Merkel am Ende ihrer Zeit

Wenn Angela Merkel in Berlin aus dem Fenster schaut, was sieht sie dann? Die Spree, die Schweizer Botschaft, den Potsdamer Platz und ein Land, das aus der Schockstarre erwacht ist und das Leben neu entdeckt hat. Ein Leben sehr bald ohne die Kanzlerin. Wer sie in diesen Tagen beobachtet, sieht eine Frau am Ende ihrer Zeit: Erkennbar müde, Stimme mürbe, Haltung kraftlos. Beim letzten G7-Gipfel wirkte sie, als gehöre sie gar nicht mehr dazu. Und es stimmt ja: In ein paar Monaten wechselt die oberste Lenkerin der deutschen Politik ins Private. 

Aus dem drolligen Wahlkampf 2021 hält sich Merkel heraus. Sie hat nichts mehr zu gewinnen und zu erwarten außer den üblichen Apotheosen, die Leben und Werk rühmen. Deshalb und nur der guten Erinnerung halber ein paar Fakten, an denen man Merkels Wirken noch lange messen kann.

Als sie 2005 Kanzlerin wurde, übernahm sie von Gerhard Schröder ein stabiles Land. Super-Kanzler Helmut Kohl hatte sich 1998 mit 35,2 Prozent der Wählerstimmen in den Ruhestand verabschiedet, mit ebenfalls 35,2 Prozent kam Merkel sieben Jahre später ins Amt. Sie stellte sich als solide dar, zuverlässig, glaubwürdig. Eine echte Alternative zu Schröder, der als politischer Hallodri galt und Spezialist für Putin, Frauen, Rotwein und Fußball. Merkels Markenzeichen wurde die Raute. „Sie kennen mich.“ Und sie versprach eine Regierung des Fortschritts und der Transparenz. Was Merkel dachte und plante, war ja bekannt. Eine Auswahl:

„Mit mir wird es keine Maut geben“

„Der Mindestlohn ist Gift für die Wirtschaft.“ (Merkel in Varianten ab 2005). „Wir werden die Laufzeiten unserer Atomkraftwerke – der sichersten der Welt – verlängern.“ (Merkel 2005). „Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen? Ein ganz klares Nein!“ (Merkel schon 1999 auf dem CDU-Plakat zur Europawahl). „Die multikulturelle Gesellschaft ist keine lebensfähige (sic!) Form des Zusammenlebens.“ (Merkel 2000). Und immer wieder legte sie sich auch später fest: „2018 soll jeder Deutsche Zugang zum schnellen Internet haben.“ (Merkel, Regierungserklärung 2014). Unvergessen, Jahre später: „Mit mir wird es keine Maut geben.“ (Merkel 2013 vor 20 Millionen Zuschauern). Beschlossen wurde dann die Maut.

Ständig kam es anders. Wie erklärte die Kanzlerin ihre Windungen, Drehungen, Wendungen? Lapidar: Man dürfe sich neuen Erkenntnissen nicht verschließen. Diese waren stets medienaffin und im Gleichklang mit dem Zeitgeist. Aber der ist bekanntlich ein flüchtiger Freund und führt oft in die Irre. 

Heute kann man feststellen: Merkels 16 Jahre waren nicht die besten für Deutschland, im Gegenteil. Ausgangspunkt der Misere: Merkel hatte – im Gegensatz zu Vorgängern wie Adenauer und Schröder, vor allem aber Brandt und Kohl – keinen Plan, keine Idee, nicht mal ein Projekt. Ob sie je eine Überzeugung hatte außer jener, unbedingt im Amt zu bleiben, darf man bezweifeln. Sie war eine ungewöhnliche Besetzung, weil: Frau, in der DDR sozialisiert, FDJ-Aktivistin, Physikerin, kinderlos.

Sie hatte, schnell erkennbar, einen enormen Machtwillen, dem nacheinander diverse etablierte Politikgrößen zum Opfer fielen. Unvergessen Merkels „FAZ“- Beitrag Ende 1999, mit dem sie Helmut Kohl offen brüskierte, als der in der Spendenaffäre politisch zu schwach war, sich erfolgreich zu wehren. Viele hätten dieses „FAZ“-Stück schreiben dürfen, nur sie nicht, denn Kohl war der, dem sie alles verdankte. Jeder wusste ja, wo sie herkam.

