Claudio Casula / 29.06.2022 / 06:10 / 43 / Seite ausdrucken

Skandalchronik einer deutschen Industrieperle

Auf die von ihm postulierten ethischen Grundsätze pflegt der Wolfsburger Konzern immer wieder zu pfeifen. Eine kleine Auswahl aus der Skandal-Chronik.

Es war ein langer Weg, den Volkswagen von seinen Anfängen als Hersteller des Kraft-durch-Freude-Wagens zum heute – gemäß dem Umsatz von 250 Milliarden Euro im Jahr 2021 – größten Automobilhersteller der Welt zurücklegte. Und er ist mit Skandalen gepflastert.

Reden wir nicht von der Kübelwagen-Produktion für die Wehrmacht oder den 20.000 Zwangsarbeitern, die während der Kriegsjahre im Volkswagenwerk schuften mussten, darunter Kriegsgefangene und KZ-Insassen. Oder von der Schmiergeld-Affäre 2005, von Untreue, Betrug und Korruption, von Reisen von Betriebsräten, die, um sie sich gewogen zu machen, auf Firmenkosten Dienstleistungen des horizontalen Gewerbes in Anspruch nehmen durften. Lustig, wenn man dann in den Compliance-Regeln des Volkswagen-Konzerns liest, dass „ein professioneller Umgang mit der Arbeitnehmervertretung… Bestandteil unserer Unternehmenskultur (ist).“ Richtig ist vielmehr, dass Arbeitnehmervertreter Umgang mit Professionellen hatten.

Heute gibt sich das Unternehmen besonders „woke“, die VW-Tochter Audi etwa propagiert die „gendersensible“ Sprache und spricht ihre Mitarbeiter neuerdings als „Audianer_innen“ an. Horch, horch! Aber auch in jüngster Zeit hat der Volkswagen-Konzern mehrmals schwer gegen seine eigenen Compliance-Regeln verstoßen. Drei Beispiele.

Der Abgas-Skandal

In den Jahren 2009 bis 2015 hat Volkswagen in den USA bei den behördlichen Abgasmessungen durch eine gezielte Anpassung der Motoren-Steuerungssoftware bewusst betrogen. Die Software einiger seiner Dieselmotoren wurden so programmiert, dass sie nur in den Abgastests die strengen US-Emissionswerte für Stickoxide einhielten. Im Alltagsbetrieb stießen die Diesel jedoch ein Vielfaches der erlaubten Grenzwerte aus. Bereits 2005/2006 soll entschieden worden sein, die Manipulations-Software in die einschlägigen Dieselmotoren einzubauen, grünes Licht dafür soll aus dem Motorenentwicklungszentrum in der VW-Zentrale in Wolfsburg selbst gekommen sein. Besonders dreist: Gerade diese Fahrzeuggeneration war von VW in großen Werbekampagnen als besonders saubere „Clean-Diesel“ beworben worden.

In einem Kommentar des Redaktionsnetzwerks Deutschland hieß es, hier gehe es um „eine Form von organisierter Kriminalität, die in ihrer wirtschaftlichen und politischen Tragweite unerreicht ist.“ Über Jahre habe der Konzern mit Vorsatz seine Kunden und die Behörden betrogen. (Chronologie zum „Dieselgate“ hier.)

Das VW-Werk in China

Das „ethisch korrekte Verhalten“, das VW in seinen Compliance-Regeln anmahnt, darf infrage gestellt werden, wenn man einen Blick in die chinesische Region Xinjiang wirft. Unweit des Flughafens der Provinzhauptstadt Urumqi baut VW die Modelle Tharu und Santana. Nun verkündet das Wolfsburger Unternehmen zwar „Wir lehnen jegliche Nutzung von Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit… ab“, und das gelte „selbstverständlich auch für das Verhalten von und gegenüber Geschäftspartnern“, doch weiß man, dass in Xinjiang schwere Menschenrechtsverletzungen an der uigurischen Minderheit begangen werden. In staatlichen Internierungs- und Umerziehungslagern soll Gewalt und Folter an der Tagesordnung sein.

Verständlich, dass sich Volkswagen nur ungern über sein Werk in Xinjiang äußert. Journalisten haben dort keinen Zutritt, daher muss man sich auf die Aussage von Volkswagens China-Chef Stephan Wöllenstein verlassen: „So ein Thema wie Zwangsarbeit kann es bei uns nicht geben, weil wir die Mitarbeiter alle direkt beschäftigen.“ Alles bestens also, wie in Brasilien.

Bauchschmerzen wegen des chinesischen Regimes hat Wöllenstein nicht: „Wir haben klargemacht, dass wir zu unserem Engagement in China insgesamt stehen müssen, und wir werden auch zu unserem Engagement in Xinjiang stehen, solange wir glauben, dass es aus wirtschaftlicher Sicht machbar ist.“ Geld schlägt Moral, so ist das nun mal.

