Rüdiger Stobbe / 26.09.2023 / 11:00 / Foto: Doenertier82 / 5 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? 37. Analysewoche 2023

Nur an drei Tagen muss für wenige Stunden kein Strom importiert werden. Wir zahlen wie immer drauf, denn der Importstrom ist immer erheblich teurer als der Strom, den Deutschland exportiert. Außerdem: eine Betrachtung zur CO2-Einsparung durch den millionenfachen Einbau von Wärmepumpen. Der Schaden wird immens sein, der Nutzen kaum messbar.

Insgesamt war die Windstromerzeugung mit 11,3 Prozent Anteil an der eigenen Gesamtstromproduktion in der 37. KW schwach. Auch der PV-Strom lag mit knapp 20 Prozent ebenfalls nicht sonderlich hoch. Nicht an einem Tag wurden in der Spitze 40 GW PV-Strom erreicht. Dafür war die Importstrommenge mit 1,190 TWh netto, die praktisch ohne nennenswerte Unterbrechungen geliefert wurden, wieder mal bemerkenswert. Halt: An den drei Tagen, an denen der Stromimport für wenige Stunden unterbrochen wurde, wurden auch die jeweils niedrigsten Wochenpreise erzielt: für den Strom, den Deutschland exportieren musste. Ein Muster, welches sich bei einem Blick auf die Jahreszahlen seit 1.1.2023 bis 17.9.2023 bestätigt. 

  • Der mittlere Importpreis ist mit 109 €/MWh knapp 20 € teurer als der Exportstrom mit 89,84 €/MWh (99,80 €/MWh). 
  • Betrachtet man nur die Werte ab 16.4.2023 (Kernkraftausstieg) bis zum 17.9.2023, verschärft sich die Preisdifferenz: Während der Importstrom 102,02 €/MWh kostet, werden für deutschen Exportstrom lediglich 62,39 €/MWh (90,36 €/MWh) erzielt. Die Differenz hat sich mehr als verdoppelt. 
  • Der Vollständigkeit halber noch die Zahlen vom 1.1.2023 bis zum 15.4.2023: Der Importstrompreis liegt bei 129,24 €/MWh, der Exportpreis bei 103,29 €/MWh (113,73 €/MWh). 

Egal welcher Zeitraum betrachtet wird, der Importstrom ist immer erheblich teurer als der Strom, den Deutschland exportiert. Aber auch höher als der Preis für den Strom, den Deutschland für den Eigenbedarf selbst erzeugt. Das ist der Preis, der in den Klammern der jeweiligen drei Zeiträume vermerkt ist. Damit ist das Märchen widerlegt, dass Deutschland den Importstrom vor allem deshalb bezieht, weil er so günstig ist. Importstrom ist praktisch immer hochpreisiger als die Eigenproduktion von Strom. Es wird aus rein ökonomischen und rechnerischen CO2-Ersparnisgründen Strom in erheblichen Mengen eingeführt.

Montag, 11.9.2023 bis Sonntag, 17.9.2023Anteil Wind- und PV-Strom 31,2 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 45,6 Prozent, davon Windstrom 11,3 Prozent, PV-Strom 19,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,4 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 37. Analysewoche ab 2016. Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 37. KW 2023: Factsheet KW 37/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresüberblick 2023 bis zum 17. September 2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 11. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 29,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,8 Prozent, davon Windstrom 6,6 Prozent, PV-Strom 23,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,1 Prozent.

Kaum Windstrom, Solarstrom ist okay, der Strompreis ist um 19:00 Uhr der Knaller: 524,30 €/MWh!

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 12. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 25,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 39,1 Prozent, davon Windstrom 7,3 Prozent, PV-Strom 18,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,8 Prozent.

Zum Abend steigt die Windstromerzeugung an. Um 19:00 Uhr liegt der Strompreis nur noch bei 284,0 €/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 13. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 30,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,4 Prozent, davon Windstrom 21,0 Prozent, PV-Strom 9,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,6 Prozent.

