Wolfgang Röhl / 08.06.2019 / 06:13 / 45 / Seite ausdrucken

Besuchen Sie Europa, solange es noch geht!

Frühsommers, wenn wir mindestens mental auf gepackten Koffern sitzen, vollzieht sich ein erstaunlicher Wandel. Nicht länger plagt uns der Gewissenswurm ob der tausende von Kilometern, die wir mit der treuen Dieselkutsche auf der Fahrt gen Nordkapp oder an die Algarve abreißen werden. Wir halten das Smartphone mit dem Mobile Boarding Pass, der uns den Zugang zum Flieger nach San Francisco öffnet, ohne Wimperzucken ans Lesegerät. Und das Klimagequengel des Nachwuchses verstummt ruckartig, sobald wir die Zauberformel sprechen: „Wer hier noch einmal Fridays for Future sagt, bleibt zuhause bei Oma und Opa.“

Alles wird ganz wunderbar, wie in Cliff Richards Urlaubshit „Summer Holiday“ aus fernen, unschuldigen Tagen. Oder, um mit Wilhelm Busch zu sprechen: Froh schlägt das Herz im Reisekittel / vorausgesetzt man hat die Mittel.

Da wird es Zeit für ein alternatives Ständchen aus dem Fahrtenbuch eines Grantelhubers:

Der abendländische Tourismus ist eine der großen nihilistischen Bewegungen, eine der großen westlichen Seuchen, die an bösartiger Wirksamkeit kaum hinter den Epidemien der Mitte und des Ostens zurückbleiben, sie aber an lautloser Heimtücke übertreffen. Die Schwärme dieser Riesenbakterien, Reisende genannt, überziehen die verschiedensten Substanzen mit dem gleichförmig schillernden Thomas-Cook-Schleim, so dass man schließlich zwischen Kairo und Honolulu, zwischen Taormina und Colombo nicht mehr recht unterscheiden kann.

Starker Tobak, nicht wahr. Nachschlag gefällig?

Man muss begreifen, daß das Venedig der sight-seeing-Hennen in die Kategorie der Plunderhaufen Interlaken und Montreux gehört, im Vergleich zu denen Bochum und Nottingham nicht nur solide, sondern geradezu schön erscheinen.

Von wem wohl stammt diese mitreißende Tirade? Hat Michael Klonovsky sie verfasst, in einem kulturpessimistischen Anfall nach etwas zu viel vom fabelhaften Monprivato-Barolo? Schwillt da ein neuer Bocksgesang aus dem Hause Botho Strauß? Haben wir es mit dem frühen Hans Magnus Enzensberger zu tun, Autor des funkelnden Essays „Eine Theorie des Tourismus“ von anno 1958?

Dreimal falsch geraten. Der Tourismusgeißler hörte auf den Namen Gerhard Nebel, ein heute fast vergessener Schriftsteller und Kulturkritiker vom Jahrgang 1903. Der erzkonservative Mensch und Schulmeister brachte seine opulenten Reiseerfahrungen in zahlreiche Betrachtungen ein. Literarischer Ruhm erwuchs ihm einzig wegen eines Briefwechsels mit Ernst Jünger, von Jünger-Adepten hoch gelobt. 

Die Deutschen waren Pioniere bei der Massenmobilmachung

Nebels Urteil über das Toxische des Tourismus stammt aus dem Jahre 1950. Aus einer Ära also, da von einer Epidemie namens Massentourismus noch nicht die Rede sein konnte. Die brach in Deutschland erst aus, als sich in den 1960ern die Massen motorisierten, das Fliegen billiger wurde und die Versandhäuser Neckermann und Quelle Mallorca zur sogenannten Putzfraueninsel demokratisierten. 

Die Deutschen waren Pioniere bei der Massenmobilmachung der Nachkriegszeit. Die Briten, Erfinder der Pauschalreise, und die chronisch untersonnten Skandinavier folgten erst Jahre später. Nationen wie Italien, Frankreich oder Spanien brauchten noch viel länger, bis sie Gefallen an Touren ins Ausland fanden. Absurd daher die Vorstellung Nebels, bereits fünf Jahre nach Kriegsende sei Europa, seien gar ferne, exotische Regionen vom Tourismus erdrückt worden.