Wie eine späte Variante der alten SED-Kommandowirtschaft

Merkels Lebenslauf veranschaulicht, dass man aus der DDR kommen konnte, durchaus als Strebe des Systems, und einem trotzdem alles offenstehen kann, bis hin zum Kanzleramt. Für die Bewohner der neuen Bundesländer ist sie, wiewohl lange eine von ihnen, ein Fremdkörper geworden. Auch ihr Regierungsstil („alternativlos“) wirkt dort auf viele wie eine späte Variante der alten SED-Kommandowirtschaft. 

Von Anfang an hatte Merkel einen untrüglichen Instinkt für gefährliche Konkurrenten. Und einen Sinn für willfährige Helfer. Prototyp war Volker Kauder, der CDU/CSU-Fraktionschef mit der längsten Amtsdauer (13 Jahre) und dem geringsten Nachhall. In der Fraktion hatte jeder das Recht, seiner Meinung zu sein, und das war die von Merkel. Die Lücke, die er hinterließ, ist bis heute nicht gefunden. Auch Kauder hat seinen Beitrag geleistet, die Union dahin zu bringen, wo sie heute ist: unter 30 Prozent. In Teilen des Landes noch Volkspartei, mit der Aussicht, auch diesen Status zu verlieren, und als Menetekel am Horizont immer das Schicksal von Italiens Democrazia Cristiana, oder besser: was von der blieb. Nichts.

Zurück zu Merkel. Sie erlernte den Politikbetrieb in Westdeutschland 15 Jahre, bevor sie Kanzlerin wurde. Das politische Framing der Bundesrepublik war ihr nicht geläufig oder wurscht. Erinnert sei an den Lehrsatz von Franz Josef Strauß, rechts von der Union dürfe es keine einzige demokratisch legitimierte Partei geben. Strauß dachte strategisch: Was von CDU und CSU verdaut werden kann, wird verschluckt. Was unverdaulich ist, wird ausgespien oder kleingehalten.

Dies wurde Bestandteil der Unions-Architektur und damit eine wesentliche Folie des Unions-Erfolges über Jahrzehnte. Dann kamen 2015 erst Flüchtlinge, danach Migranten aus Syrien, Afghanistan und sonstwoher und Merkel zeigte ihr „freundliches Gesicht“. Als Reaktion auf all das und das Herumgewurstel in der Griechenland-Frage („No bail-out“) gründete sich die AfD, und die ist bis heute da, rechts von der Union. In Stein gemeißelt, bei zehn Prozent. Wie richtig Strauß lag, kann man jetzt überall in deutschen Parlamenten besichtigen.

Mit dem Klima-Thema in die SUV-Gesellschaft

Schon vor 2015 hatte Merkel ihre Unionspartei erst sanft, dann immer deutlicher nach links verschoben. Sie nahm in Kauf, dass „rechts“ heute von vielen als Synonym für „rechtsradikal“ diffamiert wird. Die Kontamination eines politischen Begriffs, der für konservativ steht und damit politisch ehrbar ist, wurde von Merkel nie thematisiert. Das mag man nicht nur ihr vorwerfen, sondern auch denjenigen (Herren), die es zuließen. Diese Tatsache und ein mitleidheischender Zerfallsprozess ließen zeitgleich die SPD zur Mittelpartei schrumpfen. Das half Merkel. Dies bei steigender Konjunktur der Grünen, die von den Gretas unserer Zeit trotz deren ebenso kindischen wie kryptofaschistischen Reden profitieren und mit dem Klima-Thema in die städtische SUV-Gesellschaft eindrangen.

Und so haben wir nun genau die Lage, vor der Strauß, Kohl und andere immer gewarnt hatten: Eine starke Partei rechts von der Union, die AfD, die schon wegen der „Vogelschiss“-Rede ihres Altvaters Gauland und einer Reihe von anderen unappetitlichen Vorkommen als Koalitionspartner ausfällt, was ein Bündnis der Union demnächst mit den Grünen wahrscheinlich macht. 

Apropos Migranten: Dass sich eine Million Menschen in weiter Ferne auf den Weg Richtung Deutschland gemacht hatten, war monatelang bekannt. Etwa so lange hatten die Kanzlerin und ihre Berater Zeit, den Zug zu stoppen oder stoppen zu lassen. Sie taten nichts. Dann plötzlich war es zu spät. Mit allen bekannten Folgen. Merkels Kommentar: „Nun sind sie halt da.“ Wer den Schaden hatte – die deutsche Gesellschaft – war ihr offenbar egal.