Mittwoch: Die Windstromerzeugung ist zufriedenstellend. Die PV-Stromerzeugung schwächelt. Der Strompreis.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 14. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 23,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 37,6 Prozent, davon Windstrom 5,1 Prozent, PV-Strom 18,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,9 Prozent.

Die Windstromerzeugung ist wieder im Keller. Die PV-Stromerzeugung schwächelt weiterhin. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.9.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 15. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 34,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,5 Prozent, davon Windstrom 12,8 Prozent, PV-Strom 22,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,6 Prozent.

Die Windstromerzeugung schwankt, die PV-Stromproduktion erholt sich. Das wenige an deutschem Exportstrom wird niedrigpreisig abgegeben und etwas später wieder hochpreisig zurückgekauft. Rechnerisch. Nicht physikalisch. Es ist selbstverständlich nicht derselbe Strom.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 15.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 16. September 2023 Anteil Wind- und PV-Strom 37,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,5 Prozent, davon Windstrom 11,9 Prozent, PV-Strom 25,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,8 Prozent.

Ein ähnliches Bild wie am Freitag. Der Strompreis sackt über die Mittagsspitze auf 32,40 MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 16.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 17. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 38,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,6 Prozent, davon Windstrom 14,8 Prozent, PV-Strom 24,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,8 Prozent.

Wind- und PV-Strom sind über Tag schwach. Der Bedarf gering. Über Mittag wird der Strom praktisch verschenkt.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 17.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030, Agora-Chart 2040

Ergänzung zur CO2-Einsparung durch das Heizgesetz

Ich nehme bei meiner Berechnung an, dass zum Ende des Jahres 2030, also in sieben Jahren beginnend mit dem 1.1.2024, insgesamt sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert sind, die jeweils 7,4 t CO2 pro Jahr sparen. Das ist die Differenz des CO2-Ausstoßes einer alten Gasheizung (11,2 t CO2 pro Jahr) und einer nicht mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpe (3,8 t CO2 pro Jahr). Die Quelle der Werte und deren Grundlagen finden Sie hier.

Legt man die sechs Mio. Wärmepumpen zugrunde, sind es insgesamt 44,4 Mio. t CO2 pro Jahr, die weniger anfallen als mit Gasheizungen. 

Nun sind bereits geschätzte eine Million Wärmepumpen installiert. Berechnet man nur die zusätzliche CO2-Ersparnis, werden bei den verbleibenden, bis zum Jahr 2030 zu installierenden fünf Mio. Wärmepumpen 37 Mio t CO2 pro Jahr gespart. Bei einem weltweiten und tendenziell steigenden CO2-Ausstoß in Höhe von aktuell 36,6 Mrd. t  CO2 pro Jahr hat das mit riesigem Aufwand in Deutschland eingesparte CO2 nur sehr geringe Auswirkungen. Lediglich um 0,101 Prozent tragen die fünf Millionen Wärmepumpen (Gesamtkosten geschätzte 250 Mrd. €) zu Senkung des weltweiten CO2-Ausstoßes bei. 

Wobei ich realistischerweise davon ausgehe, dass das Ziel des Zubaus von fünf Mio. Wärmepumpen mittels Heizungstausch bis zum Jahr 2030 – wie praktisch alle Zielsetzungen (zum Beispiel 400.000 Wohnungen pro Jahr, 10 Mio. E-Autos bis zum Jahr 2023 plus eine Mio. Ladesäulen) der Bundesregierung – im Bereich grün-roter Ampel-Träumereien liegen.

