Archi W. Bechlenberg / 17.02.2019 / 06:20 / 23 / Seite ausdrucken

Das Antidepressivum: Die alte Kanaille

Auf dem Pariser Friedhof Montparnasse befinden sich die Gräber vieler Intellektueller und Künstler. George Wolinski liegt hier, der 2015 von islamischen Terroristen ermordete Karikaturist, Mœbius, der fantastische Comiczeichner, die Regisseure Éric Rohmer, Alain Resnais, die Schauspieler Jean Seberg, Philippe Léotard und Philippe Noiret. Auch Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir sind hier beigesetzt und viele weitere mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten, deren Leben mit dem Montparnasse-Viertel eng verbunden war. 

Eines der Gräber ist gegenüber den anderen besonders auffällig. Es ist üppig bewachsen, und es ist mit allen möglichen größeren und kleineren Dingen „dekoriert“. Da liegen Zigarettenkippen, Metrokärtchen, Plüschtiere, Blumen, Zettel mit Kussmündern, Herzen aus Glas und Plastik, ja sogar Kohlköpfe. Auf der Vorderseite des Randsteines stehen die Namen Olga und Joseph Ginsburg.

Doch nicht diesen beiden aus der Ukraine nach Frankreich vor den Kommunisten 1919 geflüchteten Juden, er Pianist, sie Sängerin, gilt die unübersehbare Verehrung. Ihr Sohn Lucien ist es, der jedes Jahr, vor allem zu Allerheiligen, viele Verehrer anzieht, die ihm mit ihren kleinen Geschenken Tribut zollen. Geboren ist er 1928, gestorben 1991, am 2. März. Er liegt im selben Grab wie seine Eltern. Die Welt kennt ihn als Serge Gainsbourg.

Während man Charles Aznavour, der am vergangenen Sonntag hier im Mittelpunkt stehende Chansonnier, als Gentleman der französischen Musikszene bezeichnen kann, war Gainsbourg der unbestrittene Stinkstiefel. Dreist, respektlos, unangepasst bis in die Haarspitzen – der Chansonnier, Filmschauspieler, Komponist und Schriftsteller ließ keine Provokation und keinen Streit aus, und je mehr sich ein Skandal in der Öffentlichkeit abspielte, um so mehr machte ihm der entstandene Aufruhr Spaß.

Mit Bardot Porno pur

In Deutschland wurde er erst recht spät bekannt, seine Stöhnballade „Je t'aime, mois non plus“ hatte 1969 den Rhein mühelos übersprungen und brachte jetzt Radiomoderatoren, Discjockeys und Hitparadenmacher in arge Bedrängnis. Denn Text und Geräusche der Nummer ließen keine Zweifel offen: Da waren zwei Leute im Clinch, und das heftig. Selbst wenn man mangels Sprachkenntnissen den Text nicht in seiner Eindeutigkeit verstand („je vais et je viens entre tes reins“ – „ich gehe und komme zwischen deinen Lenden“) ließ das im Duo mit Jane Birkin gesäuselte „Ah!“ und „Oui!“ und „Ouiouioui!“ keine Fragen offen. Selbst Klein-Fritzchen und Klein-Erna wussten, um was es da ging.

Das gefiel den Programmverantwortlichen in etlichen Ländern nicht. Die Speerspitze des Widerstands bildete – nicht unerwartet – der Vatikan, der für die Verhaftung eines Plattenfirmabosses sowie die Exkommunikation einer weiteren Schweinebacke sorgte, die mit der Sauerei Geld verdienen wollte. Ich erinnere mich, dass das Lied in der RTL Hitparade stark gekürzt gespielt wurde, in anderen deutschsprachigen Sendern vermutlich gar nicht. Das konnte den immensen Verkaufserfolg allerdings nicht schmälern. Obwohl die britische BBC das Lied gänzlich boykottierte, erreichte es im Königreich Platz 1 der Verkaufscharts, so wie auch in Österreich und der Schweiz. In Westdeutschland reichte es immerhin für einen Platz 3. Gespielt wird es bis heute, wo immer es passt, und der Vatikan kann dagegen auch nichts mehr machen, denn die Katholen haben mit ihren hauseigenen Skandalen genug zu tun.