Der Groll darüber, dass sich neben dem Adel („Grand Tour“) und einer wohlhabenden Elite von Bildungsbürgern noch ein paar andere Leute auf der Akropolis oder an den Pyramiden von Gizeh herumzutreiben erfrechten, ist ziemlich alt. Schon 1903 klagte der touristisch sehr aktive Engländer I.A. Shand in einer nostalgischen Abhandlung mit dem Titel „Reisen in der guten alten Zeit“ über den „billigen Reisepöbel“ und die „ungemütliche Masse“, die sich allerorten eingenistet hätten. 

Seine und Nebels Jeremiaden entlarvte Enzensberger als reaktionäre Metaphysik, gespeist aus Ressentiments über den Verlust des Reiseprivilegs. Dass auch Enzensbergers eigene Tourismusschelte im Kern linkselitär und hochgradig verstiegen war – Urlaub als Linsengericht der Herrschenden für die unwissenden Geknechteten, lautete die These –, das steht auf einem anderen Blatt. Wenigstens las sich sein Text großartig, und das tut er noch heute.

Die Welle der Klagen von Touristen über den Tourismus verebbte nicht. Nach dem vorläufigen Untergang der DDR waren es die nach Spanien strebenden Ossis, von denen sich dort schon länger urlaubende Wessis belästigt fanden – so hatten sie sich die Wiedervereinigung denn doch nicht vorgestellt. Und als auch noch Völkerschaften aus der ehemaligen Sowjetunion begannen, bis dato hauptsächlich Westlern vorbehaltene Ferienzentren in Ägypten und der Türkei teilzubelegen, brutal das Buffet zu plündern und trunken durch die Lobby zu torkeln, war Schluss mit lustig. 

Gehörige Empörung seitens russischer Medien

Eine erkennbar satirisch angespitzte Titelgeschichte des „Stern“ aus meiner Tastatur („Die Russen kommen!“) fand reichlich Resonanz, allerdings auch gehörige Empörung seitens russischer Medien. Am Ende verbuchte das Heft die meistverkaufte Auflage des Jahres. Längst hat sich die Russophobie abgekühlt, wohl auch mangels exorbitanter Russen-Reiseströme. Jetzt gibt es andere Befürchtungen, die möglicherweise realistischer sind. Davon später.

Die Komödie „Touristenmassen jammern über den Massentourismus“ hat Tradition. Schon der bodenständige Theodor Fontane (1819 – 1898) staunte: „Alle Welt reist! So gewiß in alten Tagen eine Wetter-Unterhaltung war, so gewiß ist jetzt eine Reise-Unterhaltung. ‚Wo waren Sie in diesem Sommer?’ heißt es von Oktober bis Weihnachten, ‚wohin werden Sie sich nächsten Sommer wenden?’ heißt es von Weihnachten bis Ostern.“ 

Heute dreht die Touri-Konversation sich vornehmlich um Plätze, wo sich angeblich „keine“ oder nur „ganz wenige“ Touris aufhalten. Geheimtipps heiß begehrt! Im Ernst, Reisemagazine verkaufen sich noch immer ganz gut, wenn sie zum hundertsten Mal etwa Das andere Mallorca annoncieren. Doch findet man dieses höchstens in den staubigen Industrievierteln um die Hauptstadt Palma, wo prekäre und kriminelle Szenen nisten. Da kann man gleich in Duisburg Ruhrort bleiben. What you see is what you get, das gilt auch für den Tourismus.

Nach Mallorca kam ich erstmals für eine „Konkret“-Reportage über organisierten Jugendtourismus. In dem Stück ging es hauptsächlich ums Vögeln. Man schrieb das Aufbruchsjahr 1968. Wie die in ihren Hotels halbherzig bewachten Jugendlichen es schafften, des Nachts nach etlichen Lumumba-Cocktails ihr dringlichstes Urlaubsziel zu erreichen, recherchierten mein damaliger Kollege Stefan Aust und ich gewissenhaft.

Danach war ich immer wieder auf der Insel, beruflich und urlaubshalber. Hier konnte man den großen Marsch zum „Strand des kleines Urlaubsglücks“ (Enzensberger) in der Nussschale besichtigen, im Guten wie im Schlechten. 

