Manfred Haferburg / 27.12.2019 / 06:15 / Foto: Felice Beato / 101 / Seite ausdrucken

Haferburgs Rückblick 2019: Das Energie-Harakiri

Am 31.12.2019 geht das Kernkraftwerk Philippsburg 2 für immer vom Netz. Es war eines der modernsten und bestgepflegten KKWs der Welt und produzierte zuverlässig und sicher Strom für den industriereichen, aber windarmen Süden Deutschlands. Ich schätze seinen Zeitwert auf drei Milliarden Euro, die sind nun futsch. Wann ein Blackout kommt, weiß niemand, weder ich noch die Regierung. Er wird nun ein bisschen wahrscheinlicher. Beim Warten auf den Blackout fühlt man sich wie in „Warten auf Godot“. 

Was außerhalb Deutschlands für Kopfschütteln sorgt, ist innenpolitisch ein Sieg auf der ganzen Linie. Die Mehrheit der Bürger, die Medien und selbst der größte Teil der politischen Opposition sind auf Klima- und Weltuntergang eingestimmt. Die Sojalatte-Adabeis der grünen Stadtbiotope sind am meisten begeistert. „Was soll uns die alberne Demokratie, wenn doch die Hütte brennt und wir alle morgen sterben müssen?“ Um die acht Jahre, die uns nur noch zur Weltrettung bleiben, ist es allerdings sehr still geworden. Klugerweise hat die Politik deshalb den Weltuntergang vom Jahr 2100 aufs Jahr 2050 vorverlegt. Das ist dringlich genug zum Motivieren, aber auch weit genug weg zum Überprüfen. 

Die Politiker sind von Demonstrationen gegen ihre Politik begeistert

Im Mai 2018 kündigte Greta Thunberg an, für ein Jahr mit der Schule auszusetzen, weil sich Klima-Aktivismus und Schulbesuch angeblich nicht vereinbaren ließen. Nach ein paar Monaten schwappte die Schulschwänz-Bewegung auf andere Länder über und die hüpfende „Klimajugend“ entstand. Besonders hoch wurde in Deutschland gehüpft. „Wer nicht hüpft ist ein Nazi, hey, hey“. Die deutsche Politik sah ihre Chance gekommen und war begeistert ob der Demonstrationen gegen ihre Politik. 

Gäbe es den Klimawandel nicht, die Politik hätte ihn erfinden müssen. Das mit dem CO2 ist genial: Man sieht es nicht, man riecht es nicht, man hört es nicht. Diesem „Nichts“ eine Lebensgefährlichkeit anzudichten, ist nachgerade hochbegabt. Es wird ein „unsichtbarer Notstand“ herbeifantasiert. Damit kann man jegliche Aushebelung der Demokratie und jegliche Steuer-Abzocke begründen. Die CO2-Steuer ist eine Art Universalsteuer, die nahezu alle Aspekte des menschlichen Lebens mit einem Preisschild versieht. Und das Beste ist: Die Höhe der Steuer legt der Staat quasi nach Belieben fest. 

Manchmal wünschte ich mir, dass der liebe Gott den Hüpfern fürs Klima ihren Wunsch nach 180 Euro „Abgabe“ pro Tonne CO2 umgehend erfüllt hätte. Das wären dann ein Plus von 60 Cent pro Liter Diesel und für jede SUV-Tankfüllung der Helikopter-Mutti würden zusätzlich fünfzig Euro fällig. Vielleicht müssten die Kids ja dann tatsächlich mal umweltfreundlich mit dem Fahrrad zur Klimademo fahren.

Energiepolitik der gekochten Frösche

Kennen Sie das Syndrom vom gekochten Frosch? Fangen Sie einen Frosch. Setzen Sie Wasser auf den Herd und erwärmen es auf 75 Grad. Dann setzen Sie den Frosch in das heiße Wasser. Mit einem gewaltigen Satz wird er herausspringen und Sie haben sich der Tierquälerei schuldig gemacht. 

Fangen Sie noch einen Frosch. Setzen Sie einen Topf kaltes Wasser auf den Herd und den Frosch hinein. Nun schalten Sie die Herdplatte ein und erwärmen langsam das Wasser. Der Frosch wird ruhig sitzen bleiben, obwohl ihm zunehmend ungemütlicher wird. Am Ende können Sie das arme Tier kochen, ohne dass es einen Versuch der Selbstbefreiung unternimmt. Sie haben sich erneut der Tierquälerei schuldig gemacht. 