Wenn die sauberen Sittenwächter geahnt hätten, was hinter dem Chanson noch steckte, man hätte vermutlich auf dem Petersplatz einen Holzstapel für Gainsbourg errichtet und ihn unter einem Vorwand dort hin gelockt. „Je t'aime, mois non plus“ mit dem Kinderstimmchen von Jane Birkin erschien zwar 1969, das Lied hatte aber bereits zwei Jahre zuvor im Studio Tontechniker wie Interpreten rollig gemacht. Damals sang Serge es mit einer anderen Dame; er hatte es sogar für sie geschrieben, und das Gestöhne beruhte auf realen gemeinsamen Erfahrungen.

Brigitte Bardot war die Schöne, auf die Gainsbourg nicht nur ein Auge, sondern sich zur Gänze geworfen hatte. Was eigentlich nichts Ungewöhnliches war; der Faun Serge Gainsbourg hatte sie schließlich alle, warum also nicht auch die Bardot? Doch Brigitte war zu diesem Zeitpunkt mit Gunther Sachs verheiratet, und sie legte sich nun plötzlich ein schlechtes Gewissen zu. Sie bat Gainsbourg, die bereits gepresste Platte nicht zu veröffentlichen, woran sich der Gentleman selbstverständlich hielt. Erst seit 1986 kennt das Publikum diese Originalaufnahme, und Fans streiten bis heute darüber, welche Version die erotischere ist. Ich halte mich aus dieser Diskussion nicht heraus. Für mich ist die Version mit Birkin Softsex. Mit Bardot Porno pur.

Der Mann braucht Geld

Lucien Ginsburg, so Serges bürgerlicher Name, wollte eigentlich Maler werden. Bereits mit 11 Jahren schrieb er sich an einer Kunstschule auf dem Montmartre ein. Hitlers Überfall auf Frankreich machte dem bisherigen Leben der Familie ein Ende, sie verzog sich aufs Land und schaffte es, trotz aufgezwungenem Judenstern zu überleben. Nach Kriegsende ging man zurück nach Paris. Lucien nahm erneut Kontakt zu Künstlerkreisen auf, er lernte Dalí kennen und lebte vom Zeichen- und Gesangsunterricht sowie ab und zu anfallenden Aufträgen. Ab Mitte der 1950er Jahre nahm seine Tätigkeit als Chansonschreiber zu; er selber wollte, da schüchtern und nicht besonders attraktiv, lieber nicht auf der Bühne stehen. So interpretierten andere Künstler wie Juliette Greco seine Lieder. Serge machte sich auf diese Weise einen Namen, ohne vor den Kulissen in Erscheinung treten zu müssen.

Bei Youtube findet man das Video eines frühen Auftritts. Serge steht linkisch und verlegen auf der Bühne und singt sein Chanson „Le poinçonneur des Lilas“. Das Lied erzählt von einem Ticketkontrolleur an der Metrostation Porte de Lilas, dem seine Arbeit und sein Leben immer sinnloser erscheint. „Ich mache kleine Löcher, kleine Löcher, kleine Löcher, kleine Löcher erstklassig, kleine Löcher zweitklassig, immerzu kleine Löcher, kleine Löcher, kleine Löcher, kleine Löcher...“ Am Ende macht er das finale Loch mit einer Pistole in seinen Kopf.

„Le poinçonneur des Lilas“ wird ein schöner Erfolg, das Lied besitzt, was auch Charles Aznavour von einem guten Chanson fordert, eine beschwingte Melodie, aber zugleich Tiefgang. Nicht alles, was Gainsbourg in den folgenden Jahren und Jahrzehnten schreibt und interpretiert, kann diesem Anspruch gerecht werden. Aber der Mann braucht Geld; alleine die monatlichen Rechnungen für Gitanes und Alkohol entsprechen dem Jahresetat manchen Kleinstaates. So verfasst er Schlager und Popliedchen ohne viel Tiefgang, und die Sachen verkaufen sich wie frische Croissants. 1966 schreibt er für die sehr kindlich-unschuldige France Gall den Schlager „Les sucettes“, den sie voller Inbrunst darbietet.

