112-Peterson: Schule ist nicht auf Jungs ausgerichtet

Die Schule ist nicht besonders gut auf Jungs ausgerichtet. Sie sind nicht dafür geschaffen, sieben Stunden am Tag still zu sitzen und sich zu Tode zu langweilen.

Und wenn Jungen ein bestimmtes Temperament haben, sind sie ganz besonders wenig für diese Form des Unterrichts geeignet. Wenn sie zum Beispiel extrovertiert, sehr gesellig und von einer gewissen Begeisterung und Tendenz zu positiven Emotionen beseelt sind, werden sie leichter hyperaktiv erscheinen.

Wenn sie kreativ sind, wird ihre Aufmerksamkeit in gewisser Hinsicht durch die Vielfalt ihrer Interessen fragmentiert. Wenn wir kreativ und extrovertiert ist, „arbeiten“ beide Eigenschaften gegen unsere ruhige Anpassung an den schulischen Rahmen. Wenn man streitbar ist – ebenfalls eine Eigenschaft, die häufiger bei Jungs und Männern vorkommt – ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich gegen das wehrt, was man als dumme und beliebige Regeln ansieht.

Wir wissen zum Beispiel sehr genau, dass das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) sich mit einer kindlichen Verhaltensstörung und antisozialem Verhalten überlappt. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass alle Kinder mit der Diagnose Hyperaktivität verhaltensgestört sind. Ich sage nur, dass aggressivere Jungen die Tendenz haben, Verhaltensweisen zu entwickeln, die sie manchmal in Richtung Jugendkriminalität treiben und manchmal in Richtung ADS und Hyperaktivität. Und das liegt teilweise einfach an ihrem etwas rebellischen Temperament. Die Frage lautet eher: Wie sollte jemand, der streitbar, extrovertiert und kreativ ist nicht hyperaktiv sein?

 

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Vortrag von Jordan B. Peterson.

Foto: jordanbpeterson.com

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Leserpost

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Andreas Mertens / 19.04.2023

Nicht nue aber gut zu hören. Vera D. Birkenbiehl erklärt es ganz anschaulich und auch noch humorvoll -> YouTube -> Warum Jungen es schwerer haben als Mädchen | Kindererziehung Gesundheit Vera F. Birkenbihl Erfolg

Ulla Schneider / 19.04.2023

Ach je, dazu hat Prof. Gerald Hüther hochinteressante Texte und Filme veröffentlicht.  -Und ja , wir haben nur!!! Mädchenschulen! Die Interessen von Jungs im heranwachsenden Alter, ihr Bewegungsantrieb, gerade in der Pupertät ist völlig anders gelagert als bei Mädels. Unterricht sollte zumindest in der P - phase “bewegend” und praktisch motiviert sein, dann gibt es auch Ergebnisse. Meine Jungs hatten sich z. B.  in Kunst Nikki de Saint Phalle als Historie, Analyse und praktischem Beispiel ( die zerschossenen Farbluftballons)  als Reproduktion ausgesucht - mit großer Ernsthaftigkeit. Die Mädels blieben bei Rembrandt. - ADS oder ADHS als Phänomen tauchte erst auf, als die stundenlangen Sitzphasen ( den ganzen Tag)den Bewegungsdrang eindämmten.  Möglich waren auch Süßigkeitenflash’s, die in den 90ern untersucht wurden. Hüther selbst war mit diesen Kindern auf Wandertour. Und was war? NIX!  In Bewegung waren keine Anzeichen dieser “neuen” ICD10 Nummer.

Wieland Schmied / 19.04.2023

***Wenn wir kreativ und extrovertiert ist, „arbeiten“ beide Eigenschaften gegen unsere ruhige Anpassung an den schulischen Rahmen.*** Sieht sich denn niemand mehr vorher an, was so abgegeben wird?  So ellenlang ist ja das Artikelchen nicht, daß man es nicht noch ‘vor Druck’ querlesen könnte. Wie soll man sonst die Qualität eines Beitrages unvoreingenommen hinnehmen können?  MfG

Joachim Krone / 19.04.2023

Wollte man bösartig sein, so könnte man sagen, dass der Beitrag (wie viele Beiträge augenblicklich in Presse, Funk & Fernsehen) ein weiterer Hieb in die Kerbe des “dressierten Mannes” ist. Der ist den hiesigen Frauen schon ganz recht so - zum Geld herbeischaffen und Maul halten. Was man sonst so benötigt, holt man sich beim Mädelstreff in Spanien oder Nordafrika; übrigens auch, wenn frau offiziell dem eigenen Geschlecht zugetan ist.

