Dirk Maxeiner / 14.01.2016 / 12:00 / 8 / Seite ausdrucken

Zu früh verboten: MIT erfindet Superspar-Glühbirne

Wenn Bürokraten die Welt verbessern wollen, dann kommen Verbote heraus. So wie das Glühbirnen-Verbot der EU, mit dem die Lichtquelle des Thomas Edison ausgeknipst werden soll. Seitdem sind die Bürger auf überwiegend hässliche (und quecksilberhaltige) Energiesparlampen oder relativ teure LED-Lampen zurückgeworfen.

Und jetzt das: Forscher am MIT haben die konventionelle Glühbirne noch einmal ganz genau angeschaut und mit Hilfe neuer Materialien und Verfahren revolutioniert. Das Hauptproblem der konventionellen Glühbirne lag bisher darin, dass sie die Energie in (zwar schönes) Licht umwandelte, aber das nur zu etwa zwei bis drei Prozent, der Rest wird als Wärme abgestrahlt und geht verloren. Energiesparlampen bringen es immerhin auf 7 bis 13 Prozent Effizienz, LEDs auf 5 bis 13 Prozent.

Und jetzt, Trommelwirbel: Die neue Glühbirne ist für eine Lichtumwandlung von bis zu 40 Prozent gut. Ein erster handgefertigter Prototyp brachte es auf Anhieb auf 6,6 Prozent - und damit bereits auf das untere Niveau der Spar-Konkurrenz (Und immerhin die dreifache Effizienz herkömmlicher Glübirnen). Aber es ist viel, viel mehr drin, versprechen die Entwickler.

Das Geheimnis dahinter ist ein Konzept, das die Forscher „Light-Recycling“ nennen. Das Prinzip: Die unsichtbaren Infrarotstrahlen, die sonst als Wärme verloren gehen, werden von einer speziellen Nanoschicht (photonic crystals) auf der Innenseite des Glühbirnen-Glases zurückgeworfen (die sichtbaren Lichtstrahlen können hingegen ungehindert austreten).  Die zurückgeworfenen Strahlen treffen auf den Glühfaden (der kein Glühfaden mehr ist, sondern ein planes Stück aus speziellem Metall) und werden dort in sichtbare Licht umgewandelt. Und so geht’s im optimalen Fall hin und her bis 40 Prozent der Energie als Licht austreten.

Die Idee ist übrigens nicht nur für die Lichterzeugung interessant, sondern könnte beispielsweise auch zu großen Effizienz-Sprüngen in der Solarthermie beitragen. Die Sache klingt ziemlich überzeugend und vor allem wirtschaftlich attraktiv. Mal sehen wie unsere EU-Glühbirnen-Jäger damit umgehen.

Einmal mehr wird hier der Beweis dafür geführt, dass ein Gesetzgeber sich darauf beschränken sollte, bestimmte Ziele vorzugeben und nicht die technische Methode, um sie zu erreichen. Der gegenwärtige Verbots-Ansatz ist komplett fortschrittsfeindlich, weil die Kreativität von Forschern und Ingenieuren stets unterschätzt wird. 

Daran musste ich auch denken, als ich las, dass DIE GRÜNEN auch den Verbrennungsmotor verbieten wollen.

Wiedermal tun sie so, als ob sie die Ideen der Zukunft gepachtet hätten. Wer weiß denn, ob wir fossile Brennstoffe eines Tages nicht ganz anders gewinnen als heute? Und wer will wissen, ob wir nicht eine Verbrennungsmethode finden, die dem Klima eben nicht schadet? (Die anhaltende Diskussion um die tatsächliche Treibhauswirkung von Kohlendioxid mal außen vorgelassen).

Wer den Menschen 20 oder 30 Jahre im voraus vorschreiben will, welche Technologie für sie die richtige ist und wie sie zu leben haben, der hat nichts verstanden. Aber vielleicht geht den GRÜNEN ja noch eine Glühbirne auf.


Weitere Links zum Thema
http://motls.blogspot.de/2016/01/an-incandescent-light-bulb-most.html
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-01/miot-rl010716.php
http://www.nature.com/nnano/journal/vaop/ncurrent/full/nnano.2015.309.html
https://www.cinema5d.com/tungsten-lighting-beats-led-efficiency-128/

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Leserpost

netiquette:

Dieter Sulzbach / 16.01.2016

“LEDs ... 5 bis 13 Prozent” - wie konnte Ihnen das denn passieren, verehrter Herr Maxeiner? Woher haben Sie diesen Wert? Selbst in handelsüblichen Exemplaren liegt die realistische Zahl näher an 30 als an 13, von den Ergebnissen unter Laborbedingungen mal ganz abgesehen. Habe ich da etwas falsch verstanden? Einig sind wir uns doch wohl auf jeden Fall, daß in diesem ideologisch verminten Terrain die Verläßlichkeit unserer Angaben ein hohes Gut ist. Das Jonglieren mit Wunschwerten möchte ich weiterhin gern der Gegenseite überlassen.

