Achgut.tv / 01.04.2019 / 06:28 / 51 / Seite ausdrucken

Broders Spiegel: Brite werden, jetzt erst recht!

Gerade in Deutschland wird recht abfällig über das Brexit-Chaos in Britannien geurteilt. Dabei ist es ein kreatives Chaos und vor allem lebendige Demokratie. Im Parlament wird immer wieder hart debattiert und abgestimmt, ohne dass man vorher weiß, was am Ende rauskommt. Auch die heftigsten Debatten sind dabei nicht nur meist kultiviert, sondern auch unterhaltsam. Unvorstellbar in Deutschland, wo Projekte, wie die Energiewende, die Verkehrswende und die geistig-moralische Wende ohne große Diskussionen angegangen werden. Möchte man da nicht lieber Brite werden? Gerade jetzt?

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Ulrich Jäger / 01.04.2019

@Brigitte Ernst Die Verzehnfachung der Einbürgerung ist wohl eher auf die Briten zurückzuführen, die in Deutschland leben und arbeiten. Und hier spielt sicher die von den Medien geschürte Angst mit, das Land nach einem Brexit verlassen zu müssen. Ein Blick über die Grenzen hilft da schon zu relativieren. Ausreiseländer für Deutsche waren 2017 vor allem die Nicht-EU-Länder Schweiz und USA. Primär wohl, um dort zu leben und zu arbeiten. Und die treibt auch nicht die Angst zurück, das Auswanderungsland verlassen zu müssen. Und in beiden Ländern ist es für Immigranten möglich, nach einigen Jahren die jeweilige Staatsbürgerschaft zu erhalten. Was soll so schlimm daran sein, Staatsbürger des Landes zu werden, in dem man seinen Lebensmittelpunkt hat?

klaus blankenhagel / 01.04.2019

besser noch waere der US-Pass, ein “schweres” Unterfangen!

Karl-Heinz Vonderstein / 01.04.2019

Ich glaub, die Briten lieben den Streit und die Gegensätze und Uneinigkeiten in einer Demokratie.Aber irgendwie funktioniert ihre Demokratie schon seit fast 4 Jahrhunderten ganz gut.Das kleine Vereinigte Königreich von Großbritannien besaß jahrhundertelang ein riesiges Weltreich und trug dazu bei, wie vielleicht kein anderes Land im gleichen Maße, dass die Demokratie sich über die Welt verbreitete. Die Grundlagen der USA wurden geschaffen in den ältesten 13 britischen Kolonien Nordamerikas. Die Vorfahren von Präsident George Washington und anderer US Präsidenten kamen vorallem aus England. Hätte Großbritannien im Zweiten Weltkrieg, besonders in den Jahren 1940/41, nicht so vehement und entschlossen gegen Nazideutschland gekämpft, wer weiß, wie der Krieg dann weitergegangen wäre und ob Hitler Deutschland überhaupt besiegt worden wäre. Nach dem Krieg waren es neben den Amerikanern auch Briten und Franzosen, die uns Deutschen wieder Demokratie und eine freie Presse beibrachten.

Gabriele Klein / 01.04.2019

@Vetter: Gebe Ihnen vollkommen Recht.  Dass die Vorkriegspresse von anno dazumal neu auferstehen würde mit der genau gleichen widerlichen Häme hätte ich, als ich damals, als ich die Archive zur Vorgeschichte der 2 Weltkriege durchkämmte, niemals für möglich gehalten.  Ein Blick in die heutigen deutschen Medien ist nur noch widerlich.  Donald Trump, der von ihnen als “Hitler” verleumdet wird,  veröffentlichte unlängst zum Down Syndrom Day auf facebook ein Bild, das ihn, sowie den Vice President Pence zeigt. Trump hält strahlend die Hand einer Betroffenen während die Hände von Pence von hinten solidarisch auf den Schultern von 2 weiteren Betroffenen ruhen. Beide senden eine klare Botschaft der Solidarität in die Welt mit jenen die Hitler einst vergaste, nachdem deutsche Medien hierfür den Weg ebneten….... Ich schäme mich in Grund und Boden für dieses Land und seine feige, restlos verkommene Besatzung. Wahrscheinlich ist genau das der Grund warum gewisse Kreise versuchen, es immer schwieriger zu machen per Internet Bilder aus “Feindesland” aufrufen zu können…..Bleibt zu hoffen dass unsere “Regierung” (wenn man es überhaupt so nennen kann) nicht selbst über die von ihr gesetzten “Stolpersteine” vor ihrer Haustüre stolpert.

B.Kröger / 01.04.2019

Diskussionen im Parlament werden leider bei uns als “Streit” angesehen und das will man scheinbar nicht. Immer schön einer Meinung sein, immer schön einig sein. Nur keine Kritik.  Sind die Deutschen mehrheitlich wirklich Demokratie feindlich?  Sehen sie die Möglichkeiten demokratischer Auseinandersetzungen nicht? Was ist da los bei uns?

