Rüdiger Stobbe / 15.12.2020 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 9 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? 49. Woche

Eine Woche, die wieder mal eindrucksvoll belegt, weshalb etliche Zeitgenossen meinen, von Flatterstrom reden zu müssen, wenn sie von der Windstromerzeugung meinen. (Abbildung, bitte anklicken, es öffnen sich alle Abbildungen und Mehr, sowie der Energierechner). Der gesetzte Wissenschaftston sagt, die Windstromerzeugung sei "volatil". Wie auch immer, es geht auf und ab, irgendeine Form der Kontinuität in Sachen Windstromerzeugung ist nicht auszumachen. Außer eben, dass er keinesfalls kontinuierlich erzeugt wird. Da Sonnenstromerzeugung in dieser Woche zwar stattfindet, bezogen auf den Bedarf und die installierte Leistung Solar aber kaum nennenswert ist, müssen die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 1) wieder in weiten Teilen dieser Woche die Stromversorgung Deutschland zum größten Teil übernehmen.

Man frage sich, woher der Strom kommen soll, wenn der graue, der braune und der schwarze Balken nicht mehr da sind. Eingedenk der Volatilität der regenerativen Energieträger Wind- und Sonnenkraft gelingt den Konventionellen in dieser Woche die Bedarfsdeckung jedenfalls gut. Wenn allerdings für kurze Zeit nicht genügend Strom in Deutschland erzeugt wird und eine kleine Stromlücke entsteht, so dass der Bedarf nicht gedeckt werden kann, dann kostet der Importstrom (Abbildung 2) auch schon mal 110 €/MWh (Höchstpreis der Woche).

Wobei der Strommarkt dank der konventionellen Erzeugung diese Woche insgesamt recht ordentliche Preise, die fast immer über 30 €/MWh liegen, abwirft. Meist werden sogar Exportstrompreise über 40 €, manchmal sogar bis zu annähernd 80 €/MWh erzielt. Wer Strom wann importiert, exportiert und welche Preise gezahlt werden, zeigt Abbildung 3, die besonders anschaulich zeigt, wie eine bezogen auf die Woche kleine Stromlücke ins "Preiskontor" Deutschlands schlägt. Da freuen sich Frankreich und die Schweiz, die Niederlande und Dänemark. Sogar Polen liefert Strom nach Deutschland. Strom, für den das Kohleland noch weniger als die Hälfte einige Stunden zuvor an Deutschland gezahlt hat. Als es Strom aus Deutschland importierte. Sie erkennen das an den schwarzen Bereichen in den IMEX-Balken.

Die Charts mit den Im- und Exportzahlen für das aufgelaufene Jahr 2020 sowie den Zahlen der 48. Woche sind unter Abbildung 4 aufgeführt. Der Wochenchart zeigt, dass Deutschland eine Menge Strom aus Frankreich importiert.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart (Abbildung 5) belegen nochmal eindrucksvoll, wie die Stromversorgung Deutschlands aussähe, wenn es die konventionelle Stromerzeugung (Kernkraft, Braun- und Steinkohle sowie Gas) nicht gäbe.

Da würde auch eine angenommene Verdoppelung der Wind- und Sonnenstromerzeugung nicht viel weiterhelfen. Abbildung 6 zeigt das für die 48. Woche. Dort können Sie auch die Exceltabelle mit dem kompletten Chart herunterladen.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 29.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 23,08 Prozent, davon Windstrom 8,46 Prozent, Sonnenstrom 3,85 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,77 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Den konventionellen Stromerzeugern fiel es heute nicht schwer, ihren Anteil zur Sicherstellung der Bedarfsdeckung Deutschlands zum regenerativ erzeugten Strom hinzu zu produzieren. War der Bedarf doch gering. Genau wie die erneuerbare Stromerzeugung gering war. Die Preise reichten von 36 bis knapp 60 €/MWh. Diese Nachbarn importierten aus, exportierten nach Deutschland.