Lassen Sie das Experiment lieber bleiben und glauben Sie an das Phänomen. Denn das existiert wirklich – und nicht nur bei Fröschen. Es wird in großem Stil beim Umgang der Politik mit den Wählern angewandt. Warum wundert sich eigentlich niemand, warum der CO2-Preis jedes Jahr um 10 Euro steigen soll? Was hat das mit dem Klima zu tun? Es hat etwas mit der Leidensfähigkeit der Steuerzahler zu tun. Die Politik testet die Protestgrenze beim Frösche-Kochen.

Nach der Steuererhöhung ist vor der Steuererhöhung

Wenn es wirklich um den Klimawandel ginge, dann könnte die Politik nicht irgendwelche GroKo-Kompromisse einer CO2-Bepreisung aushandeln, sondern würde die effizienteste CO2-Vermeidung fördern, nämlich die Nachrüstung alter Dritte-Welt-Kohlekraftwerke. Der CO2-Preis-Kuhhandel in der Politik will lediglich austesten, wie schnell man das Wasser mit den Fröschen drin erhitzen kann. Am Anfang kostet der Tank voll fünf Euro mehr. Das hält man noch aus. Aber es kommen jährlich weitere fünf Euro dazu. Nach zehn Jahren sind es dann womöglich 50 Euro. Da muss man dann durch, als Lurch.

Die CO2-Abgabe ist die erste Steuer, deren jährliche Erhöhung von Anfang an geplant ist. Und die Frösche kommen trotzdem nicht auf die Idee, ihre gelben Westen anzuziehen.

Auch wenn es „Abgabe“ und nicht Steuer heißt: Die CO2-„Bepreisung“ ist die brutalste Steuererhöhung seit der Einführung der Mehrwertsteuer. Wie sagte Volker Bouffier von der CDU nach dem (fast) Allparteienbeschluss zur CO2-Abzocke? „Wir wollen den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Wir wollen sie mitnehmen.“ 

Was heißt das denn? Für den, der zahlen muss, ist es egal, ob Steuer oder Abgabe. Er wird in beiden Fällen geschröpft. Er kann nicht kontrollieren, wie seine „Abgabe“ vom Staat verwendet wird. 

Es geht beim „Mitnehmen“ um das Überschreiten der finanziellen Schmerzgrenze. Das „Mitnehmen“ ist ein Verarmungsprogramm. Das „Mitnehmen“ wird bei den Bürgern sicher nicht zum Umsteigen auf die teuren Alternativen führen, wenn es überhaupt welche gibt. Und da liegt die Crux: Erst wenn der Bürger die Schmerzgrenze spürt, dann ist er „mitgenommen“. Ein Normalo kann sich dann das unerwünschte Verhalten schlicht nicht mehr leisten. Doch dann ist der Frosch bereits gekocht.

Freie Fahrt für reiche Bürger

Doch selbst denen, die alles brav mitmachen, wird das Portemonnaie systematisch entleert. Die erhöhten Kraftstoffpreise werden Handwerker, Dienstleister und Unternehmen natürlich auf ihre Preise aufschlagen. Alles wird für den Endverbraucher teurer – und zwar auch für die, die nach der Definition des Umweltministeriums "klimafreundlich" auf Autofahren oder Flugreisen verzichten. Wenn sich die vielen kleinen Leute das Autofahren nicht mehr leisten können, wird das Ergebnis sein, dass es mehr Platz auf den verstopften Straßen gibt: freie Fahrt für reiche Bürger. Freie Fahrt nämlich für die, denen der hohe Spritpreis nichts ausmacht. Und das sind viele Grünenwähler und alle Politiker. 

Bundestagspräsident Schäuble meint, dass es den Klimaschutz nicht zum Nulltarif gibt, und predigt Verzicht. „Wir werden unser Leben verändern müssen.“ Als Beispiel nannte er den Massentourismus. „Sicher ist es ein großes Glück, einfach mal auf die Malediven zu fliegen oder Venedig zu besuchen. Aber künftig sollten wir von diesem Glück sparsameren Gebrauch machen.“ Gilt das auch für Paketboten und Reinigungskräfte, für unterbezahlte Wachmänner und Altenpfleger? Mir ist nicht bekannt geworden, dass viele Deutsche außerhalb der Schäuble-Blase „einfach mal auf die Malediven fliegen“ könnten. Mit seinem „wir“ meint Schäuble die kleinen Leute – die müssen ihr Leben ändern.

Es dürfte, historisch gesehen, das erste Mal in der Geschichte Deutschlands der Fall sein, dass die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Bevölkerung offizielles Regierungsziel ist.