Der Publizist Stefan Aust urteilte damals entgeistert in der „Welt“; hier werde den Deutschen „die Abwesenheit von Politik als Politik verkauft“. Fest steht: Merkel hatte ausreichend Zeit und trotzdem keinen Plan. Mal wieder. Umso patziger ihre Feststellung, man könne „sie doch nicht alle ertrinken lassen“. Mir ist niemand bekannt, der Freude an ertrinkenden Menschen hat. Was war geschehen? Der Wahrheit am nächsten kommt wahrscheinlich mal wieder Kurt Tucholsky mit seiner Einschätzung: Oft reicht es nicht, keine Idee zu haben, man muss sie auch nicht ausführen können. 

Der Staat wird es schon richten

Womit wir bei Corona wären und dem Desaster, das die Regierung Merkel angerichtet hat. Da wird der beste Impfstoff der Welt in Deutschland erfunden, und kein Deutscher kriegt ihn – das muss man erstmal hinkriegen. Als die Katastrophe schon ihren Lauf nahm, sprach sich Merkel noch gegen „Impfnationalismus“ aus. Warum? Wahrscheinlich, weil man so als Person Merkel in der Welt und insbesondere der EU gut angesehen ist. Effektivität geht anders. Wie das Beispiel Israel beweist: Dort impfte man „unsere Alten zuerst“ (Erfolg weltweit bekannt), während es im Kanzleramt hieß: „Europa zuerst“ (Misserfolg weltweit bekannt).

National verfuhr die Etatistin Merkel nach der Devise: Der Staat wird es schon richten. Sie führte ein rigoroses Regiment ein. Den Deutschen wurde fortan alles Mögliche vorgeschrieben, Verbote tarnt man seither als „Regeln“. Ergebnis: Es wurden nicht wie in früheren Zeiten nur Kranke weggesperrt, nein, diesmal auch Gesunde. Als Schutzschild für die Öffentlichkeit fungieren die Herren Wieler, Drosten, Lauterbach und Spahn. Ein fähiger Gesundheitsminister. Dachte man. 

Man hätte aber auch mal darüber nachdenken können, bei Jeff Bezos nachzufragen, wie er eine nationale Impfung organisieren würde. Vorbild Amazon. Was wäre dann passiert? Man wird es nie erfahren, keiner hat ihn gefragt, aber ganz sicher ist: Es wäre besser gelaufen, viel besser, es hätte geklappt. Statt Amazon Prime Impfung Prime. Anders, schneller, effizienter. Die Ostseestrände wären nie leer gewesen, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hätten nicht einen derart gewaltigen Schaden genommen, die deutschen Innenstädte wären nicht vereinsamt, der Handel nicht ruiniert oder schwer angeschlagen und statt 100.000 Toten hätte es womöglich nur die Hälfte gegeben. Die Zahl der Genesenen wäre größer gewesen, die Zahl der Gewesenen geringer. Und der Deutsche Ethikrat hätte die ganze Zeit zuhause bleiben können.

Nichts war gut bei Corona

Die Dreistigkeit, mit der staatliche Stümper heute behaupten, alles doch ganz gut gemacht zu haben, wird von der Faktenlage nicht nur widerlegt, sondern karikiert. Nichts war gut bei Corona in Deutschland. Zu langsam, zu undurchsichtig, zu verwirrend. Es handelt sich bei denjenigen, die sich selbst auf die Schultern klopfen, übrigens um den gleichen Politikertypus, parteiübergreifend, dem Verurteilungen anderer gar nicht schnell genug gehen können. Mal einen Flughafen wie Berlin-Schönefeld mit fünf Milliarden Euro minus in den Sand zu setzen (wie viele Kitas, Schulen, Schwimmbäder hätte man bauen können?), ist kaum der Rede wert. Im Ahrtal eine Jahrhundertflut zu verpennen (160 Tote): Von den Politikern will es mal wieder keiner gewesen sein.