„Les sucettes“ erzählt von dem Mädchen Annie, das am liebsten Dauerlutscher schleckt, bis der süße Anissaft herausläuft. Spätestens wenn man das dazu gehörige Filmchen anschaut, müsste eigentlich klar werden, für was die spritzigen Lutscher als Metapher dienen; das Publikum hatte daran auch keinen Zweifel, die einzig Ahnungslose war die Sängerin. Gainsbourg, die alte Kanaille, lacht sich vermutlich heute noch einen ab, France Gall hingegen war tödlich verletzt und weigerte sich lange, ihm zu verzeihen. Dabei hatte er ihr ein Jahr zuvor mit „Poupée de cire, poupée de son“ den Siegertitel für den Eurovision Song Contest geschrieben. 

Einer seiner bekanntesten Titel aus der frühen Schaffenszeit ist „La Javanaise“, ein Chanson, mit dem er der bereits als Interpretin etablierten Juliette Greco huldigte. Abends hatten sie, so die offizielle Version, bei ihr zu Hause diniert, den Champagner fließen lassen und Platten gehört, und am nächsten Tag spielte er ihr seine am folgenden Morgen entstandene Komposition vor. Greco nahm diese sogleich auf Schallplatte und in ihr Repertoire auf. Javanaise gehört zu Gainsbourgs meistgecoverten Liedern, und selbst die in jeder Beziehung überirdische Khatia Buniatishvili hat sich am Piano ihre Gedanken zu dem so eingängig wie eindrucksvollen Stück gemacht. Bitte unbedingt das Video bis zum Ende schauen, zusammen mit ihrer Schwester Gvantsa spielt Khatia im Anschluss Astor Piazzollas „Libertango“. 

Gainsbourg wäre zu Macron sicherlich einiges eingefallen

In Sachen populäre Musik lief im Frankreich der 1960er bis 80er Jahre ohne Serge Gainsbourg kaum etwas Nennenswertes. Er komponierte rastlos für andere und nahm eigene, anspruchsvolle Platten auf, darunter die der Bardot, inzwischen ohne Sachs, gewidmete LP „Initials B.B.“, auf der man das fiebrig-psychedelische „Bonnie and Clyde“ findet, von dem es einen ausgesprochen erotischen Videoclip gibt. Sehenswert auch der Clip zu „Harley Davidson“ von der selben LP, gesungen von La Brigitte persönlich.

„Histoire de Melody Nelson“ (1971) war ein Konzeptalbum, das für viele Fans und Musikkritiker das Magnum Opus Gainsbourgs darstellt. Sowohl als Komponist wie als Textautor ist Gainsbourg hier auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Auch wenn die Platte keine 28 Minuten lang ist, hat sie bis heute ihren Einfluss auf die Fortentwicklung der populären Musik nicht verloren. Zahlreiche Musiker beziehen sich mehr oder weniger explizit auf „Melody Nelson“, darunter Jarvis Cocker, Beck und Portishead. Portishead coverte viele Jahre später zusammen mit Jane Birkin „The Ballad of Melody Nelson“ – sie war auch auf dem Original als Sängerin zu hören. 

„L’Homme à tête de chou“ ist ein weiteres Konzeptalbum. „Der Mann mit dem Kohlkopf“ erzählt, wie auch schon Melody Nelson von der Begegnung eines älteren Mannes mit einer jungen Frau, hier heißt sie Marilou. Der Titel der Platte führt uns zurück auf den Friedhof Montparnasse, wo zu den Geschenken der Fans auf Gainsbourgs Grab auch immer wieder kleine Kohlköpfe gehören.

In den 70er Jahren entdeckte der stets neugierige Musiker, der sich nie, ähnlich wie Miles Davis, mit einem für ihn „typischen“ musikalischen Stil identifizieren mochte, den Reggae. Als erstes vergriff er sich an Frankreichs Nationalhymne, der Marseillaise und machte daraus einen Reggae mit dem Titel „Aux Armes Et Caetera“ („Zu den Waffen und so weiter“), was in konservativen Kreisen des Landes gar nicht gut ankam. Bei einem Live-Konzert wollten ihm Soldaten und Legionäre deshalb ans Leben. Pathos, vor allem verlogener, war dem Stinkstiefel nun einmal zuwider. Und wenn wir uns mal vor Augen führen, dass der selbe Präsident Frankreichs, der am vergangenen und vermutlich auch dem kommenden 14. Juli die glorreiche revolutionäre Vergangenheit des französischen Volkes feiert, derzeit mit Gewalt und fragwürdigen „Ordnungshütern“ den Aufstand der Gelbwesten beantwortet, dann fällt es schwer, darauf nicht mit Sarkasmus zu antworten. Gainsbourg wäre zu Macron sicherlich einiges eingefallen.

