Vera Lengsfeld / 02.09.2016 / 06:25 / Foto: Ericrolph / 9 / Seite ausdrucken

Der wundersame Geldregen über Merkels Wahlkreis

Nun steht die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar bevor und die Kreml-Astrologen haben Hochkonjunktur. Die am heißesten diskutierten Fragen sind, ob die CDU nach der AfD ins Ziel geht und wie die Stimmverteilung im Wahlkreis der Kanzlerin aussehen wird. Da gab es in der Vergangenheit CSU-Mehrheiten für die CDU-Parteivorsitzende.

Spätestens seit die ersten „Merkel-muss weg“-Rufer in Stralsund, Merkelhochburg seit 1990, als der CDU-Kreisverband der Stadt Merkel zu ihrem Bundestagsmandat verholfen hat, aufgetaucht sind, drang die Nachricht ins Kanzlerinnenamt, dass es auch hier dramatische Stimmenverluste geben könnte.  Dem musste vorgebeugt werden. Da Merkel nichts anderes denken kann, als alle möglichen Probleme mit Geld lösen zu wollen, gab es einen tiefen Griff in die Staatskasse. Interessanterweise stand ihr ein CSU-Minister dabei zur Seite.

Wolfgang Prabel, einem Blogger aus dem Weimarer Land ist es zu verdanken, dass der Coup nicht unentdeckt blieb. Er hat nachgerechnet und schreibt:

"Kürzlich hat Frau Dr. Merkel eine Wahlkampfshow auf der Insel Ummanz abgezogen. Sie war bei der Einweihung des schnellen Internets auf der Insel zugegen. Um ihren CDU-Landtagskandidaten, der auch Bürgermeister auf der kleinen Insel ist, zu stützen. Nun gehört Ummanz allerdings bei der Bundestagswahlkreiseinteilung zum Kanzlerwahlkreis Nr. 15 (Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I) mit rund 245.000 Wahlberechtigten, von denen bei der letzten Bundestagswahl bei einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent noch 56 Prozent ihre Stimme…Frau Dr. Merkel gaben."

In ihrem Wahlkreis wird das Internet massiv ausgebaut. Am 28. 4. 2016 wurden von Bundesminister Dobrindt Förderbescheide verteilt. Der SPIEGEL hatte dazu recherchiert:

„420 Millionen Euro verteilt er an diesem Donnerstag. Das Geld erhalten 55 Ausbauprojekte in 36 Landkreisen und Kommunen. Es ist das verbliebene Prestigeprojekt Dobrindts, nachdem er mit seiner Pkw-Maut auf so viel Widerstand stößt. Interessant ist dabei, an wen und wofür das Geld fürs schnelle Internet fließt. (…) 247 der 420 Millionen Euro fließen in ein einziges Bundesland – nach Mecklenburg-Vorpommern. (…) Besonders viel Geld fließt in die Flächenlandkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald. Allein im Landkreis Vorpommern-Rügen werden neun Projekte mit insgesamt 83 Millionen Euro gefördert."

Frau Dr. Merkels Wochenendhaus schräg gegenüber vom Verteiler

83 von 420 Millionen Förderung deutschlandweit fließen in den Kanzlerwahlkreis. Das sind 19,8 Prozent der Bundesmittel für einen einzigen  Landkreis. Auch bei der Verteilung in Mecklenburg ging es schräg zu. 83 Millionen für den Kreis Vorpommern-Rügen von 247 Millionen für das Land sind 33,6 Prozent. Mecklenburg hat 1,61 Millionen Einwohner, der besagte Kreis Vorpommern-Rügen aber nur 225.000, also knapp 14 Prozent  der Einwohner des Bundeslandes. 33,6 Prozent Förderung auf 14 Prozent Einwohner im Merkel-Wahlkreis. Auf die Bundesrepublik bezogen hat der Kreis 0,28 Prozent der deutschen Einwohner und bezieht wie wir schon rausgerechnet hatten 19,8 Prozent der Förderung

Das ist nicht alles. Es kommt noch besser: „Schon seit 2014 liegt bei Kabelverteiler A 3 in Milmersdorf bei Templin VDSL-Geschwindigkeit an. Sonst nirgends in der Umgebung. Reiner Zufall behauptet die Telekom. Rein zufällig hat jedoch Frau Dr. Merkel ihr Wochenendhaus schräg gegenüber vom Verteiler.“

In Mecklenburg Vorpommern ist also nicht nur Wahl sondern auch ganzjährig Weihnachten.

Der Beitrag erschien zuerst auf meinem Blog "Freedom is not free"

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Leserpost (9)
JF Lupus / 02.09.2016

Der Zorn auf die dreisten Selbstbediener, die selbstgerechten Gutmenschen und vor allem auf Merkel wächst täglich. ich hoffe inständig, nicht nur bei mir.

Günther Maier / 02.09.2016

Sehr geehrte Fr . Bundeskanzlerin Dr. Merkel, es kann doch nicht wahr sein, dass Ihr CSU-Mitarbeiter ein solches Ding zusammen mit Ihnen vollführt. Sie sollten das sofort abstellen und Ihren Minister anweisen, gerechnt auf die Bundesländer und Wahlkreise zu verteilen. Fr. Rousseff musste dieserhalb ihren Hut nehmen. Nehmen Sie Ihren nicht, geben Sie diesen aber an Ihren CSU-Mann weiter und schicken ihn wieder zu He. Seehofer. Machen Sie einen Rückzieher und geben dies auch an die Presse somit jeder sieht, dass Sie so etwas nicht akzeptieren Darf ich Sie an ein Zitat erinnern:  So etwas geht gar nicht! Ihr Günther Maier

Andreas Huber / 02.09.2016

Warten wir gespannt ab, was passiert, sobald feststeht, daß diese dämliche Manipulation nicht mehr funktioniert. Einparteiensystem? Schießbefehl? Was meinen Sie dazu, Frau Bundeskanzlerin ?

Günter Schaumburg / 02.09.2016

Um genau solchen Schweinereien vorzubeugen, mussten in vielen griechischen Stadtstaaten die gewählten Volksvertreter, an deren Wahl sich aber Sklaven und Besitzlose nicht beteiligen durften, nach einem Jahr Arbeit für das Volk wieder ihrer vorherigen Tätigkeit nach gehen. Man wusste, dass Macht verführt. Das weiß man heute natürlich auch. Geändert wird nichts, weil jeder kleine und große Mächtige seine Portion Süßes weiter genießen will, und seien es nur die Matterhorn-Füllhalter.

Wolfgang Richter / 02.09.2016

Gönnen wir doch der Frau Bundeskanzlerin die Möglichkeit, ihr Wochenendhäuschen mit der für sie neuen Technik auszustatten,so lange sie noch die Möglichkeit hat, entsprechend einzuwirken. Wenn sie weiterhin ihren politischen Weitblick in der Weise einsetzt wie bisher, dürfte sie demnächst viel Zeit haben, die sie mit der Nutzung des Häuschen verbringen kann. Bei einem entsprechend technisch hochwertigen Anschluß an den Rest der Welt muß die Dame dann auch nicht mehr nach Chile oder Paraguay auswandern, kann im Land bleiben und das von ihr verursachte Chaos direkt aus nächster Nähe betrachten.

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