Stephan Kloss, Gastautor / 27.11.2020 / 06:02 / Foto: Pixabay.de / 59 / Seite ausdrucken

Vorsicht, Recherche! Corona-Tohuwabohu in Sachsen

Von Stephan Kloss.

Nach dem Willen der Bundeskanzlerin sowie der Ministerpräsidenten soll der Lockdown light bis kurz vor Weihnachten verlängert und die Kontaktbeschränkungen verschärft werden. Doch wie dramatisch ist die Corona-Lage wirklich, zum Beispiel im Freistaat Sachsen? Dazu erschienen hier auf Achgut.com in meinem Beitrag Sächsischer Corona Zahlensalat bereits detallierte Zahlen.

Dieses Update legt ein kritisches Augenmerk auf PCR-Tests im Freistaat, die ja der Ausgangspunkt für die steigende Zahl der positiv Getesteten sind und damit auch für die Entscheidungen der Politik. Aber auch der Umgang mit den Ct-Werten wird unter die Lupe genommen, denen als semi-quantitatives Maß eine erhebliche Bedeutung zukommt. Auf keinen Fall hatte ich damit gerechnet, dass Informationen zu PCR-Tests/Ct-Werten, die ja eigentlich für einen Journalisten problemlos zugänglich sein müssten, von sächsischen Kommunen und vom Freistaat fast wie eine Verschlusssache behandelt werden. Werfen wir aber zunächst kurz einen Blick auf die Corona-Zahlen im Freistaat Sachsen, die sich, auch wenn das große mediale Bild es anders erscheinen lässt, nur geringfügig geändert haben.

Die Statistik zeigt keine Notlagen in Kliniken

In den 77 Krankenhäusern im Freistaat Sachsen befinden sich momentan (Stand: 25.11.2020) 1.827 Covid-19-Patienten. Davon sind 328 auf Intensiv-Stationen (Stand 25.11.2020). Nachzulesen hier auf dem Reiter „Ländertabelle“. Setzen wir die Zahlen wieder ins Verhältnis. Bezogen auf die vorhandenen Bettenkapazitäten von 26.239 der 77 sächsischen Krankenhäuser sind derzeit 7 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt. Bezogen auf die Intensiv-Bettenkapazitäten in Höhe von 2.377 (inklusive Notfallreserve) bedeutet die Zahl von 328 Covid-19-Patienten einen Anteil von 13,8 Prozent. Schauen wir auf die tatsächliche Intensiv-Bettenbelegung von 1.280 (Stand: 25.11.), beträgt der Anteil der Covid-19-Patienten 25,6 Prozent.

Eine weitere Zahl bleibt wichtig und interessant, die bereits im ersten Artikel eine Rolle spielte: die Gesamtzahl der stationären Covid-19-Patienten in Sachsen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im März. Es sind 3.209 (Stand 23.11.). Diese Zahl teilte mir das sächsische Sozialministerium in Dresden mit. Auf der Webseite des Ministeriums ist diese Zahl nicht zu finden. Warum eigentlich nicht?

Setzen wir auch diese Zahl ins Verhältnis. Die Patienten-Fallzahl aller sächsischen Krankenhäuser beträgt pro Jahr durchschnittlich 1.002.398. Das bedeutet: Die Covid-19-Patienten kommen auf einen Anteil von 0,32 Prozent. Bezogen auf die durchschnittliche Bettenbelegungszeit von rund 7,4 Tagen pro Fall in den Kliniken beträgt die Belegung der Covid-19-Patienten bei einem Durchschnitt von 22 Tagen/Patient (gebräuchliches arithmetische Mittel für stationäre Covid-Patienten) bezogen auf die Grundgesamtheit von 7.417.745 Bettenlegungstagen rund 70.598 oder 0,81 Prozent.

Rekapitulieren wir kurz. Der Anteil der Covid-19-Patienten in den 77 sächsischen Krankenhäusern beträgt derzeit:

  • 0,32 Prozent bezogen auf die Gesamtfälle pro Jahr
  • 0,95 Prozent bezogen auf die Bettenbelegungen pro Jahr
  • 7 Prozent bezogen auf vorhandene Bettenkapazitäten
  • 13,8 Prozent auf den Intensiv-Stationen

bei einer durchschnittlichen jährlichen Krankenhaus-Auslastung im Freistaat von 77,1 Prozent. Von einer Überlastung oder gar einem drohenden Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung im Freistaat Sachsen zu reden, ist – statistisch gesehen – weit entfernt von der Wirklichkeit, wie die oben genannten Zahlen belegen.