Whitney war alles andere als amused

Das Album „Aux Armes et cætera“ entstand 1979 auf Jamaica, Gainsbourg hatte dazu die bekanntesten Reggaemusiker der Insel engagiert, darunter die allgegenwärtigen Robbie Shakespeare und Sly Dunbar sowie Bob Marleys Frau Rita; er selber war der erste weiße Musiker, der auf Jamaica ein Reggaealbum aufnahm. Auch diese Platte hat ihre Spuren bis heute hinterlassen, Reggae-Musik ist nun einmal zeitlos, aus der Feder Gainsbourgs erst recht.

Wie bereits gesagt, Gainsbourg hatte sie alle. Jedenfalls alle Frauen, denen ein anstrengender Mann lieber ist als ein schöner. Er war zweimal verheiratet und zeugte vier Kinder mit drei verschiedenen Frauen. Seine längste Beziehung über 11 Jahre hatte er, ohne Trauschein, mit Jane Birkin. Affären gab es ständig; der sehenswerte Spielfilm „Der Mann, der die Frauen liebte“, erzählt auf manchmal reale, manchmal surreale Weise das Leben des hässlichen kleinen Jungen, der zu einem der ganz großen Künstler seines Landes wird und von allen Frauen angehimmelt und begehrt wird. Die Namen der Frauen, für die er Lieder schrieb, sind kaum vollständig aufzuzählen, von Juliette Greco über Petula Clark, Dalida, Marianne Faithful, Catherine Deneuve, Zizi Jeanmaire bis zu Françoise Hardy, Anna Karina, Viktor Lazlo, Nana Mouskouri und Vanessa Paradis und seine Tochter Charlotte.  

Joann Sfar, der Regisseur von „Der Mann, der die Frauen liebte“, ist eigentlich Comicautor, und er hat diese seine andere Kunst auf wunderbare Weise in den Film einfließen lassen. Serge Gainsbourg hatte sich eine Art Alter Ego geschaffen, das er Gainsbarre nannte. Gainsbarre war ein Nihilist, der sich über Gainsbourg lustig machte, der Dr. Hyde, der ramponierte Skandalmacher. Ihn schickte Gainsbourg in die Öffentlichkeit, in die TV Shows, die Interviews, auf die Bühne. Er wollte sich davor schützen, dass die Menschen, die alle etwas von ihm wollten, ihm zu nahe kamen. Als Gainsbarre konnte er sich alles erlauben. Doch ähnlich wie in Stevensons Geschichte von Jekyll und Hyde übernahm Gainsbarre mehr und mehr die Kontrolle über das Duo. Joann Sfar hat das in seinem Film sehr schön dargestellt, indem eine Comicfigur, eben Gainsbarre, immer wieder auftaucht und Gainsbourg mit sich selber konfrontiert. 

Gainsbourg/Gainsbarre war immer für einen Skandal gut. Gegen Ende seines Lebens trat er meist im betrunkenen Zustand auf, in TV Sendungen war er ein stets gern gesehener Gast, denn man wusste nie, welchen „Gag“ er diesmal drauf hatte. Ein Klassiker ist seine Anmache der Sängerin Whitney Houston in einer TV Show, der er, offenbar blau, unumwunden sagte, dass er ihr beischlafen wolle. Whitney, damals noch am Anfang ihrer Showkarriere und erkennbar unsicher, war alles andere als amused.

Alkohol, Tabak, Kontrollverlust, das volle Programm

In der schmalen Rue de Verneuil im Pariser Stadtteil Saint-Germain-des-Prés sieht man, von der Rue des Saints Pères einbiegend, linker Hand eine wenige Meter hohe Mauer, hinter der Bäume stehen und erkennen lassen, dass sich dort ein Garten befindet. Die Mauer war jahrelang von wenig kunstfertigen Fans mit Graffiti verschandelt worden, vor nicht allzu langer Zeit ließ Gainsbourgs Tochter Charlotte, die heute dort lebt, die Fläche weißen. Ich bin länger nicht die Straße entlang gegangen, vermutlich sieht die Mauer schon wieder bunter aus (Nachtrag: Ja, sieht sie).