Montag, 30.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,83 Prozent, davon Windstrom 17,18 Prozent, Sonnenstrom 3,07 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,59 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am ersten Werktag der Woche zog die Windstromerzeugung an. Die konventionelle Stromerzeugung folgte dem Anstieg durch Herunterfahren der Produktion kaum. Die Erzeugung wurde praktisch gehalten. Der überschüssige Strom konnte zum Teil mit mehr als auskömmlichen Preisen verkauft werden. An diese Nachbarländer

Dienstag, 1.12.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 22,93 Prozentdavon Windstrom 12,10 Prozent, Sonnenstrom 0,64 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,19 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es schon zum Rückgang der Windstromerzeugung. Am Dienstag ging es weiter Richtung Null Windstromerzeugung. Die Strompreise waren wieder auskömmlich. Auch die Importpreise bewegten sich für Deutschland heute nicht in exorbitante Höhen. Kaum erneuerbar erzeugter Strom, viel konventionell erzeugter Strom, das wirkt auf die Preise. Das bringt Geld. Wenn denn richtig gesteuert wird. Das gelingt den Konventionellen heute nur teilweise. So wird mühsam generierter Ertrag wieder weggeschenkt.

Mittwoch, 2.12.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 18,24 Prozentdavon Windstrom 6,29 Prozent, Sonnenstrom 1,26 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,69 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Ein Tag des Grauens für die Freunde der Energiewende. Das Wetter will einfach nicht verstehen, dass es im Herbst stürmisch sein soll. Dass die Sonne fast gar nicht scheint, ist hingegen nichts Besonderes. Besonders auffällig sind die beiden Stromlücken, die teuer geschlossen werden müssen. Die konventionellen Kraftwerke bullern auf Hochtouren. Die Pumpspeicher liefern Strom, was das Zeug hält: Es reicht nicht. Also kostet es. Hier noch mal gefragt: Woher soll der Strom kommen, wenn die konventionelle Stromversorgung nicht mehr da ist? Der Vollständigkeit halber: Diese Nachbarn machten gute Geschäfte. Österreich gehörte diesmal nicht dazu. Dafür aber Polen. Gratulation. Polnischen Kohlestrom für über 100 €/MWh nach Deutschland zu liefern, das ist schon ein Coup. Prosit!

Donnerstag, 3.12.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 37,79 Prozent, davon Windstrom 27,91 Prozent, Sonnenstrom 0,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,30 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die regenerative Stromerzeugung zieht an. Es entstehen gleichmäßige Stromüberschüsse, da die Konventionellen exakt nachführen. Leider ist in der Vorabendzeit zu viel Strom im Markt, so dass diesmal um diese Zeit nicht der erwartete richtig gute Schnitt gemacht werden kann. Der fand bereits am Vormittag statt, als um 9:00 Uhr 66 €/MWh erzielt wurden. Dänemark, Schweden und die Niederlande exportierten nach Deutschland. Ab 7:00 Uhr praktisch nur noch Dänemark und Schweden. Die übrigen Nachbarn kauften Deutschland Strom ab. 

Freitag, 4.12.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,70 Prozent, davon Windstrom 34,30 Prozent, Sonnenstrom 1,16 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,30 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute lässt die regenerative Stromerzeugung über Tag wieder kontinuierlich nach. Die Konventionellen führen vorbildlich nach. Eine feine Leistung der Techniker und Ingenieure. Diesmal klappt auch der "Gute Schnitt". Zum Vorabend wird ein auskömmlicher Preis erzielt. An diesem Chart erkennt man gut, dass der Preis umso mehr steigt, desto weniger die regenerative Stromerzeugung Strom liefert. Ein Sachverhalt, der immer wieder ins Auge fällt. Diese Nachbarn nehmen Deutschland den Strom ab.

