Stefan Frank / 30.11.2021 / 16:00 / Foto: Tony Hisgett / 9 / Seite ausdrucken

Ben & Jerry’s: Kein Eis für Israelis, aber für Antisemiten

In den USA wächst der öffentliche Druck auf den niederländisch-britischen Lebensmittelkonzern Unilever, dem Treiben der Anti-Israel-Aktivisten im Vorstand des Eiscremeherstellers Ben & Jerry’s Einhalt zu gebieten.

In den USA wächst der öffentliche Druck auf den niederländisch-britischen Lebensmittelkonzern Unilever, dem Treiben der Anti-Israel-Aktivisten im Vorstand des Eiscremeherstellers Ben & Jerry’s Einhalt zu gebieten.

Ben & Jerry’s, eine Unilever-Marke, hatte im Juli Schlagzeilen mit der verwirrenden Ankündigung gemacht, kein Eis mehr im „besetzten, palästinensischen Territorium“ verkaufen zu wollen, da dies nicht in „Einklang“ mit den „Werten“ des Unternehmens stehe. Gemeint war jegliches von Israel verwaltetes Gebiet jenseits der Waffenstillstandslinie von 1949, die Jerusalemer Altstadt samt dem jüdischen Viertel inbegriffen. 

Es war zunächst unklar, wie Ben & Jerry’s seine Außenpolitik in der Praxis umsetzen und die Maßnahmen vor Ort überwachen will. Auch war der Schritt offenbar weder mit dem Mutterkonzern Unilever noch mit dem israelischen Franchisenehmer abgestimmt.

Weil die Boykottdrohung von Ben & Jerry’s möglicherweise gegen amerikanische Gesetze verstößt, bekommt der Unilever-Konzern nun Probleme in seinem größten Markt, den USA.

Brief aus zwölf Justizministerien

In einem von Eric Schmitt, dem Attorney General des Staates Missouri geschriebenen offenen Brief, der auf den 22. November 2021 datiert ist, wenden sich die Attorney Generals von zwölf US-Bundesstaaten an Unilever-Boss Alan Jope. Das Amt des Attorney General entspricht dem des Justizministers in Deutschland, mit dem Unterschied, dass der amerikanische Attorney General gleichzeitig auch Generalstaatsanwalt, also oberster Ankläger, ist. Der Attorney General wird in den US-Bundesstaaten direkt vom Volk gewählt.

Israel, heißt es in dem Brief, sei nicht nur „einer der engsten und verlässlichsten Verbündeten“ der Vereinigten Staaten, sondern auch die „einzige Demokratie in der Region!“ Darum hätten es die Bürger der Vereinigten Staaten über ihre demokratisch gewählten Vertreter zum Gesetz gemacht, dass jeder Versuch eines Konzerns, Israel insgesamt oder in Teilen zu boykottieren, mit dem Entzug staatlicher Investitionen gekontert werde. 

Das Unternehmen Unilever versuche, sich seiner Verantwortung für die Boykottkampagne von Ben & Jerry’s dadurch zu entledigen, dass es behaupte, dieses sei „unabhängig“. Das sei „unglaubwürdig“ und werde schon durch einen Blick auf die Website von Ben & Jerry’s widerlegt, wo stehe, dass es sich um eine „hundertprozentige Unilever-Tochter“ handle. 

Unilever, so der Brief weiter, mache Geschäfte mit Russland, China, Venezuela und sogar dem Iran, einem in den USA als „staatlicher Sponsor des Terrorismus“ eingestuften Regime und „eingeschworenen Feind des Staates Israel“, der auf dessen Vernichtung aus sei.

Unilever wird, „in Einklang mit den in den USA und den Bundesstaaten geltenden Gesetzen“, „respektvoll gedrängt“, seine Boykottaktivitäten gegen den Staat Israel einzustellen. Unterzeichnet ist der Brief von den Attorney General der Staaten Alabama, Arizona, Arkansas, Florida, Indiana, Kansas, Mississippi, Missouri, Oklahoma, Texas, Utah und West Virginia.

