Manfred Haferburg / 11.12.2020 / 06:05 / Foto: Pixabay / 92 / Seite ausdrucken

Im Sumpf von Moorburg – Tragikomödie um ein Kraftwerk

Prolog

Erst wollte ich eine Komödie schreiben, da der Stoff eine absurde Posse beschreibt. Aber dann wurde es eine Tragödie, weil die überall durchscheinende Dummheit, die in sinnloser Verschwendung mündet, tieftraurig macht. Deshalb ist die Moorburg-Geschichte eine traurige Komödie geworden.

Doch zuerst mal müssen wir uns fragen, was man mit 3.000 Millionen Euro so alles machen könnte. Man könnte zum Beispiel den 5,7 Millionen Mitarbeitern im Gesundheitswesen eine Corona-Prämie von 500 Euro zahlen. Oder man könnte 8.000 zusätzlichen Altenpflegern 10 Jahre lang 3.000 Euro pro Monat zahlen. Oder man könnte tausende Schulen renovieren oder hunderte Brücken sanieren. 

Aber was soll die Frage nach den drei Milliarden hier? Wer nur den Prolog liest, wird das nie erfahren.

1. Akt: Expositon – Hamburg braucht ein Kraftwerk       

Seit 1974 produzierte in Hamburg Moorburg ein Gaskraftwerk von 2 × 500 MW Leistung Strom für die Region. Der Eigentümer HEW legte dieses Kraftwerk 2001 wegen Unwirtschaftlichkeit durch die hohen Gaspreise still und es wurde ab 2004 abgerissen. Als Ersatz entstand ab 2007 eine Doppelblockanlage mit rund 2 × 800 MW, das Kohlekraftwerk Moorburg. Eigentümer ist der schwedische Staatskonzern Vattenfall.  Es ging 2015 in Betrieb, kostete rund 3 Milliarden Euro. Moorburg gilt als eines der modernsten und sichersten Kraftwerke Europas, das ganz Hamburg einschließlich der dazugehörigen Industrie mit Strom versorgt. Die Anlage verursacht bei voller Leistung rund ein Viertel weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu älteren Steinkohlekraftwerken.

Die Entscheidung, ein Kohlekraftwerk zu bauen, wurde hauptsächlich dadurch bestimmt, dass die Brennstoffkosten im Vergleich zu Gas in etwa nur die Hälfte betragen würden. Als Ausgleich wurde das Kraftwerk mit modernster Abgasreinigungstechnologie ausgerüstet, die alle Grenzwerte erheblich unterbieten könnte. Das Kraftwerk erreichte den sensationellen Wirkungsgrad von 46,5 Prozent und war konstruktiv aufwändig so gebaut, dass es schnelle Lastwechsel zum Ausgleich der schwankenden Windenergieeinspeisung durchführen konnte. Diese Versprechen hielten die Ingenieure ein. 

2. Akt: Steigende Handlung – Darf es ein Blöckchen mehr sein?

Vattenfall hatte ursprünglich eine Ein-Block-Anlage von 865 Megawatt geplant. Der Hamburger CDU-Senat unter Ole van Beust regte an, dass das moderne Kohlekraftwerk Moorburg auch Hamburgs Fernwärmeversorgung übernehmen sollte, die bisher durch das alte, 1965 in Betrieb genommenen Heizkraftwerk Wedel gewährleistet wurde, das ebenfalls Vattenfall gehört.

Betört von blumigen Versprechungen der Politik plante und baute Vattenfall also noch einen zweiten Block von 865 MW hinzu und rüstete beide Blöcke für hunderte von Millionen mit einer Anlage zur Wärmeauskopplung aus.