Sponsoring der documenta 15

Zum fünften Mal tritt Volkswagen als finanzkräftiger Partner der documenta in Kassel auf, unterstützt nach eigener Aussage „mit vielfältigen Besucher- und Bildungsangeboten eine zentrale Idee der vom indonesischen Künstlerkollektiv ,ruangrupa' konzipierten Großausstellung: Nachhaltigkeit." Als Hauptsponsor der „weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst“ finanziert VW damit allerdings auch den Antisemitismus mit, der auf dem Ausstellungsgelände sein hässliches Haupt erhob, unter anderem waren dort Darstellungen schweinsköpfiger Mossad-Männer sowie eines Schläfenlockenjuden mit Zigarre und SS-Hut zu sehen.

Ein Skandal mit Ansage, denn dass „Mitglieder des Teams Künstler bzw. Gruppen eingeladen (haben), die für eine antizionistische bzw. israelfeindliche Politik stehen – und außerdem sich selbst als Israelgegner positioniert“, war kein Geheimnis. Entweder hat es der Hauptsponsor aus Wolfsburg versäumt, den zweifelhaften Partner darauf abzuklopfen, weil es ihn schlicht nicht interessierte, oder er hat es billigend in Kauf genommen.

Dem Mann, für den das Unternehmen das Volksauto bauen sollte, hätte es gefallen.

 

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Detlef Dechant / 29.06.2022

In meiner Familie wurden früher fast nur BMW und Mercedes gefahren. Ausnahmen waren ein Audi 200 turbo und ein VW Bulli und Polo. Diese Zeiten sind vorbei. Die Anbiederung an die Politik,  Geschäftspraktiken und erlebte Arroganz gegen uns als Kunden haben mich veranlasst, deutsche Fahrzeuge zu meiden. Auch andere Mütter haben hübsche Töchter und andere Länder produzieren tolle Autos, z.B Volvo, Honda, Lexus etc.

Hans-Peter Dollhopf / 29.06.2022

Herr Casula, was für eine Befreiung. Nirgendwo mehr Werbung hier! Auch alle bisherigen früheren Achgut-Artikel sind jetzt nicht nur sauber, sondern rein. Nirgendwo mehr Reklame-Scheiße. Dies ist ein erhabener Moment. Eines der einflussreichsten alternativen Medien in Deutschland liest sich gerade von jedweder Werbung unbeschwert: Wie ein von Licht umfluteter Frühlingsmorgen. Keine Werbung nirgendwo. Das ist wie das Happy End von War of the Worlds, als die Aliens auf einmal alle ratzeputz abstarben. Leute, kommt und lest Achgut, solange es Taboola-frei erscheint. Was für für ein Genuss.  Mögen andere Achgut für seine Meinungs- und Redefreiheit hassen, ich hasste die Werbung! Okay, ab und zu fand ich die attraktiven jungen Geschöpfe in Damenunterwäsche ganz aufmunternd. Aber hey,  auf junge Luxuskörper treffe ich ich hier am Strand allezeit an jedem Tag. Da muss ich auch keine anonymen globalen Datenkraken des um Taboola herum wuchernden digitalen Beutesystems mit meinen persönlichen Informationen füttern. Dies sind so Tage. Zwischen finanziellem Tod der Gemeinschaft der Heiligen und Wiederauferstehung zu neuem Leben. Wir werden es wissen, bevor im kommenden Winter dem Rest der Medien ihre zum Betrieb notwendige Stromzufuhr entzogen werden wird.

W. Renner / 29.06.2022

Ist sicher auch kein Zufall, dass dieses Skandalunternehmen auch den rechtskräftig verurteilten hervor gebracht hat, der mit dem Gasgerd zusammen die Republik verharzt hat. „Compliant“ ist dieser verskandalte Laden allenfalls mit Diktatoren und Mördern sie Vlad und Xi. Würde eher mit dem Ochsenkarren durch die Gegend ziehen, als ein Produkt aus deren Chinesischen Diktatoren-Anbetungs und Sklavenfabriken zu kaufen.

Rolf Lindner / 29.06.2022

Ein Sumpf zieht über Deutschland hin, verpestet alles, was errungen, den faulen Pfuhl bald abzuzieh’n, steht auf ihr Alten und auch Jungen. Hat uns gekostet schon Billionen, können jetzt nicht mehr sicher wohnen. Grün der Filz, furchtbar die rote Herde, sind immer noch die Geißel dieser Erde. Als Geile ihres Wahns boshaft wird ausgelöscht, was Deutschland einst geschafft. Im Innern einst ein paradiesisch Land, die rote Flut jetzt außer Rand und Band. Und wie sie rast, Macht zu erringen, Gemeinheit eilt, die Freiheit zu bezwingen. Ja, diesem Sinne sind sie ganz ergeben, doch ist der Weisheit letzter Schluss: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss! (Nach Schlussmonolog, Faust II, J.W. Goethe).