Es sei angemerkt, dass die GEG-Novellierung („Heizhammer“) seit dem Frühjahr vorliegt. Bis jetzt ist eine so einfache, wohlwollende Berechnung der CO2-Ersparnis durch Wärmepumpen, wie ich sie oben vorgerechnet habe, in der politischen Debatte*, in den Medien bisher praktisch kein Thema. Darin liegt der eigentliche Skandal. Egal wie man es dreht und wendet. Einen wie auch immer gearteten Nutzen „für das Klima, das Weltklima“ haben Wärmepumpen, egal wie viele es in Deutschland auch werden, in diesen Größenordnungen nicht. Die sogenannte Wärmewende schadet hingegen der Bevölkerung in einem erheblichen Umfang. Materiell und gesamtgesellschaftlich. Für praktisch nichts.

Das nach der Sommerpause beschlossene Heizungsgesetz, die GEG-Novelle, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder „gekippt“ werden. Warten wir es ab. Die komplette Debatte vom 8.9.2023 plus Erläuterung der Haufe-Online-Redaktion. Interessant ist in diesem Zusammenhang ist auch die Rede von Karsten Hilse (AfD), der im Bundestag in der Debatte vom 22.9.2023 zur  Novellierung des Klimaschutzgesetzes  erläutert (ab 13:45) was im Zusammenhang mit Wetter, Klima und Klimawandel nicht so gern gehört wird.

*Ende August 2023 – keine zwei Wochen vor dem Beschluss - gab der Bundestag diese  Info heraus: Der Bundesregierung liegen gegenwärtig noch keine abschließenden Abschätzungen vor, mit welchen CO2--Einsparungen durch die Umsetzung der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (20/6875) zu rechnen ist. Quelle

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

 

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.

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Leserpost

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RMPetersen / 26.09.2023

Wichtig erscheint mir die gute alte Kosten-Nutzen-Rechnung: Wie teuer wird eine reduzierte Tonnen CO2? Es werden - theoretisch - bis 2030 “37 Mio t CO2 pro Jahr gespart”, die Investitionskosten werden mit 250 Mrd. € angegeben. Nun wird einerseits eine Wärmepumpe auch nach 2030 helfen, die CO2-Emissionen im Vergleich zur Gasheizung zu reduzieren, andererseits kotet ja auch der Betrieb der Wärmepumpen, nämlich Strom, und die Preise sind nicht zu knapp. Dazu muss man über die Wartungskosten und die Lebensdauer von Wärmepumpen. Über den Stromverbrauch von Wärmepumpen, und über die zukünftigen Strompreise kann man nur spekulieren. Die Vorstellung mancher Freunde, daß der Strom durch die hauseigene PV-Anlage erzeugt wird und damit günstig ist, wird sich gerade in der kalten Jahreszeit nicht realisieren lassen. Nimmt man an, daß eine WP 10 Jahre hält und die 250 Mrd. € sich auf 10 Jahre verteilen, somit für 10 x 37 Mio. Tonnen CO2-Einsprung sorgen, kostet die Reduzierung einer Tonne CO2 675,6 Euros (250 Mrd. € durch 370 Mio. t CO2). Der Nutzen von weniger CO2 wird - lt. IPCC - in einer Reduzierung der sog. Klimaschäden. Wie hoch die sind, ist natürlich umstritten. Das UBA hat sie früher einmal auf 120 € je Tonne beziffert, dann auf 150 €.- Um diese Kosten zu internalisieren, besteuert der Staat den CO2-Ausstoß indirekt, nämlich durch die Erhebung von Gebühren auf den zu CO2 führenden C-Gehalt von Brennstoffen. Man erhebt zur Zeit 30 € pro Tonne, 2024 sollen es 40 € werden, bis 2027 rd. 60 €. Die Kosten von 675,6 € je Tonne durch die WP-Einführung sind jedenfalls exorbitant hoch. Selbst wenn man die WP-Lebensdauer rechnerisch verdoppelt, wird sich dieser Aufwand nie lohnen. (Wir haben hier noch keine Strom- und Wartungskosten berücksichtigt.) PS Die benutzte Kältemittel haben eine hohe Treibhauswirkung. Wenn nur 5% der Kältemittel durch Undichtigkeiten im System, durch unsachgemässe Wartung oder Vandalismus in die Umwelt gelangen, ist die Bilanz negativ.

