemacht werden, und kaum jemand tippt sich an die Stirn. Liebe Pandemiker, Ihr könnt euch auf den Kopf stellen, mit den Ohren wackeln und den Planeten in eine desinfizierte Gummizelle verwandeln, aber es wird nix bringen: Die kleinen Viecher und Plagen sind noch immer da. Ein einziges Kopfkissen enthält 350.000 Bakterienkolonien. Mikroben, Bakterien, Viren und Pilze fühlen sich einfach überall wohl, ihr neuestes Biotop ist die Atemschutzmaske. 

Weder so eine Art Dauer-Lockdown im Bereitschaftsmodus noch ein Impfstoff hilft dem Menschen aus der Patsche, denn nach Corona kommt irgendwann das nächste gemeine Virus um die Ecke. Sollen wir da wieder in die Gummizelle und mit schlotternden Knien als Untote durch das Leben geistern? Mit  Angst vor den eigenen Händen?

Zu den Umständen des Lebens zählt mitunter die Einsicht in das Unvermeidliche: Entweder dein Immunsystem hilft dir oder niemand hilft dir. Also hilf am besten deinem Immunsystem. Oder, wie der amerikanische Comedian und Fernsehmoderator Bill Maher es ausdrückt: „Ihr könnt nicht das Universum desinfizieren“. Das sollte man aber nicht zu laut rumerzählen, sonst bringt man Angela Merkel auf das Motto für ihre nächste Amtszeit. "Das gute Leben. Für ein keimfreies Klima. CDU".

Selbstverständlich muss man diejenigen, deren Immunsystem eine Abwehr nicht bewältigen kann, schützen und darf sie nicht fahrlässig gefährden. Niemand will seine Oma oder seinen Opa umbringen. Aber selbst die Menschen in der Risikogruppe sollte man fragen, ob und wie sie geschützt werden wollen und wie nicht.

Das ist ja eine Entscheidung, die nicht nur alte Menschen treffen müssen, sondern auch junge. Dinge wie Zigaretten, Alkohol, unsteter Lebenswandel sowie die Teilnahme an Autorennen verkürzen das Leben, machen aber Spaß. Wahrscheinlich würde man diese Dinge mittlerweile allesamt am liebsten verbieten. Wo kommen wir hin, wenn das Individuum sich selbst um seine Lebenserwartung kümmert?

Der Ex-Formel 1-Weltmeister Niki Lauda, der im Alter von 70 Jahren verstarb, setzte sich nach seinem furchtbaren Unfall im Jahre 1976 wieder ins Formel-1-Cockpit und wurde erneut Weltmeister. Das war sein Leben. Von den 775 Piloten, die je bei einem Grand Prix am Start standen, sind 79 im Rennauto zu Tode gekommen, also jeder zehnte. Doch auch für die Vorsichtigen und Zaghaften wird das Leben nie ohne Risiko sein. Es kommt immer wieder mal vor, dass jemand im Safaripark vom Tiger gefressen wird. Oder in Indien das falsche Glas Wasser trinkt. 

Nüchtern betrachtet, unterscheidet sich die Lebensgefahr durch das Corona-Virus nicht besonders von der durch andere auf dem Planeten verbreitete Krankheiten. Oder anderen allgemeinen Lebensrisiken. Warum wird es nicht als solches wahrgenommen? Wie hat es das Virus geschafft, unser gesamtes Leben derart zu dominieren? Das ist mir vollkommen schleierhaft.

 

Von Dirk Maxeiner ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Portofrei zu beziehen hier.

Foto: Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Eckhart Diestel, Facharzt / 24.05.2020

Klasse Stil und Einfallsreichtum mit gesundem Verstand. Besser geht es kaum. Aus BC (before Christ) und AD (anno domini) machen wir AC (anno coronini) +++ Stadtkrankenhaus Braunschweig Einzugsgebiet wohl ca. 300.000 hatte 10 Fälle, 2 Verstorben, laut Pflegekraft dort vor Ort. +++ Niedersachsen ca. 600 Verdachtstodesfälle bei 18 Millionen Einwohnern. +++ Für Laien oder Kollegen, denen es schwer fällt diese Zahlen einzuschätzen: das sind sehr wenige. Die Berichterstattung schient mir eine Katastrophe; diejenigen, die trotz dieser Zahlen van einem gefährlichen Virus für die Allgemeinheit sprechen, ebenfalls.  +++ Spätestens nach dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess (4061 Getestete, 6 Verstorbene) konnte man sich ein recht gutes Bild machen:  das ist eine signifikante Häufung, so viele Senioren sterben auf Kreuzfahrten sicher nicht.( 2016: 200 bei 23 Millionen Reisenden). +++ Jeder kann zweifellos Träger dieses Virus werden, aber eine Bedrohung ausserhalb der Risikogruppe Hochbetagt, krank, gab es damals nicht und gibt es auch heute nicht; und wird es auch morgen nicht geben.