Republikaner und Demokraten vereint

Auch wenn die Unterzeichner des Briefes allesamt der republikanischen Partei angehören, gibt es keinen Zweifel daran, dass über das Thema Einigkeit beider Parteien herrscht. Das zeigen die Maßnahmen, die etwa der Staat New York ergriffen hat. 

Tom DiNapoli, New Yorks State Comptroller und als solcher verantwortlich für den staatlichen Pensionsfonds, teilte Ende Oktober mit, als Reaktion auf die Boykottaktivitäten von Unilever Wertpapiere des Konzerns im Wert von 111 Millionen Dollar verkauft zu haben, die der staatliche Pensionsfonds bis dahin gehalten hatte. Auf Anfrage der New York Post ließ DiNapoli mitteilen:

„Nach einer gründlichen Prüfung wird der New York State Common Retirement Fund sich von seinen Anteilen an Unilever PLC trennen. Unsere Prüfung der Aktivitäten des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaft Ben & Jerry’s kam zu dem Ergebnis, dass sie sich an BDS-Aktivitäten im Sinne der Definition unseres Pensionsfonds beteiligen.“

Der Staat New Jersey – wie New York von den Demokraten regiert – hat Unilever ein Ultimatum gestellt: Noch bis Mitte Dezember hat der Konzern Zeit, die Boykottdrohungen gegen Israel zurückzunehmen. Sollte das nicht geschehen, wird auch der Pensionsfonds von New Jersey sich von Unilever-Papieren trennen. 

TexasArizona und Florida haben in den letzten Monaten ähnliche Schritte gegen Unilever unternommen oder angekündigt.

Plakatkampagne vor der Firmenzentrale

Auch NGOs machen Druck auf den Lebensmittelgiganten. In New Jersey klebt die Pro-Israel-Organisation StandWithUs (SWU) seit einigen Tagen Plakate, auf denen Unilever aufgefordert wird, sich von Anti-Israel-Kampagnen zu distanzieren. 

Wie die New York Post berichtet, stehen auf den Werbetafeln – die unter anderem in der Nähe des dortigen Unilever-Hauptquartiers in Englewood Cliffs angebracht seien – Parolen wie „Don’t Let Ben & Jerry’s Melt Your Profits“ (etwa: „Lasst nicht zu, dass Ben & Jerry’s eure Gewinne dahinschmelzen lässt“) oder „Don’t Let Antisemitism Melt Your Brand“ („Lasst Antisemitismus nicht eure Marke schmelzen“). 

Auf einem Bild sei eine Dose „Double Standard Fudge“-Eis mit dem Wort „Heuchler“ zu sehen, so das Blatt. Auf einer anderen Werbetafel stehe „Don’t Let Ben & Jerry’s  Antisemitism Kill Your Profits“ – mit den Logos der Unilever-Marken Dove (Seife), Ben & Jerry’sLipton (Tee) und Axe (Körperpflege). 

Die Werbetafeln enthalten zudem einen Hinweis auf die SWU-Website „corporatehate.com“. Die Seite listet Firmen auf, die laut StandWithUs „Corporate Antisemitism“ (etwa: „Unternehmensantisemitismus“) fördern, indem sie sich an der Boykottkampagne gegen den jüdischen Staat beteiligen.

Zahlt Ben & Jerry’s Geld an Terrorunterstützer?

Wie Yvette Schwerdt auf Mena-Watch berichtete, unterstehen Produktion und Vertrieb der Ben & Jerry’s-Eiscreme in Israel seit 35 Jahren – also so lange, wie es Ben & Jerry’s in Israel gibt – einem Unternehmer namens Avi Zinger. Der Franchise-Nehmer baute eine erfolgreiche Produktionsstätte und zwei ebenso erfolgreiche Einzelhandelsläden auf. Heute arbeiten 160 Angestellte für Ben & Jerry’s in Israel. 

Seit Jahren steht Zinger unter Druck der US-Zentrale, die Eiscreme nicht jenseits der Waffenstillstandslinie von 1949 zu verkaufen. Diesem Druck wollte sich Zinger nicht beugen. Deshalb kündigte ihm der Vorstand von Ben & Jerry’s den Lizenzvertrag zu Ende 2022.