Irgendwie schien sich Mallorca immer auszupendeln

Nachdem das Franco-Regime ab 1950 den Tourismus aus Devisennot angekurbelt hatte, wurde Mallorca peu à peu fast vollständig abhängig von dieser Einnahmequelle, stieg zugleich zur reichsten Region Spaniens auf. Arbeitsplätze und Landschaftsfraß, billiger Sauftourismus und kostspielige Umweltschutzmaßnahmen, Reichengettos und Bettenburgen, Verprollung und Modernisierung, steigende Kriminalität und kulturelle Aufrüstung – die größte der Balearen hat das ganze Programm durchlaufen. 

Ein „Albtraum“, zu dem der „Spiegel“ sie 1973 samt des ganzen, ihm herzlich widerwärtigen Massentourismus ernannte, wurde sie nie. Weder für die Reisenden noch für die Bereisten. Trotz unfassbarer Zahlen: 1950 empfingen alle Baleareninseln zusammen 100.000 Besucher, ganz überwiegend Festlandsspanier. 2018 kamen allein 13,8 Millionen Ausländer, ein Drittel davon Deutsche. Die meisten landeten auf Mallorcas Flughafen Son Sant Joan, Airport-Kürzel PMI. Ich kenne niemanden, der nicht schon irgendwann einen Aufkleber mit diesem Code am Gepäck hatte.

Mallorca war für mich lange ein Beweis, dass es so etwas wie Overtourism eigentlich nicht geben kann. Gelegentlich erfuhr der Mallorca-Boom ja einen kräftigen Dämpfer. Sei es, weil die Flugpreise stiegen, sei es, weil die Hoteliers und Gastronomen zu raffgierig wurden. Oder, weil günstige Destinationen wie die Türkei der Insel reichlich Touristengut wegnahmen. Irgendwie schien sich Mallorca immer auszupendeln.

Mittlerweile jedoch ist der Übertourismus da, keine Frage. Nicht so sehr auf Mallorca, aber in zahlreichen attraktiven Städten des Kontinents. Venedig ist die Mutter des Phänomens. Dass „alle Welt reist“, und zwar am liebsten nach Venedig, ist für die miserabel verwaltete Lagunenstadt schon seit Jahrzehnten ein Riesenproblem. Immer weniger Einheimische können sich das teuerste Pflaster Italiens als Wohnort leisten, darin den verbliebenen Indigenen der Insel Sylt ähnlich. 

Ein Eintrittsgeld soll Müll und Hektik mindern, die bei 30 Millionen Besuchern im Jahr entstehen. Was mittels sechs Euro (ab 2020) selbstredend unmöglich ist. Und die hochhausgroßen Kreuzfahrtdampfer, die Venedigs legendäre Durchblicke optisch verschandeln, lassen sich mit Peanutgebühren ohnehin nicht vergrämen.

Alle Welt geschlossen an die Spree!

Armes altes Europa! Die Liste der überlaufenen Plätze ist schon jetzt ellenlang. Prag ist längst ein tatsächlicher Albtraum aus amorphen Gaffermassen, Dubrovnik nicht minder. Nach Amsterdam, nie wirklich unterbesucht, sollte heutzutage nur mehr fahren, wer sich auf Open Air-Festivals der Roskilde-Klasse wohlfühlt. 

Hallstatt im Salzkammergut, da schlurfen jetzt eine Million Besucher pro Jahr durchs 779-Seelen-Örtchen. Nicht wenige mieten sich ein Dirndl-to-go für Selfies, welche umgehend nach Mumbai oder Tokio gebeamt werden. Verrichten auf den Klos der Privatwohnungen, wenn die offenstehen, schon mal ihre Notdurft. Manche Besucher halten Hallstatt für ein Disneyland.

Von London, Paris, Madrid, Wien oder Salzburg ist zu schweigen. Und die Warteschlangen vor dem Eingang zum Schloss Neuschwanstein erwecken den Eindruck, als streike mal wieder das Sicherheitspersonal am Frankfurter Flughafen.

(Persönliche Anmerkung: Einige Tourismusbeobachter beziehen sogar Berlin in die gefährdete Riege der Überbesuchten ein. Kann ich in keiner Hinsicht nachvollziehen. Weder, dass es so viele Gäste in das Versifftenparadies zieht. Noch, dass die nichtsnutzigste Veranstaltung der Republik schützenswert sein soll. Baut endlich BER fertig! Alle Welt geschlossen an die Spree! Haut auf diese Stadt!)