B. Kurz / 24.05.2020

@ Mathias Bieler:  “Ich bin mir sicher, dass die die jetzt noch Maske tragen,wo man es nicht mehr muss, auch vor Wochen das Klopapier gehortet haben.” Genau diese These, Herr Bieler, habe ich auch aufgestellt. Ich gehe noch einen Schritt weiter und meine, dass diese Hamster wahrscheinlich gar nicht verinnerlicht haben, dass sie mit der Maske nicht sich, sondern ihr Gegenüber schützen. Mir ist nämlich unerklärlich, dass die, die vor ein paar Wochen mit Ellbogengewalt die letzte Mehltüte oder Klopapierrolle vor mir aus dem Regal gerissen haben, jetzt plötzlich um MEIN Wohl besorgt sind und die Plage der Maske dafür auf sich nehmen.

Wilfried Cremer / 24.05.2020

@ Herrn Kaiser - Ihr Beitrag passt aber besser oder zumindest auch zum heutigen Artikel des Herrn Noll.

Thomas Brox / 24.05.2020

Die Angst vor dem Tod ist ein ziemlich starkes Geschäftsmodell. Diese Angst verleiht seit Jahrtausenden den Religionen ihre ungeheure Macht, und zwar durch das Versprechen des ewigen Lebens. Es ist doch klar, dass unsere fürsorgliche Politkaste die Todesangst ebenfalls für ihre Zwecke “entdeckt”. Im Gegensatz zu Religionen hat die Politkaste das Handicap, dass sie nicht mit dem Jenseits ankommen kann. Aber mit dem Diesseits klappt es ja auch ganz prima. Die Verheißung: Ein langes glückliches Leben, ohne Risiko, ohne Konkurrenz, ohne Ärger, behütet, bequem, maximaler Lebensstandard mit minimaler Anstrengung. Man muss nur brav sein und dem “Staat” gehorchen. Es gibt natürlich immer ein paar Querulanten, die behaupten, dass könne nicht funktionieren - wegen Physik, Mathematik und so komischem Kram. Aber das ist natürlich Unsinn, der Eintritt in das sozialistische Paradies steht kurz bevor, das Jenseits ist dann auch überflüssig.

Sabine Schönfelder / 24.05.2020

Ralf@Menzen, es ist das Nichtwissen und das Halbwissen, die ermöglichten, daß diese hysterische Coronakampagne in der Bevölkerung verfing. Wir alle hier auf dem europäischen Kontinent leben schon lange zusammen mit diesem Virus, denn es ist seit den 60er Jahren bekannt, (Das bedeutet NICHT, daß es nicht bereits davor unter uns weilte) Dieses Virus ist lange Zeit Bestandteil unserer jährlichen „Grippesaison“,  genau wie das Influenza-Virus. Beide sind „mutierende Viren“, was für den Impfproduzenten bedeutet, daß er die Effizienz seines neu angepassten Impfstoffes nie genau kennt, im Gegensatz zu Impfungen, die auf eine „feste Größe“ (Toxine) eines Schädlings konzipiert wurden. Durch die Globalisierung ist es nahezu unmöglich geworden, Gruppierungen zu finden, deren „Keimpool“ völlig abgeschottet und jungfräulich ist (eventuell in Brasilien oder auf den Andamanen). Das Coronavirus ist ein ´alter Bekannterˋ  in neuer Modifikation. Wir verfügen hier größtenteils über eine Grundimmunisierung, was Sie an der weltweiten Mortalitätsrate erkennen können. Ihr Argument ist obsolet.