Bezogen auf die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen in Höhe von 4.071.971 (Stand: Dezember 2019) bedeuten 3.209 stationäre Covid-19-Patienten einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 0,078 Prozent. Bei der Betrachtung der Covid-Todesfälle gemessen an der durchschnittlichen Sterblichkeit pro Monat bewegen sich die Daten in Sachsen ebenfalls in einem extrem niedrigen Bereich.

Eine weitere Relation erscheint wichtig: Von den bisher 46.280 positiv Getesteten in Sachsen (Stand: 24.11.20) sind seit März 3.209 (Stand 23.11.) stationär aufgenommen worden, also 6,9 Prozent. Andersrum gesagt: 93,1 Prozent der positiv Getesteten in Sachsen kommen offenbar gut und weitgehend asymptomatisch durch ihre Covid-19-Kontaktphase.

Intensiv-Bettenbelegung seit über 3 Monaten stabil

Es gibt wirklich eine gute Nachricht: Die Intensiv-Bettenbelegung im Freistaat Sachen ist seit dem 7. August stabil. Es gab keine größeren Abweichungen. Auf intensivregister.de unter dem Reiter „Zeitreihen“ und dort bei Bundesländervergleich „Sachsen“ sind die entsprechenen Statistiken eingestellt.

Bei der Betrachtung der Grafik „Gesamtzahl gemeldeter Intensivbetten“ ist man dann doch überrascht: in Sachsen wird offenbar die Zahl der Intensiv-Betten seit dem 15. Oktober zurückgefahren, bei der Notfallreserve bereits seit 6. Oktober Und: Obwohl die Zahl der Covid-Intensiv-Patienten angestiegen ist, bleibt die Gesamtbelegung stabil, ja sinkt sogar. Am 1. September gab es mit 1.371 belegten Betten einen kurzzeitigen Höhepunkt, und seitdem geht es wellenartig leicht zurück auf 1.276 (Stand 25. November)

Vom dramatischen, exponentiellen Wachstum keine Spur. Es kann gut sein, dass in einigen Klinken, vor allem im ländlichen Raum, alle Intensiv-Betten belegt sind, so dass auf die Kapazitäten in Nachbarkreisen zurückgegriffen werden muss. Von einer epidemischen Lage nationaler Tragweite ist aber in den offiziellen Statistiken im Freistaat Sachsen nichts zu sehen, zumindest bezogen auf die dort dargestellten Kapazitäten der Krankenhäuser. (Dennoch soll hier auf keinen Fall die kräftezehrende Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken unerwähnt bleiben, die sich trotz Personalmangels rund um die Uhr um Covid-19-Patienten kümmern und dabei genauso um die Leben der anderen Intensivpatienten – und das ist die Mehrheit – kämpfen.)

Dass die „Corona-Lage“ auch auf Bundesebene weniger dramatisch ist als allgemein wahrgenommen, wird von Dr. Gunter Frank in einem ausführlichen Beitrag zusammenengefasst. Es gibt allerdings tatsächlich dramatische Situationen auf etlichen Intensivstationen, doch das liegt vor allem am eklatanten Mangel an Fachpersonal, vor dessen Auswirkungen Fachleute ganz unabhängig von Corona seit Jahren warnen.

Das Geheimis um den Ct-Wert in Sachsen

Kommen wir zum Kern dieses Updates. Der versierte Achgut.com-Leser weiß inzwischen längst, dass man den PCR-Test kritisch hinterfragen muss. Dazu wurden hier bereits mehrere gute Artikel veröffentlicht. Nachzulesen hier, hier und hier. Um mir einen Überblick über das „Infektionsgeschehen“ im Freistaat zu verschaffen, schickte ich einen Fragenkatalog an alle Landkreise, die drei großen Städte Leipzig, Chemnitz, Dresden, das Sozialministerium und mehrere Diagnostik-Labore.