Dass niemand Touristen mag, auch nicht die Touristen selber, hat meine ehemalige Kollegin Meike Winnemuth in „Geo Saison“ sehr hübsch dargelegt. Sie steigt in ihrem Artikel szenisch ein mit dem Besuch einer berühmten Markthalle, die an der Flaniermeile La Rambla liegt. Zur Hälfte, wenn das denn reicht, ist La Boqueria mittlerweile ein Tummelplatz von Touris. Die dort selten Lebensmittel einkaufen, umso mehr drängeln, glotzen, knipsen, den Betrieb aufhalten. Viele Barceloner meiden die Halle mittlerweile.

Stimmt, es ist grauenhaft geworden

Damit die Marktbeschicker auf ihre Kosten kommen, verfüttern sie mindertolle Tapas an die ungebetenen Gäste, was zumindest ein bisschen Mehrwert generiert. Ich war nach langer Pause wieder in der Boqueria. Stimmt, es ist grauenhaft geworden. Dort und an anderen Ecken der schönen Stadt. Barcelona ist die Bestätigung von Enzensberger Diktum: „Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet.“

Noch deprimierender ein Besuch in Antoni Gaudís Lebensprojekt, die innen fertiggestellte Basilika Sagrada Família, Weltkulturerbe. Nebensaison, doch die wunderbare Kirche war schon voller Smartphone-Hochhalter. Mierda. Auch ein derart genial konstruiertes, lichtdurchflutetes Gewölbe kann dumpfsinnig stimmen, schleust man nur alle halbe Stunde hunderte von Stumpfsinnigen hindurch.

Woher es kommt, dieses Überrennen der schönsten Städte und Stätten? Woran es liegt, dass man nun fast geneigt ist, einem ranzigen alten Tourihasser wie Gerhard  Nebel („gleichförmig schillernder Thomas-Cook-Schleim“) recht zu geben?

Gewiss, man könnte sich länglich abarbeiten an vielen Faktoren, die das besinnungslose Herumreisen noch der Jüngsten und Ahnungsfreisten ermöglichen. Supersparpreise, dank Ryanair, Easyjet, Flixbus & Co. Mit dem nervtötend klackernden Rollenkoffer irgendwo absteigen, wo das Zimmer lachhaft wenig kostet, thanks to airbnb and hostelworld. Ramschreisen sind das, die alles zu Ramsch degradieren. Weil nämlich das, was wenig kostet, in den Augen des Verbrauchers auch nicht viel taugt. So ticken Leute. Ausnahmen von der Regel mögen mir verzeihen.

Da ist aber noch ein Punkt, den die erwähnte Journalistin in ihrem Aufsatz leichtfüßig überspringt (ein Reisemagazin darf nie den leisesten Verdacht des Rassismus nähren): Overtourism ist die notwenige Konsequenz von Globalisierung. Was nämlich den Markusplatz verstopft, die Champs Élysées blockiert, den Verkehr an der Prinsengracht kollabieren lässt, das sind immer öfter Kolonnen aus Fernost. Chinesen, Inder, Koreaner, Japaner und abermals Chinesen. 

Sie haben keine Merkel, keine Grünen. Ihnen gehört die Zukunft

Die reisen, und wie! Wer mal in der Gepäckankunft des Tacoma-Flughafens von Seattle einige Zeit verbringen musste, hat bemerkt: Selbst in diese junge Stadt – keine weltberühmten Bauten, selfiemäßig eher unergiebig – drängt der Orient, als gäbe es was umsonst.

Das wird sich nicht ändern, im Gegenteil. Die Gesetze der Demografie, der Ökonomie und der Physik sind auf Seiten der Asiaten. Sie sind zahlreich, sie haben Geld. Sie haben keine Merkel, keine Grünen. Ihnen gehört die Zukunft. Ob in Bangkok oder Hallstatt, der alte weiße Reisende, sei er männlich, weiblich oder divers, stellt dort schon jetzt die Minderheit. Die nächste Reisewelle, das liegt in der Natur des Fremdenverkehrs, wird Plätze in der zweiten, dritten und vierten Reihe treffen. 

