Achgut.tv / 16.09.2022 / 06:00 / 89 / Seite ausdrucken

Rückspiegel: Europa hilft Armenien nicht

Aserbaidschanische Angriffe brachten den Krieg nach Armenien zurück. Aus Berlin und Brüssel kommt keine Hilfe für das bedrängte Land. Aserbaidschan wird von unserem NATO-Partner Erdogan unterstützt und keiner steht Armenien bei. Früher sprang manchmal Putin ein.

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Klaus Keller / 16.09.2022

Die Geschichte ist wirklich kompliziert. An die Ereignisse 1915 wurde ja erinnert. Das osm. Reich befand sich auf der Seite des DR im Krieg vs Russland und den A wurde unterstellt mit R zusammenzuarbeiten. Wie von R. osteurop. Juden unterstellt wurde mit Habsbg zu liebäugeln. Deswegen gab es viele Tote. Ein Sprung ins Jahr 2014: UN Resolution wg. der der Krim: Die Resolution wurde von 100 UN-Mitgliedstaaten unterstützt. Elf Staaten (Armenien, Belarus, Bolivien, Kuba, Nordkorea, Nicaragua, Russland, Sudan, Syrien, Simbabwe und Venezuela) stimmten gegen die Entschließung).... ggf ist die jetzige westl. Reaktion die Antwort auf das Verhalten der Armenier von 2014. Oder noch einfacher: “Der Westen” hat z.Zt. andere Sorgen. Zur Türkei: Zitat: 05.09.2022 · Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt hat wieder ein türkisches Kriegsschiff in Israel angelegt. Die Fregatte TCG Kemalreis lag am Sonntag im Rahmen einer NATO-Übung … Die Beziehungen scheinen sich zu normalisieren. Das ist mir persönlich wichtiger als die Frage ob Armenien ein selbständiger Staat ist oder Teil von etwas größerem (vgl auch Ukraine). Es wird interessant sein wer wie viele armenische Flüchtlinge aufnimmt und ob jene die nach Russland fliehen, für “den Westen” Flüchtlinge zweiter Klasse sein werden. Vgl. Flüchtlinge aus der Ukraine in Russland, denen von Deutschland aus, nach meiner Kenntnis keine Hilfe zukommt.

Arthur Sonnenschein / 16.09.2022

Vor zwei Jahren schien Washington geneigt, der Wiederaufnahme des Völkermords an den Armeniern nicht im Wege zu stehen, wenn das zum Sturz Erdogans führen würde. In diesem Konflikt zwischen ruschissen,  türkischen, britischen und amerikanischen Interessen hat EU-Europa oder gar Deutschland kaum Möglichkeiten der Einflussnahme, die über Geld verschieben oder GoodWill-Aktionen hinausgehen könnten. Die Türkei-Connection Deutschlands bringt nichts, da Berlin so gut wie keine eigenständige Aussenpolitik mehr führen kann. Während es den Briten vor zwei Jahren gelang, durch ihr Engagement auf Seiten der Azeris umfangreiche Beteiligungen an der Ölförderung Bakus zu erwerben, sahen sich die Armenier einer Führung ausgesetzt, die in Person des britisch-armenischen Staatspräsidenten Sarkissian die Abschlachtung armenischer Freiwilligenverbände durch den Feind ermöglichte, während der mit Soros-Mitteln ausgestattete MP Paschinyan die anti-nationalistische Agenda seines Finanziers bewarb. Paschinyan sieht sich jetzt Protesten gegenüber (Stürmung des Parlamentes, MP im Schutzbunker). Aktuell scheint der Westen wohl die Schwächung Russlands in den Vordergrund zu stellen. Deren Dominanz im Kaukasus begann mit der Eroberung Karabachs durch den Zaren und der Verlust würde sie schwer treffen. Das gleiche Spiel wie immer, in dem humanitäre Erwägungen nur ein Mittel zum Zweck und niemals das Spielziel selbst sind.