Samstag, 5.12.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 29,05 Prozent, davon Windstrom 16,22 Prozent, Sonnenstrom 2,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,81 Prozent. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Auch zum Einstieg ins Wochenende wird die regenerative Stromerzeugung so konventionell "aufgefüllt", dass der Bedarf passgerecht gedeckt werden konnte. Bis 8:00 Uhr liegt der Strompreis um die 35 €/MWh. Ab 9:00 Uhr wird er auskömmlich. Diese Nachbarn zahlen.

Eine nette Anekdote schrieb Leser Wagner: Mein Erlebnis: auf einer Ausflugsfahrt vor der Nordseeküste zu den Seehundbänken erzählt der Kapitän, dass viele Windräder noch nicht angeschlossen sind und keinen Strom liefern. Um das Einrosten (?) zu verhindern, werden Sie regelmäßig mit Diesel "angeworfen". 

Leser Horst Hauptmann meint: Windenergieanlagen (WEA) haben Asynchrongeneratoren, die im Weichstart mit Thyristoren zugeschaltet und in der Nähe der Netzfrequenz (Drehzahl) mit einem Generatorschalter fest auf das Netz synchronisiert (zugeschaltet) werden. Je größer die Drehzahldifferenz zwischen Netz und WEA, desto größer der Synchronisierungs-Stromstoß. Mit anderen Worten: Photovoltaikanlagen (PV) und WEA können betrieben werden, weil das Netz mittels konventioneller Kraftwerke stabil gehalten und geregelt wird. Ohne Netz keinen Wind- oder Solarstrom. Wenn nach einem Blackout die Netze wieder angefahren werden müssen und keine konventionellen Kraftwerke zur Verfügung stehen, kann man den Netzaufbau vergessen* oder er dauert ewig, weil die Netze vom Ausland her aufgebaut werden müssten (sofern dort noch konventionelle Kraftwerke vorhanden und am Netz sind). Wie man die Leistungsbilanz von WEA und PV im Inselbetrieb stabil halten will, die Frequenz regeln, die immer ziemlich genau 50 Hz (Abbildung 7) betragen muss, ist mir ein Rätsel.  [...] 

*Deshalb haben große konventionelle Kraftwerke gewaltige Batteriespeicher "nebenan". Die dienen der Glättung der Netzfrequenz mittels Regelenergie und der Herstellung der Schwarzstartfähigkeit des Großkraftwerks.  

Im Zusammenhang mit der in den vergangenen Wochen angesprochenen Elektromobilität, möchte ich noch auf Abbildung 8 verweisen, unter der Sie die aktuellen Zulassungszahlen E- und Hybridautos finden, die Leser Peter Hager zusammengetragen hat. 

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. 

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

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netiquette:

Dr. Günter Crecelius / 15.12.2020

Ich glaube, Sie haben so Einiges in EU-Europa nicht verstanden. Diese Institution wurde in ihrer gegenwärtigen Ausgestaltung von Anfang an geschaffen, um unseren ‘europäischen Partnern’ Zugriff auf deutsche Ressourcen, vornehmlich finanzieller Art, zu ermöglichen. Die deutschen Regierungen waren von Anfang an bestrebt, diese Tatsache möglichst jenseits der enormen direkten Zahlungen zu verschleiern und haben dazu allerlei indirekte Möglichkeiten installiert und mit der ‘Energiewende’ eine weitere, derzeit die letzte in einer langen Reihe, geschaffen. Der Euro reicht schon lange nicht mehr, denn Appetit entsteht bekanntlich beim Essen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß die Dame Merkel den Irrsinn mit ihrer Energiewende jemals ernsthaft geglaubt hat. Bei ihren grünen Pseudopartnern halte ich das allerdings für wahrscheinlich.

