Roger Letsch / 02.08.2020 / 06:00 / Foto: Michael Schilling / 142 / Seite ausdrucken

Nuhr? Löschen! Soooooofort!!!

Als die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG unter dem Slogan „Gemeinsam #fürdasWissen“ dazu aufrief, „…Text‑, Bild- und Video-Statements“ einzusenden, um „…die Überzeugung für eine freie und erkenntnisgeleitete Forschung in die Gesellschaft tragen“, konnte sich wohl niemand vorstellen, welcher Shitstorm wenig später bei Twitter über die DFG hinwegfegen würde. Auslöser war ein 30 Sekunden langer Videobeitrag des Kabarettisten Dieter Nuhr. Das heißt, das Video löste die Debatte gar nicht aus, sondern nur Dieter Nuhr. Und zwar nur, weil Nuhr eben Nuhr ist und dass der in diesem Leben nie nicht niemals wieder irgend etwas zum Generalthema Wissenschaft sagen dürfe, dass stehe ja fest wie, wie…ja wie was eigentlich? Und wer hat das eigentlich festgelegt?

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte oder im Grundgesetz steht nichts zu diesem Thema. Ich habe nachgesehen. Auch in den Statuten für Kleinkunst, Kabarett und angewandte Korinthenkackerei kein Wort zu Nuhr und der Wissenschaft. Fündig wurde ich dann aber doch noch, nämlich in den zehn Geboten im Alten Testament. Da heißt es unter §2 Absatz 1: „Du sollst den Namen deines Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ Das passt irgendwie. Denn Nuhr, dieses Lästermaul, hat sich einst verbal an Greta versündigt. Deshalb ist die Twittermeute so außer sich. Er habe gänzlich unwissenschaftlich gespottet, sich über Greta lustig gemacht und dergleichen Blasphemien mehr. So einer darf nimmer mehr das Wort ergreifen im Namen der Wissenschaft, er brenne ewiglich auf dem Scheiterhaufen der globalen Erwärmung. Amen. Wie also kann die DFG es wagen, ausgerechnet Nuhrs Beitrag auf ihre Webseite zu stellen? Oder, wie Greta es prägnanter und ganz wissenschaftlich in §11 Absatz 1 der revidierten Fassung der Zehn Gebote formuliert hat: „How dare you!“

Fackeln und Mistgabeln in den Händen

Die Forderungen, Nuhrs Beitrag sooooofort!!! zu löschen, rissen auf Twitter nicht ab und die DFG, der Wissenschaft und damit der Erkenntnis verpflichtet, kam zu eben jener, dass Leser (Teilchen) sich wie eine ziemlich garstige Welle verhalten, wenn sie Fackeln und Mistgabeln in den Händen haben, um ein gefühltes Recht einzufordern. Nuhrs Videoschnipselchen wurde gelöscht. Mit Ansage und auf Verlangen einer entfesselten Twittermeute. Cancel-Un-Kultur wie aus dem Lehrbuch.

Ich weiß nicht, wie dick Nuhrs Fell noch ist, denn die öffentliche und teilweise auch veröffentlichte Prügel prasselt ja schon seit Jahren auf ihn nieder, und es ist wohl nur seiner Bekanntheit und der Tatsache, dass er Hallen füllt und gute Einschaltquoten hat, geschuldet, dass er überhaupt noch auf Sendung ist. Vielleicht zieht er irgendwann die Notbremse, steigt aus und sagt „Nuhr noch ohne mich!“

Der zentrale Vorwurf des Twittermobs ist ja, Nuhr habe sich unwissenschaftlich gegenüber der Wissenschaft geäußert, weil er gelegentlich Greta durch einen wohltemperierten Kakao zieht und mit der Wirkung kokettiert, die er dadurch auf Gretas Anhänger hat. Zur ihrer Verteidigung führen ihre Fans gern Gretas Jugend an und den Enthusiasmus, mit dem sie für unser aller Zukunft eintrete. Doch wenn Jugend und Enthusiasmus jede Kritik und jeden Widerspruch verunmöglichten, wäre Greta auch Weltmeisterin im Boxen, weil sie unangreifbar wäre. Ich scherze natürlich, aber selbst ganz ohne Spaß muss man feststellen: Greta führt ein weltweit agierendes Netzwerk postapokalyptischer Spinner an, da ist es völlig egal, wie alt sie ist.