Man klappere also besser rasch ein paar Destinationen ab, bevor es auch da eng wird. Zum Beispiel (Vorschläge nach privatem Gusto) Weimar, Visby, Brügge oder Ypern. Carcasonne, Riga, Ålesund, Bergen, Trondheim, Girona, Bamberg. Edinburgh, Palermo, Caen, Oxford, Salamanca, Cáceres, Palma de Mallorca, Santa Cruz de Tenerife. Bordeaux, Lübeck, Krakau, Uppsala, Rauma, Reykjavík. Thessaloniki, Pula, Máhon, Stavanger, Svendborg, Cork, Ribe, Stade. Valencia, Ljubljana, Bozen, Porto, Split.

Oder Zaragoza? Am Ebro steht die mächtige Basílica del Pilar. Atheisten fallen hier vom Unglauben ab. Und kaum ein Schwein wagt es, in ihren ehrwürdigen Hallen Selfies zu knipsen. Schöne Ferien! 

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Leserpost

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Karl-Heinz Vonderstein / 08.06.2019

Vorallem wegen der jungen Menschen im Land, die entweder schon wählen können oder innerhalb der nächsten Jahre anfangen zu wählen, entwickelt sich zur Zeit ein gehöriger Linksruck, aber ausschließlich Richtung Grüne. Das macht mir Angst! “Wenn die Grünen eine Zwei-Drittel-Mehrheit hätten, bekäme ich Angst und würde auswandern!”- Daniel Cohn-Bendit. Mir reichten da schon 50,1 Prozent.

Hermine Mut / 08.06.2019

oder Bealacoon Cove, Gally Head, W-Cork, (übrigens dringend gesucht : Mitfahrgelegenheit für 1 netten jugen Mann am 19.06. ab ca. 18.30 - Flieger aus Kerry kommt um 18.00 an -  von Frnkft.-Hahn Richtung Stuttgart (kommt mit öffentl. Verkehrsmitteln da nimmer weg).( B&B kann dafür bei uns angeboten werden!)

Helmut Bühler / 08.06.2019

Apokalyptische Visionen, aber Deutschland wird da relativ glimpflich davonkommen. Nicht mehr lange, dann weiß die ganze Welt, dass bei uns nichts mehr funktioniert, die Landschaft mit hässlichen Windrädern zugestellt ist, das Selfihandy nur aufgeladen werden kann, wenn die Sonne scheint und auf den Straßen allerlei zugelaufenes Volk mit Messern unterwegs ist. Sollte unsere Kanzlerin, die ja bekanntlich alles vom Ende her denkt, in ihrer unendlichen Weisheit eben diese Gefahren auf uns zukommen gesehen und dann entschlossen Abwehrstrategien entwickelt haben? Fast möchte man es meinen. Wie genial sie auch zielgruppenorientiert handelt! Dem zum Bleiben entschlossenen Fremdpersonal bietet sie unbürokratische Einreise und Wohlversorgung mit Wohnraum und Geld. Und den unwillkommenenTouristen schreckt sie ab mit FakeNews über Ausländerhatz und Fremdenfeindlickeit in ihren Landen. Angela, wir danken Dir. Du bist die Beste!

S. v. Belino / 08.06.2019

All die armen Leute, welche das “Glück” haben”, in der Nähe eines vom touristischen Overkill betroffenen Orte zu wohnen, haben so gut wie keine Chance mehr, die Schönheiten der eigenen Heimat zu genießen, geschweige denn diese einmal halbwegs für sich zu haben. Nach einer Besuchspause von einigen Jahren entschloss mich an einem bitterkalten, wiewohl nicht verregneten, Tag zu einem Ausflug in den entzückenden Weltkulturerbe-Flecken Hallstatt. Ich war fest der Meinung, dass sich im doch meist von trübem Wetter geprägten November wohl nur sehr wenige in den hübschen kleinen Ort verirren würden. Dass ich relativ problemlos und ortsnahe eine Parkmöglichkeit fand, nährte dieser Hoffnung weiter. Als ich mich dann aber zu Fuß dem Ortskern näherte, war ich wie vom Donner gerührt. Im ganzen Ort wuselte es von Chinesen aller Altersklassen. Pauschaltouristen-Gruppen aus dem Reich der Mitte, welche offenbar die Preisvorteile der Off-season in Österreich für sich zu nutzen wussten. Mehrere Busse mussten ihre Fracht also am anderen Ende des Ortes ausgespuckt haben, während ich mich der Illusion hingegeben hatte, wenn auch nicht die einzige, so doch eine der wenigen zu sein, die Hallstatt zu dieser unwirtlichen Jahreszeit aufsuchen würden. In einem der kleinen Cafés an der Flaniermeile beruhigte ich mich mittels Kaffee und Kuchen, während meine Augen die Massen von Chinesen verfolgten, die pausenlos am Fenster vorbeizogen. Jedes Mal, wenn ich einen der wenigen Europäer ausmachte, die in der Masse der Asiaten untergingen - mehr als zwanzig werden es wohl nicht gewesen sein - hatte ich wieder die Hoffnung, Europa doch noch nicht ganz verlassen zu haben. - Hallstatt und die Chinesen, eine Love-Story sondergleichen. Angesichts extrem steigender Zahlen gerade bei chinesischen Touristen sollte man vielleicht doch erwägen, nicht nur Hallstatt, sondern auch andere überbeliebte Orte per Kopie nach China zu exportieren. Übrigens, Hallstatt gibt es dort bereits. Wetten?

