Henryk M. Broder / 20.09.2016 / 08:54 / Foto: EFF-Graphics / 13 / Seite ausdrucken

Die genuin dumme Frau Kaddor und das Deutschsein heute

Ich möchte die Beitrage von Rainer Bonhorst und Elisa Brandt über die Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor um einen Gedanken ergänzen: Frau Kaddor ist keine Opportunistin, die mit dem Strom schwimmt, sie ist genuin dumm. Das sind auch andere, die es relativ weit gebracht haben: Ramona und Jürgen Drews, Carmen und Robert Geiss, Heiko Maas und Natalia Wörner, Christine Neubauer und Claudia Effenberg. Deren genuine Dummheit kommt darin zum Ausdruck, dass ihnen nichts peinlich ist. Das macht auch ihre Stärke aus.

Und wenn Frau Kaddor sagt: "Wir sind ein Einwanderungsland. Deutschsein bedeutet in Zukunft, einen Migrationshintergrund zu haben, das bedeutet Deutschsein in Zukunft, nicht autochthon blaue Augen und helle Haare, sondern ein Kopftuch zu tragen, dunkelhaarig zu sein oder wie auch immer zu sein, das bedeutet heute Deutschsein",  dann liegt sie in einem Punkt durchaus richtig: Deutschland ist längst ein Einwanderungsland. Jeder fünfte Bürger der Bundesrepublik hat einen Migrationshintergrund. Was nicht weiter thematisiert wird, so lange es sich um einen russischen, polnischen, griechischen, vietnamesischen, irischen, andalusischen, litauischen oder sonstigen Hintergrund handelt.

Die öffentliche Debatte um Migration und Integration kreist immer nur um eine Gruppe - Menschen mit arabisch-islamischem Hintergrund. Deswegen fallen Frau Kaddor in dem Moment, da sie nach Beispielen für das Deutschsein der Zukunft sucht, nur Frauen ein, die "ein Kopftuch" tragen, und nicht etwa Frauen, die einen Sari tragen. Sie hält die arabisch-islamische Migration für die einzige und die einzig relevante. Aber relevant ist sie nur im Hinblick auf die Probleme, die sie produziert. Deswegen gibt es beim Innenminister eine "Islam-Konferenz" und keine Konferenz über die Integration von Migranten anderer Provenienz.

In Berlin ist in den letzten Jahren entlang der Kantstraße zwischen dem Bahnhof Zoo und dem Stutti eine "China-Town" entstanden, und die Berliner haben es nicht einmal bemerkt. Denn in dieser Gegend wird niemand bedroht, der ein Kreuz um den Hals oder eine Kippa auf dem Kopf trägt. Keine Scharia-Polizei zieht dort ihre Runden, und jeder, der ein Lokal betritt, kann selbst entscheiden, ob er ein Bier oder einen Apfelsaft trinken möchte. Diese Einwanderung stellt kein Problem dar, sie produziert keine Probleme und ist eine Bereicherung für das Land. 

Man hört auch kaum etwas von Vietnamesen, die sich am Rande eines Volksfestes in die Luft sprengen, weil sie traumatisiert wurden, oder von Russen, die ihre Art, Tee zu trinken (aus der Untertasse, mit einem Stück Würfelzucker zwischen den Zähnen) für die einzig richtige halten und sie deswegen anderen aufzwingen möchten. 

Frau Kaddor, die sich das Label "liberal" umgehängt hat, ist in ihrer genuinen Dummheit durch nichts zu erschüttern. Jeder Fahrlehrer, aus dessen Fahrschule fünf Dschihadisten hervorgegangen wären, hätte seine Lizenz längst zurückgegeben, wenn sie ihm nicht entzogen worden wäre. Frau Kaddor aber schulmeistert weiter, nicht nur in der Schule, sondern auch im Fernsehen, über das Deutschsein heute und in der Zukunft. 

Schöne Aussichten sind das.

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Leserpost

netiquette:

Maria Leuschner / 21.09.2016

Sehr geehrter Herr Broder, Ihre Ausführungen zur Dummheit ließen mich mal wieder nach vielen Jahren zu Dietrich Bonhoeffers “Widerstand und Ergebung” greifen, worin er im Kapitel “Von der Dummheit” schreibt: “...Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.” Maria Leuschner

Rolf Menzen / 21.09.2016

Wenn Frau Kaddor Islam-Expertin ist bin ich als Taxifahrer Verkehrsexperte. Fragt sich nur warum mich noch keiner interviewt hat.

Knud Walter / 21.09.2016

Brillianter Artikel. Zählen Gabriel und Schröder auch dazu?

Steffen Gerster / 21.09.2016

Einer meiner Lieblings Star Journalisten. Danke für die humoristische Schreibweise.  Ich muss mich beherrschen nicht vor Lachen in die Tischkante zu beissen.