3. Akt: SchwarzRotGrüne Wolken ziehen am Horizont auf

Die politischen Begleitumstände um das Steinkohlekraftwerk im Hamburger Süden sind typisch für die Deutsche Industriepolitik. Kraftwerke sind ungeliebte, ja gehasste Kinder. Kraftwerke sind aber das Rückgrat einer Industrienation. Sie sind teure Langzeitinvestitionen. Zwischen Bau und Stilllegung vergehen oft 40 Jahre und mehr. Deshalb benötigt ein Investor in die Stromproduktion vor allem eins – politische und ökonomische Stabilität. Davon kann in Deutschland längst keine Rede mehr sein. Wenn die Kanzlerin zum Telefon greift, kann es aus sein, mit der Investition.

2008 verlor die Hamburger CDU nach acht Jahren Amtszeit von Ole von Beust die absolute Mehrheit und bildete eine Koalitionsregierung mit der Grün-Alternativen-Liste. Die Grünen zogen mit dem Slogan „Kohle von Beust“ in den Wahlkampf. Die Verwaltung begann, das mit einer Verzögerungstaktik. Um das Genehmigungsverfahren musste Vattenfall gegen die Bundesrepublik wegen der Verschleppung durch die Behörden klagen, wodurch die Inbetriebnahme um mehr als ein Jahr verzögert wurde – und am Ende musste eine Umweltsenatorin der Grünen, Anja Hajduk, das Kraftwerk Moorburg doch genehmigen, weil sie keine rechtliche Handhabe mehr dagegen sah. 

Mitten in der Bauphase des Kraftwerks, im Juli 2010, trat Ole von Beust zurück. Christoph Ahlhaus wurde Erster Bürgermeister. Hamburgs Schwarz-Grüne Koalition zerbrach im Februar 2011, und bei Neuwahlen errang die SPD die absolute Mehrheit, auch nicht gerade enthusiastische Freunde von Großkraftwerksbauten. Olaf Scholz wurde erster Bürgermeister der Hansestadt. 

2015 verlor die SPD wieder die Mehrheit und trat in eine Rot-Grüne Koalition ein. Für Moorburg zogen noch dunklere Wolken am Hamburger Himmel auf.

4. Akt: Mit einer gewonnenen Schlacht „zu Tode gesiegt“

Doch die Grünen wären nicht die Grünen, wenn sie die Niederlage von 2008 vergessen hätten. Behördenwillkür, Schikane und Prozesshanselei begleitete die gesamte Bauphase. Mitten im Bauprozess wurden die Umweltauflagen massiv verschärft. Die Vattenfall-Ingenieure hatten nämlich alle Werte des Bundesimmissionschutzgesetzes unterboten. Die Behörde senkte einfach die Grenzwerte der immisionschutzrechtlichen Genehmigung unter die beantragten Werte.

Es ist altbewährter Teil grüner Verteuerungsstrategie, durch immer weitere Senkung von Grenzwerten enorme Umplanungen und Baukosten zu erzwingen. Vattenfall klagte wegen der Verschleppung der Genehmigung auf Schadenersatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro vor dem internationalen Schiedsgericht zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten. Das Verfahren endete mit einem Vergleich ohne Schadensersatz. Und trotzdem schafften es die Ingenieure, unter enormem Aufwand auch die verschärften Werte zu erreichen.

Der BUND brachte eine Klage bei der EU-Kommission wegen möglicher Fischbeeinträchtigungen von Lachsen, Fluss- und Meerneunaugen ein. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Behörde die Genehmigung fehlerhaft erteilt hatte. Vattenfall durfte daraufhin kein Kühlwasser mehr aus der Elbe entnehmen und musste einen zwangsbelüfteten Kühlturm bauen. Dieser verbraucht für seine Gebläse die elektrische Leistung einer Kleinstadt. An heißen Tagen reicht er trotzdem nicht aus und die Stromproduktion muss gedrosselt werden. Beides erhöhte die Stromgestehungskosten nicht unerheblich. 

