Manche Leute glauben, Glück wäre, dauerhaft irgendwo in den Tropen am Strand zu liegen und Margaritas zu schlürfen. Das klingt aber nicht nach einem Plan, sondern nach einem Plakat aus dem Reisebüro.
Im Folgenden geben wir einen Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem Stand-Up-Comedian und YouTuber Joe Rogan wieder.
Joe Rogan: Viele Leute haben eine Wahrnehmung von ultimativem Glück und ultimativem Erfolg, die von dem motiviert zu sein scheint, was sie nicht haben, anstatt einem Verständnis davon, was Glück und Erfolg wirklich ist. Ihre Vorstellung lautet: Eines Tage werde ich meinen Lebensabend genießen, herumsitzen, nichts tun und allen anderen sagen, sie sollen verschwinden. So wird man aber bestimmt nicht glücklich.
Jordan B. Peterson: (lacht) Das erinnert mich an ein Gespräch mit einem Arbeitskollegen über seine Vorstellung vom Ruhestand. Er erzählte: „Ich sehe mich selbst am Strand, irgendwo in den Tropen und Margaritas schlürfend.“ Erst einmal: Das klingt nicht nach einem Plan, sondern nach einem Plakat aus dem Reisebüro.
Aber im Ernst: Man will also in ein tropisches Land ziehen, sich an den Strand setzen und anfangen, Margaritas zu trinken. Wie viele denn? Zehn? Und wie lange will man das machen? Sechs Monate?
Joe Rogan: Dann fällt man tot um.
Jordan B. Peterson: Man wird zu einem armseligen, sonnenverbrannten, fetten unglücklichen, verkaterten Leberzirrhose-Patienten. Das ist also deine Vision?
Wie lange will man also sich mit einem Margarita an den Strand setzen? Vielleicht alle sechs Monate für 10 Minuten.
Joe Rogan: Das stimmt. Aber wenn man arbeitet und sich abrackert, und man an so einen Strand denkt und sich vorstellt, dass man die Beine hochlegt, und der Kellner fragt: „Wünschen Sie noch einen Margarita, Herr Peterson?“ Sagt man im Tagtraum: „Aber natürlich!“
Jordan B. Peterson: Absolut! Aber trotzdem bleibt es die Vorstellung eines 16-Jährigen vom Paradies. Und haut am Ende nicht hin.
Dies ist ein Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und Joe Rogan. Hier geht's zum Auszug und hier zum gesamten Gespräch.
Doch, zumindest für 4 Wochen…
Sirius Bellt , richtig, ALLES ist relativ. Petra Wilhelmi, TOP. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Hauptsache KEINEN ZWANG mehr !
Geistreicher Beitrag. Danke. – Randbemerkung: Menachem Schneerson, der Rebbe, hatte über zig Jahre sein Viertel in Brooklyn so gut wie nie verlassen (am Ende nicht einmal mehr den Wohnblock). Sein Geist war wach bis zum Schluss. Er brauchte keine „genialen“ Urlaube, keine Tropen, keine Cocktails. Dies werden aber mental Tote kaum nachvollziehen können.
… aber sich die Birne mit Benzos vollknallen und dann der Welt was über die Nebenwirkungen vorjammern, über die man als klinischer Psychologe ja natürlich nichts hätte ahnen können!
Warum eigentlich nicht?
Man kann auch in der Eifel zufrieden sein.
Frau, Haus, Hund, Katze, Motorfahrzeuge,Werkzeug… viel Platz, Angeln im oder vom Garten, Jagen in Gehweite und mehr (Stein)Pilze als wir essen könnten.
Was wäre an meinen anderen Tätigkeiten denn so erstrebenswert?
Wieder ins Büro und für die Lokalzeitung/Fachzeitung schreiben, wieder in die Industrie und schweissen oder schmieden und die Restgesundheit ruinieren?
Ich war wegen Unfall/Impfung jetzt oft genug an der Gernze zum Ableben – die Wertigkeiten verschieben sich dann.
Natürlich brauche ich Arbeit und Geld – ich liebe mein Handwerk!
Wenn der Unfall mir eine kleine Rente bringt, werde ich weniger für andere Arbeiten, mehr für uns machen, wieder Kunst machen und ab und zu mal was schreiben – der Rest ist dann halt durch Arbeitsprostitution einzubringen.
Dann trinke ich eben alkoholfreie Magaritas. Hauptsache Strand!
Nicht die Margarita am Strand ist das Problem sondern unsere innere Unruhe. Denn diese würde eine Margarita-Glückseligkeit am Strand nicht zulassen. Sie würde uns einen gewaltigen Strich durch die faule Rechnung machen und uns uns nach Tätigkeit sehnen lassen. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Unruhe und Langeweile. Unser Geist würde nach Problemen und Sorgen suchen. Nur die Tätigkeit verspricht Ruhe vor den Gedanken. Dann doch lieber versklavt von Arbeit, anstatt versklavt vom eigenen peinigenden Gedankenspiel, würden sich wohl die meisten nach einiger Zeit sagen. Und so würden sie die Margarita stehen lassen und mit dem nächsten Flieger aus dem Paradies flüchten.