Es ging u.a. darum, herauszufinden, welche Rolle der Ct-Wert (cycle-threshold = Zyklus-Schwelle) in der Praxis spielt. Wir erinnern uns: Beim PCR-Test wird nach RNA-Fragmenten des Corona-Virus in der jeweiligen Probe gesucht. Die Suche erfolgt durch mehrere Zyklen. Wird nach wenigen Zyklen (geringer Ct-Wert) Corona-RNA-Material entdeckt – ist die Viruslast hoch. Ist die Anzahl der Zyklen hoch (hoher Ct-Wert), ist die Viruslast gering bzw. hinter der Nachweisgrenze.

Laut RKI lassen sich bei einem Ct-Wert > 30 Viruszellen nicht mehr anzüchten. Nachzulesen hier. Das bedeutet: Bei allen Ct-Werten über 30 gilt strenges Augenmaß. Das hatte ich jetzt eigentlich auch erwartet, dass in dieser Pandemie genau das – Augenmaß – angewandt wird im Freistaat. Insbesondere bei der Entscheidung eines Gesundheitsamtes, ob eine Quarantäne verhängt wird oder nicht, spielt der Ct-Wert eine wichtige Rolle.

Doch die Ergebnisse der Recherche sind erschreckend. Einige Kommunen hüllen sich in Schweigen, andere antworten ausweichend. Im Freistaat Sachsen herrscht ein regelrechtes Ct-Wert-Chaos. Jedes Gesundheitsamt, jeder Landkreis und jede Stadtverwaltung kocht so ziemlich sein/ihr eigenes Süppchen bei der Beurteilung von Testpositivität. Dazu kommt, dass völlig unklar ist, welche Labore welche PCR-Teste verwenden. Jeder Test arbeitet mit anderen Ct-Werten.

Eine Stadtverwaltung teilte mit, dass nach Meinung des dortigen Gesundheitsamtes ein „‚Schwellenwert‘/Ct-Wert von > 30 bis > 35 (PCR auf SARS-CoV-2) gegen das momentane Vorliegen einer Infektiosität sprechen kann“. Ein Landkreis mogelte sich um eine klare Aussage herum und belehrte: „Der CT-Wert ist ein Maß für die beim Patienten festgestellte Viruslast und daher individuell und kann sich je nach Zeitpunkt der PCR-Testung im Krankheitsverlauf verändern. Eine pauschale Höhe gibt das daher nicht“. Auch der folgende Landkreis umging meine Frage: „Das vom Landkreis … für eigene Abstriche des Gesundheitsamtes gebundene private Labor übermittelt den CT-Wert verbindlich. Der CT-Wert gibt Auskunft über die Viruslast der Einzelperson und ist daher individuell verschieden“. Aber um welchen Ct-Wert es sich handelt, behielt der Landkreis lieber für sich. Eine Stadtverwaltung teilte mit: „Der Ct-Wert wird nur in bestimmten Fällen zur Anwendung gebracht, beispielsweise, wenn es um die Wiederzulassung von Pflegekräften zum Dienst geht“. Immherin ein Hinweis, dass dort bereits diffenziert gedacht und offenbar auch gehandelt wird.

Die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen dazu: „Die zuständige Fachabteilung hat uns soeben mitgeteilt, dass der KV Sachsen keine Hinweise oder Angaben dazu vorliegen, mit welchem CT-Wert die Labore in Sachsen bei der Corona-PCR arbeiten“. Auch der Interessenverband der akkreditierten medizinischen Labore in Deutschland Bundes, ALM e.V. teilte mit, er wüsste nichts: „Diese Fragen können wir als Verband leider nicht beantworten, da wir hierzu keine Zahlen haben. Herzliche Grüße“. Dabei hatte mich kurz zuvor erst ein großes sächsisches Labor, das meine Ct-Wert-Fragen nicht beantworten wollte, an den Verband verwiesen.

Heißes Eisen Ct-Wert

Irgendwie wollte niemand so richtig über das offenbar „heiße Eisen“ Ct-Wert reden. Ich fragte auch zahlreiche mir bekannte Ärzte, ob die ein Labor kennen und Kontakte vermitteln könnten. Nichts.

