Gastautor / 28.03.2020 / 06:15 / Foto: Mateussf / 180 / Seite ausdrucken

Ausgangsbeschränkungen – was sagt der Anwalt?

Von Hans-Peter Tauche.

„Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt“, lautet Nr. 4 der auf der Grundlage von § 28 Abs. 1 Satz 1 und 2 Infektionsschutzgesetzes (IfSG) erlassenen Allgemeinverfügung in Bayern, befristet vorerst bis 03. April 2020, laut Herrn Dr. jur. Söder mit Verlängerungsoption. Verstöße werden bestraft: Verlässt man sein Heim ohne triftigen Grund oder trifft sich mit Freunden (im Haus), droht Bußgeld bis 25.000 EUR, im Fall einer vollziehbaren Anordnung eine Geldstrafe, oder Freiheitsstrafe bis zwei Jahre. Viel „besser“ könnte es auch die chinesische Führung nicht!

Wie fragwürdig die eingetretene Situation ist, zeigt sich schon an dem Dissens zwischen den südlichen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen), die partiellen „Hausarrest“ erteilen, und den übrigen, die lediglich Kontaktverbote aussprechen. Dabei ist klar, dass es einen sicheren Weg aus der Epidemie heraus nicht gibt, dafür gibt es zu viele sich widersprechende Vorgehensweisen und Ergebnisse aus anderen Ländern, nach heutigem Stand. Ergo: Wir werden mit dem Virus leben müssen, selbst nach Ansicht der Virologen mindestens zwei Jahre. Ohne Herdenimmunität, plus Impfstoff (frühestens Frühjahr 2021), bleibt nur die Hoffnung auf bessere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, dafür gibt es Ansätze.

Können wir, und das ist der Kardinalpunkt, in diesem Land für eine derart lange Zeit die Wirtschaft herunterfahren, Kinder und Studenten aus der Ausbildung nehmen, und Grundrechte massiv einschränken? Wenn das nicht geht (und es geht ganz offensichtlich nicht ohne komplette gesellschaftliche Erosion, massive Arbeitslosigkeit, eine verlorene Jugend und Vertrauensverlust in den Staat), sollte man fragen – warum jetzt für zwei Wochen? 

Nach Meinung der Virologen wird der Höhepunkt der Infektionen erst im Mai/Juni liegen. Sofern kein Impfstoff verfügbar ist, wird sich das gleiche nächstes Jahr wiederholen. Wenn wir das dreimal hintereinander machen: dann ist die Wirtschaft tot, und wir können uns vermutlich über viele Tote aus vielen Gründen, weitab von Covid-19, unterhalten, die nicht ärztlich behandelt und in kein Krankenhaus eingeliefert worden sind.

Rechtsstaatlicher Grundsatz ins Gegenteil verkehrt

Hausarrest: Das kannten wir bisher nur aus Diktaturen, dort traf der Hausarrest aber Regimegegner (Aung San Suu Kyi) oder anderweitig missliebige Personen (Ai Wei Wei), gerne als Vorstufe zur Haft. Bei uns soll nun nicht der nachweisliche „Täter“ der Freiheit beraubt werden, sondern alle potenziellen“ Täter“ gleich mit, weil eine gesellschaftliche Gruppe angesichts einer grassierenden Krankheit mit einem erhöhten Risiko leben muss. Das verkehrt den rechtsstaatlichen Grundsatz, dass nur der Verursacher sanktioniert werden und ggfs. in seiner freien Bewegungsmöglichkeit essenziell eingeschränkt werden darf, in sein Gegenteil und stempelt alle schon aufgrund ihrer puren Existenz zu Verdächtigen, offenbar in konstanter Fortentwicklung der zur Terrorismusbekämpfung entwickelten strafrechtsdogmatischen Figur des „Gefährders“: es werden über 99,9 Prozent der laut amtlicher Statistik (RKI) nicht infizierten Bevölkerung mit substanzieller Einschränkung ihrer Grundrechte belegt, dem wesentlichsten Kern unserer verfassungsrechtlichen Ordnung und unseres freiheitlichen Menschenbildes, obwohl sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen, außer, wie alle anderen, von dem Risiko einer Infektion betroffen zu sein. 