Im Film „Lord of War – Händler des Todes“ sagt Eamonn Walkers als Diktator Liberias, zu Yuri Orlov alias Nicolas Cage „Die Kugel eines 14-jährigen ist genauso effektiv wie die eines 40-jährigen. Manchmal sogar effektiver.“ Was für Kindersoldaten schreckliche Realität ist, gilt im übertragenen Sinn auch für Greta. Sie steht in der Küche, also muss sie die Hitze dort ertragen. Das tut sie übrigens ganz bravourös, wie ich anerkennend bemerken möchte, selbst wenn ich inhaltlich kaum weiter von ihr entfernt sein könnte. Die Frage, ob Kritik an der F4F-Bewegung sowie der Hyperaktivität und dem Alarmismus ihrer Protagonisten prinzipiell auf Wissenschaftsfeindlichkeit schließen lässt, wollen wir hier bitte nicht ernsthaft erörtern. Das ist albern.

„Folge der Wissenschaft“ – auch in die Diktatur?

Was wir hier klären müssen, ist die Frage, ob die Kritik an der Agenda einer 16-jährigen Dilettantin mit Sendungsbewusstsein überhaupt unter diese Kategorie fallen kann. Denn wenn Nuhr als Laie aus dem Diskurs verbannt werden darf, warum darf Greta als Laie dann mitmachen? Noch dazu ohne abgeschlossenes Studium der Pädagogik! Weil sie „Follow the Science“ ruft, ist sie immun? Doch sie meint nur eine Wissenschaft und auch nur eine sehr verengte Lesart derselben. Diese Teilmenge der Wissenschaft hat auf die allermeisten Fragen der Menschheit exakt keine Antwort oder nur eine gänzlich weltfremde, warum soll man ihr also kritiklos und sogar ohne Sarkasmus folgen? Auch das ergibt keinen Sinn.

Das mit dem „Netzwerk postapokalyptischer Spinner“ muss ich noch erklären, denn dass sich F4F in diese gänzlich unwissenschaftliche Richtung entwickelt hat, konnte man erst vor einigen Tagen sehen. Die dem Humor entzogenen Klimakids Greta und Luisa schrieben nämlich einen offenen Brief an die Führer der westlichen Welt. Der chinesische Parteichef bekam den Brief nicht, aber inhaltlich hätte er ihn ja ohnehin geschrieben haben können.

Was da „im Namen der Wissenschaft“ gefordert wurde, war nichts weniger als die sofortige, vollständige und radikale Beendigung des Lebens, wie wir es kennen. Diktatur statt Demokratie, das Ende der Marktwirtschaft, das Ende aller Freiheit. Mahnen, warnen, drohen, dann wieder appellieren und fordern, schließlich verlangen und dekretieren – nichts als anmaßendes Geplapper und unwissenschaftlicher bipolarer Moralismus.

Das „System“ habe versagt, wir brauchen ein anderes „System“, rufen die Kinder dieses „Systems“, und es unterzeichnen diejenigen, die zunächst und vor allem Profiteure eben dieses „Systems“ sind. Schauspieler, Musiker, Künstler, ganze Bands wie Coldplay. Halb Hollywood, sogar Antisemiten wie Roger Waters und politische Aktivisten wie Schellnhuber, die höchstens im Nebenberuf Wissenschaftler sind, unterstützen die Forderungen nach sofortigem Stillstand der menschlichen Gesellschaft. Sie alle geben der populistischsten Forderung das scheinheilige Gesicht des schlechten Gewissens. Gut, dass man selbst es so weit gebracht hat wie Leonardo „Privat-Jet“ DiCaprio oder Herbert „Loft in London“ Grönemeyer, aber nun bitte die Zugbrücke hochziehen und Systemwechsel. „Es lebe der Etatismus mit der Konzentration des Kapitals in staatlicher – von grünen Ideologen gelenkter – Hand, er lebe hoch, hoch, hoch!“