Doch dann geschah unerwartet doch ein Wunder: ein promovierter Labor-Arzt meldete sich. Er bestätigte zunächst: Die PCR könne keine Infektion nachweisen, das sei sehr schwierig. Zudem könne der Test nicht zwischen aktivem oder totem RNA-Material unterscheiden, er könne nur Bruchstücke von Erbgut nachweisen. Mehr nicht. Er, der Arzt, vertrete die Meinung, dass bei der PCR auch der Ct-Wert eine Rolle spielen müsse. Denn es sei klar: ein Ct-Wert in den niedrigen Zwanzigern bedeute, dass da etwas los sei. Ein hoher Wert – also über 30 – sei ein Hinweis, dass nix los sei. Seine Empfehlung war, dass die Gesundheitsämter künftig mehr mit Ct-Werten arbeiten müssten. Mit der sachlichen Einbeziehung des individuellen Ct-Wertes einer testpositiven Person könnten sich die Gesundheitsämter mühsame Kontaktnachverfolgungs-Szenarien ersparen.

Wie zu erfahren war, liefern die Labore in Sachsen teilweise automatisch, teilweise auf Nachfrage des jeweiligen Gesundheitsamtes die Ct-Werte mit. Da kommt gleich die Frage auf, warum ständig von Neu-Infektionen gesprochen wird, wenn der PCR-Test, und das wiederholte der Labor-Arzt mehrfach, keine Infektionen nachweisen kann?

Im Zuge dieser Recherchen – durch Anfrage beim Sozialministerium – stellte sich heraus, dass die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA) selbst einen PCR-Test verwendet, bei dem der Hersteller einen Ct-Wert von 45 angibt. Das wirft allerdings einige Fragen auf. Wie viele positive Testergebnisse in Sachsen kommen anteilig aus der LUA? Die Landesuntersuchungsanstalt selbst antwortete auf meine Fragen nicht, obwohl ich mich extra an die Präsidentin der Anstalt gewandt hatte.

Kaum Aussagekraft ohne Arztgespräch

Betrachten wir den PCR-Test vereinfacht als Stichprobenziehung aus einer Population. In einer univariaten Statistik zeigt der Test zunächst nur, ob ein bestimmtes Merkmal (RNA-Fragmente) vorhanden ist. Wir befinden uns hier auf Nominalskalenniveau, dem untersten Skalenniveau, das nur sehr wenige Informationen enthält, nämlich: ja, RNA ist vorhanden (testpositiv) – oder, nein, ist nicht vorhanden (testnegativ). Doch entscheidend wird es auf der nächsthöheren Skala: der Ordinalskala. Denn dort wird – gleichabständig – die Ausprägung des Merkmals untersucht. Und hier kommt der Ct-Wert ins Spiel. Er gibt an, wie weit das Merkmal, – in unserem Fall „positiv Getestet auf SARS-CoV-2“ – ausgeprägt ist. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Bußgeldbescheid, weil Sie zu schnell gefahren sind. Aber wie viel Sie zu schnell gefahren sind, das steht im Bußgeldbescheid als die Ausprägung der überhöhten Geschwindigkeit.

Halten wir fest: Die täglich präsentierten Statistiken mit kumulativen Zahlen über testpositive Personen (oft auch „infiziert“ genannt) sagen nichts aus über die indviduelle Viruslast der beprobten Person. Diese Information erhält man erst mit dem dazuhörigen Ct-Wert als einem semi-quantitativen Maß. Der kann unterschiedlich sein und hängt zudem von der Qualität der entnommenen Probe ab. Aber die große Frage ist nun, warum werden in Sachsen die Ct-Werte, die im Labor automatisch mit erfasst werden, nicht an jeden positiv Gestesteten mit „rangehangen“? Sozusagen als aussagekräftiges Etikett.

Daran ließe sich gut einschätzen, wie viele der täglich gemessenen Werte relativ unproblematisch sind. Die Ct-Werte ließen sich statistisch hervorragend in einem gruppierten Diagramm darstellen. Zum Beispiel: 10–15 // 16–20 // 21–25 // 26–30 // 31–35 //. Wie wir oben bereits gesehen haben, sind 93,1% der 46.280 positiv getesteten Sachsen gut durch ihre jeweiligen Covid-19-Kontakte gekommen. Sie würden wahrscheinlich bei „31–35“ eingruppiert. Wenn man also weiß, wo die positiv Getesteten mit ihren jeweiligen Ct-Werten eingruppiert sind, verlieren die Corona-Zahlen doch ihren Schrecken.