Völlig außer acht gelassen wird dabei, dass das Corona-Virus für die weit überwiegende Zahl der Betroffenen ohne schwere Folgen ist, 30 Prozent haben überhaupt keine Symptome, allenfalls 10 Prozent sind intensiv behandlungsbedürftig. Die aktuellen Zahlen für Bayern sind, lt. Bay. Landesamt für Gesundheit 26.3.20, 10:00 Uhr: 8.842 Infizierte, 52 Tote: Das ergibt eine offizielle Mortalitätsrate von 0,59%, wobei unstreitig ist, dass die Dunkelziffer der Infizierten weit höher ist, weil aktuell mangels Kapazitäten nur bei Vorliegen von Symptomen, und damit nicht repräsentativ getestet wird (hierzu: Peer Ederer, Mit bedeutungslosen Zahlen im Blindflug durch das Virenmeer). Damit landen wir bei einer Mortalitätsrate unter 0,1 Prozent – kaum anders als bei einer Influenza. Die Diagnose des (alleinigen) Versterbens am Coronavirus ist bei potenziell multiplen Ursachen schwierig, und ob an oder (nur) mit Covid-19 gestorben wurde, wird in den völlig überlasteten Krankenhäusern Spaniens und Italiens nicht mehr festgestellt.

Nun ist es so, dass die Risikolast ungleich in den Altersgruppen verteilt ist. Alte und stark vorgeschädigte Menschen haben ein wesentlich höheres Risiko, an der Viruserkrankung zu versterben. Daher verdienen sie besonderen Schutz, wird regelhaft ausgeführt: Würde aber die Pandemie fast nur Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr betreffen, wäre die Gesellschaft dann auch bereit, das gesamte kulturelle Leben einzustellen, nahezu die komplette Volkswirtschaft auf Eis zu legen, und 156 Milliarden in die Hand zu nehmen, bei gleichzeitig massiven Steuerausfällen, damit weniger Jugendliche versterben?

Wäre es nicht wesentlich konsequenter, natürlich diejenigen in ihrer Entfaltungsmöglichkeit temporär einzuschränken, die nachweislich eine Gefahr sind, aber ebenso die, die schwerwiegend von den Infektionen betroffen sein können, um die Gesellschaft als Fundament der Versorgung aller am Laufen zu halten, besonders ökonomisch? Soweit diese Personen ohnehin nicht schon in den Einrichtungen leben, die vom Besuchsverbot umfasst sind, wäre es nicht angemessen, den zu Hause lebenden Senioren, unter Gewährleistung einer sozialen, psychischen, medizinischen und hauswirtschaftlichen Versorgung vor Ort, ein temporäres Residenzgebot im Haus aufzuerlegen? Angesichts der Entwicklung in Italien, mit zahllosen Infektionen im Krankenhaus, auch des Behandlungspersonals, und der Gefahr für „normale“ Patienten, Corona erst dort zu bekommen, gehen die Empfehlungen italienischer Ärzte für Deutschland genau in diese Richtung. Die Türkei hat ähnlich entschieden.

Ein Generationenkonflikt

Wer trägt die Gesellschaft und hält sie am Laufen? Sollen die, die sich tagsüber in Altenpflegeheimen, Kliniken und sonstigen Versorgungsstellen der Hochrisikofälle abarbeiten, am Abend schnurstracks nach Hause gehen und sich auch noch dafür rechtfertigen müssen, warum sie am Wochenende vor die Tür gehen wollen? Warum müssen Schulen und Universitäten, also unser aller Zukunft in Form der nächsten Generation, ohne Alternativen geschlossen werden, Kinder vor geschlossenen Spielplätzen stehen, Rentner aber im Park spazierengehen können?

An diesen Fragen macht sich exemplarisch fest, was es eben auch ist: ein Generationenkonflikt, der spiegelt, wer in dieser überalternden Gesellschaft politisch am meisten gehört wird – aktuelle Rentenerhöhung, bei laufender Pandemie, inklusive.  Was dabei traurigerweise vergessen wird, ist, dass es ohne florierende Ökonomie, ohne kulturelles Leben, ohne mutige Selbstständige, Freiberufler, Unternehmer und Arbeitnehmer, auch keine Steuern, keine qualifizierten Mitarbeiter, kein funktionierendes Gesundheitssystem geben wird.