Um die Fernwärmeauskopplung zu nutzen, musste natürlich das Kraftwerk an das Fernwärmenetz von Hamburg angeschlossen werden. Die dafür nötige Fernwärmeleitung wurde auf Druck von Bürgerinitiativen und BUND nicht genehmigt. Es hätten nämlich 400 Bäume gefällt werden müssen. Ohne die Fernwärmeleitung blieb der Energienutzungsgrad des Kraftwerks niedriger, außerdem waren die Investitionen in die Anlagen zur Fernwärme-Auskopplung vergeblich getätigt worden. 300 Millionen futsch, sprichwörtlich durch den Schornstein gejagt.

Als wäre das alles noch nicht genug, mussten Teile der Anlage – 36.000 Quadratmeter mit speziellem Muster für 15 Millionen Euro – von außen verklinkert werden. „Damit sie sich ins Stadtbild von Moorburg einfügen“, so Oberbaudirektor Jörn Walter. Bezahlen musste es natürlich Vattenfall.

Am 18. November 2015 weihte Olaf Scholz, das supermoderne Kraftwerk Moorburg ein. Es sollte jetzt mindestens 25 Jahre bis 2040 laufen, um dann modernisiert zu werden. Der Betreiber Vattenfall hatte den Hamburger Politikern einen Sieg abgetrotzt. König Pyrrhus grüßte schon aus der Ferne.

5. Akt: Retardation – Aussteigen im Nirgendwo. Verhindern, verteuern, verbieten 

Der Umgang der Hamburger Politik mit Moorburg war gekennzeichnet durch grobe Fahrlässigkeit. Weder verfolgte der Senat jemals eine nachvollziehbare Energiepolitik, noch hatte die Stadt irgendeine ökologisch vernünftige Alternative zu Moorburg. Die Möglichkeit, Moorburg in einer optimierten Weise in den Strukturwandel des deutschen Energiesystems einzubeziehen, wurde von den Grünen von vorn herein kategorisch verhindert, verteuert und verboten. 

Wie sollen Investoren unter solchen Bedingungen Entscheidungen fällen, die Milliarden kosten? Welches Vertrauen sollen Investoren zu Politikern haben, die erst eine Verdoppelung der Investitionskosten propagieren, um dann, wenn sich der Wind dreht, die Nutzung des Assets nach Kräften behindern, verteuern oder gar verbieten. Und das ist nicht nur bei großen Investitionen der Fall. Dieselben Politiker, die vor 10 Jahren für die Bürger den Kauf eines Dieselautos propagierten, verbieten diesem heute das Einfahren in die Städte. Heute entscheiden nicht mehr Ingenieure über technische Lösungen, sondern Richter.

Die kostentreibenden Betriebsbehinderungen zeigten ihre Wirkung. Auch die Vorrangeinspeisung von Wind- und Sonnenstrom führten dazu, dass Moorburg im ersten Halbjahr 2020 über 800 Millionen Euro Verluste schrieb. Dazu kam die Aussicht auf weitere Zusatzkosten durch die neue CO2-Steuer ab 2021.

6. Akt: Lösung des Konflikts – Nur komplett Irre machen so etwas

Also zogen die Manager von Vattenfall die Reißleine. Die Rotgrünen hatten Vattenfall jahrelang derartig schikaniert und ruiniert, dass das Unternehmen offenbar keinen anderen Ausweg als die Stilllegung mehr sah. 

Vattenfall nahm mit Moorburg am Ausschreibungsverfahren zur Reduzierung der Verstromung von Steinkohleanlagen und Braunkohle-Kleinanlagen zum Gebotstermin 1. September 2020 teil. Am 1. Dezember 2020 wurde das Ergebnis des Verfahrens gemäß § 24 Abs.1 Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) von der Bundesnetzagentur öffentlich bekannt gegeben. Beide Moorburg-Blöcke erhielten neben neun weiteren Kohleblöcken einen Zuschlag, wodurch das Vermarktungsverbot am 1. Januar 2021 und das Kohleverstromungsverbot für diese Blöcke im Juli 2021 in Kraft tritt. Einen Zuschlag für zwei Verbote, wenn das nicht ein Euphemismus ist?