Wenn also ein Gesundheitsamt festlegt, dass eine Klasse oder eine ganze Schule in Quarantäne muss, weil ein Schüler oder ein Lehrer positiv getestet wurde, warum wird der jeweilige Ct-Wert bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt? So kann es dann eben passieren, dass in Sachsen derzeit 9.000 Schüler in die Quarantäne verbannt sind. Hat sich jemand im Amt die Mühe gemacht und die Ct-Werte beim jeweiligen Labor abgefragt, um danach mit Augenmaß zu entscheiden? Wo in einem Diagramm würden die meisten dieser Schüler eingruppiert werden?

Und bundesweit waren Mitte November sogar 300.000 Schüler sowie 30.000 Lehrer in Quarantäne. Und vergessen wir nicht: Ein im Labor mit Hilfe einer PCR ermittelter Wert alleine dürfte einer Behörde eigentlich nicht als einzige Grundlage dienen, jemanden per Telefon in Quarantäne zu schicken. Dazu gehört immer zwingend ein anamnestisches Gespräch mit einem Arzt. Nur der sollte entscheiden dürfen, welche Maßnahmen angemessen erscheinen.

Die Corona-Zahlen entdramatisieren, das würde auch gut zum Wunsch von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) passen: „Das ist mir wichtig: Die Menschen sollen nicht Angst haben ...“ Das SPD-geführte Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, kurz Sozialministerium, kann sich auf seiner Corona-Webseite bis heute nicht entscheiden, ob im Freistaat die positiv Getesten alle Infizierte sind oder nicht. In der Überschrift heißt es „Infektionsfälle“, weiter unten „positiv auf SARS CoV-2 getestete Personen“. Was stimmt denn nun?

 

Stephan Kloss ist freier Journalist. Er lebt in Leipzig und studiert Psychologie.

Foto: rotes Telefon

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Dr Stefan Lehnhoff / 27.11.2020

Die Unterscheidung des letzten Satzes rutscht Ihnen am Anfang des Artikels auch durch- die meisten Covid19 Patienten in der Klinik haben kein Covid19, sondern eben nur ein positives Testergebnis. Wo man 30 oder mehr Zyklen braucht ist weder infiziert mich infektiös, eine seriöse Grenze ist 25. Aber auch dann heißt positiv nicht gleich infiziert. Testen Sie die Bevölkerung einschließlich der Männer mit Schwangerschaftstest und sie fluten die Intensivstationen mit Schwangeren. Die mit Lungenentzündung haben außerdem oft Influenza UND einen postTest- da die Behandlung eh die gleiche ist, wird aber auf Influenza erst gar nicht getestet. Woher ich das weiß? 1. Einzelfälle, wo doch nachgeschaut wurde. 2. Sentinelergebnisse. 3. Das mirakulöse Verschwinden Influenza- Erkrankter. Lassen Sie sich nicht testen! Lassen Sie sich nicht in Quarantäne schicken, alle diese Anordnungen sind rechtswidrig!

Dr. med. Markus Hahn / 27.11.2020

Die meisten Politiker (und Journalisten) haben in Bezug auf den ganzen Komplex um SARS- covx (virologisch, infektiologisch/klinisch, epidemiologisch, statistisch) nullkommanull Eigenkompetenz. Sie sind in ihrer Einschätzung auf das angewiesen, was ihnen handverlesene vermeintliche Experten wie z.B. das RKI, hoch selektiv spezialisierte Wissenschaftler wie der Experte für virale Molekulargenetik Drosten oder halt ein befreundeter Arzt auf dem Golfplatz erzählen. Dabei sucht man nach dem, der einem erzählt, was man hören “will”. Beliebt sind hierbei auch fachfremde Modellierungsnerds, die alles modellieren können, was man will. Virtuelle Realität. Am Ende bewegen wir uns dann auf Söderniveau (Zahl der täglich anmittrotz SARS.cov2x Gestorbenen sei so zu betrachten, wie wenn in Deutschland jeden Tag ein Flugzeug abstürzen würde).  Das ist kontextfreier, manipulierender Bullshit, wirkt aber. Wir sterben nur noch an Corona und jeder Tod muss mit allen Mitteln verhindert werden. Wer die Perspektive erweitert, gilt schon als zynisch und menschenverachtend. Ein offener fachlicher Austausch findet auch international nicht mehr statt. Fachkundige werden ignoriert oder öffentlich diffamiert, weisen sie auf die Fragwürdigkeit der Corona(nicht)Strategien hin. Die meisten aber halten sich bedeckt, um sich nicht in aussichtslose Kämpfe gegen hysterische Politiker, Berufsverbände, Medien und Bürger zu verstricken und so Drittmittelgelder oder ihre Karriereaussichten zu verlieren. Auf die Art und Weise kommt es dann zur Rückkehr in die Zeiten der magischen Medizin. Good Luck.