Es ist unlauter, mit den Bildern aus Bergamo Politik zu machen. Mit italienischen Särgen in Militärlastern Grundrechtseinschränkungen in Deutschland nach dem Motto zu fordern: Stellt Euch doch nicht so an, was ist denn das bisschen Grundrechtseinschränkung im Vergleich zu diesem Leid, lässt erkennen, um was es im Kern geht: um emotionale Erpressung mit Angst. Da hilft es, zu reflektieren, was 2015 das Pressebild Alan Kurdi bewirkt hat, indem man heute nach Lesbos schaut: nichts, was den Menschen gedient hätte. Ohnehin scheint jegliches andere Leid dieser Welt, mit der sich die „zivilisierte“ europäische Gesellschaft in Zeiten des ruhigen Wohlstandes so gerne beschäftigte, und das Leid ist in weit anderer Dimension und Zahl (Jemen, Syrien – die Liste ließe sich beliebig verlängern), gänzlich bedeutungslos geworden zu sein, jetzt, wo es um unsere eigene Haut geht. Da geht dann „alles“, sogar Grenzkontrollen; es werden unter eklatanter Verletzung völkerrechtlicher Grundsätze Menschen von Griechenland in die Türkei zurückgebracht, und Asylanträge darf einen Monat lang überhaupt niemand mehr stellen: Wir müssen uns jetzt schließlich um die unerwünscht Reisende Corona kümmern.

Der moderne Rechtsstaat zeigt gerade dann seine Qualität, wenn er, auch in schwierigen Zeiten, die Regeln einhält, die er sich gegeben hat, bevor „nous sommes en guerre“ (Macron) begann: Parlamentsvorbehalt, keine Eingriffsbefugnis des Staates ohne klare Rechtsgrundlage, Verhältnismäßigkeitsprinzip, Abwägung der Grundrechte im Konfliktfall. Letzteres fällt gerade vollkommen aus, wobei es ein Grundrecht auf optimale medizinische Versorgung, wie es in der Argumentation der Befürworter massiv restriktiver Maßnahmen immer wieder durchscheint, nicht gibt. Dass die Menschenwürde verletzt wird, wenn nicht mehr jeder optimal im Krankenhaus behandelt werden kann, wird wohl keiner ernstlich behaupten. Konfliktfälle, die über Leben und Tod entscheiden, gibt es bei medizinischer Versorgung schon jetzt, als Beispiele seien nur die Auswahl der Empfänger bei Organtransplantationen genannt, oder die Anwendung extrem teurer Medikamente, bekannt geworden unter: „Novartis-Lotterie für 2 Mio EUR Spritze“. 

Ein beredtes Beispiel für die Erregungsgesellschaft

Im Moment dürften in diesem Land weit mehr Menschen daran sterben, dass sie in Krankenhäusern wegen vielfacher Blockaden aufgrund von Corona-Vorbereitungen nicht mehr optimal untersucht oder behandelt werden können, keine Ansprechpartner in Arztpraxen mehr finden oder schon aus eigenem Entschluß dringend notwendige ärztliche Untersuchungen unterlassen. Von der totalen Verzweiflung bei vielen Selbstständigen, Gewerbetreibenden, Mittelständlern, Arbeitslosen ganz zu schweigen, die zu Sucht, Depression und auch Suizid führen – wenn sicher geglaubte Aufträge wegbrechen, hunderte von Mitarbeitern nicht mehr beschäftigt werden können, ganze Entwicklungen stillstehen. Kinder und Jugendliche erleben von heute auf morgen Restriktionen, die sie nicht im Ansatz verstehen können. 

Schon jetzt kann man lesen, wie sich das kapitalkräftige Ausland über die tollen Kaufgelegenheiten an deutschen Firmen freut, die Börsenkurse sind ja unten, es gibt Top-Engineering zum Spotpreis, und alles liegt am Boden, was dieses Land an Qualität und Qualifikation ausgemacht hat, im Angesicht einer drohenden, aber keineswegs sicher eintretenden gesundheitlichen Krise. 