Wissenschaftlich verbrämte Ideologie soll der Satire entzogen werden 

Ich bezweifle, dass auch nur die Hälfte der Unterzeichner begreift, dass Greta und Luisa nichts weniger fordern als die sofortige Errichtung einer totalen Ökodiktatur kommunistischer Prägung, und die einzige Wissenschaft, die nach deren Errichtung noch zählen würde, die des „wissenschaftlichen Sozialismus“ ist, die zur Disziplinierung der hungernden, immobilen Massen eine ökologische Komponente bekommen soll. Mehr „Wissenschaft“ als Gretas Verständnis von den Zusammenhängen der Welt bräuchte es dann nicht, und kritische Fragen erübrigen sich. Zitat aus dem Brief:

„Our current system is not ‘broken’ – the system is doing exactly what it’s supposed and designed to be doing. It can no longer be ‘fixed’. We need a new system.“

Und ausgerechnet diese wissenschaftlich verbrämte Ideologie soll der Satire entzogen bleiben, weil der Twittermob es so will? Das kann nicht euer Ernst sein, DFG!

Und doch kann selbst aus dem schaufelweise geworfenen Mist eines Shitstorms noch Humus für die eine oder andere Erkenntnis werden. Es wirken hier nämlich Mechanismen, die von Seiten der Betreiber suizidaler sozialer Netzwerke viel dringender untersucht gehören als die Frage, ob ein einzelner Beitrag als Hate-Speech gelten muss, weil die Regierung das so will.

Auf der einen Seite werfen die meisten Kommentatoren ja nur einen einzigen kleinen Stein und sind sich kaum bewusst, dass sie eine Lawine füttern. Wenn nicht früh genug gegengehalten wird, gibt es irgendwann niemanden mehr, der sich der Lawine in den Weg stellt, weil man selbst unter ihr begraben würde. Die Anwendung dieses Mechanismus ist kein Privileg der Greta-Jünger, die auf diese Weise gern Kritiker begraben. Zwischen einer Twitter-Stampede gegen Dieter Nuhr und einer gegen sagen wir Annalena Baerbock gibt es nur einen entscheidenden Unterschied. Nämlich die Frage, ob der Shitstorm im Machtgefälle den Berg hinauf oder hinunter läuft. Nuhr hat keine Macht, außer die des Wortes, und wenn er zum Schweigen gebracht wird, weil er sich sarkastisch an Zuständen abarbeitet, die uns Vertreter der Macht als alternativlos verkaufen wollen, wird das Gefälle deutlich sichtbar. Man muss nur den Berg hinauf schauen, um zu erkennen, wem die Lawine nützt.

Statt in Diskotheken lieber in Sternwarten

Deshalb sollte man sich immer fragen, ob man einer solchen Lawine helfen will, indem man „nur dieses eine Steinchen“ wirft, obwohl da schon hunderte liegen, die alle gleich unfreundlich aussehen. Das gilt natürlich für jeden Shitstorm, der den Berg der Macht hinunterläuft.

Doch ich will versuchen, an Nuhrs Aussage in dem gelöschten Video anzuknüpfen: „Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100% sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben.“ An dieser Aussage wurde kritisiert, dass zwischen Fakten und Meinung schon noch Erkenntnis und Diskurs liegen müssten, aber wir wollen mal nicht zu pingelig sein. Ich denke, man versteht, was Nuhr gemeint hat. Mir fällt dazu eine kleine Geschichte ein, die ich selbst erlebt habe und die Nuhrs Aussage bestätigt.