Den Fleischkonzern Tönnies als großen Corona-Sünder an den Pranger zu stellen – übrigens weitgehend zu unrecht, wie man heute weiß –, ging dagegen Politikfunktionären jeglicher Couleur und Bedeutung federleicht von der Hand. Entschuldigt hat sich bis heute übrigens niemand, wie man hört. Stattdessen wurde von Politikern eine ebenso subtile wie kluge Satire von Schauspielern um Ulrich Tukur und Jan Josef Liefers als gesellschaftliche Häresie verurteilt. Einer drohte den Künstlern gar an, sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Wäre das alles nicht geschehen – man würde es als Bürger wahrscheinlich bis heute nicht für möglich halten. Von der Kanzlerin zu all dem kein Wort – Schweigen ist auch eine Meinung. Bislang herrschte ja die Ansicht vor, Künstler hätten Denk- und Redefreiheit. Denkste. In Merkeldeutschland hat sich eine Mischung aus Dünnhäutigkeit und Humorlosigkeit verbreitet, Haltung ist wichtig und Verständnis für die Regierung. Sollte tatsächlich doch was falsch gelaufen sein, gibt es als Sündenböcke ja noch den einen oder anderen Ministerpräsidenten oder wahlweise Leugner, Skeptiker, Querdenker und/oder Verschwörungsgläubige. 

Wo war die Justiz?

Das komplette Jahr 2020 waren die Deutschen unter Dauerdruck und die Medien voller Meinung – wo war da die Justiz? Wer schützte eigentlich unsere Verfassung, auf die wir so stolz sind, vor der Übergriffigkeit der Berliner Akteure? Artikel 1 (1) des deutschen Grundgesetzes ist einzigartig in der Welt und wirklich alternativlos. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ausgerechnet in Deutschland ist diese Würde mit Füßen getreten worden, wie man es nicht für möglich gehalten hätte und wie man es hierzulande gern autoritären Staaten vorwirft.

Der Politikberaterin Gertrud Höhler, Bundestagspräsident Schäuble, dem Philosophen Nida-Rümelin und dem Publizisten und früheren Richter Heribert Prantl ist zu danken, dass „die Würde“ nicht in Vergessenheit geriet. Prantl („Es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, Grundrechte nur gegen Vorlage eines Impfausweises in Anspruch nehmen zu können“) ist für manche ohnehin der intellektuelle Bundespräsident, der das formuliert, wozu der offizielle – Steinmeier – nicht imstande ist. In Merkels Kabinett hat „Würde“ erkennbar genauso wenig eine Rolle gespielt wie beim Bundesverfassungsgericht, das in dieser Frage dumpf schweigt und ansonsten unter der Führung des Merkel-Sympathisanten Harbarth durch immer merkwürdigere Urteile auffällt. 

Vor dem Hintergrund all dessen: Warum ist Angela Merkel unverändert populär? Die Presse, unter Auflagenschwund, wird regierungsseitig mit Anzeigen gefüttert, nur „Bild“ hält mit Breitseiten kritisch und dauerhaft dagegen. Beim Personal des Fernsehens hat Haltungsjournalismus inzwischen einen höheren Stellenwert als klassische Recherche, und über Merkel scheint die Sonne, weil sie mitschwimmt auf der Welle der Guten und Diversen.

Zur Erinnerung: Der Kanzler Kohl hatte während seiner ganzen Amtszeit nicht ansatzweise so viel Rückenwind der Medien wie Merkel seit 2005. Kohl stand ständig im Sturm, weil er Projekte gegen Medien und Mainstream durchsetzte, von Europa über den Euro bis zur deutschen Einheit, die sich damals der Hamburger Meinungsjournalismus à la Erich Böhme („Spiegel“) und Dieter Gütt („Stern“) nie vorstellen konnte. „Ich will gar nicht wiedervereinigt werden“, schrieb Chefredakteur Böhme, weshalb er von Herausgeber Augstein gefeuert wurde. Wäre es nach Böhme gegangen, wäre Deutschland nie wiedervereinigt worden, und Merkel damit Physikerin in der DDR geblieben. 

„Ich freue mich darauf, dass Jesus geboren wurde“

So aber entstand das Phänomen Merkel. Wesentlich: Ihr Auftreten voller Bescheidenheit und Selbstkontrolle. Als Gesamtkunstwerk signalisiert Merkel eine Volksnähe, die ihr eigentlich abgeht: Altenpflegeheime (in denen Zehntausende starben), die neuen Länder (wo ihr offene Ablehnung entgegenschlägt), ein Besuch am Berliner Breitscheidplatz (Tatort des islamistischen Massenmörders Anis Amri): Das alles sind Stätten, die Merkel eher meidet. Man ahnt warum. Eher ist sie beim Fußball dabei, in Wagners Bayreuth, im Fernsehen beim Einzelinterview, bei dem nicht kritisch nachgefragt wird. Sätze wie „Ich freue mich darauf, dass Jesus geboren wurde“ entstanden unter Interview-Stress, in dem Fall unter Weihnachtsstress. Trotz aller rhetorischen Defizite schuf sich Merkel so den Nimbus einer Person über den Parteien, leider auch ihrer eigenen, der sie alles verdankt und offenbar wenig schuldet.