Anna Borg, Präsidentin und CEO von Vattenfall, äußerte sich trotzdem politisch korrekt: „Wir begrüßen diese Entscheidung. Sie ermöglicht es uns, das Kraftwerk Moorburg früher als bisher geplant vom Netz zu nehmen. Obwohl das Kraftwerk, das 2015 in Betrieb genommen wurde, eines der modernsten in Deutschland ist, entspricht die frühzeitige Stilllegung sowohl den Plänen der deutschen Bundesregierung, die Emissionen aus der Kohleverstromung zu reduzieren, als auch der Strategie von Vattenfall, innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen“. Sie denkt dabei wohl an etwa 200 Millionen Euro Steuergeld, die Vattenfall die Abrisskosten versüßen sollen. Die Abrissbirne kommt bald, es sei denn, die Netzbetreiber stufen Moorburg als „Systemkraftwerk“ ein und der Steuerzahler muss das künftige Stand-by teuer bezahlen.

Es ist völlig ungeklärt, wo bei Flaute und Dunkelheit der Ersatzstrom des Kraftwerkes Moorburg herkommen soll. Hamburgs grüner Umweltsenator Jens Kerstan bejubelt trotzdem die Stilllegung. „Das Kraftwerk Moorburg war von Anfang an überdimensioniert, unwirtschaftlich und aus der Zeit gefallen. Es ist für den Klimaschutz eine gute Nachricht, wenn es jetzt deutlich früher vom Netz geht als ursprünglich geplant. Mit der Stilllegung Moorburgs werde der Kohleausstieg in Hamburg nun nicht nur in der Wärme deutlich früher vollzogen, als im Rest der Republik. Wir schaffen so auch den gesamten Kohleausstieg in Hamburg bis spätestens 2030." Am Standort Moorburg soll nun die „Energieversorgung der Zukunft" beginnen. Neben der Produktion von grünem Wasserstoff in großem Stil könne dort auch ein innovativer Hochtemperatur-Stahlspeicher entstehen, vielleicht sogar mit einer Kapazität von 500 Megawattstunden. Jens Kersten ist Volkswirt. Mir ist nicht bekannt, ob ihm klar ist, dass sein innovativer Speicher das Kraftwerk für eine knappe halbe Stunde ersetzen kann. „Es wird hier keine Blackouts geben", sagte er trotzdem mutig. Wie denn, mit der „Energieversorgung der Zukunft“? Muss man nicht erstmal die stillgelegte Anlage abreißen? Das können ja die 200 hochqualifizierten Mitarbeiter des Kraftwerkes übernehmen, die stehen nämlich vor dem Jobverlust. 

Epilog

Es wurden gerade erfolgreich drei Milliarden Euro vernichtet. Na und, werden Sie fragen? Ist doch das Geld des bösen Energieriesen Vattenfall. Das kostet nichts, das bezahlen die Schweden? Na ja, das ist auf den ersten Blick so. Nur muss der fehlende Strom ja nach der Abschaltung von Moorburg irgendwo erzeugt werden. Glaubt jemand, das die Schweden nach dieser Pleite ein entsprechendes Gaskraftwerk errichten?

Doch dieses Gaskraftwerk muss irgendwie und irgendwo gebaut werden. Aber auf Steuerzahlerkosten, denn kein Investor, der bei Trost ist, wird das Risiko eingehen. Die Abschalter haben jedes Maß verloren. In einem Jahr geht das Kernkraftwerk Brokdorf mit seinen 1.500 MW vom Netz. Dann fehlen schon 3.100 Megawatt im Nordnetz und weitere zwei Milliarden Euro sind vernichtet. Und in Niedersachsen gehen die Kernkraftwerke Grohnde mit 1.500 MW und Emsland mit 1.500 MW vom Netz. Dazu kommen im Süden die KKW Isar und Gundremmingen mit zusammen weiteren 2.900 MW. Dann fehlen 9.000 Megawatt Erzeugungsleistung für Grundlast im deutschen Netz. Und weitere acht Milliarden Wert werden, grob geschätzt, vernichtet.