In den 1980ern hatte ich meinen Kopf immer im Nacken, verbrachte meine Nächte statt in Diskotheken lieber in Sternwarten, und außerhalb der Astronomie gab es kaum etwas, das mich wirklich interessierte. Besonders veränderliche Sterne und darunter wiederum besonders die unregelmäßigen. Einer davon, FG Sagittae, führte seit seiner Entdeckung ein besonders unberechenbares Dasein, und ich beschloss, ihm auf die Schliche zu kommen. Unregelmäßig veränderlich? Na, das wollen wir doch mal sehen! Tagelang verbrachte ich am Komparator der Sternwarte Sonneberg und sichtete hunderte Fotoplatten der dortigen Himmelsüberwachung auf verräterische Regelmäßigkeiten „meines” Sterns, stets bereit, in jeder Zuckung der Magnitude ein Muster zu finden. Das Ergebnis war ein beeindruckender Datensatz des Helligkeitsverlaufs und ein „Heureka!“ Da war sie, die erwartete Periode und ich hatte sie entdeckt! Von wegen „unregelmäßig“.

Voller Entdeckerstolz legte ich meine Ergebnisse dem Leiter der Sternwarte, Dr. Wolfgang Wenzel, vor, der mich nur fragte, wie oft und wie ich denn gemessen hätte. „Einmal, chronologisch“ war meine Antwort, und eine Fehleranalyse hatte ich auch nicht vorzuweisen. Er fand, da müsse ich noch nachbessern. Also alles von vorn, Wiederholung jeder Messung, mehrfach. Diesmal in kleineren, zufälligen Testreihen und die Fotoplatten auch nicht chronologisch ansehen! Die Ergebnisse setzte ich diesmal erst zum Schluss zusammen. Meine „gemessene“ Periode verschwand nun im Rauschen des Messfehlers und da ich diesmal meine Erwartung die Ergebnisse nicht „optimieren“ konnte, war FG Sagittae am Ende meiner kleinen Amateurforschung nichts weiter als jener rätselhafte Veränderliche, der er vorher war. Das sei aber auch ein Ergebnis, wurde mir versichert. Nur eben nicht das, was ich erwartet habe. Aber so sei das eben in der Forschung. Dummerweise ist es nur halb so aufregend, etwas nicht zu entdecken und nur den Beweis dafür zu liefern, dass man seinen eigenen Erwartungen nicht trauen darf.

Ich war so alt wie Greta, als ich diese „Entdeckung“ machte, und was ich daraus lernte, ist eigentlich ein entscheidendes Prinzip in der beobachtenden oder experimentellen Forschung: die Fehleranalyse und die Reproduzierbarkeit von Messergebnissen bzw. die Fähigkeit von Modellen, nicht nur in die imaginierte Zukunft, sondern auch in die dokumentierte Vergangenheit zu passen. Noch keine Erkenntnis ist nur deshalb erlangt worden, weil man fest an sie glaubte, Widersprüche und Kritik ignorierte, die Politik sie befürwortete und eine zu jeder Erregung fähige Menge zu Fackeln und Mistgabeln griff, wenn jemand Zweifel oder Spott äußerte.

Es gibt zu wenig Dieter Nuhrs in diesem Land

Ich habe den Eindruck, dass der politisierten Klimaforschung jede Kritik an den eigenen Erwartungen und der Genauigkeit der eigenen Modelle abhanden gekommen ist und Annahmen, die nicht falsch, aber auch nicht zwingend richtig sein müssen, in den Rang von Dogmen erhoben wurden. Das erklärt zumindest den religiösen Eifer und den Zorn derer, die Nuhrs Vernichtung auf Twitter verlangen. Das ist aber keine Wissenschaft und hat mit „Erkenntnis“ nur im transzendentalen, religiösen Sinn zu tun.

Nicht jede Wissenschaft wird so stark wie die Klimatologie von eifernden Laien überrollt, und Nuhrs Aussage in dem gelöschten 30-Sekunden-Clip war auch nicht speziell auf die Klimaforschung gemünzt – falsch, anstößig oder verletzend war sie ohnehin nicht. Dass sich die Jünger Gretas von Nuhrs Spot und Spott offenbar mehr angesprochen fühlten als sagen wir mal Astronomen, Ägyptologen oder Biochemiker, welche nicht über Legionen von Gefolgsleuten verfügen, die ihre teils deftigen Fachdispute wie heilige Messen begleiten, beweist meiner Meinung nach lediglich, dass es zu wenige Dieter Nuhrs gibt in diesem Land, die dem aktuellen puritanischen Wahnsinn und der jakobinistischen Hysterie noch mindestens ein Lachen abzupressen in der Lage sind.

