Rainer Bonhorst / 20.01.2018 / 10:30 / Foto: Stemoc / 12 / Seite ausdrucken

Trump senkt Steuern, Deutschland die Standards

Ja, darf das denn sein? Oder haben wir es wieder mal mit Fake News zu tun? Der Apple Konzern holt doch glatt die meisten seiner im Ausland gebunkerten 250 Milliarden Dollar heim ins Trump-Reich! Und dann will Apple-Chef Tim Cook auch noch groß daheim in Amerika investieren und jede Menge neuer Arbeitsplätze schaffen!

Ja, was ist da denn passiert? Hat Donald („Shithole“) Trump einen bisher unsichtbaren Zauberstab geschwungen und – schwupp – der erste riesengroße Amerika-Flüchtling wird zurück gebeamt? Und wenn Apple kommt, dann steht den Amerikanern womöglich die Rückkehr anderer zahlungskräftiger und investitionsfreudiger Giganten bevor. Wo bleibt denn da unsere deutsche Präzisionsanalyse, die Donald Trump als eine von allen guten Geistern verlassene Unperson und Politflasche entlarvt hat?

Das Problem könnte darin bestehen, dass nichts und niemand nur schwarz und weiß ist. Nicht einmal Donald Trump. Auch ein Frauengrabscher und wenig liebenswerter Isolationist kann offenbar einen politischen Erfolg schaffen. Und dass die Rückkehr des Wirtschaftsgiganten etwas mit Trumps Politik zu tun hat, ist nicht zu leugnen.

„It's the tax reform, stupid!“ Donald Trump hat etwas gemacht, was in der deutschen Politik als schwerster aller Sündenfälle gilt: Er hat die Steuern gesenkt. Bei uns, im Land der schwarzen Nullen, werden selbst die kleinsten Steuersenkungen gleich an anderer Stelle und möglichst klammheimlich wieder einkassiert. Rein in die Tasche der Bürger, raus aus der Tasche der Bürger. Wir haben uns daran gewöhnt. Ich auch. Aber es ist immer wieder ein Aha-Erlebnis, zu sehen, dass es auch ganz anders geht.

Der Trick, mit dem Trump seine superreichen Ausreißer zurückholt: Er senkt die Steuer, die fällig wird, wenn auswärts gelagerte Gelder wieder in die amerikanische Heimat zurückkehren möchten. Diese Steuer lag bisher bei 40 Prozent. Trump hat sie auf 15,5 Prozent und in einigen Fällen sogar auch acht Prozent gedrückt. Damit hat er eine Tür weit aufgestoßen, die bisher fest verschlossen schien.

Macht Trump sein Land womöglich zur Steueroase?

15 Prozent? Acht Prozent? Was sind denn das für Ziffern! Die müssen die Kassenwarte der EU-Länder ganz schön nervös machen. Wie soll Europa da mithalten? Es reicht doch schon, dass die Energiekosten für Unternehmen in Amerika so viel günstiger sind als bei uns. Und jetzt senkt der Mann auch noch die Steuern! Macht Trump sein Land womöglich zur Steueroase? Muss in die schwarze Liste, von der gerade ein paar Länder gestrichen worden sind, jetzt Amerika eingetragen werden? Wenn ja, dann wird es dem Donald nur sein bekannt breites Grinsen entlocken.

Denn der amerikanische Steuersündenfall hat eine noch viel umfassendere Dimension. Die Steuersenkung für Rückkehrwillige ist ja nur ein Teil der großen amerikanischen Steuerreform. Von der profitieren nicht nur die Reichen sondern auch die Unternehmen, die in Amerika geblieben sind und jetzt viel mehr Luft zum expandieren haben. Ein Boom neuer Arbeitsplätze zeichnet sich ab.

Den hat Barrack Obama schon geschafft. Aber dass jetzt auch Donald Trump mehr Jobs bringen soll, ist für uns in Deutschland keine reine Freude. Obama war unser Lieblingspräsident. Aber ein solcher Unpräsident wie Trump hat es doch gar nicht verdient, Erfolge für sein Land zu erzielen. Und er senkt ja nicht nur die Steuern, er hat auch angefangen, die Wirtschaft systematisch zu deregulieren. Das bedeutet: noch mehr Chancen für Unternehmensgründer. Unglaublich!

Ich habe den Eindruck, Donald Trump schreckt vor nichts zurück, um uns zu ärgern und unser Bild vom hundertprozentigen Nichtsnutz zu untergraben. Aber das wird er nicht schaffen. Egal wie erfolgreich Amerika unter Trump werden sollte: Bei uns kommt er damit nicht durch.

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Leserpost (12)
Fritz Kolb / 20.01.2018

Wenn man unseren letzten Wirtschaftsminister Gabriel und seinen aktuellen Nachfolger Altmeier anschaut, dann ist klar, wohin bei uns die Reise gehen soll und zum anderen auch, warum das so ist. Im Verbund mit FrauMerkel eher ein „Trio infernale“ als irgendeine Form von Wirtschafts-Expertise. Laberkönige und sonst nichts. Und wie Sie schon richtig analysieren, Herr Bonhorst: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass den steurzahlenden Bürgern etwas zurückgegeben wird. Das müssen wir uns schon selber holen.

Thomas Nuszkowski / 20.01.2018

ZITAT: “Obama war unser Lieblingspräsident.” Falsch. Obama war der Lieblingspräsident der Linken und der Medien. Nicht mein Lieblingspräsident.

Ewald Derendorf / 20.01.2018

Spitzenartikel! Danke.

Karla Kuhn / 20.01.2018

“Ja, darf das denn sein? Oder haben wir es wieder mal mit Fake News zu tun? Der Apple Konzern holt doch glatt die meisten seiner im Ausland gebunkerten 250 Milliarden Dollar heim ins Trump-Reich! Und dann will Apple-Chef Tim Cook auch noch groß daheim in Amerika investieren und jede Menge neuer Arbeitsplätze schaffen!”  HERRLICH !! Die armen Trump Hetzer aber wie Sie schreiben, “Ich habe den Eindruck, Donald Trump schreckt vor nichts zurück, um uns zu ärgern und unser Bild vom hundertprozentigen Nichtsnutz zu untergraben. Aber das wird er nicht schaffen. Egal wie erfolgreich Amerika unter Trump werden sollte: Bei uns kommt er damit nicht durch.”  Jeder Menschen mit einem gesunden Menschenverstand wird in Trump das sehen, was er ist, ein MACHER !! (Auch wenn er viele Macken hat) Wenn er in Amerika den Menschen wieder Arbeitsplätze schafft, es dadurch Millionen Menschen besser geht, werden die Trump Hetzer immer weniger Anhänger finden. Abgesehen davon, sollten wir in Deutschland uns sehr zurückhalten mit Kritik, wir haben genug vor der eigenen Türe zu kehren.

Rüdiger Blam / 20.01.2018

Ein Resultat, das auf Trumps wirtschaftlichem Erfolg zu verzeichnen ist, dass momentan auf allen Kanälen, egal ob privat oder öffentlich rechtlich und in fast allen Blättern ein Trump-Bashing in bisher nicht gekanntem Ausmaß statt findet. Da geniert man sich auch nicht Unmöglichkeiten, Kleinigkeiten, Privates und Persönliches zu wiederholen und von sogenannten Experten kommentieren zu lassen. Ein Bruchteil dieses Aufwandes auf unsere Politiker gelenkt, wäre wünschenswert.

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