Vor zwei Wochen wurde der Facebook-Account des libanesischen Regisseurs und preisgekrönten Filmemachers Imad Karim ohne nachvollziehbare Begründung gesperrt. Die Achse berichtete und veröffentlichte einen Beitrag von Imad Karim, nachdem seine Facebook-Seite offenbar aufgrund des Proteststurms wieder reaktiviert wurde. Totalitäre Systeme zeichnen sich immer durch eine undurchschaubare Willkür aus."Die Geschichte soll jedenfalls noch ein Nachspiel haben, denn das betrifft uns alle", schrieb Karim. Achgut besuchte Imad Karim inzwischen für sein Achgut.Pogo-Video über "Zensur und Volkserziehung", das sie jetzt auf unserem Youtube-Kanal ansehen können. Für den nach Deutschland emigrierten libanesischen Regisseur Imad Karim war die Facebook-Sperre ein bedrückendes Déjà-vu aus seiner Vergangenheit. Henryk M. Broder, 1958 als Sohn polnischer Juden nach Deutschland zugewandert, hat einen anderen biografischen Hintergrund, kommt aber in dem Feature zu den gleichen Schlüssen wie Imad Karim. Den zweiten Teil veröffentlichen wir am kommenden Freitag.

Stellungnahmen im netz unter vollem Namen, also Klarnamen-Accounts. Wie soll das funktionieren? Herr Broder hat doch selbst aufgedeckt, dass sogar in Firmen denunziert werden soll, also derjenige gemeldet werden soll, der sich gegen den Mainstream stellt oder einfach mal nich mitschwimmt. Indymedia würde in Lichtgeschwindigkeit die Namen mit den dazugehörigen Adressen veröffentlichen und die Antifatruppen bräuchten dann nur kleine Besuche abstatten. Zuerst Beschmierungen und dann Zaunlatten oder gar Schlimmeres. Arbeitgeber hätten ein leichtes Spiel herauszufinden, wer was denkt. Sogar der Nachbar könnte auf dumme Gedanken kommen. Kinder dürften nicht mehr miteinander Spielen...Man könnte noch dutzende Beispiele anführen Also, so schön der Gedanke auch ist, aber in angehenden totalitären Zeiten kann das für den einen oder anderen schrecklich enden.
Herr Broder weist ca. in Min. 13 des Videos auf ein wichtiges, oft als solches nicht erkannte Element autoritärer Herrschaft hin. Auch Erich Fromm beschreibt in "Anatomie der menschlichen Destruktivität" am Beispiel von Josef Stalin, wie nicht nur Bestrafungen und Repressionen, sondern auch willkürliche, also nicht begründete oder erklärte "Begnadigungen" hocheffektiver Bestandteil totalitärer Machtausübung sein können. Hat denn Herr Karim inzwischen erfahren können, warum genau seine angeblich gut begründete digitale Löschung kurzfristig wieder rückgängig zu machen war?