Veggie-Day durchs Portemonnaie

Im Gegensatz zu Frankreich ist der Volksaufstand gegen die CO2-Abzocke in Deutschland bisher ausgeblieben. Man dreht daher probeweise das Gas unter dem Froschkochtopf hoch. Jetzt haben die Grünen Blut geleckt, Geduld war noch nie ihre Tugend. Schon werden Forderungen nach einer Fleischsteuer laut. 

Die TAZ zitiert aus einem Beschluss der Bundesdelegiertenkonferenz von Mitte November: 

Zu den Sektoren, die bislang nicht durch den europäischen Emissionshandel erfasst werden, gehört auch die Landwirtschaft. Wir führen die Bepreisung von Klimagasen daher auch für landwirtschaftliche Produkte ein, angefangen mit tierischen Lebensmitteln“. 

Auch die Landwirtschaft muss ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Deshalb sollte sie auch in die Bepreisung von Klimagasen miteinbezogen werden. Ein höherer Preis für besonders treibhausgasintensive Produkte soll den Konsum reduzieren und so das Klima entlasten. Eine Steuer oder Abgabe auf Fleisch und Milch löst keine Panik mehr aus.

Veggie-Day durchs Portemonnaie – Drops gelutscht, Frosch gekocht. 

Natürlich wittert auch das Europäische Bürokratiemonster seine Chance und will einen ordentlichen Schluck aus der CO2-Pulle nehmen. Eine Billion Euro Steuergeld will eine größenwahnsinnige grüne Dealerin dazu verwenden, Europa bis 2050 „klimaneutral“ zu machen. Das klappt sicherlich. Ursula von der Leyen betrieb ja schon bei der Bundeswehr eine sehr erfolgreiche Politik. 

Die EU-Energiebesteuerungsrichtlinie soll überarbeitet werden, um sie an die Klimaziele anzupassen. Generell sei anzustreben, in Steuerangelegenheiten künftig keine einstimmigen Beschlüsse im Kreis der EU-Mitgliedstaaten mehr fassen zu müssen. Dann können endlich solche hochkarätigen Politiker wie Jan, Ska und Terry (den Clip muss man gesehen haben) alleine darüber entscheiden, mit wieviel Milliarden der deutsche Steuerzahler die Stilllegung von Kohlekraftwerken in Polen fördert.

Verbietet uns endlich etwas

Es ist epochemachend – das gab es noch nie in der Geschichte eines Staates: Bürger gehen für Steuererhöhungen auf die Straße und fordern vom Staat: Verbietet uns endlich etwas

Und folgerichtig: Zum Jahresbeginn 2020 steigt der Strompreis in Deutschland unverdrossen weiter. Der Durchschnitt der Teuerung beträgt 5,5 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden sind das Mehrkosten von 69 Euro im Jahr. Ab 2020 wird aber die CO2-Abgabe eingeführt, dann steigt der Strompreis noch weiter an. Die Regierung verspricht, im Jahre 2021 die EEG-Umlage zu senken. Ganz vergessen hat die Regierung, zu erwähnen, dass die „Erneuerbaren“ weiterhin ungebremst ausgebaut werden sollen, was bisher schon zu exorbitanten Preissteigerungen führte. Somit wird die Senkung der EEG-Umlage um 5,5 Milliarden Euro in den Mehrkosten durch die Weiterführung der Energiewende verpuffen, wie vor ein paar Jahren Altmaiers Strompreisbremse völlig wirkungslos verpufft ist. Für die meisten Haushalte in Deutschland wird es unter dem Strich teurer werden. Und das ist in gewisser Hinsicht auch so beabsichtigt. Strom sparen, weil man ihn sich nicht mehr leisten kann.

2020 wird ein Rekordjahr für Deutschland. Mit den jüngsten Strompreiserhöhungen hat Deutschland Dänemark überholt und ist nun Strompreis-Weltmeister. Jetzt geht Deutschland in die Aufholjagd gegen Belgien um die höchsten Steuern und Abgabenlast. Doch keine Sorge, der Sieg ist den Deutschen sicher, da die jährliche Erhöhung der CO2-Abgabe schon fest eingeplant ist.

Im Jahr 2020 wird eine Allparteien-Koalition – natürlich die ganz Bösen ausgenommen – den Bürgern all ihre sehnlichsten Wünsche erfüllen. Deutschland wird nicht nur zum Vorreiter bei der Energiewende, Agrarwende und Verkehrswende, sondern auch zum Vorreiter der Verbote: Zuckersteuer, Inlandflug- und SUV-Verbot. 

Auch ein Weichmacherverbot in Sexspielzeugen dürfte beim deutschen Wähler gut ankommen – gelobt sei, was hart macht.

