Eugen Sorg, Gastautor / 09.04.2017 / 15:50 / Foto: chris cosco / 4 / Seite ausdrucken

Wenn die Scharia das Leben bestimmt

Von Eugen Sorg.

Das Ausmass an materiellem, juristischem und medialem Entgegenkommen, mit dem Migranten im aktuellen Europa empfangen werden, ist historisch einzigartig. Seit Jahrzehnten werden Milliarden für Integrationsprogramme, Sprachkurse, Fördermassnahmen ausgegeben, "doch die Ergebnisse waren dürftig", wie Walter Laqueur in "Die letzten Tage von Europa" schon vor zehn Jahren lakonisch bilanzierte. Die Integration vor allem der muslimischen Einwanderer, egal ob aus Nordafrika, Nahost oder Südostasien, ist zunehmend am Scheitern.

Junge Muslime sind gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung über­proportional in den europäischen Gefängnissen vertreten, insbesondere wegen Sexualitäts- und Gewaltdelikten. In Metropolen wie Paris, Brüssel, London, Berlin, aber auch in überschaubaren Städten wie Malmö haben sich Gettos gebildet, ethno-religiöse Kolonien, bewohnt von verschleierten Frauen und kontrolliert von islamischen Predigern und Drogenbossen. Quartiere, in die sich die Staatsmacht nur in bewaffneten Forma­tionen hineinwagt und die sich von Mogadiscio oder Lahore nur darin unterscheiden, dass die Bewohner hier von Sozialhilfe leben und sich nicht auf dem Arbeitsmarkt mit aufreibenden Jobs ihr tägliches Brot verdienen müssen.

Die Muslime als Opfer

Und, noch ungemütlicher: Ein radikaler, antiwestlicher Islam geniesst immer mehr Sympathien auch unter Jungmuslimen, die in Europa geboren und auf­gewachsen sind. Einige haben bereits Terroranschläge hier verübt, Tausende andere, unter ihnen auch Hochschulabsolventen, haben sich den Todesschwadronen des Islamischen Staates angeschlossen, um von Syrien aus für das Weltkalifat zu töten und zu sterben.

Lange wurde von den Experten und Medien die Aufnahmegesellschaft für die misslingende Integration der Muslime verantwortlich gemacht. Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Ausgrenzungsverhalten der Einheimischen würden die andersgläubigen Zuwanderer daran hindern, wirtschaftlich und bildungsmässig ebenso zu ­prosperieren wie die Alteingesessenen. Die Muslime als Opfer – eine Ansicht, die auch von den Vertretern der zahlreichen Muslimverbände gerne aufgenommen und weiter verkündet wurde. Allerdings erklärte sie nicht, warum viele andere Einwanderergruppen wie die Juden oder Chinesen oder Japaner erfolgreich waren, obwohl diese gegen wirklich widrige und feindselige Umstände hatten ankämpfen müssen. Und warum fallen weder Vietnamesen noch Inder durch überproportionales Integrationsversagen auf, sondern eben meistens Muslime?

Offensichtlich muss eine Hauptursache für das geistige Nichtankommen in Europa in der muslimischen Kultur selbst liegen. In deren Zentrum steht die Scharia, das vor 1400 Jahren in der arabischen Wüste von Gott via Propheten offenbarte ewige Gesetz. Es regelt alle Belange zwischen Himmel und Erde, es ist vollkommen und für Menschen unantastbar. «Wenn jemand findet», heisst es unmissverständlich auf der deutschsprachigen Website Islam Fatwa, "manche Gesetze der Scharia müssten geändert werden, um es den Entwicklungen unserer Tage und Zeiten anzupassen … muss er als Abtrünniger vom Islam getötet werden."

Ist die Erde eine Scheibe?

Da die Gesellschaften sich ständig wandeln, die göttliche Wahrheit aber auf immer im Koran und im perfekten Leben des Propheten festgeschrieben steht, verfassen Rechtsgelehrte seit über tausend Jahren unermüdlich neue Fatwas, Rechtsgutachten, die auf veränderte Umstände religiös korrekt reagieren. Unzählige Fatwas leiten die Rechtgläubigen auf ihrem Weg, kein Bereich der Existenz ist der individuellen Wahl überlassen. Die geringsten Dinge – Wie muss man reagieren, wenn man beim Essen einen Wind fahren lässt? Wie gross müssen die Steine sein, mit denen eine Ehebrecherin erschlagen wird? – werden mit dem gleichen sakralen Ernst festgelegt und kodifiziert wie die wichtigen: Wann muss man in den Krieg ziehen? Wie wird das Erbe verteilt? Ist die Erde eine Scheibe?

