Thomas Rietzschel / 30.03.2017 / 16:17 / 9 / Seite ausdrucken

Das Gewaltmonopol der Straße

Von Thomas Rietzschel.

Erinnern sie sich daran, in den letzten Jahrzehnten auf deutschen Straßen und Plätzen eine Massenschlägerei erlebt zu haben, keinen Einsatz, bei dem die Polizei gegen linksautonome Randalierer vorgehen musste, sondern eine Prügelei, bei der sich Dutzende von Männern die Hucke vollhauten? Sicher, im Kino konnte man das erleben. Im Western gingen die Desperados mit blanken Fäusten aufeinander los, wenn sie nicht gleich den Revolver zogen. Auch auf dem Oktoberfest flogen bisweilen die Fetzen. Die Rocker ballerten hier und da vor einem ihrer Bordelle. Aber Bandenkriege, bei denen Dutzende, womöglich mehr als Hundert Schläger mitten in den Städten aufmarschiert wären, wann hätten wir das außerhalb der Fußballstadien zu befürchten gehabt?

Davor schützte uns das Grundgesetz zuverlässig. In ihm steht (Art. 20) das Gewaltmonopol des Staates festgeschrieben. Keinem Bürger, keiner Gruppe ist es erlaubt, private, politische oder weltanschauliche Interessen prügelnd durchzusetzen. Nur die Polizei als Organ des Staates darf physische Gewalt anwenden, um den inneren Frieden zu gewährleisten, nur sie darf Randalierer und Streithähne in den Schwitzkasten nehmen, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen.

Kampfarenen in Einkaufszentren

Da der öffentliche Raum allen gehört, ist er auch ein staatlich geschützter, jedenfalls sollte es so sein. Immer öfter aber erleben wir, dass sich etwa stark frequentierte Einkaufszentren urplötzlich in Kampfarenen verwandeln. Erst vor wenigen Tagen sind in den Düsseldorfer Schadow-Arkaden zwei „Großfamilien“ osteuropäischer Herkunft aneinander geraten. Die Einrichtung eines Buffets ging zu Bruch, Stuhlbeine wurden geschwungen, Bistro-Tische auf den Köpfen der Gegner zerschlagen. Binnen kurzem verwandelte sich die Passage in ein Schlachtfeld. Wer unversehens zwischen die Fronten geriet, musste froh sein, mit dem Schrecken oder einem blauen Auge davonzukommen.

Ähnliches spielte sich tags darauf vor einem Supermarkt in Herford ab, diesmal zwischen zwei kurdischen Sippenverbänden: „Blutige Familienfehde“ titelte die Neue Westfälische. Schon drei Wochen zuvor war es auf dem Hanauer Schlossplatz hoch hergegangen. 300 junge Männer schlugen aufeinander ein; die Fortsetzung des Kampfes folgte sieben Tage später beim Barbarossafest in Gelnhausen. Beteiligt waren laut FAZ „jugendliche Türken mit deutschem Pass sowie minderjährige Flüchtlinge“. Ein Unbeteiligter ging schwer verletzt zu Boden. 

Frau Künast könnte intervenieren

Die Polizei, die dem Grundgesetz nach über das Monopol verfügt, derartige Gewaltausbrüche mit physischer Gewalt zu begegnen, musste in jeden der genannten Fälle - es sind drei von Dutzenden - vorsichtig abwägen, was sie tut, mit welcher Macht sie durchgreift. Droht doch jedem Beamten, sollt er bei der Erfüllung seiner Dienstpflicht einen der Raufbolde verletzen, gar töten, im Nachgang die Untersuchung seiner „Tat“ durch die Staatsanwaltschaft. Ganz abgesehen davon, dass Renate Künast, Vorsitzende des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestags, nachfragen könnte, ob es denn nicht sanfter gegangen wäre. Verurteilte sie doch schon die Erschießung des Axt-Attentäters in einem Würzburger Regionalzug als polizeiliches Fehlverhalten.

Die Kämpfer der „Großfamilien“ können da wesentlich unbefangener zuschlagen. Erstens treten sie nicht aus der Masse hervor. Und zweitens verkrümeln sie sich stets im Handumdrehen, um weiter die Fäuste fliegen zu lassen, drei Häuserblöcke entfernt, um die Ecke oder auf dem nächsten Volksfest. Schritt für Schritt übernehmen sie das Gewaltmonopol im öffentlichen Raum; Grundgesetz hin oder her.

Ob die Bundeskanzlerin auch daran dachte, als sie die Bürger nach ihrer gesetzwidrigen Grenzöffnung ermahnte, die Zuwanderung und den Familiennachzug der „Flüchtlinge“ als „kulturelle Bereicherung“ zu begrüßen, würden wir gern erfahren, möglichst noch vor dem 24. September 2017. 