 

Manfred Haferburg ist der Autor des autobiografischen Romans „Wohn-Haft“. Als Schichtleiter im Kernkraftwerk kämpft er um Sicherheit gegen die Macht der Bonzen. Es macht ihn verdächtig, weil er sich der Einheitspartei verweigert. Die Hexenprobe der Stasi ist die erfolglose Anwerbung als Spitzel. Bald steht er auf allen schwarzen Listen seines Heimatlandes. Er wird „zersetzt“ und verliert alles. Eine Flucht misslingt und eine Odyssee durch die Gefängnisse des „sozialistischen Lagers“ beginnt. Der Mauerfall rettet ihm das Leben. Ein Buch, das den Leser atemlos umblättern lässt. (63 Amazon-Kundenbewertungen: 4,7 von 5 Sternen)

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netiquette:

Wolfgang Janßen / 27.12.2019

Frage an Radio Eriwan: Kann man in einem hochindustrialisierten Land den Sozialismus einführen? Antwort: Im Prinzip ja, es wäre nur schade um die Industrie. Der Witz ist 50 Jahre alt und wird jetzt Wirklichkeit.

Burkhard Mundt / 27.12.2019

Steuer auf CO2. Die Mehrheit wird auf vieles verzichten müssen. Unsere Politiker nicht. Die werden weiterhin leben wie die Made im Speck. Und auf die Fidschis fliegen um nachzuschauen, wie hoch der Meeresspiegel dort ist. Die CO2-Steuer ist Merkels Ablasshandel: “Sobald das Geld im Kasten klingt, das CO2 in der Atmosphäre sinkt”. Hallelujah.

Klaus Klinner / 27.12.2019

Wir sind ja wohl das dämlichste Volk der Welt. Eine abgehobene Politikerkaste zieht uns bei lebendigem Leib das Fell über die Ohren und die meisten Leute klatschen dazu noch Beifall. Oh heilige Einfalt.

Reinhold Schmidt / 27.12.2019

Wir haben es in den letzten 5 Jahren zwar nicht geschafft, die Zahl der Obdachlosen in Deutschland zu reduzieren. Allerdings haben wir es stolz geschafft, die Zahl der potentiellen Sozialleistungsbezieher um mehr als 2 Millionen zu erhöhen. Das Geld dafür muss halt irgendwie durch Steuern und Abgaben herein geholt werden.

Roland Stolla-Besta / 27.12.2019

Dieses unser Land ist durchgeknallt, vor allem durch die dank ständiger Bildungsexperimente immer PISA-abstürzender Nachkommenschaft. Und weit und breit keine Mut- und Wutbürger ähnlich unseren französischen Nachbarn und EU-vorschriftsmäßigen Freunden (das meine ich jetzt ironisch-sarkastisch, denn persönlich fühle ich mich den Franzosen eher verbunden). Ja, unser Leben wird, wie ganz offen angedroht, von Jahr zu Jahr kostspieliger. Dem Klima ist das grad sch…egal, aber wir fühlen uns dabei sowas von edel und gut. Aber die Teutonen wollen’s so, na dann sollen sie’s halt auch so bekommen. Und ausbaden. Ach ja, und das Fleisch im Topf der Bürger, das für die französische Revolution auch eine Motivation war, wird bei uns nach dem Willen der Grünen (hinter den Ohren) nun auch nur den „edlen Seelen“ vorbehalten sein. Allons enfants de la patrie…

Peter Schnabel / 27.12.2019

Ich persönlich denke, es fehlen hier in diesem Lande nur noch einige wenige Initialzündungen, bis uns dieser ganze “melting pot” um die Ohren fliegt. Wenn der Bürger zum ersten Mal z.B. 2,29€ für einen Liter Sprit an der Tanke angeschrieben (real greifbar und spürbar) sieht. Wenn der verpflichtende Austausch in smarte Stromzähler abgeschlossen ist und der jetzt noch laut frohlockende private Einspeiser von Solarenergie feststellen muss, dass ihm sein Strom ohne Gewinn von außen per virtuellem Kraftwerk (Zusammenschaltung von vielen kleinen Privatstromlieferanten; Modellversuche hierzu laufen m.W. in NRW bereits seit einiger Zeit) abgezapft wird, um Verbrauchsspitzen abzufangen. Oder wenn dem normalen Mieter einfach der Strom je nach Bedarf abgeschaltet wird. Oder wenn das kleine Gemeindefest ausfallen muss, weil der Ersatz von verbotenen Bechern und Trinkhalmen die Veranstalter sehr schnell logistisch überfordern wird. Oder wenn (wie ich letztens an einer Kasse der Familie Albrecht selbst miterleben durfte) das Kassensystem ausfällt. Dazu kommt noch, dass die meisten Neubürger daran gewöhnt sind, so (aber immer noch besser wie zu Hause) zu leben und sich nötigenfalls die Ware “einfach so” mitnehmen, während der brave Deutsche mit seinem Warenkorb so lange wartet (im Zweifelsfall wie lange? stundenlang? tagelang?) bis es wieder funktioniert oder die Ware selbst wieder ins Regal zurückräumt. Es gibt so viele mögliche Szenarien. Wie lange wird der Deutsche dann wohl noch Zuschauer sein?

