Die französische Regierung arbeitet still und leise daran, sechs neue Europäische Druckwasserreaktoren (EPR) zu bauen. In einem Schreiben an den Vorstand des französischen staatlichen Energieversorgers EdF gibt die französische Regierung einen Fahrplan vor, der zum Bau von sechs EPR-Reaktoren in den nächsten fünfzehn Jahren führen könnte. Das heißt derzeit aber nur: Frankreich hat nicht entschieden, die Debatte ist noch offen. Der Präsident der Republik, Emmanuel Macron, hat EdF lediglich aufgefordert, Mitte 2021 eine umfassende Studie vorzulegen, um eine Entscheidung über dieses heikle Thema treffen zu können.
„Les Echos“ hat die Betrachtungen öffentlich gemacht, nach der der Bau von sechs neuen EPR’s mit jeweils 1.500 Megawatt ab dem Jahr 2025 zur Aufrechterhaltung der französischen Stromversorgung notwendig wäre. (Franceinfo berichtet). Die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtete am Montag von einem Brief, den Umweltministerin Elisabeth Borne und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an EdF-Chef Jean-Bernard Lévy geschrieben haben. Darin ist der Zeitung zufolge ebenfalls die Rede vom Neubau von insgesamt sechs EPR, die paarweise an drei Standorten im Land errichtet werden sollen. Die Neubauten sollten über einen Zeitraum von 15 Jahren in Paaren gestaffelt erfolgen.
Der EPR war ursprünglich ein französisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt von Framatom und Siemens. Siemens hat sich komplett aus dem Projekt verabschiedet und Areva baut nunmehr allein dieses am meisten fortgeschrittene Kernkraftwerk der Welt. Damit ist der EPR auch ein französisches Politikum – ein Prestigeprojekt, an dem tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze hängen.
Uups, Frankreich arbeitet ergebnisoffen
In China laufen bereits zwei EPRs in Taishan. Im Finnischen Olkiluoto geht derzeit ein EPR mit zehnjähriger Verspätung und immensen Kosten in Betrieb. Der EPR in Flammanville/Frankreich hat bisher sechseinhalb Jahre Verspätung, was eine Kostensteigerung à la BER, nämlich eine Vervierfachung der Investitionskosten zur Folge hatte. Im Vereinigten Königreich entstehen gerade zwei neue EPRs.
Und nun wird ruchbar, dass sechs neue EPRs für Frankreichs Stromversorgung gebaut werden sollen. Für Wirtschaftsminister Bruno Le Maire geht es allerdings nicht darum, schnell zu entscheiden. Er erinnerte daran, dass es Sache des Präsidenten der Republik und des Premierministers wäre, zu entscheiden, ob er neue Kernkraftwerke baut oder nicht. Diese Kompromisse werden im Herbst im Rahmen der mehrjährigen Energieplanung bekannt gegeben.
Uups, Frankreich arbeitet ergebnisoffen an einer „mehrjähriger Energieplanung“? Im CO2 Ausstoß pro Kopf liegt Frankreich jedenfalls mit 6,5 t/a weit vor Deutschland mit 11 t/a und nimmt damit Platz 8 im Europavergleich ein, Deutschland landet auf dem kläglichen Platz 24.
In der deutschen Politik regt sich trotzdem Widerstand gegen die französischen Pläne. "Trotz immer teureren Pleiten, Pech und Pannen beim AKW-Neubau am Ärmelkanal bekommt der Neubau sechs weitere solcher Problemmeiler den Vorzug", beklagt die Grünenpolitikerin Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag im Gespräch mit dem SPIEGEL. Die Bundesregierung müsse sofort Gespräche mit Frankreich aufnehmen, „um etwas gegen diesen gefährlichen Irrsinn zu unternehmen". Da hat Frau Kotting-Uhl einen Punkt, schließlich könnte ja Frankreich das viele Geld auch in eine Energiewende à la Vorreiter-Deutschland ohne gefährlichen Irrsinn stecken.
