Thomas Rietzschel / 16.12.2017 / 16:15 / 13 / Seite ausdrucken

Steinmeier und die Brandstifter

Die FAZ brachte die Meldung als „Eckenbrüller“, links oben auf der Titelseite. unübersehbar: 35 Zeilen, die darüber unterrichten, dass ein gewisser Frank-Walter Steinmeier, unser sorgfältig gekämmter Bundespräsident, entsetzt ist. Er sei „erschreckt“ und „beschämt“, dass schon wieder israelische Flaggen auf deutschen Plätzen verbrannt worden sind, hatte er gestern, am 15. Dezember 2015, auf einer Veranstaltung der israelischen Botschaft in Berlin gesagt. Klare Worte, denen nichts hinzuzufügen wäre, wäre es nicht Frank Walter Steinmeier selbst gewesen, der zwei Jahre zuvor, damals noch als außenpolitischer Erfüllungsgehilfe Angela Merkels, alles daran setzte, die Brandstifter ins Land zu holen.

Hunderttausende sind seither aus der arabisch-moslemischen Welt bei uns angekommen; Millionen sogar, rechnet man die statistisch Verschwiegenen hinzu. Eine unüberschaubare, allenfalls notdürftig registrierte Masse antisemitisch erzogener Menschen. Männer und Frauen, schon Kinder, die in der Überzeugung aufgewachsen sind, mit ihrem Rassenwahn ein gottgefälliges Leben zu führen. Natürlich ist auch ihnen der Judenhass nicht angeboren. In dem Maße aber, in dem sie sich als Anhänger der islamischen Ideologie sozialisieren, erlangt er den Rang eines moralischen Gebotes, das sie mit der eigenen Geschichte verbindet. Der Antisemitismus ist Teil ihrer erworbenen Identität, wie das demokratische Bewusstsein Teil der unseren sein sollte.

Yallah, yallah, nach Ramallah!

Wer das nicht sehen will, ist entweder naiv oder so skrupellos wie Frank-Walter Steinmeier, der keine zwei Monate nach seiner Inthronisation nach Ramallah eilte, um als deutsches Staatsoberhaupt einen Kranz am Grab des palästinensischen Terroristen Jassir Arafat niederzulegen. Die Fotos gingen um die Welt: Biedermann und Brandstifter auf einem Bild.

Ja, wir wissen schon, die Politik ist ein schmutziges Geschäft, und manchmal muss man, um dabei etwas zu erreichen, Kröten schlucken. Auch mag der Erfolg nachher das eine oder andere relativieren. Nur, was haben Sie, Herr Bundespräsident, bisher vorzuweisen? Wo immer Sie sich als Vermittler einmischten, blieb am Ende alles beim Alten: im Nahen Osten, in Afrika oder in der Ukraine, wo die Separatisten weiter mit russischen Waffen um sich ballern.

Wenn es Sie jetzt unverhofft „erschüttert“, dass die „Zuwanderer“ israelische Flaggen auf deutschen Plätzen verbrennen, dann haben wir allen Grund, uns für Ihre „Beschämung“ zu schämen. Heuchler bleibt Heuchler, gleich, welches Amt er bekleiden mag. Bitte ersparen Sie uns also in Zukunft die Sprechblasen aus dem Hohlraum. Das wenigstens sollten wir dafür erwarten dürfen, dass wir als Steuerzahler weiterhin für ihre politische Existenz aufkommen. 

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Leserpost (13)
Brigitte Ernst / 17.12.2017

Leider haben viele hier offenbar vergessen, dass auch ein Herr Begin auf eine Karriere als Terrorist zurückblicken konnte, als er den Friedensnobelpreis bekam. Was schlagen Sie denn vor? Keinen muslimischen Asylbewerber mehr ins Land lassen? Ich weiß nicht, ob unser Grundgesetz das erlaubt.

Behr Elisabeth / 17.12.2017

An Herrn Steinmeier fiel mir besonders auf, dass er noch, außer seinen erfolglosen Einmischungen, die “hübsche” Frau Chebli mitgebracht hat, die auch nur Sprechblasen von sich gibt. Toll, wer in unserem Land alles auf so auf Steuerkosten lebt?

Dr Liu Mei / 17.12.2017

..ja, Herr Steinmeier, dann schämen Sie sich doch für das von Herrn Rietzschel sehr treffend angesprochene Verhalten. Ich wache täglich mit Fremdschämen auf und das begleitet mich den ganzen Tag. Übrigens, das von Ihnen eingeforderte „WIR“ geht mir im säkular humanistischen Sinne links wie rechts vorbei. Sprechblasen und Worthülsen sind keine Politik!

Hans Weiring / 17.12.2017

Vielleicht hätte man ihn besser nach Brüssel geschickt; dort wäre er weniger aufgefallen.

Roland Stolla-Besta / 16.12.2017

Danke, Herr Rietzschel, für Ihren treffenden Kommentar. An Herrn Steinmeier ist mir bisher auch nur sein tatsächlich beeindruckender Scheitel aufgefallen. Mehr gibt es über diesen Mann wahrlich nicht zu sagen.

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