Am 2. März 1991 beendete hier Gainsbourgs Herz seine Jahrzehnte lange Schwerstarbeit. Whisky, Gitanes, Nächte ohne Schlaf und voller Beischlaf, das kann nicht immer so weitergehen. Serge Gainsbourg warf mit 63 Jahren das Handtuch, eine Zeit zuvor hatte er bereits eine nahezu tödliche Herzattacke erlitten, die ihn aber nicht von der weiteren Selbstdekonstruktion abhalten konnte. Moralische Menschen mögen die Nase rümpfen, Alkohol, Tabak, Kontrollverlust, das volle Programm. Aber steht es uns zu, darüber zu richten? Gainsbourg ist ja nicht tot, er lebt in seiner Musik, seinen Büchern, seinen Filmen, seinen Texten weiter. Für einen osteuropäischen Juden aus kleinsten Verhältnissen eine verdammt große Leistung. Was schaffen denn schon die „Besseren“? Selten bis nie wird ein durch und durch puritanischer Mucker und Temperenzler, der nicht einmal den Rausch der Nüchternheit kennt, kulturelle Spuren hinterlassen, die es lohnt, zu konservieren. Solche Leute schreiben keine Lieder, sie sind mehr für die großen Katastrophen der Weltgeschichte zuständig. 

Und mal ehrlich: wer kann von uns auf ein solches Leben zurück schauen? Die schönsten Frauen der Welt, die größten Erfolge, das aufregendste Leben voller Lust und Liebe. Da kann man ruhigen Gewissens auch schon mit 63 sagen, dass es jetzt reicht. 

Serge Gainsbourg singt Charles Aznavour: Parce Que

Serge Gainsbourg & Jane Birkin: Melody

Dokumentation über die Entstehung von Melody Nelson (auf französisch) 

Je suis venu te dire que je m'en vais (Mein persönliches Lieblingslied von Serge Gainsbourg) 

Brigitte Bardot et Serge Gainsbourg: Je t'aime... Moi non Plus

Jane Birkin et Serge Gainsbourg: Je t'aime...Moi Non Plus 

Trailer zu Der Mann der die Frauen liebte 

Serge Gainsbourg und die Frauen: Dokumentation (franz.) Teil 1 

Serge Gainsbourg und die Frauen: Dokumentation (franz.) Teil 1 

Dokumentation Un jour un destin. Serge Gainsbourg (franz.) 

Serge Gainsbourg vs. Whitney Houston

Serge Gainsbourg & Catherine Deneuve: Dieu est un fumeur de havanes 

Serge Gainsbourg: Je suis venu te dire que je m'en vais (live) 

Kurzdokumentation anlässlich seines Todes 1991 

Biografie: Sylvie Simmons „Serge Gainsbourg – Für eine Handvoll Gitanes“, Heyne.

Foto: Claude Truong-Ngoc CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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Peter Kuhn / 17.02.2019

Wollte eigentlich heute Abend meine 44er für die K14 morgen Abend klarmachen und dann noch eine große Runde mit meinem “Wölfchen” Gassi gehen. Wollte. Jetzt habe ich Stunden auf Youtube mit Serge und Francoise und Silvie usw. verbracht, der Hund ächzt im Flur und muss jetzt aber wirklich raus und Sie sind schuld. Aber ich vergebe Ihnen. Mal wieder. Machen Sie weiter. Ich marschiere im Geiste mit.

Johannes Herbst / 17.02.2019

Frauen lieben keine Pussies. Aber abgesehen von den wilden Jungs lieben sie auch harte Kerle, die ihnen helfen, die Brut hochzuziehen und zu ihnen zu stehen. Und die dabei bei ihrer eigenen Meinung bleiben und sich nicht vom Mainstream unterkriegen lassen.  