Noch eines ist zu bedenken: auch steuergeldbezahlte Gaskraftwerke lassen sich nicht in einem Jahr aus dem Boden stampfen. Es wird also auch nach der Abschaltung der genannten Anlagen bis 2022 noch keine neuen Ersatzgaskraftwerke geben. Die Frage ist daher nicht, ob es Stromabschaltungen geben wird, die Frage ist nur: wann. Denn nur mit Stromrationierung (Brown-Outs) lässt sich bei dieser Politik ein Blackout vermeiden.

Deutschlands De-Industrialisierung schreitet munter weiter voran. Deutschland hat bereits die höchsten Strompreise der Welt und es wird noch teurer werden, noch viel teurer. Das Netz muss umfangreich ausgebaut werden, Gaskraftwerke gebaut, und eine Verdoppelung der Windräder und Solaranlagen ist vorgesehen. 

Um Umweltpolitik geht es dabei schon lange nicht mehr. Angesichts des noch bis 2025 geplanten Weiterbetriebs des 50 Jahre alten Kohleheizkraftwerks in Wedel bezeichnete der Vorsitzende des Hamburger Steuerzahlerbundes, Lorenz Palte, die geplante Stilllegung von Moorburg „des saubersten Kohlekraftwerks der Republik" als "ökologischen Irrsinn und Steuerverschwendung". Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Manfred Haferburg ist Autor des Romans “Wohn-Haft“ (4,9 von 5 bei 122 Bewertungen), der mehr und mehr von einem DDR-Roman zu einem Buch wird, das die Zukunft beschreibt.

Foto: Pixabay

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Hans-Peter Dollhopf / 11.12.2020

Wenn man mit dem Mountainbike zum Weinbiet hochkraxelte, konnte man auf der Terrasse der Gastronomie oben dann, während mit äm Dubbe Rieslingschorle vor sich, direkt durch eine Waldschneise auch die entfernden Türme von Philippsburg, auf der Rheinebene liegend, erkennen. “Die Rheinpfalz” vom 11. Mai: “Coronavirus verhindert Abriss-Event”. Tschö mit Ö. Weil sich 400 kV als Gleichstrom verlustfreier transportieren lassen denn als Wechselstrom, steht auf dem Gelände zukünftig ein gigantischer Wechselrichter am Ende einer Gleichstromtrasse, die den an der Nordsee erzeugten Windstrom in den Süden schaffen soll. Block 9 des Großkraftwerks im benachbarten Mannheim wird auf Ratsbeschluss derweil nicht auf Gasbetrieb ungerichtet werden und damit abgeschaltet.  Dabei kommt von dem doch ein wesentlicher Anteil 16 2/3 Hz-Kohle[!]strom für die, schmunzel: Green[!]card-Kunden.

Holger Sulz / 11.12.2020

Moorburg- ein Brillant der Ingenieurskunst. Als Bewohner Hamburgs konnte man seit Jahr und Tag in den Zeitgeistpostillen die gelungenen Schläge der Ökostalinisten aller Parteien gegen das Kraftwerk verfolgen, da wurde im Artikel noch untertrieben. Ähnlich aussichtslos ist die Lage für das neueste hochmoderne Kohlekraftwerk Datteln 4, das nur deshalb 2020 ans Netz ging, weil die Hauptabnehmer RWE und Deutsche Bahn für den Herbst/Winter 2020 katastrophale Lieferengpässe zu kommunizieren verstanden- in der Tat sähe es im dunklen, windarmen Nov/Dez des Jahres ohne Datteln ziemlich schlecht für die Bahn und das Ruhrgebiet aus- sehr wohl kann sein, was bei Ideologen nicht sein darf. Es ist zudem tödlich dem grünen Wahn anzuhängen, Retter in akuter Not seien aus dem Boden gestampfte Gaskraftwerke- solange Nordstream 2 nicht steht und große Netzspeicher und Kobolde nur ein schwülfeuchter Traum alternder Schwarzrotgrünfeministinnen sind, wird daraus nichts. Am besten lernt der deutsche Lemming aus gemachter Erfahrung, auch wenn er danach mausetot ist. Wir sollten deshalb froher Hoffnung sein, daß es klappt mit der abgrunddummen Abschalteritis und die ergrünten Hamburger Pfeffersäckinnen aus dem Reemtsma-Dunstkreis in Blankenese säßen mal einige Zeit mit kaltem Arsch im Dunkeln wie auch ihre Terrorbrigaden in der Roten Flora sowie das sonstige SED-Gesockse der Stadt. Das Mütchen mal im Wortsinne ordentlich zu kühlen, ist Mittel der Wahl.