Was bleibt von ihr? Wenn sie weg ist, werden viele merken, was man nicht an ihr hatte. Verlässlichkeit, Visionen, verantwortliches Handeln in jeder Lage. Wie Merkel Verantwortlichkeit definiert? Weiß man nicht. Immerhin hat sie geschworen, zum Wohle des deutschen Volkes zu wirken und Schaden von ihm abzuwenden. Aber hat sie das auch getan? 

Die Kanzlerdämmerung neigt sich wie Corona dem Ende zu. Es bleibt Ratlosigkeit, Aufbruch ist nicht in Sicht – insbesondere nicht mit der Merkel-Mutante Laschet. Die Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten, vor allem bei Corona, wird wie üblich unterbleiben. Das war auch nach Merkels Wahldesaster 2017 so – die angekündigte Aufarbeitung hat bis heute nicht stattgefunden, und inzwischen wartet auch keiner mehr darauf. Jetzt, 2021, ist die Lage wie folgt: Die meisten Bürger sind (wieder) gesund, und die Toten können eh nicht mehr sprechen. Wie viele wirtschaftlich kaputtgehen – sehr viele! – wird man erst nach Merkel feststellen, aber dann kann sie ja nichts mehr dafür. Eine ihrer zentralen Lebens-Botschaften lautete: "Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Für viele Deutsche ist das schon lange nicht mehr ihr Land. 

Zuerst erschienen im Euro am Sonntag

Foto: Illustration FN

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Leserpost

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Sabine Heinrich / 30.08.2021

@ Silke Müller-Marek: Ich teile Ihre Sicht vollkommen! Ja - “die” Deutschen (also die Mehrheit) sind in der Tat so vollkommen verblödet, dass sie - wenn sie denn zur Wahl stehen würde - wieder die Raute des Schreckens wählen würden. Sie WOLLEN nicht(s) wissen! Das bekomme ich immer wieder in vorsichtigen Gesprächen mit. Die größten Feinde Deutschlands und seiner Menschen sind nicht etwa die eingewanderten “Messerkünstler” und Vergewaltiger, die importierten Kriminellen aller Art, die korrupten Politiker, die mein Land zu einem Gefängnis und Hort der Denunziation verformt haben - sondern die C- Impfverweigerer und schlimmstenfalls noch AfD-Sympathisanten. Die gilt es, mit allen Mitteln zu bekämpfen! - Übrigens - ich würde gern die AfD in ihrem Wahlkampf - z.B. durch Plakateanbringen - unterstützen - aber ich habe - da ich recht bekannt bin - nicht nur Angst um die Unversehrtheit meines Rades, sondern auch die der Wohnanlage, in der sich mein Zuhause befindet.

Hans-Jürgen Klein / 30.08.2021

Ich wünsche mir, daß die Verdienste von Frau M aus B vollumfänglich gewürdigt werden und zu ihren Ehren von nun an, wo sie geht und steht, alle 15min die Deutschlandhymne erschallt. Text brauchts keinen.

Sabine Heinrich / 30.08.2021

@ Sabine Drewes: Stimmt! Hilde Benjamin, dieses sadistische Weib, Teufel in Menschengestalt,  hatte ich nicht im Sinn. Warum eigentlich nicht, die ich doch viel gelesen und mich so gut wie möglich als an der “DDR” interessierter Wessi informiert habe? Von ihr habe ich erst vor sehr wenigen Jahren erfahren. Ich kann es mir nur so erklären, dass über diese scheußlichen Verbrecher des DDR-Regimes gnädig der Mantel des Schweigens gebreitet wurde - so weit es möglich war. Warum wohl?