Ulrich Bohl / 16.09.2022

Der Völkermord an den Armeniern ist literarisch sehr gut von Franz Werfel in seinem Buch „Die vierzig Tage des Musa Dagh” verarbetet worden. Unserer Natopartner der einer “ausschließlichen Verteidigungsorganisation” angehört war und ist agressiv, nicht nur dort sondern auch gegenüber Griechenland auch Nato-Mitglied. Wo ist der große Aufschrei in der angeblichen gemeinsame Werte verteidigenden Nato. Es geht nicht um Werte sondern um Interessen und da hauptsächlich um die der USA. Ein führender amerikanischer Politiker drückte es klar aus. „Die Nato ist wie ein Passagierflugzeug, die Europäer sitzen im Passagierraum und wir im Cackpit”. Mehr muß man über dieses Bündnis wahrscheinlich nicht wissen. Die Armenier suchen sich dort Unterstützung wo sie welche bekommen. Ausgerechnet ein türkisches Sprichwort sagt: “Akrabanın akrabaya akrep etmez ettiğini“ Sinngemäß: Erwarte von einem Skorpion nicht annähernd das Böse, dass Verwandte einander antun können. Deutsche Entsprechung: „Nahestehende Menschen können dich am meisten verletzen“.

Frank Holdergrün / 16.09.2022

In 2018 gaben 80% der befragten Armenier an, mit ABSOLUTER Sicherheit an Gott zu glauben. Putin bzw. die russisch-orthodoxe Kirche ist brüderlich/schwesterlich mit ihnen verbunden, leider wird dieser Aspekt auch von HMB ausgeblendet. Wer Iwan Iljin gelesen hat, weiß, warum das so ist. Und warum es gut ist. Ich würde sagen, der vergleichbare Wert in Deutschland liegt bei 5%, ein Land, in dem nur noch die Gottlosen und Neureligiösen von den Grünen eine Rolle spielen. Am wohlsten habe ich mich als Christ an der Klagemauer in Jerusalem gefühlt. Dieser tiefe, innige Glaube, der über Lesen und Denken entsteht, nicht über Lesen und Nachplappern wie im Islam, ist ein Juwel, das man gesehen und gefühlt haben muss. Ebenso ein Gottesdienst in der armenischen oder russisch-orthodoxen Kirche. Wer die “Vierzig Tage des Musa Dagh” gelesen hat, weiß, dass Armenien eine Kraft besitzt, von der “Annalenchen schenk den Ukraine-Oligarchen reichlich Waffen” keine Ahnung hat. Überhaupt wird die religiöse Komponente des Ganzen bei uns konsequent verschwiegen - vermutlich bis zu einer mohammedanischen Mehrheit. Sie alle haben die Hosen gestrichen voll vor dem Jihad.

Werner Liebisch / 16.09.2022

Dumm gelaufen für Armenien…. Erdogan unterstützt den Gegner, wie schon zuvor…. Israel und die Türkei starten gemeinsame Projekte…. Auch Israel unterstützte schon zuvor Armeniens Gegner…. Und Putins Russland ist anderweitig beschäftigt….. Geopolitik at its best…

Katharina Fuchs / 16.09.2022

Na, das wird sich doch wohl noch so hindrehen lassen, daß Azerbaijan irgendwie unsere Freiheit und unsere Demokratie verteidigt, während das ‘Regime’ in Armenien irgendwie für den erhöhten CO2 Ausstoß verantwortlich ist und darüber hinaus auch noch putinfreundlich ist. Hat der denen nicht mal geholfen? Pfui bah! Vermutlich haben die irgendwann auch mal einen Film von John Pilger gezeigt und gegen den Westen gehetzt. Soll auch ziemlich viele Ungeimpfte dort geben, und dem Hörensagen nach nicht genug genderkonforme und klimaneutrale Unisex-Toiletten. Also los, liebe Staatsmedien. Plärren wir nach Panzern und schwerem Kriegsgerät für unsere Freunde in Baku. Die sind auch nicht schlimmer wie der aufgeblasene Giftzwerg in Kiew oder die durchgeknallten Wahhabiten im Nahen Osten. Passen ganz prächtig zu unseren inflationären Werten. Oder wir machen es wie beim Jemen oder im Donbass und ignorieren es. Wenn es nicht in den Tagesthemen kommt, ist es auch nicht passiert.

STeve Acker / 16.09.2022

Aserbaidschan, die gehören doch zu den “Guten”, weil sie uns jetzt mehr Gas liefern um das russengas zu ersetzen. Hier zeigt sich die ganze Verlogenheit des “Werte-” westens

Elena Giorgi / 16.09.2022

Vermutlich hilft “man” Armenien erst dann, wenn es sich im Gegenzug bereiterklärt, Forschungslabore und Militärbasen einer uns bekannten Weltmacht auf seinem Territorium zu akzeptieren.

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