Der Strom kostet in Frankreich nur halb so viel wie bei uns
Natürlich gab es auch einen Aufschrei der französischen „Ecologistes“, die ihr Ziel in Gefahr sehen, den Beitrag der Kernkraft zur Stromversorgung Frankreichs von gegenwärtig ca. 75 Prozent bis 2025 auf 55 Prozent zu vermindern und dafür Frankreich mit Windstromanlagen ein bisschen aufzuhübschen. Die Frage der Gelbwesten, warum ausgerechnet 55 Prozent und nicht 65 Prozent oder 25 Prozent, konnte allerdings der französische Präsident Macron nicht zu ihrer Zufriedenheit beantworten. Und so gehen die Proteste der Gelbwesten von den deutschen Medien weitgehend unbeachtet weiter.
Nebenbei sei erwähnt, dass der Strom in Frankreich mit 16 Cent pro KWh nur halb so viel kostet wie in Deutschland, wo die Energiewende zur Freude der Stromkunden und Steuerzahler unverdrossen weiter voranschreitet. Steigt doch die EEG Umlage im kommenden Jahr um weitere 5,5 Prozent an, auch die Netzentgelte werden steigen, und der Strombeschaffungspreis an der Börse steigt ebenfalls durch die Verknappung nach der Abschaltung weiterer Kernkraftwerke in Deutschland an. Da diese Verteuerung sich auch auf die zu zahlenden Steuern auswirkt, freut sich Olaf Scholz schon sehr auf die sprudelnden Steuerquellen, schließlich bestehen 55 Prozent der Stromkosten aus Steuern und Umlagen. Der Strompreis steigt und steigt, ich wage mal zu prognostizieren, dass wir uns langsam aber sicher in Richtung Strompreis-Weltmeister mit 31 Cent pro KWh qualifizieren.
Beitragsbild: Pixabay

ICH könnte mir vorstellen, dass verantwortlich Grüne einestags vor dem Kadi landen. Wenn heraus kommt, dass sie den deutschen THORIUM-Reaktor, nach Tschenobyl 1986 ff, wider besseren Wissens, politisch-rechtlich blockiert haben (um ein pol. Wahlthema zu behalten) und dem deutschen Volk damit einen riesen Schaden zugfügt haben. Nachträgliche Eingriffe in die Pensionen wären beamtenrechtlich möglich. War es Sabotage im Amt? Dahin gehend engt sich die Kernfrage ein, die gewählte Abgeordnete nicht beräfe. Ich denke auch an Minister TRITTIN, letztlich nur Beamter, der das Lager ASSE ingnoriert hat, aus Kostengründen, obwohl ein qualf. Sanierungsvorschlag aus eigenem Hause vorlag. Diese pol. Figuren gehen an so vielem Regierungs-Chaos vorbei, dass sie davon überzeugt sind, dass der Gesetzesvollzug sie nicht beträfe, was aber ein tiefer Irrtum ist.
Wieder einmal entlarven sich die grünen Vielflieger selbst. Ihr CO2-Wahn ist nur ein Vorwand, um Deutschland zu einem Dritteweltland zu machen. Jeder vernünftige Vorschlag wird sofort mit irgend einer fadenscheinigen Begründung blockiert. In Frankreich sind in den vergangenen 50 Jahren weniger Menschen durch Atomunfälle ums Leben gekommen, als in Deutschland durch die Gäste der grünen Merkel in einem Jahr.
Gerade (online) die Stromabrechnung bekommen: moderate Rückzahlung, aber gleichzeitig leicht höher gesetzte Abschläge, wahrscheinlich wegen der vsl. steigenden Preise. Das zeigt, wohin bei uns die Reise geht. Danke Merkel und Anhang, also danke an alle minus AfD!
Die Merkelgummipolitik mutiert zum Knüppel auf das Volk. - Wenn er schlau ist, der Franzos, dann baut er weiter Grünschissmeiler. Nur vom Käseexpedieren lebt kein Gott in Frankreich. Der deutsche Enkel dankt.
Tut mir leid, aber unter dem (letzten) Link zu Verivox finde ich nur Angaben zu „Strompreisen“ („Strom“ ist keine Einheit für elektrische Energie, bezahlt wird ELEKTRISCHE ARBEIT in kWh) in den Ländern der EU. Nun ist die EU zweifellos die größte EU ever, aber eben nicht die Welt (und das ist auch gut so). Wenn der Verfasser „Strompreis-Weltmeister“ schreibt, dann sollte er das auch mit einer Quelle belegen. Mich würden die weltweiten Energiepreise sowieso einmal interessieren.