Vera Lengsfeld / 01.05.2017 / 06:14 / Foto: EinKonstanzer / 7 / Seite ausdrucken

Merkels Phantom-Arbeitsplätze für Flüchtlinge

Von Vera Lengsfeld.

Gebetsmühlenartig wird auf allen politisch-korrekten Kanälen wiederholt, die alternde deutsche Gesellschaft brauche dringend Zuwanderung, um den Arbeitsmarkt vor dem drohenden Kollaps zu retten. Tatsächlich hätten die Flüchtlinge schon einen Wirtschaftsaufschwung bewirkt. Es handelt sich zwar lediglich um ein steuerfinanziertes Anwachsen der Flüchtlingsindustrie und keine produktive Wertschöpfung, aber mit solchen Feinheiten geben sich unsere Propagandisten der schönen neuen Flüchtlingswelt nicht ab.

Vor wenigen Tagen überraschte uns Kanzlerin Merkel mit der frohen Botschaft, dass die Flüchtlinge, die sie eingeladen hat, einen Beitrag zur Beseitigung des Fachkräftemangels leisten könnten. In der IT-Branche werde jede Fachkraft gebraucht. Wir erinnern uns, dass Merkel nach dem Terrorakt in Nizza, wo ein LKW in eine Menschenmenge fuhr, die merkwürdige Idee hatte, Flüchtlinge massenhaft zu LKW-Fahrern ausbilden zu lassen. Vielleicht hat ihr jemand auf der Hannover-Messe, die sie kürzlich besuchte, gesagt, dass dies keine sichere Jobperspektive ist, denn bald werden sich die Transporter ferngesteuert und autonom durch die Lande bewegen. Heute schon müssen LKW-Fahrer immer ausgeklügeltere Fahr-Programme beherschen und halbe Logistiker sein.

Nun sind die IT-Unternehemen Retter in der Job-Not. Schließlich müssen „Bleibeperspektiven“ her - koste es, was es wolle. In der „ReDI School of Digital Integration“, bei der die Kanzlerin vorbeigeschaut hat, bilden ehrenamtlich tätige Fachleute seit Februar 2016 Zuwanderer im Programmieren von Computern aus. Gleichzeitig bringen sie die Studenten in Kontakt mit Unternehmen und Start-up-Firmen, um ihnen einen Berufseinstieg zu ermöglichen. Die gemeinnützige Schule wird von diversen Unternehmen finanziert. 135 Studenten, zumeist aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Irak und Eritrea werden hier ausgebildet. Einige von ihnen sollen bereits in Unternehmen arbeiten oder haben eigene Firmen gegründet.

Es gibt keine verlässlichen Zahlen über dauerhaft geschaffene Arbeitsplätze

Das ist leider nicht mehr als eine Stecknadel im Heuhaufen und entspricht etwa einer Fachkraft auf 10.000 Flüchtlinge. Man muss schon Kanzlerin von Deutschland sein, um das als Rettung für den Fachkräftemangel verkaufen zu können. Das ist reines Wunschdenken. Ein Viertel der Neuankömmlinge sind Analphabeten, die, ohne in ihrer Muttersprache lesen und schreiben zu können, durch die Deutschkurse geschleust werden, die sie so sprachunkundig verlassen, wie sie hineingegangen sind - sofern sie nicht bereits vorzeitig ihre Teilnahme abgebrochen haben. Das Ganze ist ein Beschäftigungsprogramm für Flüchtlingshelfer, kostspielig, aber leider nutzlos.

Die Realität spielt im Kabinett Merkel offenbar keine Rolle. Kurz bevor die Kanzlerin von der IT-Zukunft für Flüchtlinge schwärmte, hat ihre Arbeitsministerin Nahles ihr ambitioniertes Job-Programm für Flüchtlinge einstampfen müssen. Statt der geplanten 100.000, sind nur 25.000 neue Jobs für Flüchtlinge im zweiten Halbjahr 2016 geschaffen und aus dem Förderprogramm "Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen" finanziert worden.

Darüber, wie viele Arbeitsplätze dauerhaft in Anspruch genommen wurden, gibt es keine Auskunft. Ab und zu erscheinen Artikel, meist in Lokalblättern, über abgebrochene Ausbildungen von Flüchtlingen oder von ihnen verlassene Jobs. Das Jobwunder bleibt aus. Wie lange werden unsere Sozialsysteme dem politisch organisierten Ansturm standhalten?

