Im zweiten Jahr der „Pandemie“ habe ich mich häufig an diesen Song erinnert. Ein Gefühl cinematischer Verrückung („Ich bin im falschen Film“) und suggestiv-ideologischer Entführung („Ich werde mir fremd“) vereint sich hier zu einem musikalischen Vexierbild.
Im zweiten Jahr der „Pandemie“ habe ich mich häufig an diesen Song erinnert, dessen orchestraler Nimbus aus musikalisch-historisierenden Referenzen ebenso befremdlich schillernd erscheint, wie der kryptische Text befremdlich fatalistisch. Ein Gefühl cinematischer Verrückung („Ich bin im falschen Film“) und suggestiv-ideologischer Entführung („Ich werde mir fremd“) vereint sich hier zu einem musikalischen Vexierbild. Die britische Electro-Popband Goldfrapp hat im Jahr 2000 dieses Stück auf ihrem Debutalbum veröffentlicht: Eine Art James Bond Thema – durchzogen von elektronischen Tonfolgen, fremdartigen Sound-Schnipseln, abgehobenen Vokalinterventionen und einer orchestralen Kulisse – entführt uns in das Paradox einer längst als vergangen erträumten Epoche der Zukunft. Futuristische Fremdheit wie in einem Fritz Lang Film kommt auf. Doch statt um die Maschinen-Stadt Metropolis geht es laut Aussage von Sängerin Alison Goldfrapp hier um die Utopie des Übermenschen, der gentechnisch manipuliert zum Opfer faschistischer Umtriebe wird.
Text hier und in deutscher Übersetzung hier
Zum Weiterhören: Goldfrapp – Strict Machine
Was mir stets gute Laune macht, ist unbekümmert-unpolitische Musik, die einfach nur zum Tanzen einlädt. Man kann ja nicht immer nur Grübeln, Stöhnen, Kritisieren und Kontra geben. Irgendwann muss der Kopf auch Ausschalten dürfen. Dazu passt dieser Song.
Eine französische Zwei-Mann-Band, die übersetzt „Beknackter Punk" heißt, hat mich 1997 mit ihrem Hit „Around the World“ aus ihrem Debutalbum „Homework“ und dem dazugehörigen Video um den musikalischen Verstand gebracht. Während der deutsche Techno sich weiter dem Marsch-Rhythmus widmete und immer mehr in der Kommerzialisierung versank, schafften es die beiden Franzosen mit ihrer „French-House“ genannten, elektronischen Musik frischen Groove in die Tanzhallen zurückzuholen. Der „Beknackte Punk“ wurde zum Markenzeichen für fulminante, extrovertierte Tanzmusik, deren Mix-Akrobatik, knarzige Sound-Erfindungen und rockige Musikalität schnell weltberühmt wurde. Schon mit dem Erstling „Homework“ setzten die Musiker Standards für die Pop-Musik der Nullerjahre, zahlreiche aktuelle Pop-Songs referenzieren heute auf dieses Album. Was aber „Around the World“ zusätzlich so einzigartig machte und mir damals wie der Startschuss für eine neuartige Musikwahrnehmung vorkam, ist das Video, in dem auf verblüffend einfache Weise die Methode dieser Musik transparent gemacht und erklärt wird. Die meiste elektronische Tanzmusik funktioniert nämlich strukturell anders als klassische Popsongs mit Intro, Strophe, Chorus, Bridge und Outro. Im Video wird das kongenial veranschaulicht: Jedes iterative Element, die musikalische Struktur und Schichtung, jede für sich stehende Tonfolge und die sich ergebenden Wechselwirkungen und Abfolgen werden einer Gruppe von je vier Tänzern und deren Bewegungen zugeordnet. Auch die Kostüme verkörpern die dargestellten Sound-Elemente auf amüsante Weise. Um einen Plattenteller herum ergibt das eine choreografisch-musikalische Augenweide ohne Effekthascherei, die ich mir immer wieder gern anschaue.
Zum Weiterhören: Daft Punk – Lose Yourself to Dance
Achgut-Hymnen 2022: „Disturb the Sound of Silence“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Danser encore“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Princess Crocodile“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Achshav kulam rokdim“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Wish you were here“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Wooly Bully“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Ode to Freedom“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Anthem“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Danser Encore“ Calogero finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „Me And Bobby McGee“ finden Sie hier.
Achgut-Hymnen 2022: „I won’t back down“ finden Sie hier.
Beitragsbild: Greenwich Photography – Ponders CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

Mein persönlicher Favorit der letzten Tage: „Cathy don’t go to the supermarket“, Dystopie von 1985. Youtube, g03re0mFBi0 . Sogar die OP-Maske ist schon dabei ein einer Szene.
Leider eine schockierende Nachricht zum Jahresausklang. ( Man hätte ja Manches für möglich gehalten, aber das hier ….?)
Auf Umwegen ist durchgesickert, dass der Klabauterdingsda verfügt hätte, dass ab 1. 1. 2022 in den Berliner Zoos Gorillas und Schimpansen auf Corona getestet werden; angeblich wegen genetischer Nähe zu
(vielen ? ) Bürgern. Die Anlieferungen der modifizierten Testutensilien werden noch in der Silvesternacht abgeschlossen.
Was für eine gewaltige Musik das ging mir kalt über den Rücken runter. Echt Utopia und ich hab von denen bisher noch nicht gehört. Herzlichen Dank für diesen Tipp . Nun wünsche ich allen Achslern und Achslerinnen und Foristen ein gutes neues Jahr, auf dass wir doch noch einiges umdrehen können. Gutes Erwachen könnte ein frommer Wunsch sein. Beat Schaller
Lesley hätte keine Maske getragen und sie hätte sich ganz sicher auch nicht Gift injizieren lassen!: Lesley Gore – You Don’t Own Me (HD) auf YT.