Frances Johnson / 24.05.2020

Einfach super! Sie beschreiben das Leben. Herrlich das Beispiel von Howard Hughes. Danach habe ich Billie Jean mit Moonwalk aufgerufen. Ich war auch in einem. Waren wir danach alle krank? Keine Chance. Einzelne vielleicht. Der Rest hat noch Tage darüber geredet. Aber er war auch keimscheu. Und irgendwann depressiv. Gratulation zu dem brillanten Stück!

Magdalena Hofmeister / 24.05.2020

“Niemand will seine Oma oder seinen Opa umbringen.” Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit in manchem Gespräch, das hypochondrische Ausmaße anzunehmen droht (was nicht heißt, dass ich nicht für Vorsicht nach Augenmaß bin) gerne einen Satz raushaue wie: “Im Grunde haben wir wahrscheinlich schon alle, ohne es zu wissen, mehrere Menschen in unserem Leben direkt o. indirekt um die Ecke gebracht.” Interessant ist die übliche Reaktion darauf: große verschreckte Augen, erschrecktes Schlucken, merkliche Unruhe, betretenes Schweigen, Wechsel des Themas. Das ist aber im Grunde tatsächlich, was man derzeit mit der Bevölkerung anzustellen versucht, ein Schuldgefühl einzuflößen in der Art: alle, die sich nicht an die Regeln halten, nehmen den Tod des anderen in Kauf. Heißt, jeder der sich nicht ganz regelgerecht verhält, begeht quasi fahrlässigen Totschlag. Was folgt ist eine Gesellschaft in Paralyse. Einer quasi gottlosen Gesellschaft (ich glaube selbst an keinerlei Transzendenz), droht neben unvermeidlichem Narzissmus immer a. ein Abdriften ins Neurotische, wird der Mensch eben gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen, mit der ganzen Last der Verantwortung a. für Leben u. Tod, die einst in Gottes Hände lagen. Ohne ein Versprechen auf ein Leben nach dem Tod, wird jeder vorzeitige Tod inakzeptabel. Zugleich entwickelte sich nach jahrzehntelangen techn. u. mediz. Fortschritten, Wohlstand u. Sicherheit, eine Hybris der Machbarkeit, die die Idee vom Schicksal inakzeptabel werden ließ. Neurosen, Narzissmus u. Hybris sind die geistigen Krankheiten der modernen westl. Gesellschaften.

Ilona Grimm / 24.05.2020

Hallo Herr Maxeiner, was für einen wunderbaren Sonntagsfahrer haben Sie uns da wieder einmal vorgelegt. Das mit den 350.000 BakterienKOLONIEN auf meinem Kopfkissen glaube ich aber nicht. NICHT auf MEINEM Kopfkissen! Auch mir ist völlig schleierhaft, wie das Corona-Virus die Herrschaft über uns alle übernehmen konnte. Es muss an der geschürten Panik liegen, die lähmt, statt zur Verteidigung zu bewegen. Ohne WHO-untertänige Regierende und Massenmedien sowie regierungsabhängigen (unterwürfigen) RKI- und Charité-Experten wäre nach spätestens drei Wochen Schluss mit der Herrschaft gewesen. Dann hätten der gesunde Menschenverstand und Lebenserfahrung wieder übernommen. In meiner Apotheke habe ich vor Wochen auf die Frage nach Gesichtsmasken die Auskunft erhalten: Die bringen nix; das sind nur Brutstätten für Mikroben, weil praktisch jeder schlampig damit umgeht. Und noch etwas: Wie soll unser Immunsystem lernen, mit Krankheitserregern umzugehen, wenn wir uns gegen alles und jedes schützen und damit genau das Gegenteil bewirken? Dazu fiel mir ein, dass ich mal ein kleines Kind gesehen habe, wie es Steine aus dem Garten in den Mund steckte und genüsslich abschleckte. Entsetzt rief ich die Mama und petzte, was der Knabe so trieb. Die Mama klärte mich auf: Das ist in Ordnung; sein Immunsystem muss ja erst trainiert werden. Heute ist der Knabe knapp 18, jobbt an Samstagen und in der schulfreien Corona-Zeit mehrmals pro Woche im Supermarkt (anfangs ohne Maske)—- und ist KERNGESUND! Die Angst vor dem Virus rührt imho daher, dass sich kaum ein Mensch mit dem Gedanken abfinden kann/will, dass das Leben todsicher mit dem Tode endet. Wohl dem, der Psalm 90,12 kennt und verinnerlicht hat: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Aber da sehe ich alle Atheisten und Agnostiker schon wie wild die Köpfe schütteln. Wer will schon in diesem Sinne klug sein/werden? (Ich!)