In Wahrheit steckt dahinter: die Unfähigkeit dieser Gesellschaft, angemessenen mit Lebensrisiken und dem Tod umzugehen, gepaart mit einem Anspruchsdenken auf optimale Versorgung in jeder Lebenslage und Notsituation. Stand eben noch die Rettung des Klimas ganz oben auf der Agenda, mit prognostiziert Millionen (!) von Toten bei Nichterreichen der IPCC-Ziele, fällt die Präsenz des Themas nun vorerst dem Virus zum Opfer – ein beredtes Beispiel dafür, in welche Erregungsgesellschaft wir uns verwandelt haben, die nur immer eines konzentriert, dann aber gänzlich exaggeriert abarbeiten will.

Wir fürchten uns vor 100.000 Toten in Deutschland aufgrund einer Pandemie (Stand 26.03.2020, Deutschland gesamt ca. 240 Tote), und schränken dafür nicht nur eines, sondern eine ganze Litanei von Grundrechten ein: freie Entfaltung der Person, freie Religionsausübung, Freizügigkeit, Berufsfreiheit, Eigentum, Versammlungsfreiheit, und, in Gesetzesentwürfen: Unverletzlichkeit der Wohnung und Fernmeldegeheimnis. Der Staat belegt Millionen von Menschen mit partiellem Freiheitsentzug, ohne ihnen auch nur das Geringste, nämlich die Möglichkeit zu geben, nachzuweisen, dass sie nicht infektiös sind, was er im Mindestmaß schuldet, bevor er in die Grundrechte der Bürger derart weitgehend eingreift.

Ein Fehlverständnis unserer Staatsordnung

Es kommt in der politischen Führungselite ein Fehlverständnis unserer Staatsordnung zum Vorschein, das nach 70 Jahren Grundgesetz mehr als betrüblich ist: Die Grundrechte erwachsen nicht aus einer generösen Zuwendung des Staates, sondern die Grundrechte sind in ihrem Wesenskern unauflöslich und unabänderbar in unsere Verfassung eingewebt, und vom Staat zu gewährleisten. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, die Zweck-Mittel-Relation und das sorgfältige Austarieren der Grundrechte untereinander findet schon gar nicht statt. 

Die seit der SARS2-Krise existierenden behördlichen Katastrophenszenarien in den Bundesländern haben offenbar nicht dazu geführt, auch nur ansatzweise auf eine Epidemie vorbereitet zu sein (4. Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern, 2011). Ansonsten dürfte es keine Engpässe bei Schutzanzügen und Schutzmasken geben, das Mindestmaß dessen, was im Katastrophenfall sofort zur Verfügung stehen muss. Das hat in der Politik zu derart großer Panik geführt, dass man nun mit einschneidenden Maßnahmen vom eigenen Versagen abzulenken versucht; die Bürger sollen nun das leisten, was der Staat versäumt hat. Dafür einen gesellschaftlichen Konsens auf objektiver Zahlenbasis und wissenschaftlicher Erkenntnis, unter Einhaltung parlamentarischer Abläufe zu verlangen, erscheint wohl kaum überzogen. Eine verwaltungsrechtliche Allgemeinverfügung auf nicht einschlägiger Ermächtigungsnorm reicht dafür jedenfalls nicht.

 

Hans-Peter Tauche ist Rechtsanwalt, Fachanwalt (Medizinrecht) und Mediator (IHK) in München.

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Leserpost

netiquette:

toni Keller / 28.03.2020

@ Frances Johnson eigentlich schätze ich ihre Kommentare sehr, es stört mich aber extrem, dass auch Sie anscheinend davon ausgehen, dass jeder positiv auf Corona getestete auch gleich todsterbenskrank ist.Dem ist nicht so! viele positiv getestete haben keinerlei Symptome! und jede Infektion verläuft exponentiell, das liegt einfach so in der Natur der Sache, dass man die exponentiellem Wachstum zugrundeliegende Zahl,  “e” in früheren Zeiten auch “Natürliche Zahl” nannte, weil diese Zahle zahlreiche natürliche Prozesse moderiert, auch das absinken bzw das irgendwann erreichte Plateau wird von dieser Zahl moderiert, weil auch begrenzende bzw den Effekt umkehrende Faktoren exponentiell anwachsen. Aber in Zeiten allgemeiner Hysterie interessiert sowas niemanden, leider. Die schrecklichen Bilder aus aller Welt, die zu zeigen scheinen, dass Italien und auch die USA vor lauter Leichen nicht mehr wissen wohin, rühren lediglich daher, dass normale Beerdigungen verboten sind, und deshalb sich die Leichen stapeln, bzw alle zentral verbrannt werden müssen, was zu Schlange vor den Krematorien führt. Wir erleben die Situation dass die angewandten Mittel schlimmer sind als das Übel. welches angeblich bekämpft werden soll