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Eric Galland / 31.03.2017

Mehr Polizei hier oder dort, was würde sich ändern? Nichts. Weil so nur Symptome bekämpft werden, nicht aber die Ursachen. Inzwischen hat das Ausmaß der Gewalt zu einer nachhaltigen Veränderung im Land geführt, die offensichtlich auch gewollt war. Wer von den Verantwortlichen dies in Abrede stellt,  ist entweder entsetzlich dumm oder lügt,  wobei letzteres eher der Fall sein dürfte. In Diskussionen mit Freunden,  Bekannten und Arbeitskollegen stellt sich eine große Sorge und Betroffenheit heraus, die aber ohne Auswirkungen bleibt,  weil insgesamt immer noch die Vorstellung besteht,  dass es der Staat doch noch hingekommen und richten werde. Davon ist nach Lage der Dinge nun aber nicht auszugehen,  sodass hier in Mitteleuropa bald dramatische Zustände herrschen werden und in Teilen mit einer Art Dezivilation zu rechnen ist.

Horst Jungsbluth / 31.03.2017

Das Gewaltmonopol des Staates wurde von sogenannten “Politikern” der AL in Berlin (West) bereits 1989 nicht nur in Frage gestellt, sondern ganz bewusst missachtet, wobei Künast bereits damals mit von der Partie war. Es ging auch um die Übernahme von Bundesgesetzen, wobei sie die kühne Idee hinausposaunte, dass “man nur so zu tun brauche”, um dann das Ganze mit fadenscheinigen Argumenten scheitern zu lassen. Eine Aufforderung zum Betrug also! In der Praxis sah es dann so aus, dass die Verbrecher sich ungestört austoben konnten, weil sowohl der Innensenator als auch die Justizsenatorin den Weg dafür ebneten und als Ausgleich nach einem Strategiepapier mit gefälschten Verwaltungsvorschriften und unzutreffenden Gründen unbescholtene Bürger wie Verbrecher verfolgten. Das Verbrechen entwickelt sich seither prächtig und die betroffenen Bürger werden nicht nur dafür zur Kasse gebeten, sondern auch noch beschimpft und diffamiert, wenn sie es wagen, den Mund aufzumachen.

A.Wehrmann / 31.03.2017

Vielleicht ging es in Düsseldorf ja um Schutzgeld? Ein bisschen Randale machen, die Kundschaft bleibt weg, da zahlt der eine oder andere Geschäftsmann gern mal.

JF Lupus / 30.03.2017

Das sind doch alles nur bedauernswerte Einzelfälle fehlegeleiteter Migranten mit schwerer Kindheit…

Volker Greve / 30.03.2017

Ist doch toll wenn wir Verhältnisse wie im Libanon bekommen , freuen sich doch schon viele drauf .

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Thomas Rietzschel / 06.04.2019 / 12:00 / 58

Nach dem Hirntod, doch bei lebendigem Leib

Ja, es gibt sie noch, die alten weißen Männer - und das ist auch gut so. Ihr Hang zum Zweifel bewahrt sie davor, alles und…/ mehr

Thomas Rietzschel / 02.04.2019 / 13:00 / 56

Die Domina der Klimarettung

Bei der Verleihung der Goldenen Kamera ist Greta Thunberg am vergangenen Samstag so aufgetreten, wie es die Regie vorsah. Angetan mit dem weißen Kleid der…/ mehr

Thomas Rietzschel / 23.03.2019 / 14:00 / 15

Vom Missbrauch der Instrumentalisierung

So läuft es immer, zuverlässig seit 2015: Wenn junge Männer, zugewandert aus der arabischen Welt und in der Regel moslemischen Glaubens, kriminell auffallen, sei es, dass…/ mehr

Thomas Rietzschel / 20.03.2019 / 15:00 / 27

Lass es sein, Greta!

Für Greta heißt es jetzt: Hic Rhodos, hic salta! Schon in den nächsten Tagen muss sie durch persönlichen Verzicht für ihre große Botschaft einstehen, muss…/ mehr

Thomas Rietzschel / 19.03.2019 / 06:15 / 58

Brüssel: Wer aussteigt, ist vogelfrei

Es gehört derzeit nicht viel dazu, weder Mut noch Verstand, um über die Engländer herzuziehen. Jeder Possenreißer macht sich seinen Spaß daraus, sie hämisch, belehrend…/ mehr

Thomas Rietzschel / 09.03.2019 / 10:30 / 58

Der Rattenfänger von Neumünster

Die Kanzlerin tat es, die Grünen tun es ständig und gestern hat es auch noch der Bundespräsident getan. Bei einer Stippvisite in Neumünster „ermutigte“ er Kinder…/ mehr

Thomas Rietzschel / 09.03.2019 / 06:00 / 46

Rasen ist des Bürgers erste Pflicht

Die Kommunen sind klamm. Das Bußgeldgeschäft droht einzubrechen. Allenthalben fehlt es an Rasern und Falschparkern. In Darmstadt etwa beklagt die Verwaltung einen Einnahmeausfall von einer…/ mehr

Thomas Rietzschel / 03.03.2019 / 16:23 / 36

Tante Claudias Kindergarten

An dem Mut, sich zu blamieren, fehlt es Claudia Roth nicht. Das immerhin muss man der Bundestagsvizepräsidentin lassen. Mit dem, was sie durcheinander wirft, hält…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com