Walter Knoch / 24.05.2020

Sehr geehrter Herr Maxeiner, zuerst einmal Chapeau. Ich habe beim Lesen Ihres Beitrages fast soviel gelernt, wie in 9 Jahren Biologieunterricht. Aber eine Bitte: Beenden Sie die Mär vom Tod, der nichts kostet, außer dem Leben. Ich muss das wissen. Mein Vater war in einem kleineren Ort Schreiner und damit gleichzeitig Bestatter. Wir haben vom dem kostenlosen Tod einigermaßen prächtig gelebt. Mittlerweile überleben es sich einige, ob sie sich das Sterben überhaupt noch leisten können!

Rolf Menzen / 24.05.2020

Ist ja im Prinzip alles richtig, was Sie da schreiben, Herr Maxeiner. Sie haben nur vergessen zu erwähnen, dass, bis das Immunsystem in der Bevölkerung auf ein neu auftauchendes Virus trainiert ist, so einige auf der Strecke bleiben. Fragen Sie mal die Ureinwohner beider Amerikas. Da sind auch die meisten, die der Eroberung durch die Spanier zum Opfer fielen, nicht an Waffengewalt, sondern an Infektionen gestorben (man vermutet es waren an die 90 % derer, die auf der Strecke blieben) über die die meisten Europäer dachten “ist doch nur ein Schnupfen”.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Dirk Maxeiner / 26.09.2021 / 06:15 / 22

Der Sonntagsfahrer: Das SOFA-Institut sagt voraus

Heute ist ja ein großer Tag der Prognostiker. Angesichts meiner eigenen direkten oder indirekten prognostischen Fähigkeiten würde „Nostradamus vor Neid erblassen“ – wie der regelmäßige Leser…/ mehr

Dirk Maxeiner / 05.09.2021 / 17:41 / 39

Kleine Fortbildung für Versuchs-Kaninchen

Es hat ja inzwischen die Runde gemacht, wie es in Olaf Scholz so zum Thema Impfung denkt. Er sagte in einem Interview der NRW-Lokalradios: „50…/ mehr

Dirk Maxeiner / 05.09.2021 / 06:00 / 63

Der Sonntagsfahrer: Mein visionsbasiertes Fahr-Assistenzsystem

Am Dienstag startet die neue IAA, ab jetzt in München als „IAA Mobility". Das Wort Auto wird nur noch leise geraunt, nach einem Blick über…/ mehr

Dirk Maxeiner / 25.08.2021 / 06:00 / 97

Die Testschlange als Demo

Die Ungeimpften stehen jetzt wieder Schlange. Besonders vor dem Testzentrum. Wer im Hotel ein Zimmer begehrt, in der Muckibude den Bizeps trainieren will oder eine Pizza drinnen…/ mehr

Dirk Maxeiner / 22.08.2021 / 06:00 / 61

Der Sonntagsfahrer: SOS, Marathon!

20.000 Nervensägen umrunden Berlin auf gesperrten Straßen zum Zwecke der Körperertüchtigung. Der Rest der Berliner wird solange eingesperrt. Soviel zum Gesundheitszustand dieser Metropole. An diesem…/ mehr

Dirk Maxeiner / 03.08.2021 / 12:03 / 245

Polizeigewalt in Berlin: Wovor habt ihr solche Angst?

Im Netz kursieren abstoßende Bilder von gewaltsamen polizeilichen Übergriffen auf Corona-Demonstranten in Berlin. Ein Berliner Historiker bezeugt jetzt einen geradezu unglaublichen Vorfall. Immer mehr hässliche Bilder und…/ mehr

Dirk Maxeiner / 25.07.2021 / 06:15 / 75

Der Sonntagsfahrer: Im Anflug auf Tirana

Wie ich die deutsche Gründlichkeit kenne, werden die deutschen am Schluss noch bessere Albaner sein, als die Albaner selbst. Meine persönliche Integration in albanische Sitten…/ mehr

Dirk Maxeiner / 25.05.2021 / 06:15 / 157

Sigwarts Fingerzeig

Es handelt sich um ein Lieblingsbild von mir, zugegeben, ich bemühe es aber trotzdem noch einmal: Der Vorgang, von dem hier die Rede sein wird, erinnert ein wenig…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com