Kinder-Soldaten in der Moschee – Null Toleranz und Kuschelkurs

Vor einigen Tagen gab es eine Meldung aus Herford, die eigentlich bei all denen die Alarmglocken läuten lassen müsste, die es für sinnvoll halten, mit Islamverbänden à la DITIB eine möglichst islamfreundliche Umgestaltung der Bundesrepublik zu verhandeln. In der dortigen DITIB-Moschee, bekanntlich ist der Verband de facto ein Anhängsel der türkischen Religionsbehörde Diyanet, sind Kinder in Uniform aufmarschiert und haben exerziert, um so einen türkischen Gedenktag zu zelebrieren, den Jahrestag der Schlacht bei Gallipoli, einem entscheidenden militärischen Erfolg der osmanischen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg.

Kinder, die bei ihrer Geburt im deutschen Staat mit der deutschen Staatsangehörigkeit beschenkt wurden, stehen in türkischen Kinderuniformen stramm und singen Hymnen auf den Kriegsdienst fürs türkische Vaterland und für Allah. Da sie sich auch nach Erreichen der Volljährigkeit nicht mehr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssen, können sie ihrem eigentlichen Vaterland treu dienen und als Teilzeitdeutsche mit Doppelpassprivileg gleichzeitig das volle Wahlrecht und die uneingeschränkten Sozialleistungen genießen.

Doch noch waren die Kleinen ja in der Moschee exerzieren. Ob es ein solches Schauspiel auch in anderen DITIB-Moscheen gab? Viel ist nicht bekannt geworden. Einige Medien haben noch ähnliche Vorfälle aus Ulm und Mönchengladbach gemeldet. Nur in diesem Falle ist ein Video publik geworden und hat für etwas Empörung gesorgt.

Allerdings nur etwas Empörung, die nicht wesentlich über die Lokal- und Landespolitik hinausging. DITIB-Vertreter mühten sich auch umgehend, von einem bedauerlichen Einzelfall zu sprechen. Dies sei die Initiative eines Gemeindemitglieds gewesen, unabgesprochen und zur Überraschung des Imams, hieß es entschuldigend, wenn man der Berichterstattung folgt.

Kein Platz für beschwichtigende Beschwörungen

Haben sich kritische Stimmen von Bundesministern oder gar der Kanzlerin zu diesem Treiben in türkischen Moscheen in Deutschland vernehmen lassen? Wenn ja, dann so dezent, dass es mir entgangen ist.

In anderen Ländern herrscht ein anderer Umgang mit solcherlei Sitten. In Österreich, wo sich Zuwanderer, die den dortigen Pass haben wollen, von ihrer Herkunfts-Staatsbürgerschaft verabschieden müssen, heißt der Ableger der türkischen Religionsbehörde ATIB. Interessanterweise sorgte auch hier der Fall von Kindern in Uniform, die den heldenhaften Kampf der türkischen Soldaten in der Gallipoli-Schlacht in einer ATIB-Moschee nachstellten, für Schlagzeilen. Hier allerdings ist für beschwichtigende Beschwörungen des Einzelfalls kein Platz. Hier meldet sich der Bundeskanzler zu Wort und die Regierung droht mit Konsequenzen. Lesen wir, was der österreichische Standard am Mittwoch zu diesem Fall geschrieben hat:

„Die Aufregung um die Geschehnisse in einer Wiener Moschee ist weiterhin groß. Wie berichtet wurden Kinder dort angehalten, in Tarnanzügen eine Schlacht aus dem Ersten Weltkrieg nachzuspielen. Am Mittwoch tauchten weitere Bilder auf. Demnach sollen entsprechende Inszenierungen auch schon von 2014 bis 2016 stattgefunden haben. Wie der „Falter“ schreibt, sind auf den Fotos Kinder zu sehen, die tote Soldaten spielen, die mit türkischen Fahnen zugedeckt werden.

Nachdem sich am Dienstag Bund und Stadt Wien gegenseitig die Schuld an den Vorkommnissen in der Moschee des Vereins Atib in Wien-Brigittenau zugeschoben hatten, äußerte sich am Mittwoch auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): „Das hat in Österreich keinen Platz. Hier wird es null Toleranz geben“, sagte er nach dem Ministerrat. Das Kultusamt prüfe bereits, Kurz stellt eine Schließung der Moschee oder die Auflösung von Atib in den Raum.“

DITIB in Deutschland bekommt hingegen immer noch Fördermittel vom deutschen Staat, es predigen aus Ankara entsandte Imame und die Funktionäre haben Mitspracherechte an immer mehr Universitäten und Schulen, wenn es um Islam-Lehrpläne und Dozentenstellen geht.

Der Beitrag erschien auch hier auf sichtplatz.de

Foto: Matthias Laurenz Gräff/ Devils Child.

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Leserpost (12)
Karla Kuhn / 21.04.2018

Herr Scholz, herrlich. Wenn die Österreicher sich querstellen sollten, was ich 100% vermute, wie wäre es mit dem “Erlkönig?” “Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt !  ??”  Ein Scherz.

Gabriele Schulze / 21.04.2018

Die Deutschen haben doch schwer nachgelassen in Puncto Intelligenz. Ein Trauerspiel.

Uta Buhr / 21.04.2018

@Wolfgang Kaufmann. Richtig gefolgert, lieber Herr Kaufmann. Genauso beschreibt Michel Houllebecq in seinem ebenso großartigen wie seherisch verstörenden Roman “Soumission” die Unterwerfung unserer sogenannten “Eliten” unter den Islam. Das Drehbuch unserer Zukunft in totaler Unfreiheit ist längst geschrieben. Leider aber sehen die meisten vom Wohlstand verblendeten Menschen nicht die flammenden Zeichen an der Wand. Oder wollen das Menetekel nicht erkennen, Das Erwachen wird furchtbar sein.

Patrick Kaufhold / 21.04.2018

Bei der nächsten Aufführung könnte ja mal die Rolle des Löwen von Gallipoli, Otto Liman von Sanders, beleuchtet werden. Ohne die Führung dieses deutschen Generals jüdischer Abstammung wäre eine Abwehr der Entente mehr als fraglich gewesen. Die Türken könnten in diesem Zusammenhang auch etwas über den Umgang mit Minderheiten im eigenen Land lernen. Liman von Sanders drohte dem Vali von Smyrna Deportationen und Massakern an Armeniern mit Waffengewalt entgegenzutreten, woraufhin diese im November 1916 eingestellt wurden. Unter Erdogan wird dies aber sicher nicht geschehen, daher ist es weiterhin ein eher privater Spaß bei manch durchindoktriniertem Erdogananhänger mit Doppelpass durch wenige kurze Sätze einen Teil des Weltbildes zu demontieren.

Roland Stolla-Besta / 21.04.2018

Jo mei, was pudeln Sie sich denn so darüber auf? 1. gehört der Islam zu Deutschland und somit auch seine Werte und deren Äußerungen, und 2. ist das doch ein schönes Beispiel für die vielbeschworene und bejubelte kulturelle Vielfalt. Wenn aber Kinder etwa von AfD-Eltern mit Plastik-MGs sagen wir mal Sedan nachspielen, dann ist das natürlich ganz etwas anderes und zutiefst Verwerfliches. Das war jetzt, damit keine Mißverständnisse aufkommen (man muß ja vorsichtig sein), Sarkasmus pur.

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