P. Wedder / 15.12.2020

Sie sind mein Held! Leider schaffe ich es nicht - selbst mit Ihren faktisch fundierten Artikeln - die Gläubigen der dt. Energiewende davon zu überzeugen, dass selbige bereits gescheitert ist. Als Antwort bekomme ich regelmäßig etwas in der Art: „...ob wir gescheitert sind oder weltweit wegweisend waren, wird man erst in 30 Jahren beurteilen können.“

Frank Dom / 15.12.2020

Das sind nur vorübergehende Probleme. Denn sobald nächstes Jahr die Herrin Baerbock und Herrlein Habeck Ministrierende bzw Kanzlerierende geworden sind, wird es diese Nachrichten in der Form nicht mehr geben. Einfach, weil es als fake news verboten wird. (Hoffe, dass die Gender Form korrekt ist.)

M.Truckenmüller / 15.12.2020

Hallo Herr Stobbe, gut, dass Sie immer noch unermüdlich die Lage analysieren. Ich würde gerne einige Kommentare beisteuern: a)Windräder an Land benötigen keine Dieselgeneratoren oder sonstiges zum “Anwerfen”, dafür reicht der Wind. Wie bereits kommentiert wurde, kann das wegen der Höhe auch bei sehr schwachem / keinem Wind am Boden der Fall sein. b) Leser Wagner hat Recht; da die Netzanbindung von Offshoreparks teils massive Verzögerungen hatte (Netzbetreiber Tennet), wurden diese Windräder tatsächlich mit Hilfe von Dieselgeneratoren bewegt, um Lagerschäden zu vermeiden. Diese entstehen, wenn die Wälzlager dauerhaft nicht bewegt werden. Diesen Effekt kennt z.B. der Autofahrer als “Standplatten” c) Leser Hauptmann muss ich widersprechen: Bei WEA werden sowohl Synchron- als auch Asynchrongeneratoren eingesetzt, teilweise sogar hochpolige Synchrongeneratoren in getriebelosen Varianten. Zur Regelung werden entweder Vollumrichter oder Stromrichterkaskaden verwendet. Systeme zum Sanftstart sind hier sicher nicht oder zumindest nicht mehr im Einsatz; sie weisen erhebliche Nachteile auf und würden den Wirkungsgrad deutlich senken. d) PV ist - ohne (Batterie-)Speicher, mit allerdings schon - nicht schwarzstartfähig, bei WEA ist es etwas anders. Genügend Wind und ein entsprechend ausgestattetes Vollumrichtersystem vorausgesetzt, könnte ein Schwarzstart durchgeführt werden - allerdings eine eher theoretische Möglichkeit. Lastsprünge können WEA über die Trägheit ihrer Rotoren kompensieren, entsprechende Versuche gab es z.B. in Kanada, allerdings hat das Nachteile und erfordert natürlich immer ausreichend Wind. PV hat keine solchen Reserven. e) Die Schwarzstartfähigkeit von Kraftwerken hängt nicht an großen Batteriespeichern, sondern am Vorhandensein von Notstromgeneratoren (ok, die haben eine Batterie) sowie einer großen Flexibilität der Kraftwerksleistung selbst; also z.B. Gas- oder Ölkraftwerke (vgl. hier ... (Anm. d. Red.: Links sind hier leider nicht zugelassen. Bitte googeln: »energate-messenger TRANSNET BW LÄSST ÖLKRAFTWERK BAUEN«)

K.H. Münter / 15.12.2020

Ich hoffe für zum Beispiel die Netzspeicher-Annalena ganz stark, daß der polnische Kohlestrom zumindest etwas “veredelt” wird indem er zum Auffüllen deutscher Pumpspeicherkraftwerke verwendet wird und so, quasi “gewaschen” als, ja als was weiterverwendet wird? Als “Bio-Strom” oder “ökologischer Biostrom”, irgendwie vergleich mit Bio-Wildlachs aus ökologischer Zucht in Norwegen. Weil ich im November auf der Suche nach einem anderen Strom-Anbieter war versprach mir ein Unternehmen die Lieferung von 100%-Ökostrom. Da ich in Süddeutschland lebe und seit dem Ende von Philipsburg ein gut Teil des Stroms als Atomstrom aus Frankreich kommt wollte ich wissen wie ihre 100%-Garantie dann funktionieren soll. Ich warte bis heute auf die Antwort aber einen anderen, etwas günstigeren Anbieter als seither habe ich gefunden. Der liefert wie zuvor einen bunten Strom-Mix, anders geht es ja gar nicht.