HaJo Wolf / 28.03.2020

@B Ollo: “Was für ein Blödsinn, jeder würde infiziert, wie bei der Grippewelle.” - Wird uns doch von den “Experten” inl Merkel erklärt, dass sich wenigstens 70 bis 90% infizieren. Und vielleicht haben auch Sie ein Grippe Virus intus, aber keine Symptome. Oder sogar das Corona Virus ohne Symptome.

Sabine Schönfelder / 28.03.2020

B.Ollo@, mit den Idioten ist das so eine Sache! Nur, wer sich in die absolute Isolation begibt, kann davon ausgehen, daß er sich nicht mit Fremdkeimen jeglicher Art infiziert. Wenn Sie seit Jahren nicht an Influenza erkrankten, liegt das nicht ausschließlich daran, „daß Sie um jeden Idioten einen Bogen machten“, (Gratulation übrigens, zu Ihren untrüglichen Instinkten) sondern entweder geimpft waren oder über ein stabiles Immunsystem verfügen. Darauf haben Sie aber leider keinen konstanten Anspruch. Auch benötigt jeder Körper eine gewisse „Größe“ an infiltrierendem Material, um zu erkranken. Danken Sie Gott, daß Sie offensichtlich keine Influenza oder ähnlich Unangenehmes erleben mußten und bleiben Sie so bescheiden!

dr. michael kubina / 28.03.2020

“In Wahrheit steckt dahinter: die Unfähigkeit dieser Gesellschaft, angemessenen mit Lebensrisiken und dem Tod umzugehen, gepaart mit einem Anspruchsdenken auf optimale Versorgung in jeder Lebenslage und Notsituation.” So ist es, aber im Moment hilft uns das nicht weiter. Trotzdem muss die Debatte geführt werden. Aber uns fehlt in Deutschland inzwischen jede Debattenkultur.

Frank Torzinski / 28.03.2020

“es werden unter eklatanter Verletzung völkerrechtlicher Grundsätze Menschen von Griechenland in die Türkei zurückgebracht” Was haben Sie denn genommen? Oder geht das Geschäftsmodell “Steuerzahler zahlt Anwalt für illegal einreisende” gerade den Bach runter? Schauen Sie sich die Bilder von der griechischen Grenze an. Pakistanis und Afghanen versuchen nach Europa mit Hilfe der türkischen Geheimpolizei durchzubrechen. Ausgerüstet mit, verharmlosend “Tränengas” genannten, Kampfmitteln. Das ist ein Angriff auf Griechenland und damit die EU. Wo bleibt da ihr “Völkerrecht”? Es wird verzerrt zu: Alle Völker haben das Recht hier einzufallen und versorgt zu werden. Mit Hilfe von ANWÄLTEN, NGO und den Regierungen plus nicht legitimierter EU (sprich entsorgter Politiker wie v.d. Leyen - die eigentlich vor Gericht gehört)? Das zu einem Generationenkonflikt umzudeuten ist schlichtweg falsch. Die Ursache ist grottenschlechte Politik!