Sabine Heinrich / 19.04.2023

Werter Herr Peterson, wann haben Sie das letzte Mal eine Schule von innen gesehen, heutigen Unterricht verfolgt? 7 Stunden am Tag stillsitzen - hm - ganz sicher nicht in der Schule - eher dann zu Hause an der Playstation oder mit gebeugtem Nacken am Smartphone. - So ganz verstanden habe ich Ihren Beitrag nicht - das gebe ich zu. - Was aber m.E. Tatsache ist: Durch die überwiegend weiblichen Lehrkräfte, die oft (über-)ängstlich, unselbständig, weltfremd sind und jede Rauferei (ohne Messer) unter Jungs auf dem Schulhof als etwas ganz Schlimmes sehen, haben Jungen meist nicht die Möglichkeit, ihre Aggressionen z.B. in FAIREN Kampfspielen loszuwerden. Mädchen hingegen - neuerdings wieder auf pinkfarbige glitzernde Einhörnchen reduziert - kämpfen mit den berüchtigten Waffen der Frau…

Jacob Gröning / 19.04.2023

Das schulische Setting ist für Mädchen (sowie allgemein Jugendliche mit eher femininem Temperament) eher “aushaltbar” als für Jungen. Mädchen sind tendenziell angepasster und verträglicher als Jungs (siehe Big Five), mucken weniger auf und leiden eher still, anstatt den Lehrern Stress zu machen. Dass Jungs im Schulsystem benachteiligt sind ist ein alter Hut und mittlerweile seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis. Ich habe vor vierzehn Jahren im Studium meine Abschlussarbeit darüber geschrieben. Geändert hat sich seitdem nichts.

jan blank / 19.04.2023

Aus der Forschung weiß man, dass das, was die Medizin bei den Hyperaktiven auch minimale cerebrale Dysfunktion nennt, in der Evolution einst ein Überlebensvorteil war. Die Fixeren, die Streitlustigen, die die immer und überall die Nase im Wind haben müssen, die hatten in den rauen Vorzeiten der Menschheit bessere Chancen. Heutzutage haben jedoch nicht die Krieger( Männer) sondern die Erbsenzähler( Mädchen) die Nase vorn. Vor allem wenn der Schulunterricht auch noch sozialdemokratisch, d.h anti- elitär geprägt wird. Deshalb machen mehr Mädchen das bessere Abitur, gerne auch in Laberfächern, um dann nach einem Laberstudium zu den labernden Grünen oder zum Staat zu gehen. Und nach der legendären Silvesternacht auf der Kölner Domplatte wünscht sich bestimmt auch manche Grünaffizierte so einen Krieger herbei. Aber ach! Die Typen sind ja alle domestiziert und enteiert! Na, da schaffen wir doch schnell neue Krieger herbei - fragt sich bloß, gegen wen die dann Krieg führen , Mädels…....  So besehen ist das ganze Land nicht auf Jungs eingerichtet. Es ist auch diese permanente Diskreditierung alles Maskulinen( toxische Männlichkeit- was für ein Scheiss!) was als Gegenreaktion oder besser Notwehr, junge Männer in Thor Steinar Klamotten oder zur AfD treibt. Was wiederum bedeutet, dass mitnichten der Rechtsextremismus die größte Gefahr hierzulande ist. Sondern vielmehr der flächendeckende Salonsozialismus der angegrünten Volksparteien.  Denn dass Menschen auf soviel institutionalisiertes Angepisstwerden irgendwann mit Wut reagieren, sollte denkenden Menschen klar sein. Rot - Grün schnitzt sich aber lieber “Klimanazis”. Diese Geisteskranken, allzu gern angeführt von übellaunigen Frauen mögen z.Zt. frohlocken. Wähnen sie sich doch in der Mehrheit, weil sie viele sind. Das sind Heringe und Stubenfliegen aber auch….........

Volker Kleinophorst / 19.04.2023

Ein echter Peterson, mal wieder. 1. In meiner Erinnerung aus der Schülerzeit hat die Aufmerksamkeit auch etwas damit zu tun, wie der Unterricht gestaltete ist. 2. Liest sich so, als hätten. nur Jungen ADHS. “Im Kindesalter weisen mehr männliche als weibliche Personen eine ADHS auf. Bei Erwachsenen hingegen sind diese geschlechtsspezifischen Unterschiede deutlich geringer bzw. nahezu ausgeglichen.” (adhs.info) 3. Mädchen sind sicher genauso streitbar wie Jungs, sie streiten nur anders.

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