Foto: EinKonstanzer CC BY-SA 3.0 via Wikimedia
Leserpost (7)
Alexander Garnreiter / 01.05.2017

Schon vor vielen Jahrzehnten wurden auf den Landkarten Geisterarmeen und -divisionen verschoben. Heute ist man auf dem besten Weg zur Endintegration. Aus dem Kanzlerinnenbunker ähhh Amt schallt ein fröhliches “Wollt ihr die totale Integration? Wollt ihr sie bunter und radikaler als ihr sie euch heute überhaupt vorstellen könnt?” Divisionen von einer üblicherweisen Stärke von 10.000 Mann zählten gerade noch einmal Kompaniestärke und damit 100 Soldaten. Dennoch wurden sie mit Aufgaben von Divisionen betraut und sollten Frontabschnitte von vielen Kilometern halten. Heutzutage schiebt man Vorzeigeintegrationsprojekte für wenige tausend Flüchtlinge aka Schutzsuchende aka Zuwanderer aka Asylbewerber aka Einwanderer aka etc. pp durch den Medienwald und versucht dahinter die Berge der nicht in den Arbeitsmarkt vermittelbaren “Überbestände” zu verbergen. Die wahren Zahlen an Einreisenden werden verzweifelt in diversen Statistiken versteckt, ebenso die Gesamtkosten und der Kriminalitätsanstieg. Der Propagandaschwindel hat schon damals nur das Leid ALLER Beteiligten verlängert, ebenso wird das böse Erwachen auch heute kommen. Vermutlich eher früher als später.

Hubert Bauer / 01.05.2017

Es geht weder darum Flüchtlinge in Lohn und Brot zu bekommen noch darum den Fachkräftemangel in Deutschland zu beseitigen. Ziel solcher Maßnahmen ist es neue Vorzeigeflüchtlinge für die Talkshows zu produzieren. Wenn AfD & Co. wieder sagen, dass Flüchtlinge schlechter gebildet sind als die deutsche Bevölkerung, dann setzt man einen dieser Vorzeigeflüchtlinge in die Talkshow und “beweist” damit, dass AfD & Co. falsch liegen. Das Problem ist aber, dass es zu wenig dieser Vorzeigeflüchtlinge gibt und ständig die selben Personen in den Talkshows sitzen. Das könnte das Publikum irgendwann durchschauen und deshalb braucht man hier ein paar neue Musterflüchtlinge zum durchwechseln. Was ich mich frage, warum müssen diese IT-Studenten als Flüchtlinge (mit all den Gefahren) nach Deutschland kommen? Es gibt doch Austauschprogramme für Studenten und die Bluecard für ausgebildete Fachkräfte? Außerdem haben wir sehr viele Studenten aus China in Deutschland. Warum versuchen wir nicht, die nach dem Studium in Deutschland zu behalten? Chinesen verüben keine Terroranschläge (außer die Uiguren) und rotten sich auch nicht zusammen um Frauen zu belästigen. Die Integrationsbemühungen halten sich zwar auch bei ihnen in Grenzen, aber sie versuchen nie uns Deutschen ihre Kultur und Werte aufzudrängen.

Thomas​ Dornheck / 01.05.2017

Ich wohne zwischen Leipzig und Halle. Das Land von GP—Günter Papenburg. Von 70 ist noch 1 (!) da: Von 70 Praktikanten, die zum Bauarbeiter ausgebildet werden sollten, ist nur noch ein einziger Asylant bei GP. Soviel zu Fleiß, Disziplin und Arbeitsamkeit unserer arabischen Einwanderer ...! Ihr Geld bekommen sie auch so und Pflichten gibt es nicht. Integration ist eine hohle Phrase. Integration geht nur über Arbeitserfahrung und strenge Auflagen. Und wer die nicht erfüllt, der sollte abgeschoben werden.

Jürgen Streeb / 01.05.2017

“Man muss schon Kanzlerin von Deutschland sein, um das als Rettung für den Fachkräftemangel verkaufen zu können”. Frau Lengsfeld, ich gestatte mir einen Zusatz: Man muss schon Kanzlerin von Deutschland sein, um mit solchen dreisten Statements und einer solch abenteuerlichen Verdrehung der Tatsachen ein ganzes Volk für dumm verkaufen zu wollen.

Heiko Stadler / 01.05.2017

Die Einarbeitung eines Software-Entwicklers in ein großes Projekt ist teurer als eine Pilotenausbildung. Dazu setze ich (selbst Inhaber einer Technologie-Firma) heimatverbundene fließend deutsch spechende Leute ein, von denen ich weiß, dass sie mir mindestens zwei Jahrzehnte erhalten bleiben. Irgendwelche gut gemeinte Experimente können mich in den Ruin treiben. Kleinere Entwicklungsprojekte vergebe ich an spezialisierte Firmen in Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Litauen, Russland oder Indien.

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