Thomas Rietzschel / 23.10.2016 / 13:45 / 7 / Seite ausdrucken

Angie, hol die Blockflöte raus!

Warum und worum machen wir uns eigentlich Sorgen - Sorgen wegen der massenhaften Zuwanderung, wachsender Terrorgefahr und der Zunahme sexueller Übergriffe durch nordafrikanisch aussehende Männer, in deren Kulturkreis es selbstverständlich ist, Frauen als Objekte zu gebrauchen? Muss doch alles nicht sein. Schließlich haben wir, könnte man in leichter Abwandlung eines alten Schlagertextes sagen, noch immer „unsere Mutti, die gute alte Mutti“.

Zwar sang Peter Alexander sein Hohelied nicht auf die Mama, sondern den „Papa“, als er ihm seinerzeit nachrühmte, dass er alles schon irgendwie „richten“ werde, immer mit Rat und Tat zu Stelle sei. Doch darauf kommt es nicht an, zumal das biologische Geschlecht bei Angela Merkel ohnehin keine Rolle spielt. Als Bundeskanzlerin muss sie vor allem politisch handeln, zuweilen sogar reden. Und da hat sie jetzt, auf einem Sonderparteitag der CDU in Wittenburg, wieder einen vom Stapel gelassen, Junge, Junge. Sakra Alte! würden die Bayern in ihrer gewohnt derben Ausdrucksweise sagen.

Wir brauchten, ließ sie ihre Parteifreunde wissen, doch bloß wieder einmal öfter ins Gesangbuch schauen und die „christlichen Weihnachtslieder“ singen, instrumental begleitet vom Spiel der „Blockflöten“, damit „uns ein Stück Heimat“ erhalten bleibt. Natürlich, so einfach ist es. Warum sind sind nicht selbst darauf gekommen? Das wäre es doch, absolut. Ganz sicher würden uns die islamischen Gotteskrieger nachher zu Füßen liegen. Besänftigt vom Klang der Zauberflöten, würden sie ihre Sprengstoffgürtel abschnallen, die Frauen schlüpften aus der Burka und alle zusammen lägen wir uns in den Armen - mit Paul Gerhardts „Geh aus mein Herz“ auf den Lippen.

Schlichtere Gemüter, der Mob und das Pack, möchten sich jetzt vielleicht mit dem Finger an die Stirn tippen, irgendetwas etwas von „wir lassen uns doch nicht verarschen“ oder von „die gehört doch in die Klapse" murmeln. Mir liegt das fern. In diesen Chor kann und will ich nicht einstimmen. Im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass die Kanzlerin ihre Worte wohl abzuwägen weiß. Sie ist und bleibt der Deutschen GröBaZ, die größte Bundeskanzlerin aller Zeiten. Niemand kann ihr das Wasser reichen.

Die Spottlust eines Satirikers reicht nicht aus, sich die Figur eines Politikers auszudenken, der in der Lage wäre, das Volk so ungerührt für dumm zu verkaufen wie Angela Merkel. Das will gelernt sein. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie uns jetzt klarmacht, alle Ängste, alle Sorgen rührten nur daher, dass wir bei den „christlichen Weihnachtsliedern“ nicht mehr textsicher sind, dieser professionelle Zynismus wird nur noch von der Skrupellosigkeit ihrer Höflinge übertroffen: der Taubers, der Kauders und der Bouffiers, die uns schon wieder darauf einschwören wollen, im nächsten Jahr abermals Angela Merkel zu wählen. Wer denn sonst sollte es weitere vier Jahre für uns richten, mit harter Hand und dem Gesangbuch unter Arm?  

Halleluja Angie! 