Deutschland ist heute das Land der moralischen Richter und Henker, in dem Politiker wie Kabarettisten agieren, Wissenschaftler Politik machen wollen und Kabarettisten wegen Unwissenschaftlichkeit so lange verprügelt werden, bis sie unpolitisch sind. Bei uns geht das Streben nach Uniformität und Gleichheit so weit, dass sich alle nur noch eine einzige langweilige Gesinnung und denselben altjüngferlichen Sinn für Humor teilen müssen. How dare you, Germany!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Unbesorgt.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Paypal via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Christopher Sprung / 02.08.2020

Empfehle nun generell ein neues Güte- und Reinheitssiegel in Deutschland und weltweit, auch z.B. für die New York Times, CNN etc.:  “Approved by Twitter”.  Firmen und einzelne Personen, die dieses Siegel nicht in ihr Logo integrieren, sind allgemein zu ächten, Journalisten werden unter Androhung der Entlassung zärtlich darauf hingewiesen, dass sie entsprechend schreiben sollen. Wer das Gütesiegel bekommt, dafür soll ein Zentralkomitee gebildet werden, z.B. mit den Leuten von correctiv, von der Amadeus Antonio Stiftung, und einige Politiker auch, deren Namen ich mir schwor, nie mehr zu verwenden.

Hjalmar Kreutzer / 02.08.2020

Die Hypermoralinsauren können bekanntlich nur vom hohen Roß herab andere belehren und Forderungen stellen, um sich selbst in den eigenen Augen zu überhöhen. Fordert dann z.B. das Sozialamt sog. „Flüchtlingsbürgen“ auf, ihre Bürgschaft nun auch einzulösen, gibt es großes Heulen und der Steuerzahler darf letztlich einspringen. Fragt man Frl. Luisa nach einschneidenden Veränderungen der eigenen, ganz persönlichen Lebensweise, „um das Klima zu schützen“, hört man Ausflüchte. Kommt man dahinter, dass Klein-Gretels spektakulärer Segeltörn mehrfach so viele Versorgungsflüge erforderte, wie wenn sie sich einfach einmalig in einen Flieger gesetzt hätte, wird es endgültig lächerlich. Genau das sollten wir auch tun, den ganzen Quatsch einfach auslachen. Im übrigen: WTF is twitter, wtf is Facebook? WTF is Zirkus Zamperoni, der gestern Nacht wieder Falschmeldung um Falschmeldung in die Welt trompetete, was die Demos in Berlin betraf? Je lauter die Welt da draußen brüllt, desto mehr fällt mir wieder meine „Jugendliebe“ Tucholsky ein, im konkreten Fall heute sein Andreas Grillruhm, „der Mann, der keine Zeitungen mehr las“.

Manuela Pietsch / 02.08.2020

Wenn sich nur noch die äußern dürften, die Ahnung vom Fach haben, wäre uns die Energiewende erspart geblieben und wir hätten andere Gesundheits-, Verteidigungs-, Integrations-, und sonstige Minister. Was Nuhr sagt, ist nicht wichtig. Man kann es sich anhören oder eben nicht. Es hat keinerlei Auswirkungen auf die Zukunft, die Gesellschaft und die Finanzen dieses Landes. Im Gegenteil zu dem, was in den Ministerien täglich produziert wird! Wenn sich ein türkischstämmiger “Journalist” (der von Berufswegen der Wahrheit und Neutralität verpflichtet sein sollte) hinstellt und meint, die Deutschen seien eine Köterrasse, dann ist das “journalistische Freiheit” oder gar “Kunst”. Wenn ein Satiriker (der von Berufswegen Übertreibungen, Spott und Ironie verpflichtet ist) eine nervige 16-Jährige samt Gefolge veralbert, gehört er verboten. Wir leben in einer verkehrten Welt! Hier stimmt NICHTS mehr, sämtliche logischen, politischen und moralischen Grundsätze werden verdreht und die Gleichheit, die man immer fordert, gilt nur fürs eigene Klientel.