Reinhard Benditte / 01.04.2019

Sehr geehrter Herr Broder! Sie haben mit Ihrem Beitrag wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Ja, das ist Demokratie. Da wird debattiert bis die sprichwörtlichen Fetzen fliegen, da muss die Regierungschefin wirklich Rede und Antwort stehen, da wird hart gerungen - und so stelle ich mir Demokratie vor. Von dieser Art der Demokratie ist man in Deutschland doch meilenweit entfernt. Hier läuft es, seit Frau Merkel an der Macht ist, genauso ab wie in der DDR. Frau Merkel gibt vor und die Volkskammer, Pardon der Bundestag, nickt ab. Und sollte es einmal Abweichler geben, dann werden sie diszipliniert oder gemobbt. Und die Fragestunden, die man eingerichtet hat ist ein Witz, die bringt genau soviel wie eine Luftbewegung in Hamburg, wenn ein Schmetterling in China mit den Flügeln schlägt! Jeder sollte sich einmal eine öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses ansehen (z.B. Den Die mit Frau Lengsfeld bestritten hatten). Das ist eine Lehrstunde, wie Demokratie, praktiziert durch die gewählten Abgeordneten, eben nicht funktioniert. Da geht es eben nicht um den Inhalt der Petition, sondern darum, wie man am besten irgendwelche sachlichen Argumente durch die Petitantin vermeiden kann. Deutschland und Demokratie - lachhaft. Es ist eine Herrschaft des Unrechts, die der Parteistaat und seine Elite praktiziert. Demokratie geht eben so wie in der Schweiz, in England, Kanada, USA und Australien!

Werner Arning / 01.04.2019

Was die Engländer uns zeigen, ist, wie eine wehrhafte Demokratie funktioniert. Diesen Begriff „wehrhafte Demokratie“ benutzt man in Deutschland gern. Doch meint man in Deutschland etwas ganz anderes damit. Man meint, die Demokratie sei ein Zustand, welchen man gegen äußere Angriffe, etwa von Rechts, schützen müsse. So wie man ein Auto vor Kratzern schützt, oder ein Kind vor einer Gefahr, oder wie man ein Medikament gegen eine drohende Krankheit einnimmt. Doch Demokratie ist kein statischer Zustand, den es zu schützen gilt. Demokratie lebt. Demokratie will gelebt werden. Sie besteht aus Auseinandersetzung, aus Streit, aus Meinungsverschiedenheit, aus Debatten, aus freier Meinungsäußerung. Haben wir so etwas in Deutschland? Gibt es diese freien Debatten, diesen notwendigen Streit, diese klärenden Aussprachen? Nein, davon ist in Deutschland weit und breit nichts zu sehen. In Deutschland versucht man sein Auto (seine „Demokratie“) vor einem Kratzer zu schützen und lässt dieses lieber sicher in der Garage stehen und bewacht das Garagentor. Das ist kein demokratisches Vorgehen. Das ist Angst. Das ist die Unfähigkeit zum „Leben“ einer Demokratie. Die Unfähigkeit zur Debatte, zur Auseinandersetzung, zum Aushalten unterschiedlicher Meinungen. Das ist Humorlosigkeit.

Clemens Gunter / 01.04.2019

Es gibt im Englischen die schöne Metapher der “growing pains” (Wachstums-Schmerzen); um größer, gestärkt aus einer Sache hervorzugehen, muss man bisweilen ersteinmal Schmerzen & Einbuße hinnehmen. “Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann”, kommt dem vllt im dt. noch am nächsten (oder auch Nietzsches Metapher: “... man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.”). Angesichts der Tatsache, wie Artikel 13 & 11 jüngst durchgeboxt wurden, ohne Änderungsvorschläge, & unter Vorverlegung vor die angekündigten Proteste, ja, unter Behauptung, dass seien alles nur Trolle, Bots & bezahlte Demonstranten, hat ein für alle mal gezeigt, welche VERACHTUNG Brüssel gegenüber demokratischen Prozessen hat. So wird es uns Allen nicht erspart bleiben, aus der EU auszutreten, oder noch mehr unserer demokratischen Grundrechte & Meinungsfreiheit einzubüßen (was aber auch andere Ursachen hat; wie bsw. das Outsourcing des öff. Meinungsbildungsprozesses/Diskurses an private Plattformen wie Facebook&Co;., wo dann die Politik ungestraft die Paragraphen & Artikel zum Schutz der Meinungsfreiheit unter privatrechtlichem Vorwand umgehen & aushebeln kann… Im Grunde genommen ist es hochverrat (!) an der Demokratie als solche, & seines Mandats im besonderen, wenn ein gewählter Volksvertreter ungeniert auf Twitter (mit Kürzel “MdB”) politisch wird, wo dann unerwünscht kritische Antworten geblockt, gelöscht, oder,schlimmer noch,einem Ghost-Ban unterworfen werden; mob-Mentalität & Hetze inklusive, gegen die geächteten Meinungsabweichler!). Man muss ein monströses Ding erst zerstören (kreative, selbst konstruktive Zerstörung!), bevor etwas neues in seiner Statt entstehen kann. Europa verdient besseres als DIESE EU! .. auch wenn dabei USA & Russland sich einstw. ins Fäustchen lachen, diesen Konkurrenten erstmal los zu sein. Lieber [kleine] Schweiz spielen, als für die Illusion von Größe seine Freiheit verpfänden; “splendid Isolation” und so.. ganz Britisch!

Hans-Rolf Vetter / 01.04.2019

Dieser Tage dachte ich in der Tat, daß ich mich, je mehr die Briten seitens der EU-Gehirnwäscher und Deutschen Propagandamedien so richtig “fertig” gemacht werden sollen, nach dem Mutterland des offenen politischen Diskurses sehne. Nachdem mit Manfred Weber nun endlich auch die CSU endgültig ins Merkel’sche Blockparteiensystem der Schwätzer integriert ist, begrüsse ich ohnehin jede andere Alternative. Wenn mir schon als deutschem Patrioten die eigene “Elite” der Oberlehrer, Moralisten und Volkskommissare auf den Wecker geht, wie dann erst den reflektierten und pragmatischen Briten. Viva Britannia, viva Europa ohne die EU.

M. Friedland / 01.04.2019

“verzehnfacht” bedeutet nicht automatisch “viele”. Hat einer der entsprechenden Leserbrief-schreibenden konkrete Zahlen?

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