Ferdi Dahlen / 08.06.2019

Mit dem Kanzler Habek wird sich dieses Problem von allein lösen. Nur was zu Fuß mit dem Bollerwagen noch erreichbar ist kommt als Reiseziel in Frage. Und wichtig rechtzeitig planen - nicht das man auf der Rückreise in die Wintermonate kommt.  Bin zufällig auf diese Seiten geraten und begeistert !  Von der Redaktion und den Zuschriften - erfrischend zur gelenkten Systempresse. Also dann bis morgen…....

Werner Pfetzing / 08.06.2019

Hallo, Herr Schiebener !  Ich zitiere Sie: “Das Rauschen in der Luft werden keine Düsenjets, sondern Vogelschwärme sein.”  Falls diese Vogelschwärme nicht schon vorher zum großen Teil den Windrotoren zum Opfer gefallen sind. “Wir nähren uns von Grashalmen und Beeren des Waldes.”  Dafür sorgen schon die Grünen, wenn wegen der Stillegung der AKW und der Kohleförderstätten im dann wahrscheinlich eintretenden Blackout die Supermärkte mit ihrem Lebensmittelangebot ausfallen. “Insektenschwärme verdunkeln die Sonne…”  Siehe oben die Killer-Rotoren. Mit freundlichen Grüssen ! Werner Pfetzing

Anders Dairie / 08.06.2019

Apropos ROTCHINA.  Ich unterscheide es bewusst.  Weil die Kinesen sehr verschieden sind.  Heute wird das riesen Land per Knute und milde Gaben einigermaßen zusammen gehalten.  Trotzdem, es sind auch Hunderte verschiedene Völker mit mehreren Sprachen.  Wie in der Zoffjetunion.  Da liegt mancher Sprengstoff, der per Totalkontrolle von der Lunte getrennt werden soll.  Man muss keine Angst haben VOR Rotchina,  sondern UM Rotchina.  Herr XI JINPING kann morgen schon weg oder tot sein.  Allein der angebliche “Kampf gegen Korruption” kostet viel Blut und macht enorm viele Feinde.  Die Korrupten ganz Oben trifft es selten,  wie überall.  Die durch die Städte demonstrierenden Chinesen-Touristen wurden ausgesiebt,  den Reisepass bekommt nur der Systemtreue und “Kommunist”.  Die Gruppen sind,  für uns schwer verständlich, nie unbewacht.  So erklärt sich auch ihr kollektives Verhalten.  Das Spucken auf fremde Straßen bringt Minuspunkte. Derweil werden Andersdenkenden zuhause die Körper aufgeschnitten, um die Lebern und Brauchbares rauszuholen.