Rolf Lindner / 27.11.2020

Es gibt ein noch viel heißeres Eisen als die unterschlagenen Ct-Werte. Es ist trivial, aber für jeden einzusehen, dass die übergroße Mehrheit der SARS-CoV-X-Infizierten die Infektion problemlos übersteht, selbst wenn man die vielen asymptomatischen Infizierten als falsch positive rechnet. Das heißt, dass das Immunsystem dieser übergroßen Mehrheit das Virus wegsteckt und allenfalls RNA-Reste einen positiven Test liefern. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass bei denjenigen, deren Immunsystem das Virus nicht wegstecken konnte, eine Immundefizienz oder gar -insuffizienz vorlag, die weder diagnostiziert noch therapiert wurde. Hauptverursacher einer Immuninsuffizienz ist körperlicher (z.B. schwere Erkrankung, starke Schmerzen) und schwerer psychischer Stress (z.B. im Zusammenhang mit Infektionsschutzmaßnahmen). Ich habe nur ausnahmsweise, jedoch von keiner offiziellen Seite bisher gehört oder gelesen, dass die Leute auf ihr Immunsystem achten sollen und dass Immunschwäche erkenn- und behandelbar ist. Selbst wenn man annimmt, dass ein großer Teil der angeblich an COVID-X-Verstorbenen ohnehin Moribunde waren, bleibt wahrscheinlich ein nicht kleiner Teil übrig, der nicht am Virus, sondern an Diagnose- und Therapiefehlern verstorben ist.

T. Schneegaß / 27.11.2020

Große Klasse, Herr Kloss! Wäre es Ihnen denn möglich, diese Recherche an Frau Köpping zu schicken und sie um eine fundierte “Widerlegung” Ihrer Zahlen zu bitten? Und dann sowohl deren Antwort oder auch Nichtantwort hier zu veröffentlichen. Auch eine Nichtantwort wäre eine Antwort. Ich jedenfalls habe den Link zu Ihrem Beitrag erst mal an sämtliche meiner Kontakte gesendet.

H.Milde / 27.11.2020

@Peer Munk. Sic, 5/20 waren ca. 31.000 ITS Betten vorhanden, jetzt noch(!) ca. 27.000! -> s DIVI-Archiv, noch einsehbar. Ursachse dürfte ua sein, so wie es mir ein Kollege ltOA Anästhesie/Intensivmed. berichtete, daß kohortenweise Pflegkräfte und Ärzte hinschmeißen. Die wurden und werden mindestens grob fahlässig und fürsorgepflichtwidrig auf Verschleiß gefahren. Die können nicht mehr! Fix. Und. Fertig. Kurz cor dem -> Karoshi.  Das alles muß in Berlin/Hauptslum bekannt sein. Die Psychiatrien, PTs und 6FU werden sich auch warm anziehen dürfen, Weihnachten soll ja möglichst kontaktarm, dh. am besten EINSAM “gefeiert” werden, so eine EKD-Gottesanbeterin (Mantis religiosa kaessmannii). “Frohes” Fest, und auf der Christbaumspitze tanzt ein grinsender Angelus mortis.

Detlef Fiedler / 27.11.2020

Herzlichen Dank, werter Herr Kloss. Aussserdem spielt das geltende Recht (IfSG) eine Rolle, um überhaupt erstmal von einer Infektion ausgehen zu können. Demnach muss ein Erreger nicht nur Krankheitssymptome hervorrufen, er muss auch vermehrungsfähig vorhanden sein. Zudem ist er dann noch zu isolieren und zu identifizieren. Sind diese tatsächlichen Sachverhalte gegeben, kann man von einer bestimmten Infektion sprechen. Ausschliesslich dann und nicht nur aufgrund eines PCR-Tests. Lediglich aus PCR-Tests eine Pandemie nationaler Tragweite abzuleiten, könnte auch gut aus dem Malleus maleficarum stammen. Ein weiterer Rechtsbruch in einer immer länger werdenden Reihe.