Michael Guhlmann / 11.12.2020

Ich verstehe nicht den häufig geäußerten Wunsch, es möge nun endlich ein ordentlicher Blackout eintreten, damit “die Schlafschafe aufwachen”. Und was soll dann passieren? Ebenso geht die Behauptung in die Irre, der Wähler - ausweislich der Wahlergebnisse - wolle es schließlich so. Der Wähler will es nicht so.  Die Mehrzahl der Wähler sind politisch desinteressiert und unter geschickter psychologischer Beeinflussung außerstande abzusehen, was sie mittelfristig anrichten, indem sie ihre Stimme den Blockparteien geben, ja mehr noch:  Sie sehen gar nicht, daß Parteien, die in grauer Vorzeit für moderat (!) unterschiedliche Ziele standen,  längst zu einem Konglomerat verschmolzen sind, innerhalb dessen in jeder beliebigen Kombination koaliert wird zum Zwecke des Machterhalts und der Versorgung ihrer Postenbesetzer. Der Anteil der wirklich Dummen unter den Wählern ist marginal, womit ich nicht sagen will, daß sie keinen Schaden anrichten. —- Ich glaube, daß @H.Meier und @T.Weidner recht haben, so gräßlich das ist.  Bestärkt werde ich in dieser Ansicht, wenn ich betrachte, wie gewisse DDR-Karrieren sich hier fortsetzen.  Irgendwo las ich, Margot Honecker habe nach ihrer Exilierung gesagt “Ihr werdet euch noch wundern.” Kann das jemand bestätigen (samt der Umstände und der Quelle)?

Peter Hager / 11.12.2020

Herr Haferburg, es tut richtig weh wenn man diese politisch gewollte “Tragikomodie” liest. Ein modernes Kraftwerk wird nach nur 5 Jahren Betriebszeit abgewickelt. Und ein grüner Umweltsenator freut sich darüber und träumt von der Energieversorgung der Zukunft mittels Wasserstoff. Von welchen Strom denn! Schaut man sich im Agorameter die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in den letzten Wochen an, dann fehlen häufig mehr als 2/3 des aktuellen Strombedarfs. Da man die Wärmenutzung des Moorburger Kraftwerks ja erfolgreich verhindert hat denkt das Hamburger Umweltamt über die Verfeuerung von Buschholz aus Namibia zur Wärmeerzeugung nach - einfach nur noch Irre!      

Norbert Meyer-Ramien / 11.12.2020

Lieber Herr Haferburg, Ihrem ausgezeichneten Artikel ist nicht viel hinzuzufügen. Ich wohne hier in Hamburg-Neuengamme direkt an der Elbe, d.h. ca. 15 km südwestlich vom “alten” AKW-Krümmel (Vattenfall) und ca. 20 km nordöstlich vom KKW Moorburg. Die damals geplante und jetzt durchgeführte Abschaltung von Krümmel als Hauptversorger für HH, war meines Wissens nach mit ein Grund, mit dem Hochleistungs KKW- Moorburg einen Ersatz für die Stromversorgung Hamburgs (wesentlich Industrie u.a. Kupferproduktion) zu schaffen. Moorburg lieferte anno 2019 ca. 70 TWh Strom = ca. 70% des Stroms für Hamburg. Im alten KKW-Wedel (50 km nördlich von hier an der Unterelbe / S-H) will man zukünftig Strom aus der S-H Windkraft zur Wärmeversorgung verwenden. “Gute Nacht Marie” und beste Grüße an Sie von Norbert Meyer-Ramien