Sabine Schönfelder / 28.03.2020

Heinz@Jaskolla, wir unterscheiden zwischen Mortalität und Letalität. Die Mortalität beschreibt die Toten einer Epidemie in Relation zur Gesamtbevölkerung. Das heißt, Sie können nach einer abgeflauten Epidemie den Quotienten aus Gesamtbevölkerung und Seuchentoten ermitteln. Allerdings besagt ein positiver Test noch lange nicht, daß dieser Mensch auch wirklich daran verstarb. Dazu bedarf es einer Obduktion. Die Letalität kann nur sporadisch und ohne relevanten Aussagewert im Verlauf der Epidemie für ein kurzes Zeitfenster betrachtet werden , weil es ZWEI UNBEKANNTE gibt: A. Wissen wir wieder nicht, ob alle positiv getesteten wirklich durch dieses Virus verstarben, und haben B. nur eine willkürlich ausgesuchte Menge an Getesteter. Wie es sich täglich innerhalb der Bevölkerung verbreitet, davon haben wir keine Ahnung. (ist aber auch bei 90% Infizierter ohne Symptome nicht so wichtig) Der Letalitätsquotient, aus Infizierten zu Seuchentoten, ist deshalb irreführend und sehr gut zur Panikmache geeignet, ähnlich einer gesteuerten Umfrage wie: möchten Sie das (jetzt!) die Lebensmittelpreise erhöht werden? Die meisten Deutschen sollen diese Frage mit JA beantwortet haben. Ein Schelm, wer dieser Regierung oder unserer Uckermarker Wuchtbrumme noch Glauben schenkt. Die Mortalität der bisher seit 3 Monaten sich verbreitenden Epidemie können Sie mit den normalen jährlichen Sterberaten vergleichen. Daran können Sie das wirkliche „Sterbepotential“ einer Seuche erkennen. Täglich sterben durchschnittlich in Deutschland etwa 2500 Menschen. Sollte sich diese Zahl auf täglich 25 000, exponentiell steigend erhöhen, sollten Sie sich keine Langspielplatte mehr kaufen. Zum Trost; hätte das Virus nur annähernd die tödliche Morbidität von Ebola, hätten wir auf der Achse schon viele Opfer zu beklagen.

Jens Rickmeyer / 28.03.2020

Was ist ein Gesetz wert, dessen permanenter Bruch in einem sog. »Rechtsstaat« folgenlos bleibt? — Richtig, genau so viel wie der Amtseid »unserer« Politiker, nämlich gar nichts. — Hätte man die 146 Artikel des Grundgesetzes nebst Präambel etc. statt in Buchform auf eine Toilettenpapier-Rolle mit 150 Blatt gedruckt (möglichst vierlagig), wäre es für den sog. Souverän (Euphemismus für Untertan) zumindest in diesen gesetzlosen Zeiten zu etwas nütze. Rip, Germania :-(

Leo Hohensee / 28.03.2020

@Dr. Joachim Lucas - hallo Herr Lucas, ich bin voll bei Ihnen. Sie schreiben: - “Hätte man das Virus überhaupt nicht entdeckt, hätte man die ganze Geschichte für eine heftige Grippewelle mit den üblichen Toten gehalten. Vor 2 Jahren raffte die Grippewelle z.B. ca. 25.000 Menschen weg. Sehr intelligent. Die Lösung des Problems schafft dank des Aktionismus der “Politintelligenz” noch viel größere Probleme”.— Ich bin überzeugt davon, in 2 / 3 Monaten werden die, die sich nicht für die Zerstörungen und das Leid im Umrand der Rettungsmaßnahmen verteidigen müssen genau so sprechen, “es war eine heftige Grippewelle.” Dafür, dass diese Leute Öl ins Feuer gegossen haben, werden sie sich verteidigen müssen, - verantworten dafür müssen sie sich nicht. Die Aufgabe war ja keine kleinere als die Ausrottung der Menschheit zu verhindern.

Jürgen Dannenberg / 28.03.2020

Selbstverständlich müssten wir als deutsche Gesellschaft, die wir nun mal sind, auch da Rücksicht nehmen. “ Würde aber die Pandemie fast nur Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr… ...….......................” Keine Ahnung wie es jetzt weiter gehen so. Aber das die Politiker mal wieder so dir nichts mir nichts das GG brechen, und die Grundwerte et absurdum führen ist doch ein Zeichen der Volks Unreife. Und sich auch noch bei ″Verstößen″ massiv sanktionieren zu lassen spricht gerade nicht für demokratische Sattelfestigkeit.

Mathias Eberhardt / 28.03.2020

Ein Kardinalfehler der hier gemacht wurde (nicht nur hier) ist das man infizierte und Tote ins Verhältnis setzt. Ob ein Infizierter überlebt oder nicht weiß man immer erst danach. Richtig ist es vollständig genesene und verstorbene Personen ins Verhältnis zu setzen. Dann liegt die Mordalität nach den derzeitigen Zahlen so sie denn richtig und vollständig sind, zwischen 8%- 10%. Das hieße im Detail das wir ohne Medikamente bzw schnellen Impfstoff bei geschätzen 70% Durchseuchung etwa 6.000.000 Mio Menschen verlieren werden…

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