Im Vorstand von Ben & Jerry’s sitzt die Anti-Israel-Mäzenin Anuradha Mittal. Sie ist die Gründerin des Oakland Institute, das Israel in einer Artikel- und Fotoserie des Kolonialismus, der Apartheid und des Landraubs bezichtigt. 

Die in Jerusalem ansässige Organisation NGO Monitor, deren Mission es ist, die Finanzierung von Anti-Israel-Organisationen und – so es der Fall ist – ihre Verbindungen zum Terrorismus öffentlich zu machen, schreibt auf ihrer Website, dass das Oakland Institute zwischen 2017 und 2019 124.000 US-Dollar von der Ben & Jerry’s Foundation erhalten habe, wovon 3.000 Dollar zur Weiterleitung an die NGO Badil Resource Center bestimmt gewesen seien. 

Badil lehnt es erklärtermaßen ab, der Europäischen Union im Gegenzug für finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe zu versichern, europäisches Geld nicht für die Unterstützung des Terrorismus zu verwenden. 

Nach Informationen von NGO Monitor solidarisiert sich Badil immer wieder öffentlich mit Terroristen und Kadern der auch von der EU als Terrororganisation eingestuften Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Zudem veröffentlicht Badil auf seiner Website antisemitische Cartoons im „Stürmer“-Stil.

Ben & Jerry’s Farrakhan-Connection

Ben & Jerry’s stand schon 2018 in der Kritik, nachdem der Eiscremehersteller eine seiner Sorten („Pecan resist“) Linda Sarsour, der Wahlkampfrednerin von Bernie Sanders, gewidmet hatte, samt einem Bild von ihr auf der Verpackung. 

Sarsour ist eine Verbündete des wohl einflussreichsten Antisemiten der USA, Louis Farrakhan („Die mächtigen Juden sind meine Feinde“; „Hitler war ein sehr großartiger Mann“), Chef der rechtsextremen Bewegung Nation of Islam. Auch Sarsour selbst macht immer wieder antisemitische Äußerungen. Über Israelis sagte sie im September 2018 auf einer Konferenz der Islamic Society of North America (ISNA), man dürfe sie „nicht vermenschlichen“:

„Wenn du auf der Seite des Unterdrückers stehst oder den Unterdrücker verteidigst oder sogar versuchst, den Unterdrücker zu vermenschlichen, dann ist das ein Problem, Schwestern und Brüder, und wir müssen dazu in der Lage sein zu sagen: Das ist nicht die Position der muslimischen amerikanischen Community.“

Tötet ein amerikanischer Polizist einen Unschuldigen, dann steckt für Sarsour der lange Arm der Juden dahinter. So sagte sie sie über ein von der Anti-Defamation League (ADL) gesponsertes Programm, das amerikanischen Polizisten einen Ausbildungsaufenthalt in Israel ermöglicht:

„Wenn man daran glaubt, die Polizeibrutalität und das Fehlverhalten von Polizeibeamten überall im Land zu beenden, dann unterstützt man keine Organisation, die Polizeibeamte aus Amerika nimmt, ihnen ihre Reise bezahlt, sie nach Israel bringt, damit sie von der israelischen Polizei und dem Militär trainiert werden, und dann kommen sie zurück und machen was? Anhalten und durchsuchen, überall im Land unbewaffnete Schwarze töten.“

Sarsour behauptete auch, „Zionisten“ würden sowohl in den USA als auch in Israel Morde billigen:

„Ich weiß alles, was ich wissen muss über den Einfluss und die Organisation und den Reichtum an Ressourcen, den die zionistische Bewegung in Amerika hat. Dieselben Leute, die die Ermordung von palästinensischen Zivilisten rechtfertigen, sind dieselben, die die Morde an unbewaffneten Schwarzen durch die Polizei in den Vereinigten Staaten von Amerika rechtfertigen.