Manni Meier / 17.02.2019

Die alte Kanaille. “Kanaille” - was für ein schönes Wort und dazu noch so passend auf Gainsbuorg. (Die deutsche Sprache ist doch besser als ihr Ruf. Man muss sie nur kennen, und zu nutzen wissen.) Ich wusste es bis zum heutigen Sonntag nicht, aber genauso habe ich ihn gesehen, den G., als “Kanaille”. Einerseits stieß mich das leicht Schmuddelige, was ihn immer umgab, ab. Einer der rumhurte, rauchte, soff und Leute bepöbelte. Andererseits bekam dieser Bursche, der aussah - Entschuldigung - wie der wie der Glöckner von Notre Dame, die schönsten, charmantesten und lüsternsten Frauen Frankreichs!?! Da musste wohl doch was dran sein an diesem Kerl. Auf jeden Fall bestand dann für mich, einem gerade dem Pickelzeitalter entwachsenen, trotzig-schüchternen Jüngling,  ja auch noch Hoffnung. Kennen gelernt habe ich das Pärchen Gainsbourg/Birkin auf einer jener ominösen Garagenpartys, bei denen im Schummerlicht auf den ausgemusterten Matrazen der Eltern erste zaghafte Fummelversuche zu “Nights in white satin” oder “Child in time” gestartet wurden. Da legte dann eines schönen schwülen Sommerabends ein Klassenkamerad die extra mitgebrachte Platte in der Version Gainsbourg/Birkin auf den Dual-Plattenspieler. Oijoijoi, wir konnten es kaum glauben, dass so was nicht verboten war, zumal wir, dank Französisch als dritter Fremdsprache, auch die “Nebengeräusche” der Stöhnerei verstanden. Glücklicherweise war Schummerlicht - ich glaube nämlich,  ich wurde rot damals, dank dieser Kanaille Serge Gainsbourg und seiner geilen Freundin Jane Birkin.

Sebastian Bremer / 17.02.2019

Och, Herr Bechlenberg. Sie sprechen mir schon wieder aus dem Herzen! Dankeschön! Es war 1988, im damals heißesten und längsten Sommer aller Zeiten - die 80er hatten zumindest in unseren Breiten drei heiße Sommer, 1983, 1986 und eben 88, dieses Jahrzehnt erst den einen von der Klimakirche zur Katastrophe ausgerufenen “Jahrhundertdürresommer” im vergangenen Jahr - fuhren zwei Freunde und ich für eine Woche an die Côte d’Azur mit dem VW Passat meines besten Freundes, einem ausrangierten Polizeiwagen. Die Kiste hatte 75 PS und Automatik, ein wunderbares und absolut zuverlässiges Auto. Wir fuhren abends mit dem Nötigsten bepackt von Norddeutschland los in die Nacht und hatten keine konkrete Route geplant. Ziel war Nizza und dort kamen wir nach einem als sehr abenteuerlich empfundenen Roadtrip durch die französischen Seealpen halb verdurstet und zuvor fast in einer Serpentine über die Böschung gerutscht am darauf folgenden Nachmittag an. Extra für diesen Trip stellte ich ein Mixed-Tape mit französischem Pop zusammen. Neben damals zeitgemäßen Stücken wie “Cargo” von Axel Bauer, fanden sich einige Songs von Serge Gainsbourg auf dem Tape, darunter das von France Gall wunderbar mädchenhaft intonierte “Les Sucettes”, “Pull Marine”, schüchtern und doch lasziv gehaucht von Isabelle Adjani und schließlich “Initials B.B”, vom Meister selbst.  Noch heute höre ich dieses Mixed-Tape in den Sommermonaten gern, mittlerweile zwar auf Spotify, aber das tut ja der Schönheit keinen Abbruch.

D. J. Katz / 17.02.2019

Es gab in Frankreich sogar einmal einen Kunstfurzer, der in Varietés unter dem Namen Le Pétomane auftrat und unter anderem die Marseillaise (teilweise) furzen konnte. Dagegen war Serges Reggaeversion doch noch recht dezent. Allerdings schrieb er einen kurzen Roman, der auch auf deutsch als Buch erschienen ist und den Titel “Die Kunst des Furzens - Das heroische Leben des Evgénie Sokolov” trägt. Unglaublich komisch und traurig. Und damit nicht genug. Für den Musiker Jacques Dutronc schrieb Serge ein Lied, das “Guerre et Pets” heißt. Ein sehr lustiger Titel, ausgesprochen wird “Guerre et Pets” genau wie “Guerre et Paix”, zu deutsch “Krieg und Frieden”. Nur heißt “Guerre et Pets” “Krieg und Fürze”.

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