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Traudl Kulikowsky / 24.10.2016

Ich bin entsetzt über den Vorschlag dieser allseits so beliebten Kanzlerin. Werden damit nicht unsere islamischen Mitbürger diskriminiert? Blockflöten Klänge aus vielen Wohnstuben zum Weihnachtsfest!  Wir verzichten inzwischen freiwillig auf Schweinefleisch in unseren Kantinen, haben den Martinsumzug umbenannt, verhängen Aktaufnahmen in Kunsthallen und setzen sogar Mozarts Idomeneo vom Spielplan ab, nur um den islamischen Freunden zu gefallen und nun so was. Hoffentlich werden uns jetzt nicht die Weihnachtsbäume auf dem Marktplatz angesteckt!

otto regensbacher / 23.10.2016

Wieso kommt unsere “allseits so beliebte” Kanzlerin auf weihnachtliche Musikdarbietungen mit Blockflöten? Wahrscheinlich erinnert sie sich auch an die “politischen Blockflöten” der DDR.  Nachdem sie uns belehrte, “dass sich Deutschland verändern wird” - “weil der ISLAM zu Deutschland gehört” - will sie uns jetzt wohl mit Blockflöten christianisieren. Insgesamt ein geradezu lächerliches Statement dieser Frau Merkel!

Konstantin Buschheuser / 23.10.2016

Der Verweis auf Blockflötenmusik zu christlichen Liedern kann, angesichts der religiös motivierten, realen Bedrohungen gegen jeden Europäer, nur noch als ein geschmackloser und bürgerverachtender Zynismus begriffen werden. Es ist eine Reduktion begründet besorgter Bürger auf verängstigte Idioten, die mit sinnfreien Bemerkungen lächerlich gemacht werden. Eine Bundeskanzlerin die sich derart äußert ist Rücktrittsüberfällig.

Frank Stricker / 23.10.2016

Das in etwa gleiche ereignete sich doch bereits vor ca. 2 Jahren in der Schweiz bei einer Podiumsdiskussion mit Angela Merkel. Als eine Schweizerin die Sorge ansprach vor einer Islamisierung der Schweiz, antwortete Angela Merkel trocken: “Man müsse einfach mal öfter in die Kirche gehen, dann würde die Angst vor Islamisierung automatisch geringer werden”.......... Potz Blitz, jetzt weiß man auch, wieso die Amerikaner selbst Schuld am 11 September 2001 sind, sie sind einfach zuwenig in die Kirche gegangen….......

siering christian / 23.10.2016

Über Merkel müssen wir uns eigentlich langsam keine Gedanken mehr machen, - über das Drumherum dafür umso mehr…

Jochen Selig / 23.10.2016

Ein Problem besteht meines Erachtens darin, dass es kein Parlament mit einer Opposition gibt, die mit den sprachlichen Grotesken Merkels eben auch ihre Politik aufs Korn nehmen könnte.

Bernhard Freiling / 23.10.2016

Ich glaube ja immer noch, dass das Methode hat. So völlig ausser Rand und Band kann Jemand, der wieder gewählt werden möchte, doch gar nicht sein. Oder doch? Vielleicht möchte sie auch nicht wieder gewählt werden und vermittelt uns das auf ihre unnachahmliche Weise. Ein zerstrittenes Europa, eine ungelöste Griechenlandkrise, einige Millionen unkontrollierbarer Moslems, marode Strassen und öffentliche Gebäude, ein über kurz oder lang vor dem Kollaps stehendes Sozialsystem und auch noch eine am Abgrund rumkrebsende Deutsche Bank.  Kanzlerins Rezept dagegen? Häufiger in die Kirche gehen, arabische Länder im Urlaub besuchen und zur Schalmei längst vergessene Kirchenlieder singen. Ob das nicht überdeutliche Zeichen dafür sind?: “Wählt mich bloss nicht wieder! Wenn doch, werdet ihr schon sehen, was ihr davon habt. Aber eigentlich will ich nicht mehr. Sollen sich doch Andere mit der Beseitigung des Mists, den ich in 12 Jahren Regierungszeit anrichten durfte, rumschlagen.” Das Volk scheint aber nicht zuzuhören. Mehr als 30% sehen in der Kanzlerinnenpartei noch immer das Heil Deutschlands. Gemeinsam mit den rd. 20% der SPD dürfte das ausreichen, um Deutschland in der 4. Merkelrunde k.o. gehen zu lassen.

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