Ricardo Sanchis / 02.08.2020

DFG ist ein mit über 3 Milliarden Steuergeldern finanzierter e.V.  Da liegt es nahe Gefälligkeitswissenschaft zu betreiben und dem “Finanzier” ( vermeintlich ) nach dem Mund zu reden.  q.e.d Man weiß jetzt zumindest was von deren Verlautbarungen und Forschungsergebnissen zu halten ist.

Gabriele Kremmel / 02.08.2020

Wir erleben gerade eine Umdeutung des Begriffs Wissenschaftlichkeit, so wie wir bereits die Umdeutung von Demokratie erfahren mussten. Demokratie ist, wenn eine vorgegebene Haltung gegen alle Kritik und Widerstände von einer lauten, dominant auftretenden Minderheit durchgesetzt wird, und Wissenschaftlichkeit ist, wenn Befürwortern dieser Haltung das Prädikat Experte verliehen wurde und sie dadurch für sakrosankt erklärt wird. Möglich wurde das durch das feige Zurückweichen der Kompetenten vor den Aggressiven. Zivilisation ist, wenn nicht mehr der Aggressivere oder der mit der größeren Keule die anderen dominieren kann. Davon bewegen wir uns gerade wieder weg.

giesemann gerhard / 02.08.2020

Schon wieder ein Querschuss aus dem Dunstkreis der Super-Wissenschafts-Gemeinde Islam-Soziologie – na denn. Sollte man nicht besser fragen ob jemand aus der Ecke lieber nicht gehört oder beachtet wird, insbesondere dann, wenn das, was der sagt, sichtlich falsch ist? Während das Argument von Dieter Nuhr sogar nach Meinung seines Kritikers Nassehi höchst persönlich richtig ist, ganz im Sinne von Karl Popper. Erkenntnistheoretisch sozusagen in Umkehrung der Argumentation von Armin Nassehi selbst. Verwirrung der Sinne auch bei der dfg? Offenkundig. Oder haben die einfach Angst, dass vielleicht weniger Geld aus dem mageren Füllhorn des Steuersäckels fließen könnte? Nassehi hat somit die Klimahysterie erfolgreich auf seine Mühlen gelenkt – Respekt. Deutschland, ein Land der vom Einbruch des Islam Getriebenen, porca miseria. Kretschmann in BaWÜ hat nunmehr das Ende von Pflanzen-Gentechnik im Ländle verfügt, ohne zu begreifen: Die einzige Gentechnik, die man eindämmen sollte ist die des Kindermachens: Da werden Gene gemischt wie Sau, du glaubst es mal wieder nicht. Seine bisher beste Tat: Die Aufnahme von ca. 1000 Jesidinnen, um sie vor dem Zugriff der Sunniten in dem Saustall da unten zu retten und zu bewahren. Ein guter Schritt zur Eindämmung des Kindermachens. Sollten wir nur noch so machen: Ausschließlich Mädchen und Frauen sollen hier aufgenommen werden, sofern sie sich durch Flucht oder Transport durch uns (die Botschaften, das Goethe-Institut, vernünftige NGOs) dem Zugriff ihrer muslimischen Brüda zwecks Frühehen und Vielschwängerungen entziehen wollen und/oder können. Inshallah. Make love, not (too many) babies, allez. Denn “Die Erde wächst nicht mit” (1982), von Martin Neuffer, SPD (1924 - 2004), gut rezensiert im “Spiegel 16/1982, leicht zu finden unter der Anfrage “die Reichen werden Todeszäune ziehen” im ww-net.  Nur zwei Treffer, garantiert. Gegen Neuffer ist Sarrazin ein Waisenknabe. Neuffer war sogar mal Intendant des NDR, lange her, gucksdu wiki.  