Karsten Dörre / 26.09.2023

Woanders habe ich gelesen, dass Deutschland nicht soviel Energie importiere, weil durch das europäische Energieverbundnetz Deutschland als stärkstes frequentierte Energie-Transitland sei.

Helmut Driesel / 26.09.2023

  “Wie immer zahlen wir drauf…” - aber, aber, lieber Stobbe, wer wird denn da gleich in die Luft gehen! Wir sein doch ein reiches Land. Etwa nicht? Haben wir nicht überall Handelsüberschüsse? Wir sollten heilfroh sein, dass unsere ärmeren Nachbarn soviel Strom übrig haben. Wenn überall Uran gespalten wird, und wir haben den Nutzen davon, was gibt es daran zu meckern? Heute habe ich gelesen, dass derzeit über Mittag 20% der in D. installierten Solarleistung abgeschaltet werden müssen, um das Netz nicht zu destabilisieren. Wenn das so stimmt, ist das eine ganze Menge. Einen Gag habe ich noch, weil wir gerade dabei sind: Stand heute sind 60 GW Windleistung an Land installiert, nominal versteht sich. Und was glauben Sie, verehrte Leser und Mitdenkende, wann das letzte Mal ein Starkwindtag war, also ertragsmäßig über dem Fibonacci-Niveau ( grob über den Daumen zwei Drittel) der installierten Nennleistung? Es war am 13. März im Frühjahr mit 36 GW in der Spitze. Die wenigen Tage mit gutem Windertrag seither lagen alle deutlich drunter. Trotzdem behaupten die zuständigen Auguren jetzt schon, dass es am Jahresende einen neuen Rekord im Jahresertrag geben wird. Nun ja. Ich sehe hier bis jetzt nur weit weg am Horizont ein Windrad bei der Arbeit. Dabei würde sich die nun vom Borkenkäfer kahl gefressenen Berge doch freuen, wenn sie mal eine richtige staatstragende Aufgabe bekämen. Und erst die Hinterwäldler hier, die wären total aus dem Häuschen.

N. Walter / 26.09.2023

Eine Wärmepumpe kostet etwa 150.000 Euro je Haus, wenn man die Sanierungskosten des Hauses mit einrechnet. Dafür bekomme ich eine CO2 Ersparnis von 7,4t pro Jahr. Bei einem Lebenszyklus von 50 Jahren für das Haus mit Pumpe sind das 370t CO2 Ersparnis. Das sind also 405 Euro, die man für eine Tonne CO2 Ersparnis investieren muss. Wenn man noch den entgangenen Gewinn dazurechnet, den man nicht erwirtschaftet, wenn man die 405 Euro 50 Jahre lang woanders investiert, dann kostet die Tonne CO2 Ersparnis ca. 1000 Euro. Ein realistischer Preis für die Tonne CO2 Vermeidung (z.B. bei CCS) liegt aber bei 80 Euro. Es ist also 920 Euro je Tonne kostengünstiger, wenn man die CO2 Vermeidung auf eine kostengünstige Weise betreiben würde. Wenn man pro Jahr 7,4t CO2 durch eine Wärmepumpe einspart, dann kostet das 6.800 Euro pro Jahr mehr als nötig. Jahr für Jahr. Wer zahlts? Der Bürger. Welch ein Irrsinn ist das.

Thomas Szabó / 26.09.2023

Sozialistische Kollektivierung getarnt als Klimaschutz! Der aktuelle Klassenkampf findet zwischen Leistungsträgern & Leistungsempfängern statt. Leistungsempfänger sind alle die vom Steuerzahler leben / profitieren. (Politiker, Journalisten, Aktivisten, NGO, Sozialberufe, Konzerne, Globalisten, WEF, UN…) Reiche & arme & staatliche & supranationale Sozialschmarotzer saugen den Steuerzahler aus. Schmarotzer aller Länder vereinigt euch!

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