F. Hoffmann / 29.06.2022

Wenn Sie wissen wollen wer hinter WahnSager steckt: Prof. Homburg soll ihn wegen Verleumdung per Anwalt anzeigen. „Seid ihr sicher, dass ihr auf Achgut (schlimm genug!) im Umfeld des Lügners, Impfgegners und Coronaverharmlosers #Homburg mit eurer Werbung gut vertreten seid?? “ Die Beschimpfung von Prof. Homburg als Lügner und Coronaleugner ohne weitere Begründung ist sicher eine Beleidigung und Verleumdung. Wird die Anzeige angenommen, muss Twitter offenlegen wer hinter WahnSager steckt. Wäre ne Aufgabe für Herrn Steinhöfel. Bei einer Spendenaktion wäre ich dabei. Evtl. könnten Sie dann noch wegen Geschäftsschädigung klagen.

F. Hoffmann / 29.06.2022

VW in China. Aus dem Code of Conduct für Geschäftspartner von VW: 2. Menschenrechte und Arbeitsrechte der Mitarbeiter “Geschäftspartner dürfen keine Mitar- beiter diskriminieren, z.B. aus Gründen ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Staatsangehörigkeit, sexu- eller Ausrichtung, sozialer Herkunft, Alter, körperlicher oder geistiger Einschränkungen, Personenstand, Schwangerschaft, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder politischer Einstel- lung, soweit diese auf demokratischen Prinzipien und Toleranz gegenüber Andersdenkenden beruht”. VW betreibt zusammen mit dem chinesischen Staatskonzern SAIC seit 2013 eine Fabrik in der Stadt Urumqi. Wäre interessant, wie VW sicherstellt, dass der chinesische Staatskonzern niemand wegen seiner politischen Einstellung diskriminiert. Dies müßte beim Abarbeiten der Compliance dokumentiert sein. Ggf. mal anfragen und wenn VW hierzulande nix dazu sagt, einen amerikanischen Bekannten bitten dies in den USA zu tun. Das läuft dort. Von wegen USA: Breitbart und PJ Media (gehört zum Townhall Media Verbund) hatten schon ähnliche Probleme, wobei aber offen gegen sie agiert wurde. Dass es auch “black lists” bei AUDI und möglicherweise VW gibt, dürfte deren Interesse wecken, die könnte es ja auch in den USA geben.

Ralf Pöhling / 29.06.2022

Katar ist mit 10,5% an der Volkswagen AG beteiligt, zu der auch Audi gehört. Im Aufsichtsrat von VW sitzt ein Staatsminister(!) aus Katar mit einem Stimmgewicht von 17%. Das Emirat Katar nimmt also durch die Investition und die Platzierung eines katarischen Staatsministers bei VW direkt Einfluss auf die (ehemals) deutsche Volkswagen AG und damit auch auf die deutsche Politik, da das Land Niedersachsen ebenso Teilhaber von Volkswagen ist. Katar gilt jedoch als einer der Hauptsponsoren islamischen Terrors und pflegt nicht nur (finanzielle) Kontakte zur Hamas und der Muslimbruderschaft, sondern auch zum Iran. Katar ist deswegen von den anderen arabischen Ländern drumherum im Jahre 2017 umfangreich boykottiert worden. Bei den Themen, die auf der Achse des Guten immer wieder kritisch thematisiert werden, drängt sich der Verdacht auf, dass der Druck auf Taboola von Volkswagen aus aufgrund der direkten Beteiligung Katars am Unternehmen erfolgt ist. Die VW AG möge diesen Verdacht schnellstens und restlos ausräumen.

Hein Tiede / 29.06.2022

Gegen einen Vorwurf nehme ich die deutschen Autobauer und auch VW in Schutz: Abgasskandal! Gegen unerfüllbare Grenzwerte seitens der Politik gab es nur die Lösung Aufbegehren oder Lüge. Dass sich VW und Co nicht für das Aufbegehren entschieden haben - wer darf ihnen das übel nehmen? Das deutsche Duckmäusertum setzt sich halt bis in die Spitzen der deutschen Gesellschaft und der Industrie durch. Die sind wie wir!

Richard Reit / 29.06.2022

Qualität und Preis waren für mich schon immer Grund genug, die Finger davon zu lassen.Die ” Wokeness” gibt mir den Rest.

Thomas Eder / 29.06.2022

Das an den Zeitgeist anbiedernde Verhalten des Konzerns hat Tradition. Politisch korrekt vielleicht aber moralisch eine Schande. VW und Audi sind ab sofort keine Option mehr.

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