Sabine Weinberger / 21.09.2016

@Markus Dähne Das Tragische ist, dass man die Dummheitsliste im Augenblick leider gegen Unendlich führen könnte - insbesondere bezüglich ‘unserer’ Politikerkaste. An den Autor: Mal wieder ein echter ‘Broder’, und damit vielen Dank dafür! Es ist wirklich unglaublich, dass Leute wie Frau Kaddor weiterhin medial wirksam ihre kognitiven Unreflektiertheiten aus der Finsternis ihrer Hirnwindungen heraus ungefiltert in die Welt hinausposaunen (und leider scheinbar immer noch zu viele Claquere dafür finden). Gäbe es nicht Autoren wie Sie, Herr Broder, die sich immer wieder spitzfedrig und öffentlich solcher Unglaublichkeiten annehmen, hätte ich angesichts der Zustände, wie sie mittlerweile in diesem Land herrschen (und seien es nur die, die verbal ihren Niederschlag finden), schon lange vor Wut und/oder Verzweiflung ins nächste Kissen gebissen. Daher noch einmal vielen Dank für Ihre Worte - sie wirken für mich immer wieder wie ein kleines Ventil.

Martin Wessner / 21.09.2016

Es heißt ja, Glücklichsein bedeutet, im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste aus seinen Leben zu machen. Das stimmt fraglos. Man kann diesen Satz aber auch umändern und sagen: Klug sein bedeutet, im Rahmen seiner geistigen Möglichkeiten(Intelligenz) für sich vorteilhafte Entscheidungen zu treffen. Gemäß dieser Definition sind Ramona und Jürgen Drews, Carmen und Robert Geiss, Christine Neubauer und Claudia Effenberg hochintelligent, denn ihre Dummheit ist eine gewiefte Masche, mit der sie beständig und zuverlässig viel Geld verdienen. Und Heiko Maas hat es mit seiner Art von “Streetsmartness” immerhin zum Justizminister und gern eingeladenen Talksshowgast gebracht. So beneidenswert “dumm” würde ich insofern auch gern sein. Bei der umstrittenen Islamaktivisten sieht die Situation allerdings schon etwas anders aus. In der Tat kann man von ihr sagen, dass sie “genuin dumm” sei, was allerdings nicht damit zu tun hat, dass sie das gleiche Talent wie die anderen genannten Personen besäße, aus ihren Defiziten etwas für sie und/oder ihre Mitmenschen Gewinn bringendes zu erschaffen, oder dass ihr das Gefühl für Peinlichkeit fehlte, sich für ihre Blödheit gefälligst zu schämen, nein, nein, ihre Dummheit besteht vielmehr in ihrer deutlichen fachlichen Inkompetenz zum Großthema Migration(und alles was damit irgendwie zu tun hat) und aus ihrer offensichtlich therapieresistenten Egozentrik als 24/7-Berufsmuslima. Für ihr brandneues Buch: “Die Zerreißprobe - Wie die Angst vor dem Fremden unsre Demokratie bedroht”, dass augenscheinlich aus einer Ansammlung von unwissenschaftlichen, verschwurbelten Phrasen, Plattitüden und Allgemeinplätzen, vermischt mit kühnen, unbewiesenen Behauptungen und “Aus_dem_Bauchnabelbereich_heraus”-Hypothesen besteht, sollte daher eigentlich kein Mensch willens sein, sein gutes Geld herzugeben. @Herr Broder Zitat: “Jeder Fahrlehrer, aus dessen Fahrschule fünf Dschihadisten hervorgegangen wären, hätte seine Lizenz längst zurückgegeben, wenn sie ihm nicht entzogen worden wäre. Frau Kaddor aber schulmeistert weiter, nicht nur in der Schule, sondern auch im Fernsehen, über das Deutschsein heute und in der Zukunft.” Ach, schlimmer noch, viel schlimmer. Die “Fahrlehrerin”, die schreibt auch noch unverfroren Spiegel-Bestseller über den Fahrunterricht ihrer irren Suizidraser. Der Titel: “Zum Töten bereit: Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen” von Lamya Kaddor (Autor/2015)

Emmanuel Precht / 20.09.2016

Treffer - versengt!

Sandra Dündar / 20.09.2016

Ach, ach… Mein Herz hüpft mir in der Brust! Verehrter Herr Broder, ich liebe Sie für solche Artikel. Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt: Frau Kaddor sucht nur eine Bühne um ihren Migrationshintergrund zu Geld zu machen- wie so viele… Mein Guter Freund von der AWO hat sie dann doch zu einer Podiumsdiskussion nach Essen eingeladen und sie war, wie erwartet, nur peinlich und hat, wie der Ewige das Manna, Plattitüden an das sich anbiedernde Fachvolk ausgeteilt. Ahhhhhh, “genuin dumm”, das gefällt mir! Aufstehen, laut dagegen reden und aufklären, das ist unsere Aufgabe!

Birgit Burkhardt / 20.09.2016

Genuin genial, diese Charakterisierung der Dame, Herr Broder!

Tommy Bishop / 20.09.2016

Daumen hoch, Herr Broder! Leider hat sich die Erkenntnis über Frau Kaddor und ihren Lobbyismus noch nicht überall durchgesetzt.

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