Anders Dairie / 08.06.2019

Danke, Herr RÖHL.  Man hat es eher selten, dass einem die eigene Urlaubs-Philosopie so schön bestätigt wird.  Wer den Strömen von Touristen ausweichen will, fahre zu den Un-Zeiten in die “Destination”.  MALLE weit vor der Mandelblüte und FiNNLAND im Februar.  Leider wird es nie wieder so sein,  wie in den Siebzigern. Als man noch ein little bit jünger war.  Als man sich mit der frisch Angetrauten solo in den KAWKAS traute. Oder solo ins BALTIKUM , wo man auf Einladung war und den Paß abgeben musste.  Trotzdem von der sowjetischen Miliz durch REVAL gefahren wurde, auf dass man die Freundschaft , bei JEREWAN kennen-gelernt, wiederfand.  Anfang der 1990-er ein noch relativ leeres TENERIFFA oder Gran CANARIA sehe durfte.  Auch DULUTH   am Lake SUPERIOR ist anders schön. In MiNNESOTA mit dem deutschen Karabiner in den endlosen Wald.  Oder mit der High-Tech-Rute an einen Bach, mit Hunderten Forellen.  Was kein Ami in Entzücken versetzt.  Leider muss man Ängste und Maläste ahnen und ertragen:  Das Verirren in der Weite oder die tausende Mücken, die nicht lange kreisen.  Letztlich ein “paar Mark” mehr aufzuwenden.  Es bleiben mindestens die Fragen:  Muss es einen 50 Jahre lang so umtreiben?  Sind wir tief in der DNA immer noch die Afrikaner,  die einem Hirsch solange hinterherlaufen (können) bis dieser halbtot zusammenbricht—und wir ihn abgemurkst aufessen ?  Wir folgen m.E.  unserem heute unbewussten Beutetrieb.  Meine Antwort:  Die Steinzeitler blieben nie lange an einem Feuer.  Auch die Sesshaften machten täglich 25 und mehr Kilometer zu Fuß.  Die Touristen von heute sind angepasste Steinzeitler,  es sind nur sehr viele mehr.  Speziell Seereisen können sie süchtig nach Meer machen.

Karla Kuhn / 08.06.2019

“Das wird sich nicht ändern, im Gegenteil. Die Gesetze der Demografie, der Ökonomie und der Physik sind auf Seiten der Asiaten. Sie sind zahlreich, sie haben Geld. Sie haben keine Merkel, keine Grünen. Ihnen gehört die Zukunft. ”  Herr Röhl, was für ein ERFREULICHER Satz,  KEINE Merkel und KEINE Grünen ! “Eigentlich trägt Japan den Beinamen “Land des Lächelns”  aber auch in CHINA wird viel gelächelt….. (Focus online)”  Sie haben eben BEIDE KEINE Merkel und KEINE Grünen.  Tla, da haben sie gut lächeln. Herr Volker Brandt, in der Tat, FÜNF Prozent sind nicht viel aber bei einer Einwohnerzahl von China 2018 von 1.395.380.000 sind FÜNF Prozent 69.769.000 MILLIONEN (69…...... Millionen !!). Deutschland soll gegenwärtig 83 Millionen haben. Wenn diese 5 Prozent ALLE ihren Reisepaß nutzen, und da der MITTELSTAND stetig wächst, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo er unter anderen Regierungen die Stütze des Staates war,  werden sie in Zukunft auch weltweit unterwegs sein. Aber sie haben, wie Sie sagen KEINE GRÜNEN und damit auch KEINE GRETA. Trotzdem wird China seinen Umweltschutz ausbauen (ausbauen müssen) aber OHNE Hysterie und ohne Fanatismus. Schöne Pfingsttage allerseits.

Belo Zibé / 08.06.2019

«Die schönen Städte verkommen zu Disneylands, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Besucher, während sich die Einheimischen darin nicht mehr zu Hause fühlen.» ,war unter der Überschrift «Monster der Meere rammt Juwel»  in der Basler Zeitung vergangene Woche zu lesen. Ein Satz, der ausschliesslich in diesem Zusammenhang keine Empörung auslöst und rassistisch-nazistisch gedeutet wird. Das nennt man wohl Doppelstandard. Die «Massenmobilmachung» ist nur eine Seite der Medaille, es sind die attraktiven Destinationen selbst, die die Bedingungen für derartige Zustände geschaffen haben. Auch sollte die Flowerpower Generation, die Vorfahren der Grünen und Toskanafraktion nicht vergessen werden, die u.a auf Mallorca in damals noch unbegehrten Fincas, oder auf Kreta in den Höhlen Matalas hausten und sich dabei einen Dreck um die Werte und Befindlichkeiten der Einheimischen gekehrt haben. Aussteiger ganz ohne Klo kann man noch heute auf La Gomera antreffen.Dieser vermeintlich so weltoffene Goa-Typus unterscheidet sich bei genauer Betrachtung vom hier beschriebenen Touristen nicht wirklich.

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