Wolfgang Richter / 15.01.2016

Das CO2-“Teufelchen” macht gerade mal 0.038 % von 100 % Luft aus, auf Meereshöhe 0,058 %. Der ggf. durch menschliche Aktivitäten beigesteuerte Anteil daran liegt in einem entsprechend erkennbar minimalen Bereich. Daß genau dieses Gas,  auch im Abgleich mit Gasen, die in erheblich höherer Menge vorkommen, das Gesamtklima verändern / erwärmen soll,konnte meiner Meinung nach noch niemand schlüssig belegen. Die entsprechenden Klima-Computer-Zukunfts-Modelle könnten ggf. schlicht auf falschen Annahmen der Progammierenden basieren. Dies wird um so schlüssiger, sollte die Behauptung des Herrn Prof. Ewert zutreffen, daß in zurück liegender Zeit aufgenommene Temperaturdaten nach unten verfälscht worden sind, um daraus die Erwärmungstheorie zu begründen.

Thomas Klingelhöfer / 14.01.2016

Immer wieder erfrischend, Herr Maxeiner, Danke für Ihre Artikel und Einsichten! Kreativität und Technik sind immer wieder auch mal für positive Überraschungen gut. Insbesondere der letzte Absatz bringt es sehr gut auf den Punkt, man stelle sich vor, die Menschen aus der Zeit der Pferdekutschen hätten die Hybris und grandiose Selbstüberschätzung besessen, die weitere technische Entwicklung rigiden und politisch motivierten gesetzlichen Einschränkungen zu unterwerfen… Man solle das Patentamt schließen, da alle Erfindungen gemacht sind - Leiter des Patentamtes London, 1908

TOBIAS RÜGER / 14.01.2016

Sehr interessanter Beitrag. Nur »LEDs« bitte ohne Apostroph (weil Mehrzahl, nicht Genitiv).

Jeve R. Huels / 14.01.2016

Ha, mit einem Mini-Treibhauseffekt Energie sparen - da musste ich schmunzeln.

Engelbert Gartner / 14.01.2016

1.) “Aber vielleicht geht den GRÜNEN ja noch eine Glühbirne auf.” Wird nicht geschehen, weil ein Ideologiewechsel so gut wie ausgeschlossen ist. Bei den Grünen sind Naturwissenschaften Hexenwerk (Das Mittelalter lässt grüßen ). 2.) “Das Hauptproblem der konventionellen Glühbirne lag bisher darin, dass sie die Energie in (zwar schönes) Licht umwandelte, aber das nur zu etwa zwei bis drei Prozent, der Rest wird als Wärme abgestrahlt” ( Das ist falsch ) ! Da Glühbirnen besonders in der dunklen und damit kalten Jahreszeit zum Einsatz kommen, kommt die abgestrahlte Wärme der warmen Stube zugute. Daher liegt der Wirkungsgrad von klassischen Glühbirnen bei uns, über einen Zeitraum von ca. 9 Monaten, bei 100 %.  ( Besser gehts nicht ! )

Christian Schulz / 14.01.2016

“... die sonst als Wärme verloren gehen ...” Schon diese Prämisse ist falsch. Die Energie geht nicht verloren, sondern wird in Wärme umgewandelt. Das mindert zwar den Wirkungsgrad der Lichtausbeute, aber in rund 8-9 von 12 Monaten geht diese Wärme sinnvoll in die Raumheizung ein. Jedenfalls in Nordeuropa. Das ist eine teure Form der Heizung, da mit teurem Lichtstrom geheizt wird, wie übrigens auch bei einer Wärmepumpe, aber “verloren” ist die Energie nicht.

Horst Maler / 14.01.2016

Lieber Dirk Maxeiner “Und wer will wissen, ob wir nicht eine Verbrennungsmethode finden, die dem Klima eben nicht schadet? “ Was soll dieser Satz. Es gibt doch bis heute keinen Beweis dafür, dass CO2 das Klima schädigt. Wie kann man etwas schädigen, was nur das Ergebnis eines Computermodells ist ? Klima ist ein Konzept, das nur im Kopf des Menschen vorkommt. Es handelt sich definitionsgemäß um das mittlere Wetter der letzten 30 Jahre für die verschiedenen Klimazonen der Erde. Klima ist nur zu erkennen von Lebewesen die ein funktionierendes Gedächtnis haben, die sich Wettereigenschaften der Vergangenheit merken können und in die Zukunft projizieren können. Das kann nur der Mensch. Schaden zufügen kann man nur Objekten, die eine Form und eine Lokation haben. Ohne Form und Lokation hat nichts Existenz. Was keine Existenz hat kann man auch nicht schädigen. Ich hoffe Sie können mich verstehen ! Oder glauben Sie selbst doch an den CO2 Teufel ? MfG.Horst Maler

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