Dieselben Leute, die dagegen sind, Flüchtlinge in dieses Land zu bringen, sind dieselben Leute, die elf Millionen Immigranten ohne Papiere abschieben wollen. Die Leute, die in der Defensive sein müssen, sind die Zionisten.“

Eine Wende braut sich zusammen“

Dabei hat Linda Sarsour eigentlich nichts gegen Leute, die Morde billigen: 2017 trat sie gemeinsam mit der verurteilten Terroristin und Doppelmörderin Rasmea Odeh bei einer Veranstaltung der BDS-Gruppe Jewish Voice for Peace auf. Ben & Jerry’s war so stolz auf seine Kampagne mit Linda Sarsour, dass CEO Matthew McCarthy sie im Jahresbericht 2018 hervorhob, nebst einem Foto, das den Ben & Jerry’s-Vorstand zusammen mit Linda Sarsour zeigte.

Eine neue Ben & Jerry’s-Eissorte ist einer Freundin von Sarsour gewidmet: Cori Bush, seit Jahresbeginn Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus für den Bezirk St. Louis, Missouri. 

Bush, die sich dafür einsetzt, die Polizei abzuschaffen, sich selbst aber von einem privaten Sicherheitsdienst bewachen lässt, der Berichten zufolge mehr als 20.000 US-Dollar pro Monat kostet, tritt als erklärte BDS-Unterstützerin offen für einen Boykott Israels und seiner – jüdischen – Bürger ein. Auch dem St. Louis Jewish Light, der jüdischen Zeitung in ihrem eigenen Wahlbezirk, gibt sie nach Darstellung des Blattes keine Interviews

Wie der Name der Ben & Jerry’s-Eissorte lautet, auf deren Verpackung Israelhasserin Cori Bush abgebildet ist? Change is Brewing – „eine Wende braut sich zusammen“.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

Foto: Tony Hisgett CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

netiquette:

Rainer Drexler / 30.11.2021

Abgesehen davon, ist dieses Eis bäbbig süß ist ( schwäbisch für viel zu süß/überzuckert ) total überteuert und normale Sorten, sprich z.B. einfach mal ein reines Schokoeis, sind dort eigentlich nicht zu bekommen. So zumindest meine Beobachtung im Discounter des weißen Mannes.

Wolf Hagen / 30.11.2021

Ich kaufe schon lange nichts mehr von Unilever, da mir deren linke Umtriebe bekannt waren. Ganz besonders kaufe ich das Eis von Ben & Jerry`s nicht, denn es schmeckt nicht, die Werbung ist nervig und das Unternehmen ist offenbar von Linksextremen unterwandert. Ich kann nur jeden auffordern den linksextremistischen Schund nicht zu kaufen und Freunde und Bekannte darauf aufmerksam zu machen, dass dies Antisemiten sind.

Dirk Kern / 30.11.2021

Danke für diese wichtigen Informationen. Es ist immer und immer wieder der heimliche Antisemitismus der sogenannten “Progressiven” und Linken.  Der Historiker Götz Aly hatte recht, die 68er und die aus ihnen hervorgegangenen Grünen sind in mancher Hinsicht die ideologischen Nachfahren der Nationalsozialisten. Sie befinden sich nur noch auf einer niedrigeren Eskalationsstufe der Rohheit, Intoleranz und Gewalt.

Paul Siemons / 30.11.2021

Bei Wikipedia findet man eine Liste von Unilever Produkten. Bis auf Magnum Eis ist nichts darunter, das ich vermissen werde. Vaseline brauche ich auch nicht. Außerdem kann man dort lesen, welchen Dreck das saubere Unternehmen weltweit am Stecken hat. Ein Verzicht auf Unilever Produkte ist also gleich aus mehreren Gründen sinnvoll und möglich.

Paul Siemons / 30.11.2021

Überrascht es jemanden, dass B&J ein Verbündeter der Anton&Annetta; Stiftung ist, die sich immer wieder für Leute einsetzt, die alles andere als pro jüdisch sind? Ich werde mal sehen, welche Produkte aus dem Hause Unilever kommen. Sollte darunter etwas sein, das ich konsumiere oder verwende, lässt sich das mühelos ersetzen oder ersatzlos streichen.