Gudrun Dietzel / 27.11.2020

Im letzten Satz, Herr Kloss, zitieren Sie Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping mit dem Satz: „Das ist mir wichtig: Die Menschen sollen nicht Angst haben…“ Damit hat sie den Kern der Manipulationsstrategie genannt, der lautet: Das ist mir wichtig: Die Menschen SOLLEN Angst haben… Und diese Strategie funktioniert. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Medizin und anderswo. Die Massenpsychologie unserer Zeit hat es vermocht, angstbeladene Duckmäuser in übergroßer Mehrzahl zu produzieren. Einher geht dieser für die Verursacher profitable Weg mit der freiwilligen Abstinenz von verfügbarem Wissen. Die große Angst-Chose ist das WIRKLICHE Unterpfand der Regierung Merkel UND der Landesregierungen. Zu stoppen ist diese gefährliche Spirale nur, wenn sich noch mehr Menschen aus ihrer selbst gewählten UNFREIHEIT herauslösen und ihren Kopf endlich zum Denken benutzen.

Dietmar Richard Wagner / 27.11.2020

Danke Herr Kloss für den gut lesbaren Artikel. Zur Intensiv-Bettenbelegung (Intensivregister) zwei Anmerkungen. 1) Laut Legende (*c) handelt es sich um ein Gestapeltes Flächendiagramm. Die Notfallreserve geht deshalb nur optisch scheinbar zurück, da die betreibbaren Betten reduziert werden. Man kann mit dem Cursor in der Fläche für Notfallreserve die tageweisen, relativ konstanten Werte abrufen (6.10. 699, 26.11. 726). (2) Bestürzend ist tatsächlich die Abnahme betreibbarer Betten. Wird hier aus politischen Gründen weniger gemeldet oder vorgehalten?

beat schaller / 27.11.2020

Es ist ein richtig grosses BeSCHEISSHAUS! darum wird sich nichts ändern. Sollte ich einen Test machen müssen, dann nur mit Angabe von was für einem Test und mit nachweisbar gemessenen Zyklen. Alle solchen hervorragenden Berichte bringen nur die nicht hilfreiche Wahrheit auf den Tisch und damit hast es sich. Trotzdem danke für Ihren sehr guten Bericht, den ich in die Runde schicke und der mir vielleicht bei einer meiner nächsten Verweigerungen als Munition in einem Rechtsverfahren dienen könnte. Das ganze ist ja immerhin länderübergreifend. b.schaller

T. Schneegaß / 27.11.2020

@Gerhard Weisser: Wenn man Ihre Kommentare zu diesem Thema zusammenfasst, bleibt einem nur, Ihnen zu raten, Ihre Lebensfunktionen einzustellen. Dann sind Sie vor den allgemeinen Lebensrisiken, die Sie mit Ihrer Geburt “ererbt” haben zu 100% sicher.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Stephan Kloss, Gastautor / 14.04.2021 / 06:00 / 46

Wo sind die Gründe für die Kinder-Maskenpflicht?

In dem Artikel „Rätselhaftes Sachsen: Nach welcher Logik werden Schulen geöffnet“ hatte ich bereits auf Widersprüche in der Schulöffnungs- und Coronapolitik des sächsischen Kultusministeriums hingewiesen.…/ mehr

Stephan Kloss, Gastautor / 02.04.2021 / 13:34 / 83

Geimpfte in Sachsen als Infizierte getestet

In einem internen Rundschreiben an seine Mitarbeiter teilte das Universitätsklinikum Leipzig kürzlich Erstaunliches mit. Darin heißt es: „Aktuell kann nicht von einer sterilen Immunität als…/ mehr

Stephan Kloss, Gastautor / 30.12.2020 / 06:25 / 56

Corona-Datennebel im Hotspot Sachsen

Von Stephan Kloss. Kürzlich behauptete Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in einem  Online-Bürgerdialog der Konrad-Adenauer-Stiftung, das Infektionsgeschehen im Freistaat sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass…/ mehr

Stephan Kloss, Gastautor / 30.10.2020 / 15:30 / 20

Sächsischer Corona-Zahlensalat?

Von Stephan Kloss. Angesichts sich überschlagender täglicher Meldungen von steigenden „Corona-Zahlen“, Ausgangssperren und dem neuen Lockdown in Deutschland scheint es doch angemessen, einen unaufgeregten nüchtern-sachlichen…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com