Die Welt des Islam ist eine kulturelle Wüste, der Mensch unmündig. Jede eigene Entscheidung wird ihm abgenommen, er wird konditioniert auf Konformismus, Autoritätsgläubigkeit, Unterwerfungsmoral und gleichzeitig mit der Illusion entschädigt, einer Gemeinschaft anzugehören, die von Gott auserwählt wurde, die Welt zu beherrschen. Im Westen erwartet ihn die Zumutung der Freiheit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Fatwa oder Selbstbestimmung. Der Zusammenprall ist heftig, der Ausgang unbestimmt.

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung

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Leserpost

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Thomas Schade / 09.04.2017

Die Erklärer/innen und Beschwichtiger/innen von islamisch motivierten Gewalttaten sollten langsam ins Grübeln kommen. Mangelnde Integration von Muslimen in Europa kann keine Erklärung dafür sein, dass koptische Christen in Ägypten beim Palmsonntagsgottesdienst ermordet werden.

Sepp Kneip / 09.04.2017

Die Kultur des alten Europa hat ausgedient. Sie ist von zwei Seiten in einer Zange und wird zermalmt. Auf der einen Seite ist es schon lange der Raubtierkapitalismus der via Mega-Globalisierung mit einer Abschaffung der Ideditäten von Staaten und Nationen eine neue Weltordnung vorbereitet. Auf der anderen Seite ist es der Islam, der diese Situation nutzt, um in die Lücke der schwindenden Identitäten zu schlüpfen. Zwar scheint es so, als wollten die westlichen “Eliten” und Strippenzieher den Islam für ihre Zwecke nutzen, um mit ihm den Multikulturalismus in Europa zu implantieren. Das dürfte tatsächlich gelingen. Aber haben die Herrschaften auch daran gedacht, welch eines Monsters sie sich da bedienen? Ein Monster, das auch sie auf Dauer verschlingen wird. Wenn es dem Islam gelingt, die Scharia auch hier durchzusetzen, ist Europa verloren. Nun sitzen die Strippenzieher aber jenseits des Atlantiks und schauen dem Spielchen zu, wie ihre Handlanger diesseits des Atlantiks ihren Auftrag zur Abschaffung der “alten Welt” erfüllen. In der Tat keine besonders schöne Aussichten.

Hubert Bauer / 09.04.2017

Ich bin nebenamtlich Dozent bei der Handwerkskammer. Mir fällt auf, dass Türken zu 90 % handwerkliche Berufe lernen, in denen schon relativ viele Türken tätig sind. Der einzig anspruchsvolle Beruf darunter ist der KFZ-Mechatroniker und ansonsten lernen sie die eher leichten (und schlecht bezahlten) Berufe Friseur oder Gebäudereiniger. Im relativ anspruchsvollen und vergleichsweise gut bezahlten Bauhandwerk gibt es dagegen kaum Türken (vielleicht noch bei den einfachen Berufen Maler, Trockenbau und Bodenleger). Der Arbeitsplatz wäre doch ein idealer Ort um sich zu integrieren. Aber scheinbar machen junge Türken lieber in einem Betrieb eine Ausbildung, der einen Türken gehört oder in dem schon Türken arbeiten, als sich gezielt Betriebe auszusuchen, in denen überwiegend Deutsche (und Osteuropäer) arbeiten. Wenn sie vom deutschen Maurermeister beigebracht bekommen haben, wie gut Bier und eine Schinkenwurstsemmel als Mittagessen (auch im Ramadan) schmecken, sind sie schon fast vollständig integriert.

Uta-Marie Assmann / 09.04.2017

Der Ausgang (ist) unbestimmt ? Nun, dieser Auffassung bin ich nicht. Wenn man die rapide wachsenden Probleme in Europa sieht, zu denen den Politikern (überwiegend mit Billigung der Wähler) nur einfällt, sie entweder tot zu schweigen bzw zu relativieren oder zu versuchen, sie in vorauseilendem Gehorsam zu umgehen, dann neigt man dazu, Houellebecq’s Unterwerfungs-Szenario als mittlerweile unausweichliche Zukunft zu betrachten und zu hoffen, dass es nicht noch schlimmer kommen möge.

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