Harald Unger / 30.11.2021

“Gemeint war jegliches von Israel verwaltetes Gebiet jenseits der Waffenstillstandslinie von 1949” - - - Es hat einen Grund, weshalb niemand mehr weiß, wie seine beiden Namen lauten. Kleiner Hinweis, noch in der PLO Gründungs-Charta von 1964, wird das “Gebiet” so benannt, wie es seit der Bronzezeit hieß, bis zur arabischen Erfindung des “Westjordanlands” Anfang der 70er Jahre. Was notwendig war und von den Westeuropäern sogleich als ‘Völkerrecht’ übernommen wurde. Könnte doch die tatsächliche Flurbezeichnung, der Erzählung, es handele sich beim “Gebiet” um von Israel besetzte, arabische Erblande, womöglich schaden. Übrigens, Jerusalem ist, wie auch im Koran, in der PLO Charta erst gar nicht erwähnt. Und was das für ein Krieg gewesen sein mag, der eine “Waffenstillstandslinie” durch Israel zog? Bestimmt irgendwas, an dem die Juden Schuld sind, nicht?

Georg Andreas Crivitz / 30.11.2021

Wenn ich vom Aufruf zum Boykott israelischer Produkte höre, muss ich an die 1930er Jahre in Deutschland denken. Sind die Menschen, die heute wieder so eine Kampagne unterstützen wirklich so abgestumpft, dass sie diese Verbindung nicht erkennen. Ben Jerry’s Eis ist wirklich irgendwie unappetitlich.

Franz Klar / 30.11.2021

Ein Leben mit nur 88 Sorten Fabrikeis ist möglich—- aber worüber dann schreiben , wenn es 89 sein könnten ?

Volker Kleinophorst / 30.11.2021

Gründer von Ben und Jerry‘s: Ben Cohen und Jerry Greenfield. Hört sich jüdisch an. Doch was bei Twitter unter Politisches Engagement (auch schon vor dem Verkauf 2000) steht, spricht für sich: ” Ben & Jerry’s engagiert sich außerdem in vielfältiger Weise in verschiedenen sozialen Bereichen und Projekten. Beispiele hierfür sind das „Ben & Jerry’s Climate Change College“ – ein vom Unternehmen finanziertes internationales Klimaschutzprogramm, das junge Menschen aus verschiedenen Ländern zu Klimabotschaftern ausbildet. Die Idee geht auf den niederländischen Polarexperten Marc Cornelissen zurück. Internationaler Partner des Projektes ist der WWF. Seit 2005 sind alle Mitarbeiter verpflichtet, bei der Buchung eines Fluges auch ein „Klima-Ticket“ zu kaufen, wodurch die Teilnahme an einem Klimaschutzprojekt erzwungen wird, um den Kohlendioxidausstoß, der durch die Flugreise verursacht wird, zu neutralisieren. Im Frühjahr 2007 hat das Unternehmen bekanntgegeben, in Europa zu 100 % klimaneutral zu produzieren. Ben & Jerry’s kooperierte mit der Amadeu Antonio Stiftung bis zu deren Aufkündigung auf Grund des Israel-Boykotts. Im August 2020 hatte die Social-Media-Abteilung von Ben & Jerry’s im Zuge der Anlandung hunderter Migranten aus nicht-EU Ländern an der englischen Kanalküste in einer Reihe von Tweets die britische Innenministerin Priti Patel aufgefordert, mehr Flüchtlinge auf legalem Weg ins Land zu holen und mehr Empathie für Personen angemahnt, die vor Krieg, Klimawandel und Folter fliehen würden.Weiter belehrte der Konzern über sein britisches Twitterkonto die Innenministerin über die Auslegung der Flüchtlingskonvention von 1951. In einer Antwort des Innenministeriums hieß es, man nehme die Sorgen der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs ernst, auch wenn das bedeute, die Social-Media-Leute einer Marke „überteuerten Junk-Foods“ vor den Kopf zu stoßen.”

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