Sabine Drewes / 30.08.2021

@Dr. med. Jesko Matthes: Ihr Bericht über das Rekrutengelöbnis lässt mich erschauern. Sie beschreiben eine gespenstische Atmosphäre. Gleichwohl überrascht es mich nicht. Das Verhalten der Zaungäste ist schlicht würdelos, um nicht zu sagen, für die Soldaten geradezu entwürdigend und in der Tat symptomatisch für weite Teile einer Gesellschaft, der man jedes noch so unverdächtige Bekenntnis zur eigenen Nation erfolgreich ausgeprügelt hat. Und die offenbar keine Ahnung haben, was die Rekruten geloben, nämlich “das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen”. Was im Ernstfall eben auch bedeutet, für genau diese sonst hochgelobten Werte das eigene Leben zu lassen. Meine Hochachtung dafür haben sie.

Mathias Rudek / 30.08.2021

Eine sehr gut geschriebene Zusammenfassung über die “Raute des Grauens”, Herr Tiedje. Am Anfang ihrer Kanzlerzeit dachten viele Bürger, das kann was werden. Es wurde aber nichts, ganz im Gegenteil, es wurde ein Debakel, ein Grauen und mit jedem Jahr mehr. Der DLF Kultur brachte neulich eine Sendung über die Kanzlerin als Resümee. Die meisten Anrufer waren positiv gestimmt und schütteten ständig Lob aus, Schalmeienklänge der Begeisterung. Ich hätte ins Auto kotzen können, aber vom DLF hatte ich nichts anderes zu erwarten. Die Entfernung der Politik und ihre inhärente, verbindliche Verantwortung vom Bürger in Lichtgeschwindigkeit, das ist die Ära Merkel.

Petra Wilhelmi / 30.08.2021

@Wilfried Düring: Ob das YT-Video eine Fälschung ist, weiß ich nicht. Wenn es keine ist, ist es aber NIEMALS eine Fehlinterpretation. Wer dort stehen durfte, bekam eine Einladung, die man vorweisen musste und die Polizei hat Tribünen - egal wo - immer abgesperrt. Es sieht mir auch nicht nach Fälschung aus. Dort wo AM gearbeitet hat und dazu noch als FDJ-Sekretär für Agit-Prop und dazu noch IM, mit eigentlich 2 Doktortiteln in der DDR, weil man Dr.sc - also die B-Promotion - nicht erhalten konnte ohne A-Promotion zu haben und man die B-Promotion nicht unbedingt an nicht Überzeugte gegeben hat, sondern einen Klassenstandpunkt haben musste, unter diesem Gesichtspunkt scheint mir das Video keine Fälschung zu sein. Herr Knabe vermutet auch sehr viel, weil er nicht in der DDR gelebt hat, wo es vieles gab, was NICHT schriftlich niedergelegt worden ist, wo man - auch aus dem Umfeld - nur wusste, dass es so etwas gab, es aber nie hätte mit Dokumenten beweisen können.

Margit Broetz / 30.08.2021

Ich bleibe dabei: das Regime dieser Frau hat in Deutschland und Europa mehr Schaden angerichtet als das Regime von Adolf Hitler. Und das habe ich schon vor Corona gesagt! Damals gab es noch nicht die 60 Millionen Tote—inzwischen haben wir nach manchen Berichten (z.B. Ernst Wolff) über 100 Millionen Menschen, die nicht wegen Corona, sondern wegen der Maßnahmen von Hunger bedroht sind. - Ich kann nicht verstehen, wie die angebliche Beliebtheit dieser Frau zustande kommen soll: persönlich kenne ich niemanden, der die gut findet. Aber ich bin natürlich nicht repräsentativ. Oder?

Andreas Prieß / 30.08.2021

„Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten.“ —  Zitat von Angela Merkel ........Noch Fragen ?

Christoph Kaiser / 30.08.2021

Es hat sich doch nun gezeigt, daß Merkel eine transatlantische Marionette ist. Würde sie diesbezüglich nicht spuren, wäre die schon längst abgeräumt!

Dirk Piller / 30.08.2021

Man kann die AFD natürlich nicht wählen, wegen Gaulands Vogelschiss -uuhaaa gähn- ist das wirklich ein differenzierter Artikelschreiber? Ich habe ja schon damals den Aufschrei nicht verstanden, aber 2021 immer noch damit zu kommen, zeigt eher Scheren im Kopf und eine gewisse geistige Borniertheit. Ich würde allen empfehlen, mir die Reden in den Plenarsitzungen anzuhören, also alle, die da im Kopp noch irgendwo offen sind.

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