Gerhard Rachor / 15.12.2020

„Hier noch mal gefragt: Woher soll der Strom kommen, wenn die konventionelle Stromversorgung nicht mehr da ist?“ Frau Baerbock hat da eine Idee-mehr Windanlagen bauen. Mit dieser Idee zeigt die Dame, die den Unterschied von Kobold und Kobalt nicht kennt, dass sie nicht rechnen kann. Weht kein Wind, dann ist die Stromproduktion gleich null. Egal, welche Größe ich mit null multipliziere, es kommt immer Null hinten raus! Vielleicht nimmt Frau Baerbock ja auch den Strom her, den sie in den Leitungen gespeichert hat.

Thomas Brox / 15.12.2020

(1) Wenn man einen groben zeitlichen Mittelwert von Abbildung 1 bildet, dann gehen mehr als 2/3 der mittleren Leistung auf das Konto der konventionellen Kraftwerke. Deutschland will in naher Zukunft alle konventionelle Kraftwerke abschalten. (2) Die erzwungenen E-Mobilität braucht zusätzlichen Strom. (3) Elektrische Energie ist bis auf weiteres ökonomisch und physikalisch sinnvoll nur durch Pumpspeicherwerke zu speichern. Das ist teuer, man braucht geeignete Gebirge (etwa die Alpen), und man braucht einen langen Vorlauf. Mit dem Einsatz vieler hundert Milliarden Euro kann man theoretisch durch Lithium-Ionen Akkus speichern, aber der Wirkungsgrad ist aufgrund von Umwandlungsverlusten mies. Die Lebensdauer der Akkus ist unklar und die Entsorgung teuer. (4) Die EU-Institutionen haben als neues Planziel die Reduktion der CO2 Emissionen um 55% bis 2030 festgeschrieben. Das müsste auch in den Nachbarländern Deutschlands erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb fossiler Kraftwerke haben. Die Frage ist, ob die Nachbarländer zukünftig noch ausgleichen können (oder wollen), wenn der deutsche Zufallsstrom mal wieder im Keller ist. (5) Wenn Deutschland die Anzahl der Windräder von 30.000 auf 60.000 verdoppelt, also 30.000 neue Windräder baut, dann sind Investitionen in der Größenordnung von 300 bis 400 Milliarden Euro fällig. Wie soll die geschwächte Volkswirtschaft (Lockdown, Deindustrialisierung, ... ) das aufbringen? ++ Welche Konsequenzen haben die Punkte (1) bis (5)? Rationierung von Strom, Lastabwürfe, verschärfte Deindustrialisierung, Verarmung?

J. Heini / 15.12.2020

In Ergänzung kann ich nur die Vorträge von Hans-Werner Sinn emfehlen. Auf seiner Home Page findet man einen aktuellen Vortrag vom Oktober 2020 zu diesem Thema. Gibt es keine Plattform, auf der ähnlich das Problem Pandemie besprochen werden kann? Denn die Möglichkeit, dass mal ein wirklich gefährliches Virus erscheint, ist ja vielleicht nicht abwegig. Keine Ahnung, keine Info. Es müsste auch bei diesem Thema ein Weg gefunden werden, das zu erörtern, ohne die Politik anzugreifen. Nur dann bleibt es überhaupt im Netz und der Betreffende im Spiel.

Jürgen Dannenberg / 15.12.2020

Woher kommt der Strom? Was für eine Frage! Aus der Steckdose natürlich.

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