Hans-Peter Dollhopf / 11.12.2020

Herr Haferburg, die dem Land das antun, sind ja gut verschmarotzt, sodass unsere Schädigungen flächendeckend organisiert werden. Parallel werden von der grünen Brut unter anderem auch gerne die Herrschaften mit den bunten Namen ohne Deutschkenntnisse betreut, die es schon einmal fertigbringen, eine Heizkostenjahresabrechnungsnachzahlung auf 5000 Euro hochzuschrauben. Vielleicht eine gutmenschliche Rechtsanwältin mit ehrenamtlichen Anwandlungen oder ein professioneller Flüchtlingshilfsverein telefoniert dann etwas herum und schon sagt das Amt die Kostenübernahme zu und der Energieversorger liefert dem Penner die entsprechenden Nachweise, auf denen der Heizstromverbrauch explizit vom Haushaltsstrom getrennt dargestellt wird. Ich hatte während einer Tätigkeit für ein EVU einmal eine solche deutschtürkische Akteurin von einem Hilfeverein, die einen “sprachlosen” Nigerianer vertrat, der ein paar Tausender verbraten hatte und natürlich nichts davon bezahlen konnte. Also sprachen wir die Angelegenheit durch und ich sagte ihr zum Abschied die Zusendung der benötigten Unterlagen zu. So ist die Praxis, schließlich will das Unternehmen das Geld für seine gelieferte Energie, weil die Mitarbeiter auch ihren Lohn brauchen, und wenn der Sozialstaat dem Nigerianer das zahlt, dann ist das eben so. Die Türkin nutzte die Freisprechanlage für die anderen in ihrem Büro zum Mithören. Da ich immer den Kunden zuerst auflegen ließ, sie dessen aber nicht gewahr war, hörte ich sie nach der Verabschiedung noch zu der Runde in ihrem Büro lästern: “Man muss mit den Deutschen umgehen, wie sie sind! Schleimig.” Lessons learned.

Elias Schwarz / 11.12.2020

Vor kurzem erschienen die Ergebnisse der TIMSS-Studie. Ist wohl so etwas, wie PISA, begrenzt sich aber auf Mathe- und Naturwissenschaft. Es dürfte keine Überraschung sein, daß Deutschland nicht gerade zu Siegesmächten gehört.

sybille eden / 11.12.2020

Habe auch absolut kein Mitleid mit den gehirngewaschenen Wählern. Wünsche den Hamburgern viele lange Blackouts ! Wer nichts versteht muss eben fühlen. Dieses germanische Herrenvolk wird mir immer fremder. Viele Grüsse aus Irland an alle Foristen !

sybille eden / 11.12.2020

Lieber Herr Andreas MÜLLER, suchen sie mal bei Vera Lengsfeld !

Wilfried Nauck / 11.12.2020

Zu der Frage von Andreas Müller bez. Politikeinstieg von Merkel. Ich würde mal bei Vera Lengsfeld nachschauen. Es wurde geschildert, dass Merkel erst bei der SDP (damals Ost-SPD) nachgefragt hat. Dort wurde sie auf die Ochsentour (Basisarbeit, Wahlstände usw.) verwiesen. Das hat ihr nicht gefallen. Sie ist dann, wenn ich mich recht erinnere, bei dem zunächst von Stasi-Schnur geleiteten Demokratischen Aufbruch eingestiegen, der dann mit der CDU fusionierte. Der Rest der Tragödie ist sattsam bekannt.

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