Walter Weimar / 02.08.2020

Wieder ein Beitrag, ein Beispiel, daß in dieser Gesellschaft etwas schief läuft. Die Herde Knus wird am Nasenring durch´s Leben gezogen. Wer steckt dahinter oder leitet das denkenlose Verhalten so vieler Menschen? Ist der Mensch wirklich nur damit glücklich eine Hirnprothese an der Hand zu haben, jeden Tag eine neue Appliaktion verpaßt, einen weiteren Assistenten im Fahrzeug stolz sein eigen zu nennen? Oh Herr, laß es Hirn regnen!

Christopher Sprung / 02.08.2020

“Approved by Twitter”.  Die DFG (neues Logo:  “approved by Twitter”) sollte nun konsequent ihre Satzung sowie ihre Webseite ändern. Neu aufzunehmen wäre:  “Projekte werden nur bei vorheriger Zustimmung der Twitter-Mehrheit genehmigt. Die Endauswahl aller Wissenschaftler bleibt der Twitter-Mehrheit vorbehalten. Ein Twitter-Reinheitsprozess wird in das Genehmigungsverfahren integriert.”

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Roger Letsch / 01.04.2024 / 12:00 / 58

Der große Lastenfahrrad-Test

Der Versuch einer Jugendgruppe, die nachhaltige Kaffeeversorgung der Kreisstadt Eberswalde per Lastenfahrrad-Ferntransport sicherzustellen, führte zu aufschlussreichen Erkenntnissen. Wir leben in aufregenden Zeiten, denn dank unserer…/ mehr

Roger Letsch / 27.03.2024 / 06:00 / 81

Die „Young Leaders“ werden vom Himmel geholt

In den letzten Jahren brillierten im Westen junge, aktivistische Politiker mit woker Superkraft. Nun disqualifiziert sich einer nach dem anderen selbst. In vielen westlichen Staaten…/ mehr

Roger Letsch / 11.03.2024 / 06:00 / 89

Das Phänomen Trump und die deutsche Angst

Er ist wieder da! Und in Deutschland zittern die Medienschaffenden beim Gedanken an Donald Trumps Rückkehr an die Macht. Das Grinsen von Heusgen und Maas bei der…/ mehr

Roger Letsch / 07.03.2024 / 06:00 / 55

Wer die Demokratie wirklich rettet

Demokraten-Darsteller versuchen, die Demokratie mit undemokratischen Mitteln zu retten. Doch Gerichte und Institutionen wachen langsam auf – vom Supreme Court in USA bis zum Wissenschaftlichen Dienst des…/ mehr

Roger Letsch / 05.03.2024 / 16:00 / 7

Die schiefe Verachtung nach unten

Alexander Wendt analysiert in seinem neuen Buch die Entwicklung des Kulturkampfes und zeigt auf, wie man sich dagegen wehren kann. Das macht fast ein bisschen optimistisch.…/ mehr

Roger Letsch / 20.02.2024 / 14:00 / 33

Die Risiken und Nebenwirkungen des Trump-Urteils

In New York ist Donald Trump zu einer bemerkenswert hohen Strafzahlung verurteilt worden. In dem Eifer, Trump zu schaden, riskieren die Akteure eine verhängnisvolle Entwicklung.…/ mehr

Roger Letsch / 15.02.2024 / 06:10 / 99

Notbremse: Biden soll vor der Wahl weg

Ein innerer Kreis um den Präsidenten der USA versucht, ihn aus dem Amt zu bekommen, bevor es zu spät ist. Bidens kognitive Ausfälle werden beängstigend. Das…/ mehr

Roger Letsch / 10.02.2024 / 09:35 / 128

Das Putin-Interview

War das Interview, das Tucker Carlson mit Putin führte, jetzt wirklich so schlimm? Und hat es zu Erkenntnisgewinn geführt? Wenn, dann doch eher indirekt. Hat Putin irgendetwas…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com