Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.
Und damit diese entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle jetzt regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“. Diesmal sind es zwei Kommentare zum Beitrag Was wird aus Wegners Wende über die Berliner Politik nach dem Regierungswechsel im Roten Rathaus von Herbert Ammon.
Dr. Lore Brüggemann schreibt:
Wie passend, dass Sie Ihren Kommentar mit einem Foto des wieder einmal auf unbestimmte Zeit stillgelegten Schöneberger Stadtbads illustrieren. Ein deprimierendes Beispiel für die Berliner Misere; im Winter waren alle Wärmebecken, auch die Kinderbecken, geschlossen, das Schwimmbecken mit knapp 26° zu kalt für Senioren und Kinder, und seit Anfang Mai, nachdem mal kurz alles wieder normal schien, ist wieder Sense, weil “renoviert” werden soll, das wird aber erst im Herbst oder Winter passieren, man schließt jedoch schon jetzt, weil das Personal in den Freibädern “gebraucht wird”. Warum man nicht mal ein paar Leute mehr einstellt, wäre die naheliegende Frage. Schöneberg, ein Stadteil mit vielen Familien und zahlreichen Senioren, ist also wieder einmal dauerhaft ohne Schwimmbad; an kühlen Tagen, die wir ja in diesem Frühling reichlich hatten und die es bekanntlich, trotz Klimakatstrophe, auch im Sommer satt gibt, haben diese ohnehin von der Berliner Politik am schwersten benachteiligten Gruppen das Nachsehen. Sehnse, dat is Berlin, ob rot, schwarz oder grün.
Und Jan Blank ergänzt:
Der Länderfinanzausgleich und die “Demokratieabgabe” des ÖRR haben denselben Effekt: Sie fungieren als Präservativ der Realität. Egal welcher Kokolores fabriziert wird- das Geld ist sicher. Dieses Nichtangewiesensein auf Feedback jeglicher Coleur, und schon gar nicht marktwirtschaftlicher Konsequenz, öffnet dem Wahnsinn die Tür. Jeder Psychologe weiß um die Gefahr des Nicht-Bezogenseins. Das gilt für Individuen, Gruppen und auch ganze Volkskörper. Besagte Jusos und Grüne aus Berlin sind lediglich diesbezügliche Avantgarde. Wenn Wegner und auch Merz nicht alsbald zur Räson finden und mit dem rot-grünen Kuschel – oder gar Koaltionskurs aufhören, bescheren sie ihrer CDU das Schicksal der italienischen Christdemokraten: Weg vom Fenster. Für immer.
Wem 26 Grad zu kalt ist, kann draußen Fahrrad fahren.
Na ja, 26 Celsius Wassertemperatur sind Wettkampftemperatur.
Würde die Frage bleiben, wie hoch die Luftfeuchtigkeit & die Lufttemperatur in dem Moment sind. Bzw. waren.
Vielleicht sollten sich ja auch mal die Berlinerinnen, -außen und diversen daran gewöhnen, das der Länderfinanzausgleich keine unendlich sprudelnde Quelle ist.
Das Leben ist keine Mandelmilchlatte von 9 bis 5.
Auch mit dem Lastenrad über den Regenbogen bewegt sich nicht ein Zahnrädchen im Wirtschaftskreislauf.
Das alles hat nix mit politischer Farbenlehre zum tun. Sondern mit Eigenverantwortung und Initiative.
„“Warum stellt man nicht ein paar mehr Leute ein…?„“ Als Bademeister benötigt man in Buntland eine 3 jährige duale Ausbildung mit 9 Hauptfächern. Wer will heute noch eine Ausbildung wenn jedes blinde Huhn Ministernde werden kann? Und die Millionen eingewanderten Fachkräfte können nicht mal schwimmen und sorgen im Schwimmbad anderweitig für Stimmung.
Ich finde es unerträglich, wie Farben für politische und soziale Aussagen mißbraucht werden!
26 Grad zu kalt für Kinder und Senioren? War das ironisch gemeint? Wenn nicht, wie dekadent ist das denn!
26 Grad, das ist Mittelmeertemperatur im Sommer. Zu kalt für unsere behüteten Kinderärschchen?