Matthias Thiermann / 27.12.2019

Das mag ja alles stimmen, aber! Ich habe es satt, immer nur die eine Seite thematisiert zu sehen.  Die Bürger sind keine Frösche. Sie sind mündig. Sollten es zumindest sein! Ich kann und werde sie nicht so einfach aus ihrer Verantwortung entlassen. “Nie wieder!”, so galt der Wahlspruch nach 45. Er wurde mir und meiner Generation bis zum Erbrechen eingebläut. Also klage ich all jene an, die diese Verbrechen begehen. Und zwar einerlei, ob es sich um die Herrschenden handelt oder jene ihrer Untertanen, die, wie schon ein mal in jüngerer Geschichte, sich wieder versündigen.

Geri Reig / 27.12.2019

Also der Vergleich mit dem Frosch ist wirklich genial an dieser Stelle, da die Deutschen in der Tat eines der wenigen Völker, wenn nicht sogar das einzige Volk der Welt ist, das erst dann aufwacht, wenn es schon zu spät ist. Daher stimmt es: bald ist der Drops gelutscht und der Frosch gekocht. Zeit, auszuwandern.

A. Ostrovsky / 27.12.2019

@j.Moennig Woran kann das liegen, dass ein hochentwickeltes Volk faul, und behäbig wird? Dass es denen zu gut geht, wird schnell angenommen. Das erklärt aber noch nicht, wieso es überhaupt bis dahin gekommen ist, dass es ihm gut geht. Linke Aktivisten haben eine Erklärung: Die Deutschen haben die Menschen in Afrika schamlos ausgebeutet und dadurch auf Kosten der Afrikaner so einen Lebensstandard erreicht. Das erklärt den Niedergang nicht, denn in Afrika werden es immer mehr. Die jungen Deutschtürken wissen, dass Deutschland von den Türken aufgebaut wurde. Sie selbst sind Nachkommen der Aufbauer,  aber zum Aufbau oft nicht fähig. Dann ist Deutschlands Niedergang als eine Folge des Niederganges der Türken in Deutschland. Das überzeugt mich. Wir müssen den Türken, die hier geboren sind, einfach viel mehr helfen bei der Integration. In den 90-ern als Helmut K. regierte, wollte ich mal einen Versicherungs-Vertrag abzuschließen. Da kam ein junger Mann zu mir, der mir erzählte, dass er Dipl. Physiker aus der DDR ist. Ich habe ihn gefragt, ob er denn als Physiker so schlecht verdient, dass er nebenbei noch Versicherungen verkaufen muss. Da lachte der, weil er in Vollzeit Versicherungen verkauft hat und damit das Dreifache dessen verdient hat, was er jemals als Physiker bekommen könnte. Das ist an sich noch kein Problem. Erst wenn man den durchschnittlichen Versicherungsvertreter daneben sieht, ohne abgeschlossene Ausbildung oder nach der Ausbildung nie im Job gearbeitet, oder Hausfrau. Quereinsteiger, die in wenigen Wochen angelernt werden, wie die Fahrkartenkontrolleure bei der Bahn. Das war Kohls Vermächtnis, dass Ausbildung, Lernen, Hochtechnologie nichts mehr zählt. Dann kam die Blenderwirtschaft, so tun als ob. Nach 35 Jahren entsteht unter solchen Anreizen ein anderes Land. Schröder und Fischer hatten dann selber nichts gelernt und bei Merkel sind die Details hinter der Legende nicht auffindbar. Vom Kopf stinkt der Fisch zuerst, dann aber kräftig.

Wolfgang Mann / 27.12.2019

Nein, in all den Jahren bis heute sind die Deutschen noch nie auf die Straße gegangen und haben um Steuerererhöhungen gebettelt. Es war schlimmer: Sie haben um Befehle gewinselt: Führer befiehl, wir folgen. Heute rufen sie, etwas weniger militant: Mutti Merkel, tu etwas.

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